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Mo. 16.3. / 17:30mit Regisseur Volker Koepp
Die Gedichte von Johannes Bobrowski in „Sarmatische Zeit“ inspirierten Volker Koepp 1972 zu seinem ersten Film über die Region entlang der Ströme Memel, Dnister und Pruth zwischen Ostsee und Schwarzem Meer. In der Spätantike hieß die Memel Chronos und die Region „Sarmatien“. Es ist ein Sammelbecken unterschiedlicher Kulturen und Zugehörigkeiten, Schauplatz wiederkehrender Grausamkeit und Vernichtung. Über ein halbes Jahrhundert kehrte Volker Koepp immer wieder zurück, drehte hier mit „Kalte Heimat“ (1994), „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“ (1998) oder „In Sarmatien“ (2013) einen ganzen Zyklus von Filmen. Diesmal folgt er der Memel auf der Suche nach den Schicksalen der Menschen, die hier leben. „Chronos – Fluss der Zeit“ ist zugleich auch das Porträt einer Region im Wandel. Über fünf Jahre dauerten die Dreharbeiten. Die russische Invasion der Ukraine, die Covid-19-Pandemie prägen das Erleben genauso wie sowjetische Vergangenheit und die Narben, die der Holocaust in den Gemeinschaften hinterlassen hat. In der filmischen Montage verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart fragmentarisch.
Volker Koepp: Bemerkungen zu „Chronos – Fluss der Zeit“:
Seit 1972 bin ich für Filme neben meinen Dreharbeiten zwischen Elbe und Oder, wie etwa in Wittstock, auch in Sarmatien unterwegs. Ich erzählte vom Leben der Menschen in ihren Landschaften. Ich traf Überlebende nach Hitlers Völkermord an den Juden und Stalins Terror in der Ukraine. Von Biografien also, die geprägt waren von politischen und geografischen Umbrüchen und den Zeitenwenden im elenden 20. Jahrhundert. Und dann, bei den Jüngeren, auch des 21 Jahrhunderts. Hoffnungen, die nach dem scheinbaren Ende des Kalten Krieges vor dreißig Jahren aufkamen, sind durch die Entwicklungen in allerletzter Zeit wieder verflogen. Vielerorts erleben wir so etwas wie eine Hinwendung zu autoritären und antidemokratischen Strukturen. Den Versuchen also, Geschichte vergessen zu machen…
Jetzt ist das Jahr 2026
Chronos – Fluss der Zeit ist ein ungewolltes „Langzeitprojekt“.
Die Dreharbeiten begannen im Jahr 2020 und sollten 2021 beendet sein. Zuerst brachte die Pandemie ungezählte Verzögerungen und Unterbrechungen.
Manche der geplanten Drehorte im Kaliningrader Gebiet waren nun gar nicht mehr zu erreichbar. Die russischen Kinder und Frauen und Freunde aus früheren Filmen waren nun wie verschollen. Die politischen Entwicklungen in der Mitte Europas wurden immer bedrohlicher.
Dann das Unfassbare: die Ausweitung des russischen Krieges auf die gesamte Ukraine.
Auf Odessa, Uman, Lemberg und Czernowitz. Schreckensbilder über Jahre.
Zum Drehen in die Ukraine, nach Czernowitz, fuhr ich mit einem Smartphon.
Schließlich reichten die Arbeiten am Film bis in die Gegenwart des Jahres 2026.
Seit Beginn des Krieges nach der Annexion der Krim sind nun bald 12 Jahre vergangen.
Der tägliche Schrecken der russischen Kriegsverbrechen im Fernsehen.
Die Hoffnung, dass Ende des Krieges zu erleben, hat sich nicht erfüllt. (Quelle: Verleih Salzgeber)
Di. 17.3. / 18:00mit Einführung von Anja Wedig, Referentin Resonanzraum, kath. Citypastoral
Eine harmlose Stubenfliege in einer Schreibmaschine kann fatale Folgen haben, wenn sich durch sie ein „T“ in ein „B“ verwandelt und dass in dem Überwachungsstaat Brazil eine Kette von Aktionen auslöst. Statt Archibald Tuttle, ein schwarzarbeitender Heizungsmonteur, wird der harmlose Archibald Buttle des Terrorismus verdächtigt, festgenommen und exekutiert. Der kleine Angestellte und Tagträumer Sam Lowry kommt der Sache auf die Schliche. Und hat dabei eine unwirkliche Begegnung, denn die Frau seiner geheimen Träume steht plötzlich leibhaftig vor ihm. Kurz darauf ist sie wieder weg, da sie ebenfalls im Visier des Überwachungsstaates steht. Sam riskiert alles, um ihr zu helfen und lehnt sich zum ersten Mal gegen den in Brazil alles beherrschenden Bürokratenapparat auf.
Mi. 18.3. / 17:30mit Einführung von Freya Glomb
Gregor Hecker war als Achtjähriger mit seinen Eltern in die Sowjetunion emigriert. Als 19-Jähriger kehrt er im April 1945 mit einer Aufklärungseinheit der Roten Armee nach Deutschland zurück. Es fällt ihm schwer, die Deutschen, die zum Teil noch erbittert gegen die Russen kämpfen, als seine Landsleute zu betrachten und er schämt sich vor den sowjetischen Genossen für das Verhalten der Deutschen. Nur langsam reift die Erkenntnis, dass nicht alle Deutschen schuldig waren und dass man nur mit ihnen gemeinsam ein friedliches Deutschland aufbauen kann. Mit diesem Film erzählt Konrad Wolf ein Stück Autobiographie.
Freya Glomb arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. 2024 hat sie ihren Master im Studiengang Filmkulturerbe mit einer Arbeit über die Transformation von Erinnerung in und durch Konrad Wolfs ICH WAR NEUNZEHN abgeschlossen. Diese wurde in der Online-Schriftenreihe Gegen-Kanon publiziert.
Filme vom 12.3. bis 18.3.
Ab Do. 12.3. / 17:30
Vor vielen Jahren konnte der Lehrer Oscar einen schmalen Gedichtband veröffentlichen, den aber niemand wahrgenommen hat. Doch seine Besessenheit von der Poesie hat ihn nie losgelassen und der Misserfolg zum Klischee des gescheiterten Dichters gemacht - launisch, betrunken und pleite. Als er Yurlady begegnet – ein Teenager aus der sozialen Unterschicht mit erstaunlichem Talent – keimt ein Funken Licht in seinem Schattendasein auf. Seine Idee, sie beim Poesiefestival Medellins vorzustellen, gibt ihm wieder Lebensmut. Auch wenn die 15-jährige Yurlady zunächst kein großes Interesse an der hohen Kunst zeigt, lässt er nicht locker.
Regisseur Simón Mesa Soto arbeitet selber noch als Lehrer für seinen Lebensunterhalt, da es in Kolumbien sehr schwierig ist, Filme zu realisieren. Oscar ist seiner Aussage nach quasi sein künftiges Alter Ego angesichts der Frage: „Was wäre, wenn ich in der Kunst scheitere?“
Jurypreis 2025 bei den Filmfestspielen von Cannes und von Kolumbien in der Kategorie bester internationaler Film für die Oscars 2026 eingereicht.
Do. 12.3. / 20:00
Kurz hinter der Luxemburger Grenze wird ein Kurier gestoppt, der für Gangsterboss Charles Mahr Geld schmuggelt, dass im Rahmen eines Gemäldes versteckt ist. Nach seiner Festnahme bezahlt ein Unbekannter eine hohe Kaution für den Kurier, der aber kurz darauf in seinem Hotelzimmer erschossen wird. Um den Tod von Yann zu rächen, engagiert Mahr die Auftragskillerin Tez, welche dafür die verwickelten Fäden im kriminellen Milieu Brüssels entwirren muss. Dabei gerät Mahrs Rivale DeBoer in ihr Visier, der mit einem virtuellen Sexpuppen-Bordell ein großes Geschäft zu machen hofft. Verdächtig ist auch die intrigenreiche blinde Puffmutter Mela, die hinter den Kulissen ihr Strippen zieht. Im Versuch, die Melange aus Täuschung, Verrat, verborgenen Motiven und finanziellen Manövern zu durchdringen, muss sich Tez fragen, für wen sie wirklich arbeitet. Und feststellen, dass sie bald ihres eigenen Lebens nicht mehr sicher ist.
Ab Do. 12.3. / 20:30
Als Filmemacherin Isa Willinger die ukrainische Regisseurin Kira Muratowa in Odesa besucht, lässt sie deren Satz „Frauen machen die härteren Filme“ nicht mehr los. Was „hart“ in diesem Kontext eigentlich bedeutet, fragt sie daraufhin viele weibliche Filmschaffende – unabhängig vom Genre wie Spiel- oder Dokumentarfilme. Eine Nachtfahrt im Auto dient als Rahmen ihrer Recherche. In ihre aus dem Off gesprochenen Überlegungen werden in einem schnellen Rhythmus Statements und Filmausschnitte von Kolleginnen wie Céline Sciamma, Ana Lily Amirpour, Nina Menkes, Valie Export oder Alice Diop eingeblendet. Deutlich wird, dass alle auf sehr unterschiedliche Weise mit Themen wie Sex und Gewalt, Trauma und Lust, Poesie und Rache umgehen. Über die Entlarvung festgelegter Geschlechterrollen hinaus geht es in den Interviews auch um die Suche nach einer neuen Bildsprache. Wie können die Machtverhältnisse sichtbar gemacht werden, ohne sie zu reproduzieren?
Ab Fr. 13.3. / 20:30
Lidia schwimmt. Gegen die Zeit. Gegen das Hochkommen der Erinnerungen, die sie immer wieder quälen. Im Wasser kann sie sich selbst entkommen, sich für Momente frei fühlen. Doch an Land gelingt es ihr nicht, sich aus dem Strudel des Schmerzes und der Selbstzerstörung zu befreien. Drogen- und Alkoholexzesse lassen sie ihr College-Stipendium verlieren, gescheiterte Beziehungen und eine Fehlgeburt rütteln an ihrer Existenz. Erst mit der Teilnahme an einem kooperativen Romanprojekt und durch die Unterstützung des leitenden Schriftstellers beginnt ein Prozess allmählicher Selbstaneignung. Sie lernt, den Erfahrungen ihrer von sexueller Gewalt geprägten Kindheit durch das Schreiben Ausdruck zu geben und eine Geschichte zu erzählen, mit der sie leben kann. Verfilmung des Memoir von Schriftstellerin und Schwimmerin Lidia Yuknavitch. Uraufführung in Cannes 2025
Kinder- & Jugendkino
Sa. 7.3. / 15:00 // Sa. 14.3. + So. 15.3. / 15:30
Santino ist ein Zirkuskind. Sein Zirkus zieht mit den Tieren und Wohnwagen durchs Land – heute hier, morgen dort. Zuhause ist für ihn kein Ort, sondern seine Familie. Zu dieser gehören nicht nur seine Eltern Angie und Gitano und sein Bruder Giordano, sondern auch unzählige Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins und ganz besonders sein Uropa Ehe!
“Opa Ehe” ist einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands und erzählt Santino wilde Geschichten aus seinem langen Zirkusleben. Vom prachtvollen Elefantenbullen Sahib, seinen eigenen ersten Schritten als Clown und dem Freiheitsgefühl, für das es sich lohnt, alle Strapazen in Kauf zu nehmen. An Santinos elftem Geburtstag stellt Ehe ihm eine wichtige Frage: Was willst du einmal in der Manege zeigen? Denn auch Santino müsse etwas zu ihrer Gemeinschaft beitragen. Doch wie findet man das nur heraus?
„Zirkuskind“ erhielt beim KIJUKO-Filmfestival 2025 den Filmpreis. In ihrer Begründung für den Preis hobt die „Bremen Vier“-Kinderjury hervor, dass es selten Dokumentationen für Kinder gibt und diese oft langweilig seien. „Zirkuskind“ jedoch sei sehr spannend und einzigartig in seiner Machart. Besonders ins Herz geschlossen haben sie den Protagonisten Santino, dessen Leben für alle neu und aufregend, für ihn aber normal ist. Auch die Geschichten vom Zirkusdirektor Opa „Ehe“, vor allem die von der Unterdrückung während der Nazizeit, berührten sie sehr.
Das geheime Stockwerk
Sa. 14.3. + So. 15.3. 15:00 // Sa. 21.3. + So. 22.3. / 15:30

Karlis Eltern haben sich mit einem eigenen Hotel in den Alpen ihren großen Traum erfüllt. Doch 12-jährige Karli selbst ist wenig begeistert vom Umzug in die Berge, zumal die Sommerferien wohl für die Renovierung draufgehen werden. Als er in der vierten Etage des ehemaligen Grandhotels mit anpackt, macht er jedoch eine unglaubliche Entdeckung: Der alte Hotelfahrstuhl kann ihn in die Vergangenheit bringen. Er landet im Jahr 1938, als das Hotel noch in vollem Betrieb war. Dort freundet er sich mit der jüdischen Hotelgästin Hannah und dem jungen Schuhputzer Georg an. Doch Karli wagt es nicht, Hannah zu erzählen, warum sie nicht nach Berlin zurückkehren darf. Er weiß, was ihr als Jüdin im Jahr 1938 in Deutschland droht. Als Georg zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt und entlassen wird, wollen die drei den wahren Täter zu entlarven. Dabei stoßen sie auf merkwürdige Vorgänge im Hotel.







