Kommende Gäste & Specials

BRD 1987, Regie: Melanie Spitta, Katrin Seybold, 83 Min., OmU

Di. 10.3. / 17:30mit Carmen Spitta, Tochter von Melanie Spitta; Moderation: Ralf Lorenzen

Erstmals in der Geschichte der BRD thematisierte der Film 1987 das ganze Ausmaß der Verfolgung der deutschen Sinti durch die Nationalsozialisten und nahm dabei die Perspektive der Sinti selbst ein. Die Regisseurinnen Sinti*zze als Zeitzeug*innen zu Wort kommen, die über die NS-Zeit – über Deportation, Lagerleben und Zwangsterilisation – sprechen und über Erfahrungen von Ignoranz und Diskriminierung in der Bundesrepublik. Fast 40 Jahre später hat der Film nichts von seiner Aktualität verloren. Der Völkermord an den Sinti und Roma ist zwar längst anerkannt und inzwischen auch umfassend dokumentiert. Das Wissen um die Verbrechen, aber vor allem um deren bis heute nachwirkenden Folgen im Leben der Nachfahren der Opfer hat allerdings nur eine sehr dünne Schicht im Bewusstsein der Mehrheitsbevölkerung erreicht.
Melanie Spitta (1946 – 2005) war eine Überlebende des Völkermordes an den Sinti und Roma. Sie engagierte sich als Bürgerrechtlerin für die Gleichstellung der Frauen unter den Sinti und in der gesamten Gesellschaft. war als Beraterin und Publizistin tätig und die erste deutsche Sinteza, die Filme realisierte. Sie war mit Arnold Spitta verheiratet, einem Enkel des ehemaligen Bremer Bürgermeisters Theodor Spitta.

In Kooperation mit dem Bremer Sinti-Verein, gefördert von den Partnerschaften für Demokratie Bremen Mitte/Viertel/Findorff.

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D/BIH/KRO 2026, Regie: Allegra Schneider, 40 Min.

Mi. 11.3. / 17:30mit Regisseurin Allegra Schneider, Protagonistin Leonarda Bajrić & weiteren Gästen

Dresden, August 2025. Hier leben fünf Angehörige der Familie Bajrić. Sie sind akut von Abschiebung bedroht. Diesen Zustand kennen sie seit Jahren. Zuletzt waren sie nach einer Abschiebung ein paar Jahre in Bosnien. Bis sie es nicht mehr aushielten. Immer wieder müssen sie ihre Kräfte zusammennehmen, um die nächste prekäre Phase zu überstehen. Während der Vorbereitung einer neuen Bleiberechtskampagne stoßen wir auf Videos mit ihren (Groß-)Vätern und Onkeln. Der Historiker und Menschenrechtler Paul Polansky, der sich Jahrzehnte für Roma einsetzte, hat diese aufgenommen und dem Washingter Holocaust Memorial geschenkt. Niemand in der Familie wusste, dass diese Aufnahmen dort existieren. Auch auf den Opferlisten vom KZ Jasenovac finden wir Namen von Angehörigen. Im Arolsenarchiv liegen Akten von Familienangehörigen, die als Bergleute im Ruhrgebiet arbeiteten. Der Film begleitet eine Dresdner Familie, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland sieht und sich mit anderen zusammentut, um dieses Ziel zu erreichen.

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung, Bremen und der Heinrich Böll Stiftung Bremen.

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BRD 1981, Buch, Regie: Christoph Boekel, Beate Rose, 95 Min.

Do. 12.3. / 18:00mit Regisseur Christoph Boekel

Das wache Bewusstsein über die Verheerungen des Zweiten Weltkrieges führte dazu, dass das 1949 verabschiedete Grundgesetz unter anderem den Wiederaufbau einer deutschen Armee und Rüstungsproduktion untersagte. Kanzlerkandidat Adenauer (CDU) bekannte sich noch 1950 öffentlich zum NEIN gegen alle Wiederbewaffnungspläne, um gewählt zu werden. Doch in den 1950er Jahren wurde die Wiederbewaffnung Westdeutschlands gegen den Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung durchgesetzt. Und 1956 wurde die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Mittels Lügen und undemokratischen Methoden wurde der Plan der Regierung für eine Bundeswehr realisiert. 
Im Mittelpunkt von „Der lange Atem“ stehen die Berichte des Remilitarisierungsgegners Oskar Neumann, der während der Nazizeit im Konzentrationslager eingesperrt gewesen war. 
Wochenschauausschnitte, Fotos und Tonaufnahmen führen zurück in die Atmosphäre der 50er Jahre und die Antimilitaristische Opposition und Wiederbewaffnung in Westdeutschland 1945-1955
Regisseur Christoph Boekel: „Der Film war seinerzeit (1981/82) vom Produzenten – der staatlichen Hochschule für Fernsehen und Film München und dem Bayerischen Kultusministerium – zur öffentlichen Vorführung nicht freigegeben worden. Nach einem Vergleich gab die HFF mir die Rechte an meinem Drehbuch zurück, sodass ein identischer Film mit dem Titel ‚Der längere Atem‘ gedreht werden konnte, der 1983 in die Kinos kam und dort unbeanstandet lief.“ 


Über den Regisseur:
Christoph Boekel, Jahrgang 1949, schloss an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film sein Studium ab. 1981-82 lehrte er an der Deutschen Film & Fernsehakademie Berlin und war Gründungsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm", in der er auch im Vorstand war. Seit 1987 hat er seinen zweiten Wohnsitz in Moskau. Zu seinen vielfach ausgezeichneten Arbeiten gehören u.a. „Der längere Atem", für den er 1982 den Preis der Deutschen Filmkritik erhielt, „Die Spur des Vaters", 1989 u.a. mit dem Preis der Marler Gruppe beim Adolf-Grimme-Preis und dem Egon-Erwin-Kisch-Preis bedacht, und „Verstrahlt und vergessen -- Tschernobyl und die Folgen" (2006). (Webseite Christoph Boekel)

Broschüre "Der längere Atem" (PDF)

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Filme vom 5.3. bis 11.3.

D/A 2025, Regie: Isa Willinger, 104 Min., div. OmU

Ab Do. 5.3. / 17:30

Als Filmemacherin Isa Willinger die ukrainische Regisseurin Kira Muratowa in Odesa besucht, lässt sie deren Satz „Frauen machen die härteren Filme“ nicht mehr los. Was „hart“ in diesem Kontext eigentlich bedeutet, fragt sie daraufhin viele weibliche Filmschaffende – unabhängig vom Genre wie Spiel- oder Dokumentarfilme. Eine Nachtfahrt im Auto dient als Rahmen ihrer Recherche. In ihre aus dem Off gesprochenen Überlegungen werden in einem schnellen Rhythmus Statements und Filmausschnitte von Kolleginnen wie Céline Sciamma, Ana Lily Amirpour, Nina Menkes, Valie Export oder Alice Diop eingeblendet. Deutlich wird, dass alle auf sehr unterschiedliche Weise mit Themen wie Sex und Gewalt, Trauma und Lust, Poesie und Rache umgehen. Über die Entlarvung festgelegter Geschlechterrollen hinaus geht es in den Interviews auch um die Suche nach einer neuen Bildsprache. Wie können die Machtverhältnisse sichtbar gemacht werden, ohne sie zu reproduzieren?

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L’Histoire de Souleymane - F 2024, Regie: Boris Lojkine, 93 Min., frz. OmU

Ab Do. 5.3. / 18:00

Souleymane ist aus Guinea geflüchtet und will in Frankreich einen Asylantrag stellen. Da er keinen Pass hat, braucht er zuerst Geld, um an Papiere zu kommen. Dafür schlägt er sich als Essenslieferant unter haarsträubenden Bedingungen in Paris durch. Tagsüber muss er Speisen pünktlich ausliefern und spätabends den letzten Bus erreichen, der ihn zu einem Schlafplatz im Obdachlosenheim bringt. Bis zum Termin beim Migrationsamt bleiben Souleymane noch 48 Stunden. Bis dahin muss er die Papiere und eine plausible Geschichte parat haben, die seine Fluchtgründe belegen.
So dramatisch wie die im Film erzählte Geschichte moderner Sklaverei im digitalen Zeitalter ist jene von Hauptdarsteller Abou Sangare. Er kam als 16-Jähriger aus Guinea nach Frankreich und hat bis heute nur einen befristet legalen Status in Frankreich. Für seine Darstellung von Souleymane wurde Abou Sangare in Cannes sowie bei den European Film Awards zum besten Hauptdarsteller gekürt.

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USA/F/LV, Regie: Kristen Stewart, 128 Min., FSK 16, OmU

Ab Do. 5.3. / 20:00

Lidia schwimmt. Gegen die Zeit. Gegen das Hochkommen der Erinnerungen, die sie immer wieder quälen. Im Wasser kann sie sich selbst entkommen, sich für Momente frei fühlen. Doch an Land gelingt es ihr nicht, sich aus dem Strudel des Schmerzes und der Selbstzerstörung zu befreien. Drogen- und Alkoholexzesse lassen sie ihr College-Stipendium verlieren, gescheiterte Beziehungen und eine Fehlgeburt rütteln an ihrer Existenz. Erst mit der Teilnahme an einem kooperativen Romanprojekt und durch die Unterstützung des leitenden Schriftstellers beginnt ein Prozess allmählicher Selbstaneignung. Sie lernt, den Erfahrungen ihrer von sexueller Gewalt geprägten Kindheit durch das Schreiben Ausdruck zu geben und eine Geschichte zu erzählen, mit der sie leben kann. Verfilmung des Memoir von Schriftstellerin und Schwimmerin Lidia Yuknavitch. Uraufführung in Cannes 2025

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GB 2025, Buch, Regie: Joy Gharoro-Akpojotor, 78 Min., OmU

Ab Do. 5.3. / 20:30

Nachdem sie zwei Jahre ohne Papiere in England gelebt hat, wird die Nigerianerin Isio in das Abschiebezentrum von Hatchworth eingewiesen. Sie hofft, dass ihr Asylantrag schnell bewilligt wird und sie ihr altes Leben wieder aufnehmen kann. In Nigeria wurde Isio als lesbische Frau verfolgt, eingesperrt und in der Haft vergewaltigt. Ihre Zimmergenossin Farah im Zentrum hat weniger Vertrauen ins System und schmiedet deshalb mit ihren Freundinnen einen Fluchtplan. Im Chaos der Abschiebeeinrichtung verlieben sich Farah und Isio in einander und genießen ihr kleines Stück Glück. Die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft wächst – bis Farahs Asylantrag abgelehnt wird. 
Beim International Queer Film Festival in Hamburg 2025 wurde Joy Gharoro-Akpojotors „Dreamers“ als Bester Spielfilm ausgezeichnet. 

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Kinder- & Jugendkino

D 2025, Buch, Regie: Julia Lemke, Anna Koch, 86 Min., FSK 0, empf. ab 8 J.

Sa. 7.3. / 15:00 // Sa. 14.3. + So. 15.3. / 15:30

Santino ist ein Zirkuskind. Sein Zirkus zieht mit den Tieren und Wohnwagen durchs Land – heute hier, morgen dort. Zuhause ist für ihn kein Ort, sondern seine Familie. Zu dieser gehören nicht nur seine Eltern Angie und Gitano und sein Bruder Giordano, sondern auch unzählige Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins und ganz besonders sein Uropa Ehe!
“Opa Ehe” ist einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands und erzählt Santino wilde Geschichten aus seinem langen Zirkusleben. Vom prachtvollen Elefantenbullen Sahib, seinen eigenen ersten Schritten als Clown und dem Freiheitsgefühl, für das es sich lohnt, alle Strapazen in Kauf zu nehmen. An Santinos elftem Geburtstag stellt Ehe ihm eine wichtige Frage: Was willst du einmal in der Manege zeigen? Denn auch Santino müsse etwas zu ihrer Gemeinschaft beitragen. Doch wie findet man das nur heraus?

„Zirkuskind“ erhielt beim KIJUKO-Filmfestival 2025 den Filmpreis. In ihrer Begründung für den Preis hobt die „Bremen Vier“-Kinderjury hervor, dass es selten Dokumentationen für Kinder gibt und diese oft langweilig seien. „Zirkuskind“ jedoch sei sehr spannend und einzigartig in seiner Machart. Besonders ins Herz geschlossen haben sie den Protagonisten Santino, dessen Leben für alle neu und aufregend, für ihn aber normal ist. Auch die Geschichten vom Zirkusdirektor Opa „Ehe“, vor allem die von der Unterdrückung während der Nazizeit, berührten sie sehr.

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Das geheime Stockwerk

D 2025, Regie: Norbert Lechner, 95 Min., FSK 6, empf. ab 10 J.

Sa. 14.3. + So. 15.3. 15:00 // Sa. 21.3. + So. 22.3. / 15:30

Karlis Eltern haben sich mit einem eigenen Hotel in den Alpen ihren großen Traum erfüllt. Doch 12-jährige Karli selbst ist wenig begeistert vom Umzug in die Berge, zumal die Sommerferien wohl für die Renovierung draufgehen werden. Als er in der vierten Etage des ehemaligen Grandhotels mit anpackt, macht er jedoch eine unglaubliche Entdeckung: Der alte Hotelfahrstuhl kann ihn in die Vergangenheit bringen. Er landet im Jahr 1938, als das Hotel noch in vollem Betrieb war. Dort freundet er sich mit der jüdischen Hotelgästin Hannah und dem jungen Schuhputzer Georg an. Doch Karli wagt es nicht, Hannah zu erzählen, warum sie nicht nach Berlin zurückkehren darf. Er weiß, was ihr als Jüdin im Jahr 1938 in Deutschland droht. Als Georg zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt und entlassen wird, wollen die drei den wahren Täter zu entlarven. Dabei stoßen sie auf merkwürdige Vorgänge im Hotel.

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