25. Internationales Bremer Symposium zum Film // 3. – 9. Mai 2021

Kopf/Kino: Psychische Erkrankung und Film

Zum Jubiläum widmet sich das Filmsymposium einer Gefährtin des Kinos: Psychische Erkrankung hat das Kino seit dessen Entstehung begleitet, mit Themen bespielt, es geprägt und zur Weiterentwicklung von Ausdrucksmöglichkeiten und Theorien beigetragen.

Von den klinischen Fachdisziplinen wird sie mittels Abgrenzung, Pathologisierung und Fremdbeschreibung bestimmt. Filme können diese Praktiken durch ihre ästhetische Perspektive hinterfragen, psychisches Kranksein erfahrbar machen und in vielfältige Sinnzusammenhänge stellen.

Psychische Erkrankungen verweigern sich körperlicher Repräsentation und stellen Filme somit vor ein grundsätzliches Problem. Als der zentrale Ort, an dem sich psychische Erkrankungen ereignen und ihre Wirkkraft entfalten, kann also nicht nur der Kopf gesehen werden, sondern auch das Kino.

Das Symposium erkundet mit internationalen Fachleuten und Filmschaffenden, wie klinische und soziale Krankheitsdiskurse im Film verhandelt werden und wie das Kino eine Ästhetik psychischen Krankseins beschreiben kann. Der Fokus liegt dabei auf den Mitteln des Kinos, eine eigene, medienspezifische Ordnung von Krankheitsbildern zu generieren, weiter auf der Beziehung von Erkrankten zu Behandelnden als zentrales Setting sowie auf der Mehrdimensionalität von Krankheitsdarstellungen.

Von unseren vielen Gästen freuen wir uns besonders auf das Gespräch mit Jessica Hausner über ihren Film Little Joe (GB/A/D 2019) sowie auf den renommierten Bildwissenschaftler W.J.T. Mitchell aus Chicago. Darüber hinaus halten Robin Curtis (Freiburg) und Michele Aaron (Warwick) Vorträge, die durch weitere Positionen und Diskussionen in drei Foren ergänzt werden.

Weitere Highlights sind ein Gespräch mit Richard Warden, ehemaliger Filmkurator des Scottish Mental Health Arts Festivals und die Deutschlandpremiere von Maria Bäcks autobiografischem Coming-of-Age-Film Psychosis in Stockholm (S 2020). Die Stummfilmvorführung des japanischen Avantgarde-Klassikers Eine Seite des Wahnsinns (1926) mit Live-Musik von David Eßer wird wegen des anhaltenden Lockdowns später im Jahr durchgeführt.

Vorträge und Diskussionen

Die Vorträge und Diskussionen finden via Zoom statt. Um daran teilnehmen zu können, bitten wir um Anmeldung bis zum 3. Mai 2021. Anmeldung zu Vorträgen bis zum 3.5.2021 bei Paula Hoffmann: hoffmann@city46.de

Filme und Gespräche

Das Filmprogramm sowie Einführungen zu den Filmen, Gespräche mit Filmemacherinnen und im Anschluss auch die Vorträge werden über die derzeit noch im Aufbau befindliche Streaming-Plattform des CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V. verfügbar sein.

Die Teilnahme an den Vorträgen ist nach Anmeldung kostenfrei möglich, für das Filmprogramm können Einzeltickets (6€) oder Dauerkarten (15€/ 25€/ 35€) direkt auf city46.cinemalovers.de nach einem solidarischen Preissystem erworben werden.

Das Gesamtprogramm sowie das Archiv vergangener Filmsymposien finden Sie hier:
https://www.uni-bremen.de/film/filmkultur/filmsymposium

Über das Filmsymposium

Das Filmsymposium wendet sich mit der engen Verzahnung von öffentlichen Vorträgen, Filmvorführungen und Filmgesprächen an das filminteressierte Kinopublikum und an Fachbesucher*innen. Es ist eine langjährige Kooperation zwischen dem CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V., der AG Filmwissenschaft / FB 9 Kulturwissenschaften, ZeMKI und wird gefördert durch die nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/ Bremen mbH und die DFG.