Victoria

B 2020, Regie: Sofie Benoot, Liesbeth De Ceulaer, Isabelle Tollenaere, 71 Min., engl. OmU
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In unmittelbarer Nähe zu Los Angeles erstreckt sich die Mojave-Wüste, ein unwirtlich erscheinender Landstrich. Und dennoch war dies in den 1950er Jahren ein Ort der Hoffnung und des Neuanfangs. California City sollte hier errichtet werden. Heute steht nur noch das geisterhafte Zentrum der Stadt, der Rest wird fortwährend vom Wüstensand verschluckt. Der junge Familienvater Lashay Warren verdient seinen Lebensunterhalt damit, die Überreste der vielen, nie vollendeten Straßen in Stand zu halten. Es ist ein beständiger Kampf gegen die Übermacht der Wüste. In einer Melange aus Lashays persönlichen Videoaufnahmen und Tagebucheinträgen entsteht ein dokumentarisches Porträt der Pionierfamilien in diesem modernen Wilden Westen, die unermüdlich ihren Traum vom Neuanfang weiterverfolgen.

Klug erzählter Dokumentarfilm, der Erkundungen in einer gespensterhaften Stadt in der kalifornischen Wüste mit den Erlebnissen eines ihrer Bewohner zu einem Sinnbild der USA verdichtet. (Thomas Klein, Filmdienst)

Lashay T. Warren setzt nicht nur sein Smartphone kreativ zur Neuverortung ein, sondern tritt sprachlich in einen überraschenden Dialog mit dem absurden Ort in der Wüste. Im Beharren auf und Kommunizieren einer subjektiven Perspektive stellt VICTORIA existentielle Fragen zu Urbanität und prekären Lebensbedingungen und schöpft aus dem Nichts gegen alle Erwartungen neue Hoffnung. (Jurybegründung Caligari-Preis, Berlinale 2020)

Gleich drei Regisseurinnen waren gleichberechtigt am Drehen der Dokumentation beteiligt. Eine von ihnen, Liesbeth de Ceulaer, betont […] dass es den drei Filmmacherinnen wichtig sei, neue Wege des Regieführens zu ergründen und mit bekannten Mustern zu brechen. Mit der besonderen Erzählstruktur und einer außergewöhnlichen Mischung aus Homevideos und Naturaufnahmen ist ihnen das bei der Dokumentation Victoria zweifellos gelungen. (Johannes Krehl, film-rezensionen.de)