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22. Internationales Bremer Symposium zum Film

Film als Forschungsmethode

 

3. – 7. Mai 2017 

Universität Bremen, CITY 46

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Die Idee, den Film als Medium der Forschung zu nutzen, ist so alt wie der Film selbst. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Kinematograph der Brüder Lumière in Kliniken genutzt, um krankhafte Zustände von Patienten zu dokumentieren und eine Methode der Sichtbarmachung und Diagnose psychischer Krankheiten zu entwickeln. In den 1950er Jahren wurde dieser Ansatz aufgegriffen und erweitert. Ein Projekt des wissenschaftlichen Films machte es sich zur Aufgabe, eine Encyclopaedia Cinematografica zu erstellen, in der Dinge, Pflanzen, Tieren und Menschen beobachtet und per Film z. B. ihr Verhalten festgehalten wurde. Forscher*innen aus Naturwissenschaften, Psychologie und Ethnologie trieben das Vorhaben international voran. Auch hier war das Ziel, Bewegungsmuster sichtbar zu machen und zu klassifizieren, um Gesetzmäßigkeiten und Abweichungen zu erfassen und dadurch zu systematisieren. Ähnliche Verfahren der Visualisierung und Aufzeichnung sind bis heute Bestandteil zahlreicher Forschungsdesigns der Natur- und Humanwissenschaften und bringen hierbei eigene Formen der Ästhetik hervor. Nicht nur in den Naturwissenschaften wird mit Film geforscht: Als Filmessay kann Film analog zum philosophischen Essay als Methode des Denkens und Schreibens eingesetzt werden. Historiker*innen verwenden Film als Quelle, und in seiner audiovisuellen Form kann das Medium eine Geschichte der Vorstellungen und Wünsche der Menschen abbilden.

Los Angeles Plays Itself (USA 2003, R: Thom Andersen)

Das 22. Internationale Bremer Symposium zum Film lädt zum interdisziplinären Austausch über historische und zeitgenössische Ansätze von Film als Forschungsmethode ein und gemeinsam auszuloten, wie mit Film forschend gearbeitet werden kann. Die Konferenz setzt sich aus Vorträgen, Diskussionen, Filmvorführungen und Gesprächen zusammen und wird vom 3. – 7. Mai 2017 im CITY 46 / Kommunalkino Bremen stattfinden.

Flankiert werden die Vorträge, Gespräche und Diskussionen durch ein umfangreiches Filmprogramm, das ein Kaleidoskop an filmischen Forschungsansätzen aus aller Welt zeigt – vom Beginn der Filmgeschichte bis in die Gegenwart, in verschiedenen Formen, experimentell, dokumentarisch und fiktional. Mit dieser Mischung aus Forschung und Filmkultur wendet sich die Konferenz sowohl an Fachbesucher*innen als auch an das Kinopublikum.

Cinema Futures (A 2016, R: Michael Palm)

Zu den Referenten zählen die Historikerin Sylvie Lindeperg (Paris), die die Verbindung zwischen Kino, Erinnerung und Geschichte anhand von Memories of the Eichmann Trial (David Perlov, ISR 1979) erforscht; der visuelle Anthropologe Paolo Favero (Antwerpen), der zeitgenössische Entstehungsprozesse von Bildern in Indien erforscht, die einen Gegenentwurf zum Ansatz von Robert Gardners Film Forest of Bliss (USA 1986) bilden; und die Filmwissenschaftlerin Catherine Russell (Montreal), die sich am Beispiel von Los Angeles Plays Itself (Thom Andersen, USA 2003) mit Fragen vom Film als Archiv auseinandersetzen wird.

Des Weiteren diskutieren Wissenschaftler*innen in vier Foren, welche Methoden zur Erforschung von Produktion, Geschichte, Orten und Naturwissenschaften Filme entwickeln können. Drei Wissenschaftler*innen stellen die im Kontext ihrer Forschung entstandenen Filme zur Diskussion. Der österreichische Filmemacher Michael Palm präsentiert seinen neuen Film Cinema Futures (A 2016), der die Zukunft von Film und Kino im Zeitalter digitaler Techniken erkundet.

Das Symposium ist eine jährliche Kooperationsveranstaltung der Universität Bremen | Fachbereich 9 und dem Kommunalkino Bremen e.V.CITY 46 in Verbindung mit weiteren Kooperationspartnern.

Kontakt:
Rasmus Greiner
Universität Bremen 
rgreiner(at)uni-bremen(dot)de

Louisa Manz
CITY 46 | Kommunalkino Bremen e.V.
manz(at)city46(dot)de

 

 

 


Gefördert von

Gefördert mit Mitteln der nordmedia
– Film- und Mediengesellschaft
Niedersachsen/Bremen mbH

 

Mit freundlicher Unterstützung von

 

 

In Kooperation mit

 

 


Veranstalter

CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V.

Institut für Kunstwissenschaft – Filmwissenschaft – Kunstpädagogik // Universität Bremen

AG Geschichte Lateinamerikas / Institut für Geschichtswissenschaft // Universität Bremen

 

Kontakt und weitere Informationen

CITY 46

Louisa Manz: manz(at)city46(dot)de
Tel.: +49 (0)421 449 635 85

Universität Bremen

Rasmus Greiner: rgreiner(at)uni-bremen(dot)de

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