Kommende Gäste & Specials

D 2014, Regie: Christa Pfafferott, 79 Min., DF

Mo. 9.2. / 18:00mit Einführung & Gast

In einer Klinik für Forensische Psychiatrie befinden sich oft Menschen, die meist unter dem Einfluss einer psychischen Erkrankung eine Straftat begangen haben. Wie lange sie hierbleiben, hängt davon ab, ab wann sie nicht mehr als gefährlich gelten. Der Dokumentarfilm widmet sich speziell einer Frauenstation der Klinik und erkundet das Verhältnis zwischen Personal und Patientinnen hinsichtlich der komplexen Machtverhältnisse, denen sich auch Kamerateam und Publikum nicht entziehen können. 
Im Zuge multipler Krisen durch die neoliberale Privatisierungspolitik in Deutschland und Europa und Terrorismus nach der Jahrtausendwende, spätestens aber seit 2008, verschärfen sich soziale Ungerechtigkeiten und gesellschaftliche Entfremdungstendenzen. Da ergibt sich die Frage, wie sich Maßnahmen unter dem Vorwand der öffentlichen Sicherheit auf Menschen auswirken, die gesellschaftlich marginalisiert werden. War die Psychiatriereform der 1970er Jahre erfolgreich oder hat sie wichtige Stellen übersehen? Die Autorin und Regisseurin Christa Pfafferott hat sich umfänglich mit den Machtverhältnissen in der forensischen Psychiatrie befasst. Die Filmidee entstand aus einer Fotoreportage für das Süddeutsche Zeitung-Magazin 2012. 
 

Content Note: Zwangsmaßnahmen, Gewalt.

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D/F 2024, Regie: Alisa Berger, 71 Min., OmU

Mi. 11.2. / 20:30mit Regisseurin Alisa Berger

Weiß geschminkte Gesichter, zuckende, sich wie in Trance bewegende Körper, getrieben von einer rätselhaften Kraft: Tänzer*innen performen Butoh, den japanischen „Tanz der Finsternis“. Einzeln für sich, ohne Regeln, aber auch ohne Improvisation – eine vertrackte Aufgabe. Nicht die Persönlichkeit der Tanzenden soll zum Ausdruck kommen, sondern das Verborgene, zwischen den Dingen Existierende. 
In dem kleinen Studio in Yokohama, das einer der Begründer Kazuo Ono an seinen Sohn Yoshito weitergegeben hat, werden Schüler*innen gefilmt. Sie sind dabei, diese geheime Sprache des Körpers in sich zu entdecken. Andere vollführen einen Tanz in der Natur oder in der Öffentlichkeit, auf Kinderspielplätzen und in Clubs. Als Voiceover kommen einige der Protagonist*innen dieser Bewegung zu Wort, erzählen von ihrer Geschichte und der Ungreifbarkeit des Butoh. Was ist mit dem Unsichtbaren gemeint: Menschen, sprachlose Gefühle oder auch Geister? «‹Invisible People› gibt sich als Porträt des Butoh aus, richtet den Blick jedoch auf das Verborgene: unsichtbare Körper, Menschen und Gesten», so Alisa Berger. Berger wählt für ihre Beschäftigung mit dem Thema eine essayistische Herangehensweise, die auch sehr persönlich ist. Sie wurde 1987 in der russischen Stadt Machatschkala geboren und wuchs im ukrainischen Lwiw sowie später in Essen auf; sie hat Film und Bildende Kunst in Köln studiert. Ihr Weg nach Japan ist Teil der Erzählung, ebenso die Krebserkrankung und der Tod ihres Vaters, der in der Konzeption des Films mit hineinspielt.

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D 2025, Regie: Patricia Hector, Lothar Herzog, 143 Min.

Do. 12.2. / 17:30mit Regisseurin Patricia Hector

Kindheit und Jugend im dritten Reich – wie war das damals, wie sehen die Menschen es im Nachhinein? Elf Menschen werden zu ihren Erinnerungen an die Hitlerzeit befragt. Das Ambiente der Wohnzimmer, alte Fotos und heutige Aufnahmen von deutschen Kleinstädten bilden die visuelle Kulisse der Erzählungen. Geboren in den Jahren zwischen 1920 und 1936, wuchsen sie in das NS-Regime hinein. Wahrnehmungen von Aufmärschen und Paraden, Gesängen und Ferienlagern werden als aufregend beschrieben. Das allmähliche Verschwinden der Juden hingegen ist für sie nicht weiter beunruhigend. Deren Leben ist zu weit weg von ihrer Sphäre, als dass es sie berührte, heißt es. Das, was sie im Alter nachträglich als problematisch erkennen mussten, findet keinen Platz in der Selbstreflexion, wird auf Nachfragen negiert. Erst bei den Erinnerungen an den Krieg, den die jungen Männer z. T. selbst im Kampf erlebt haben, gehen die Empfindungen tiefer. In Sprache sind sie dennoch nicht zu fassen. Ausgezeichnet mit dem Granit-Hofer Dokumentarfilmpreis bei den internationalen Hofer Filmtagen 2025.

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Filme vom 5.2. bis 11.2.

D 2025, Regie: Lauro Cress, 104 Min.

Ab Do. 5.2. / 17:30

Bei einem Bowling-Abend mit seinen Kumpels lernt der Bundeswehrsoldat Isaac die schöne Ilona und ihre verschlossene Schwester Edith kennen. Um Ilona zu beeindrucken, bemüht er sich, Edith einzubeziehen und zieht sie zum Spielen von der Bank. Erst, als sie schlaff zu Boden sinkt, bemerkt Isaac ihre Querschnittslähmung. Doch ihre Freunde sehen es als Affront und der Abend endet in einer handfesten Auseinandersetzung. 
Um das Gefühl der Scham loszuwerden, bemüht Isaac sich um eine Freundschaft mit Edith. Sie teilt seine Leidenschaft für Motocross-Fahrten und ihr reicher Vater und Schwester Ilona beobachten mit Wohlwollen, wie Isaac sich bemüht. Isaacs Selbstbewusstsein tut das gut und als Edith sich ihn verliebt, will er den Kontakt zur Familie nicht verlieren. Er lässt sich auf eine Beziehung ein, ohne dass er verliebt ist, und unterstützt Ediths Wunsch, wieder laufen zu können. Je mehr Isaac versucht, Edith „zu heilen“, desto tiefer verstricken sich beide in ein Geflecht aus Schuld und Selbsttäuschung.
Eine in die Gegenwart übertragene Adaption des gleichnamigen Romans von Stefan Zweig, ausgezeichnet mit dem Max Ophüls Preis 2025.

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SLO/I/KRO/SRB 2025, Regie: Urška Djukić, 89 Min., slowen. OmU

Ab Do. 5.2. / 18:00

Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte und behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen.
Die slowenische Filmemacherin Urška Djukić gewann mit ihren preisgekrönten Kurzfilmen u. a. den Europäischen Filmpreis 2022. In ihrem von hervorragenden Darsteller*innen getragenen Spielfilmdebüt „Little Trouble Girls“ variiert sie eine Geschichte über weibliches sexuelles Erwachen.


Urška Djukić
Die Regisseurin aus Ljubljana, Slovenien, studierte Medienkunst an der Kunsthochschule der Universität Nova Gorica und spezialisierte sich auf Film. Nach ihrem Masterabschluss drehte sie 2016 den animierten Kurzfilm Bon Appetit, La Vie!, für den sie den slowenischen Filmpreis erhielt. Ihr jüngster animierter Kurzdokumentarfilm, Granny’s Sexual Life, erhielt über 40 internationale Preise, u. a. den Europäischen Filmpreis für den besten europäischen Kurzfilm. Little Trouble Girls ist Djukićs Spielfilmdebüt. (Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2025)

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PS/UK/D/NL 2023, Regie: Muayad Alayan, 103 Min., arab. hebr. engl. OmU

Ab Do. 5.2. / 20:30

Das jüdische Mädchen Rebecca soll gemeinsam mit ihrem Vater von England nach Israel übersiedeln, um in Jerusalem einen Neuanfang zu machen. Alle außer Rebecca halten es für das Beste, da sie den Tod der Mutter bei einem Autounfall mitansehen musste. Im alten Haus der Großeltern in Jerusalem geschehen merkwürdige Dinge, für die Rebecca verantwortlich gemacht wird. Als Rebecca entdeckt, dass es im Haus ein weiteres Mädchen namens Rasha gibt, dass nur sie zu sehen vermag, spitzt sich der Konflikt mit ihrem Vater zu. Rasha, die bis 1948 mit ihrer palästinensischen Familie in dem Haus gelebt hat, bevor sie vertrieben wurden, wird zu einer imaginären Freundin. Bei ihr findet Rebecca mehr Trost als bei den Erwachsenen oder den neuen Schulkamerad*innen. Rashas nimmt sie mit in ihre Erinnerungen, in die Gassen der Stadt und zu einem Flüchtlingslager in Bethlehem. Vielleicht findet Rebecca hier die Lösung für die geheimnisvollen Geschehnisse Zuhause?

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BRA/F/NL/D 2025, Regie: Kleber Mendonça Filho, 161 Min., FSK 16, portug. OmU

Ab Fr. 6.2. / 20:00

1977 in Brasilien: Seit über zehn Jahren befindet sich das Land im Würgegriff der Militärdiktatur und wer sich nicht regime-konform verhält, gerät in Lebensgefahr. Auch Marcelo, Technologie-Experte aus Sao Paolo, ist mit seinem gelben VW auf der Flucht vor Auftragskillern. Er kehrt in die Küstenstadt Recife zurück, wo er hofft, seinen kleinen Sohn zu wiederzusehen. Bei seinem Ankommen in der Stadt herrscht Feierstimmung, der größte brasilianische Karneval ist im Gange. Doch unter der fröhlichen Oberfläche lauern Gewalt und Korruption. Ein sicherer Rückzugsort ist Recife nicht und so taucht Marcelo unter falschem Namen bei einer exzentrischen Anarchistin unter. Hier haben schon mehrere Verfolgte der Militärdiktatur Unterschlupf gefunden, während sie ihre auf gefälschte Papiere warten. Je länger Marcelo in der Hafenstadt festsitzt, desto tiefer verwickelt er sich in ein tödliches Spiel, dessen Hintergründe sich ihm entziehen. 
Angesiedelt im Jahr 1977, hat der Film noch eine zweite Ebene: In der Gegenwart hören zwei Geschichtsstudentinnen Kassetten mit Aufnahmen von Marcelos Gesprächen mit einer Widerstandsgruppe ab. Sie ziehen Parallelen zur Gegenwart in 2025, die immer noch von den alten Mechanismen der Angst und der Macht geprägt ist. In Cannes ausgezeichnet mit der Goldenen Palme für Beste Regie und Wagner Moura für die Kategorie Bester Hauptdarsteller.

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Kinder- & Jugendkino

D 2025, Regie: Gregor Schnitzler, 89 Min., FSK 0, empf. ab 6 J.

Sa. 31.1. / 15:00 // So. 1.2. / 15:00KIJUKO Club // Sa. 7.2. + So. 8.2. / 15:30

Die Neustädter Junghexe Bibi ist ganz aus dem Häuschen vor Aufregung: Der große jährliche Hexenkongress steht bevor! Und diesmal soll der Kongress auf dem Blocksberg stattfinden! Da ist natürlich klar, dass Bibi und ihre Freundinnen Schubia und Flauipaui mit dabei sein wollen. Und da Bibis Mutter Barbara als Neustädter Hexe eine der Gastgeberinnen ist, dürfen die Junghexen bei den Vorbereitungen helfen. Doch sobald die ersten Besucherinnen eintreffen, geht alles drunter und drüber. Zaubersprüche fliegen durcheinander und die Althexen verhalten sich plötzlich, als wären sie verrückt geworden. Der ganze Hexenkongress droht, ein einziges Fiasko zu werden.

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USA 2025, Regie: Pierre Perifel, 104 Min., FSK 6, empf. ab 9 J.

Sa. 7.2. + So. 8.2. / 15:00 // Sa. 14.2. + So. 15.2. / 15:30

Die Mitglieder der ehemaligen Tierbande Gangster Gang stehen vor einer neuen Herausforderung. Nachdem Wolf, Sharky, Piranha, Tarantula und Snake ihre Gefängnisstrafen verkürzen konnten, wollen sie ihr früheres Leben hinter sich lassen. Endlich ehrliches Geld für ehrliche Arbeit. Da jedes Gang-Mitglied über besondere Talente verfügt, sollte das kein Problem sein. Ms. Tarantula ist eine versierte Hackerin, Mr. Wolf ein Organisationstalent und Mr. Sharky ein Verkleidungskünstler. Doch ob als Bankangestellter, Parkwächter oder Informatikerin – den Ruf als berüchtigte Kriminelle werden sie nicht los. Lediglich Snake scheint mit Yoga- und Töpferkursen Erfolg zu haben. Doch plötzlich geht das Gerücht um, die Gangster Gang wäre wieder im Geschäft. Dabei sind es die Gangster Girls mit der Schneeleopardin Kitty Kat als Anführerin, die ihre eigenen Taten der ehemaligen Jungs-Gang anhängen. Für Wolf und sein Team ist klar: Sie müssen den Gangster Girls das Handwerk legen. Basierend auf der Graphic Novel-Reihe von Aaron Blabey.

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