Kommende Gäste & Specials

Mi. 18.5. – Sa. 21.5. kuratiertes Filmprogramm mit Gästen, Vorträgen, Foren

Unter dem Titel „Grünes Kino. Beziehungen von Film und Ökologie“ versammelt das Bremer Filmsymposium 19 internationale Gäste aus Wissenschaft und Praxis, um die ökologischen Dimensionen von Film, Kino und Ästhetik zu erkunden. Insgesamt sechs Spielfilme und ein Experimentalfilmprogramm aus verschiedenen Epochen und Kulturen verdeutlichen die Verbindungs- und Bruchlinien vorherrschender Naturmodelle und ihrer Bilder.

Gesamtprogramm auf www.uni-bremen.de/film/symposium

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Filme vom 12.5. bis 18.5.

D 2022, Regie: Kai Wessel, 112 Min., FBW-Prädikat: bes. wertvoll

ab Do. 12.5. / 17:30

Roger und Eugen Cicero, Sohn und Vater, zwei Musiker, viele Parallelen und ebenso Differenzen. Eugen Cicero war in den 1960er Jahren ein sehr erfolgreicher Jazzpianist, spielte noch mit Künstlern wie Ella Fitzgerald oder Shirley Bassey. Roger wurde als Sänger in den frühen 2000er Jahren bekannt, als er Swingmusik mit ironischen deutschen Texten interpretierte. Beide Künstler sind bereits in jüngeren Jahren nach einem Hirninfarkt gestorben.
Regisseur Kai Wessel zeichnet ihr Leben nach, mit Archivaufnahmen zu Eugen und einigen gemeinsamen Auftritten, und mit neueren, selbst gedrehten Sequenzen von Roger – die Produktion war noch zu seinen Lebzeiten 2012 gestartet. Auch 50 Zeitzeugen aus den Leben der Ciceros kommen zu Wort, darunter der Trompeter Till Brönner und der Schlagzeuger Charly Antolini, und lassen die Geschichte des deutschen Jazz zwischen den 1960er und den 2010er Jahren lebendig werden. Nach Rogers Tod 2016 stand das Filmprojekt auf der Kippe, bis 2017 Kai Wessel als Regisseur es in neuer Form weiterführte. Roger Cicero hatte seine großen Erfolge als Sänger übrigens erst nach dem Tod seines Vaters 1997. Der Vater hielt nicht so viel von Rogers Gesang. Auf ihre enge sowie schwierige Vater-Sohn-Beziehung richtet Wessels berührender und vielschichtiger Film den anderen Fokus.

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TSA/D/F/B 2021, Regie: Mahamat-Saleh Haroun, mit Achouackh Abakar Souleymane, Rihane Khalil Alio, 87 Min., OmU

ab Do. 12.5. / 18:00

Aminas Leben in N'Djamena, der Hauptstadt des Tschad, ist alles andere als einfach: Als alleinerziehende Mutter versucht sie, sich und ihre uneheliche 15-jährige Tochter Maria durchzubringen. Außerdem muss sich Amina als alleinstehende Frau gegen unerwünschte Avancen wehren und wird wie eine Aussätzige behandelt, denn als unverheiratete Frau mit Kind verstößt sie gegen strikte religiöse Moralvorstellungen. Als Maria ihrer Mutter eine ungewollte Schwangerschaft offenbart, gerät das selbstbestimmte Leben der beiden in Gefahr: Abtreibungen sind im Tschad unter Strafe verboten, ein geheimer Eingriff viel zu teuer. Doch Maria möchte das unausweichliche Schicksal ihrer Mutter, die von der Familie verstoßen wurde, nicht wiederholen. Während sie verzweifelt nach einer Lösung sucht, wird Amina mit ihrer eigenen traumatischen Geschichte konfrontiert.

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D 2021, Drehbuch & Regie: Ulrike Franke & Michael Loeken, FBW-Prädikat: bes. wertvoll, 120 Min.

ab Do. 12.5. / 20:00

Bochum und Detroit scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemein zu haben. Doch beide Städte und ihre Peripherie erlebten in den letzten Jahrzehnten radikale Veränderungen. Detroit in den 1950ern, in Bochum kam die Krise 2015 an. Die vormals großen Arbeitgeber der Autoindustrie stellten die Produktion ein. Es blieben schmerzhafte Lücken, zerstörte Existenzen ebenso wie Chancen, wenn auch nicht für alle Verlierer der Globalisierung. Grimme-Preisträger Ulrike Franke und Michael Loeken haben in Detroit und Bochum über mehrere Jahre die Folgen der Standortschließungen festgehalten. Da gibt es die junge Familie in Detroit, die sich weigert, ihr Haus in der fast leerstehenden Nachbarschaft aufzugeben. Sie kämpfen um ihr Viertel, betreiben auf den Brachen Urban Gardening, verkaufen ihre Produkte auf Wochenmärkten und bauen sich eine neue Existenz auf. Da ist das ältere Ehepaar in Bochum, das mit Sorge auf den Bau eines Paketzentrums auf dem alten Opel-Gelände blickt – denn dafür sollen Akazienbäume weichen, die schon ewig dort stehen. Und sie gründen eine Bürgerbewegung, um für ihren Erhalt zu kämpfen.
„Mit Empathie und dem genauen Blick fürs Wesentliche gelingt Ulrike Franke und Michael Loeken ein vielschichtiges Porträt von Menschen, die hier ihr Zuhause haben und den wirtschaftlichen und strukturellen Wandel miterleben und mitgestalten.“ (Filmbewertung Wiebaden, Prädikat: besonders wertvoll)

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CH/D 2021, Regie: Maurizius Staerkle Drux, 82 Min., frz. OmU

ab Do. 12.5. / 20:30

Er ist eine Ikone in der internationalen Performance-Kunst: Als tragikomischer Clown Bip, mit schwarzweißem Ringelhemd, bleich geschminkten Gesicht und roter Blume, schrieb Marcel Marceau Geschichte. Die Figur, die ihn weltberühmt machen sollte, führte Marcel Marceau erstmals 1947 in Paris auf, im Alter von 24 Jahren. Doch er war viel mehr als nur ein Clown: 1923 als Sohn einer jüdischen Familie geboren, wuchs er in Straßbourg auf und war schon früh fasziniert von den Größen des Stummfilms wie Charlie Chaplin und Buster Keaton – nicht zuletzt, weil er selbst Mimik und Gestik als Kommunikationsmittel bevorzugte. Während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten musste Marceaus Familie fliehen. Als sein Vater nach Ausschwitz deportiert wurde, schloss Marceau sich 1942 dem Widerstand an und half unter anderem, jüdische Kinder in die Schweiz zu schmuggeln. In seinem Porträt des berühmten Pantomime-Künstlers erzählt Regisseur Maurizius Staerkle Drux auch von seinem eigenen Leben als Sohn eines gehörlosen Vaters. Ausgezeichnet mit dem Max Ophüls Preis 2022.

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KinderKino

D/A 2022, Regie: Ali Samadi Ahadi, 85 Min., Animation, FBW-Prädikat: bes. wertvoll, ab 8 Jahren

Sa. 14.5. + So. 15.5. / 15:00 // So. 22.5. / 15:30

Die Geschwister Anna und Peter sind gerade erst neu in die Stadt gezogen und haben noch keine Freunde gefunden. Als Anna eines Abends dem sprechenden Maikäfer Sumsemann begegnet, ändert sich schlagartig alles für die beiden. Sumsemann hat sein sechstes Bein und sein Zuhause in einer Birke an den gemeinen Mondmann verloren. Und der hat beides auf den Mond verbannt. Nur zwei Kinder, die keinem Tier etwas Böses tun würden, können Sumsemann noch helfen. Peter und Anna überlegen nicht lange und wagen die atemberaubende Reise zum Mond. Zum Glück helfen den mutigen Kindern eigenwillige Naturgeister, den Mondmann mit seinem Plan, das Universum zu beherrschen, aufzuhalten. Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers von Gerdt von Bassewitz.

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B/NL/D 2021, Regie: Anouk Fortunier, mit Savannah Vandendriessche, FBW-Jugendjury: Daumen hoch, 83 Min., ab 10 Jahren

So. 22.5. / 15:00 // Sa. 28.5. + So. 29.5. / 15:30

Zoës Papa arbeitet seit vierzehn Jahren bei derselben Bank mit demselben Taschenrechner. Als er seiner Familie beim Abendessen verkündet, dass er von einem Tag auf den anderen gekündigt hat, sind alle fassungslos. Er will endlich seinen Traum verwirklichen und Schauspieler werden. Zoës Mutter und ihre Geschwister halten das für eine echte Schnapsidee! Nur die elfjährige Zoë glaubt an Papas Traum und beschließt ihn zu unterstützen. Als sie die Schule schwänzt, um bei einem Werbedreh zu helfen, bei dem Papa eine riesige Wurst spielt, geht der Ärger erst richtig los.

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