queerfilmnacht

Die queerfilmnacht vereint die beiden bisherigen Filmprogramme – die rein lesbisch ausgerichtete L-Filmnacht und die schwule Gay-Filmnacht – und öffnet sich zugleich gegenüber Filmen, die auch andere sexuelle Identitäten wie Bisexualität, Transgender, Intersexualität usw. thematisieren.

Die queerfilmnacht wird präsentiert vom Online-Magazin www.sissymag.de und zeigt deutschlandweit sowie in Österreich in gut 30 Kinos die besten Filme, die das queere Weltkino aktuell zu bieten hat. Jeder Film wird von sissy in einer ausführlichen Rezension besprochen.

Hochwald

A, B 2020, Regie: Evi Romen, mit Thomas Prenn, Noah Saavedra, Josef Mohamed, 108 Min., teilw. OmU
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Mario will aus seinem engen Leben im heimatlichen Dorf in Südtirol ausbrechen. Da, wo andere gerne Urlaub machen, ist er schon lange ein Außenseiter. Mit seiner sensiblen Art und dem innigen Wunsch, Tänzer zu werden, passt Mario einfach nicht in das Männlichkeitsbild der Dorfbewohner*innen. Sein Vater steht ihm jedoch zur Seite und versucht ihn zu unterstützen. Als Mario eines Tages seinem Jugendfreund Lenz wieder über den Weg läuft, scheint sich ein Fenster in eine andere Welt zu öffnen. Mario reist seiner neuen Flamme nach Rom hinterher, sie treffen sich in einer Schwulenbar. Doch der Abend verläuft anders als gedacht, als die Bar plötzlich von bewaffneten Männern gestürmt wird. Lenz kommt auf tragische Weise um, Mario mit dem Leben davon. Traumatisiert kehrt er in die südtirolische Heimat zurück. Dort begegnet er dem schönen Nadim, der ihm vom Islam erzählt.

Bildgewaltig geht es zu in dieser mosaikhaften Dorfstudie und schwulen Lovestory voller Hindernisse. Atmosphärisch dicht und mit psychologischer Präzision entwickelt sich ein bewegendes Drama voller Überraschungen. Noah Saavedra aus „O Beautiful Night“ gibt einmal mehr das coole Model, das allemal gut für Parfümreklame taugte. Derweil Thomas Prenn aus „Biohackers“ weitaus emotionaler als charismatisches Sensibelchen mit allerlei Geheimnispotenzial auftritt. Der Trophäen-Regen für dieses außergewöhnlich gelungene Debüt dürfte weitergehen: Neun Nominierungen gibt es bereits für den Österreichischen Filmpreis - mehr geht kaum! (Dieter Oßwald, Programmkino)

Die Regisseurin Evi Romen hat uns mit der Wahl und Inszenierung ihres Casts und dem Umgang mit dem erzählerischen Rhythmus und der Visualität überzeugt. Wir sind neugierig auf ihr weiteres filmisches Schaffen. (Zff.com)

Ein selbstzufriedenes Schmunzeln von Lenz, als Mario ihm das Preisschild einer neuen, gescheit teuren Jacke mit Pelzkragen abreißt – so wenig braucht es, um ein Eltern-Sohn-Verhältnis auf den Punkt zu bringen. Und derart präzise erzählt Evi Romen all die großen Themen, die des Weges kommen. Diesen Film kann man als Mehrzweck-Konstruktion sehen, so viele Themen tauchen auf – von Schichtzugehörigkeit zu Terror. Oder man sieht „Hochwald“ als eine sehr emotionale Liebes- und Überlebensgeschichte. (Maria Motter, ORF)