Filme vom 4.8. bis 10.8.

D 2022, Regie: Lutz Pehnert, 107 Min.

ab Do. 4.8. / 17:30

Bettina Wegner, als Liedermacherin bekannt geworden mit „Sind so kleine Hände…“, blickt auf eine lange und bewegte Biographie zurück. Geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin ist sie bereits als Kind von Politik fasziniert. Im Teenageralter begann sie, ihre Träume, und Forderungen an die Gesellschaft in Liedtexte und Lyrik zu verpacken. Doch Wegners Meinungen und Kritiken stoßen in der DDR, immerhin die Wahlheimat der sozialistischen Eltern, auf Ablehnung seitens der staatlichen Organe. Dieser Konflikt mit der DDR verdichtet sich, als am 21. August 1968 sowjetische Panzer Prag überfallen. Bettina Wegner positioniert sich mit Flugblättern gegen die militärische Aggression, wird verhaftet, verurteilt und bekommt später, mit zunehmender Bekanntheit als Liedermacherin, auch ein Berufsverbot. Der Konflikt zwischen Staat und Sängerin endet 1983 mit ihrer Ausbürgerung aus der DDR. Trotz der schwierigen Entwurzelung und der weiterbestehenden tiefen Verbundenheit mit ihrer Heimat lässt sich die Liedermacherin nicht unterkriegen.

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A/F/B/TW 2021, Regie: C.B. Yi, mit Kai Ko, Chloe Maayan, 120 Min., OmU

ab Do. 4.8. / 18:00

Um seine Familie auf dem Land finanziell unterstützen zu können, verdingt sich der junge Fei in einer chinesischen Großstadt als Sexarbeiter. Er besucht Männer, schläft mit ihnen und verdient so sein weniges Geld. Während seine Familie Feis Geld gerne nimmt und sich von ihm aushalten lässt, lehnen sie seine Homosexualität vehement ab. Fei sehnt sich danach, sein Leben in vollen Zügen genießen und endlich zu seinem Geliebten Long stehen zu können. Doch seine Träume vom schwulen Liebesglück scheinen angesichts der konservativen chinesischen Gesellschaft unerreichbar. Und seine Arbeit als Moneyboy ist auch gefährlich.
In seinem Spielfilmdebüt erzählt C.B. Yi von der Verlorenheit eines jungen Mannes und einer ganzen Generation, die zwischen dem wirtschaftlichen und moralischen Druck der Gesellschaft in einer Sackgasse festzustecken scheint. „Moneyboys“ feierte seine Premiere in Cannes und wurde seitdem vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Max Ophüls Preis 2022 als Bester Spielfilm.

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B/LUX/F 2021, Regie: Joachim Lafosse, mit Leïla Bekhti, Damien Bonnard, Gabriel Merz Chammah, 118 Min., frz. OmU

Do. 4.8. / 20:00

Leïlas Leben und das ihrer kleinen Familie bewegt sich synchron mit der psychischen Krankheit ihres geliebten Mannes Damien. Der ist Maler und bipolar, die manischen Phasen kommen und gehen, mal ist es ein riesiges High, mal ein zerstörendes Tief. Beide Seiten der Krankheit sind schwer zu ertragen, wenn Damien Nächte hintereinander wach bleibt, jeglichen Bezug zur Realität verliert – oder wenn die Hochstimmung abflaut und einer drückenden Depression weicht. Leïla und ihr zehnjähriger Sohn Amine haben gelernt damit zu leben. Ihre Liebe für den Vater und Ehemann trägt sie durch die schweren Zeiten, auch wenn Damiens Episoden sie immer wieder in peinliche und zuweilen sogar gefährliche Situationen bringen. Doch als sich die nächste manische Phase bei Damien ankündigt, wird Leïlas alles zu viel. Mutter, Ehefrau, Krankenschwester... die Belastungen der letzten Jahre haben sich gehäuft und Leïlas Kraftreserven sind am Ende. Uraufgeführt wurde Die Ruhelosen im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes 2021.

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D 2021, Regie: Andreas Kleinert, mit Albrecht Schuch, Jella Haase, Emma Bading, 156 Min.

Do. 4.8. / 20:30

Thomas Brasch wurde 1945 als Sohn jüdischer Exilanten in England geboren. Zurück in Deutschland bzw. der DDR wurde Braschs Vater zu einem hohen SED-Kulturfunktionär und Weggefährten Erich Honeckers. Thomas, der älteste Sohn, will Schriftsteller werden, ist ein Träumer, ein Besessener und ein Rebell. Immer wieder eckt Brasch im System an, auch nach dem Umzug in den Westen. Dort wird der Dramatiker und Lyriker anfangs bejubelt, dreht mehrere Kinofilme, wird zweimal nach Cannes eingeladen. Doch Brasch lässt sich nicht vereinnahmen. Auch nach dem Mauerfall, zurück in Ost-Berlin, ist er weit davon entfernt, Ruhe zu geben. 2001 stirbt Thomas Brasch mit nur 56 Jahren. Das Leben von Thomas Brasch ist eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft. In der DDR konnte der Künstler nicht bleiben und im Westen wollte er nicht sein. Andreas Kleinerts Film war zwölf Mal für den Deutschen Filmpreis nominiert und hat neun Auszeichnungen erhalten, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm, bester Hauptdarsteller war Albrecht Schuch, der den Thomas spielt, sowie für Regie, Drehbuch und mehr (Goldene Lola)

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KinderKino

D 1999, Regie: Caroline Link, mit Elea Geissler, Max Felder, Juliane Köhler, 107 Min., ab 8 Jahren

Sa. 6.8. + So. 7.8. / 15:00 // Sa. 13.8. + So. 14.8. / 15:30

Luise, von allen nur Pünktchen genannt, führt ein Doppelleben: Sie lebt in einem riesigen Haus mit Pool, doch ihre Eltern sind viel unterwegs und haben wenig Zeit für ihre Tochter. Also verbringt Pünktchen die Abende mit ihrer französischen Babysitterin, die allerdings ganz andere Dinge im Kopf hat, als bei Hausaufgaben zu helfen und früh ins Bett zu gehen. Die hat nämlich wegen ihres Liebhabers ständig Geldsorgen und drängt Pünktchen dazu, mit ihr auf der Straße Betteln zu gehen. An einem dieser Abende trifft Pünktchen den gleichaltrigen Anton. Auch er ist unterwegs, um Geld zu sammeln. Seine Mutter ist krank und ihr Einkommen reicht kaum aus, um satt zu werden. Pünktchen und Anton werden schnell die besten Freunde und schmieden einen Plan, um Anton aus der Patsche zu helfen.

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NL/D 2019, Regie: Steven Wouterlood, mit Sonny van Utteren, 84 Min., ab 8 Jahren, FBW-Prädikat: bes. wertvoll

Sa. 13.8. + So. 14.8. / 15:00 // Sa. 20.8. + So. 21.8. / 15:30

Eigentlich hatte sich Sam für den Familienurlaub auf der niederländischen Insel Terschelling vorgenommen, das Alleinsein zu trainieren. Da er als Jüngster in der Familie wahrscheinlich alle anderen überleben wird, wäre der Zehnjährige ja irgendwann alleine auf der Welt. Doch als sich sein älterer Bruder ein Bein bricht und Sam dadurch die lebensfrohe Tess kennenlernt, verläuft der Sommer anders als geplant. Tess verfolgt die verrückte Idee, innerhalb nur einer Woche ihren Vater ausfindig zu machen, der noch nicht einmal weiß, dass er eine Tochter hat. Aber für ihre große Ferienmission braucht sie dringend Unterstützung. Als sie Sam um Hilfe bittet, muss er nicht lange überlegen, denn gemeinsam mit ihr machen die Tage am Meer doch viel mehr Spaß.

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