Mo. 5.11. bis Mi. 7.11. / 20:00

Do. 8.11., Sa. 10.11. + So. 11.11. / 17:45

Waldheims Walzer / NEU IN BREMEN

1986 bewarb sich Kurt Waldheim, ehemaliger österreichischer Außenminister und langjähriger Generalsekretär der Vereinten Nationen, um das Amt des Bundespräsidenten seines Landes. Ruth Beckermann gehörte damals zu jenen, die öffentlich gegen diese Kandidatur protestierten, und sie filmte den Protest. Aus diesen Aufnahmen und einer Fülle zeitgenössischen Bildmaterials hat sie ihre Dokumentation zusammengestellt. Der Jüdische Weltkongress hatte zuvor etliche Lügen Waldheims über seine Zeit als Offizier der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg und seine Verstrickungen in Kriegsverbrechen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs aufgedeckt. Doch statt einer Auseinandersetzung mit der großen österreichischen Lebenslüge, die Österreicher seien die ersten Opfer des Expansionsstrebens der Nationalsozialisten gewesen, führen diese Enthüllungen zu einem nationalen Schulterschluss und zu einer Woge des Antisemitismus im Lande. "Waldheim war kein Nazi", sagt Beckermann und es sei ein Fehler gewesen, dass der Jüdische Weltkongress ihn so genannt habe. Was war er dann? Er war ein Opportunist.
Beckermanns Film ist ein Lehrstück in Sachen „fake news“ und „alternative Fakten“. Sie zeichnet  einen gesellschaftlichen Rechtsruck nach, der die weltweiten Entwicklungen unserer Zeit n gewsisser Weise ankündigt. Thomas Assheuer auf „zeit.de“: „Es gibt Dokumentarfilme, die widmen sich allein der Vergangenheit und handeln doch von der Gegenwart. Waldheims Walzer ist so ein Film.“ Bei der Berlinale 2018 mit dem Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet.

AT 2018, Regie: Ruth Beckermann, 93 Min., dt. engl. franz. OF, teilweise mit dt. UT

Fr. 9.11., Sa. 10.11. + Mo. 12.11. / 18:00

So. 11.11. / 20:30

So 18.11. bis Mi. 21.11. / 17:45

Zama / NEU IN BREMEN

Ende des 18. Jahrhunderts: Der Kolonialbeamte Don Diego de Zama langweilt sich in einem gottverlassenen Provinznest an der Küste Argentiniens. Er wartet sehnsüchtig auf ein Schreiben des spanischen Königs mit der Nachricht von seiner Versetzung nach Buenos Aires. Aber obwohl Zama allen Anordnungen untertänig Folge leistet, bleibt das königliche Schreiben aus. Nach Jahren vergeblichen Wartens entschließt sich Zama, auf die Jagd nach einem gefährlichen Banditen zu gehen.

Nach langer Pause meldet sich Regisseurin Lucrecia Martel (»Die Frau ohne Kopf«) mit einem so eigenwilligen wie faszinierenden Werk zurück. In dem Kostümfilm nach einem Roman von Antonio di Benedetto (1956) gibt es wenig zusammenhängende Handlung. Die Absurdität der kolonialen Ordnung, die Zama vertritt, und die Tristesse der Szenerie fängt der Film in meist statischen, wunderbar komponierten Einstellungen ein. Martel erzählt von Zuständen, die sie vor allem mit einem ausgefeilten Sounddesign evoziert. Geräusche von Tieren oder dem Wind vermischen sich zunehmend mit einem ominösen Brummen und Rauschen, Dialogfetzen wiederholen sich, so als würde Zama beginnen zu halluzinieren. Und ganz langsam kommt Bewegung in den Film, als Zama bei der Banditensuche mit der Natur und den Ureinwohnern konfrontiert wird.

ARG/BRA/E/F/NL/MEX/P/USA 2017, Regie: Lucrecia Martel, mit Daniel Giménez Cacho, Lola Duenas, 115 Min., span. OmU

FESTIVALS:
74. Internationale Filmfestspiele Venedig 2017

Toronto International Film Festival 2017
55. New York Film Fest 2017

 

PRESSESTIMMEN:
"Ein Meisterwerk." The Guardian
"So eigenwillig wie faszinierend". epd Film

"Ein meisterhaft erzähltes Drama." Filmdienst

 

Trailer (OMdtU) auf
http://grandfilm.de/zama/

 

Kritik von Patrick Seyboth auf
https://www.epdfilm.de/filmkritiken/zama

 

Kritik von Michael Meyns auf
https://www.programmkino.de/content/Filmkritiken/zama/

Sa. 17.11. bis Mo. 19.11., Mi. 21.11. + Do. 22.11. / 20:00

Mo. 26.11. bis Do. 29.11. / 17:45

Becks / NEU IN BREMEN

Nach der dramatischen Trennung von ihrer Freundin verlässt die Musikerin Becks die hektische Künstler*innen-Szene von Brooklyn und zieht nach St. Louis zu ihrer Mutter. Dort bezieht sie ihr unverändert gebliebenes Jugendzimmer und versucht, sich neu zu orientieren. Dass es der erzkatholischen Mutter nicht gelingt, die Neigung ihrer Tochter zu Frauen zu akzeptieren, macht das Zusammenleben nicht einfach. Um Geld zu verdienen, tritt die Becks in Bars und Kneipen auf und gibt Gitarrenunterricht. Ihre erste Schülerin ist die schüchterne Elyse. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine intensive Beziehung, die Elyses bisheriges Leben komplett in Frage stellt. Inspiriert durch das Leben und die Musik von Alyssa Robbins, schwelgt der Film in deren bittersüßen Liebesliedern.

USA 2017, Regie: Daniel Powell & Elizabeth Rohrbaugh, mit Lena Hall, Mena Suvari, Christine Lahti, 90 Min., OmU

Sa. 24.11. bis Do. 29.11. / 20:00

Sa. 1.12. bis Mi. 5.12. / 17:45

Pink Elephants / NEU IN BREMEN

Bernard Hiller ist ein prominenter amerikanischer Coach für Schauspieler, Manager und andere Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen. Die Methoden, mit denen er bei den Teilnehmern seiner Workshops bisher ungekannte Gefühle auslöst, sind ungewöhnlich und für manchen wohl auch frag-würdig. Auf der Grundlage des von Lee Strasberg entwickelten, legendären „Method Acting“ führt Hiller seine Schüler immer wieder an ihre Grenzen. »Your brain is a piece of shit!« Die Aussagen, mit denen Hiller seine Teilnehmer konfrontiert, treffen sie mit voller Wucht und haben doch ein klares Ziel: Selbstliebe im Angesicht der ungeschminkten Wahrheit. Kritik an sich selbst oder gar am Coach ist unerwünscht!

Das Gefühl vollkommener Freiheit wird ebenso intensiv erfahren wie das der totalen Abhängigkeit, das der Angst ebenso wie das eines unbedingten Vertrauens. Was tut man/frau z.b. für den Traumberuf Schaupieler*in? Susanne Bohlmann dokumentiert Hillers Methode so, dass die Zuschauer sich selbst die Frage stellen können, ob es hier um positive Persönlichkeitsentwicklung geht oder schlicht um Manipulation.

D 2017, Regie: Susanne Bohlmann, mit Bernard Hiller, 92 Min., OmU

Hintergrundinfos der Regisseurin:
»Als ich vor einigen Jahren die erste Aufnahme für „Pink Elephants“ gedreht habe, war mir nicht bewusst, wie viel Energie, Zerrissenheit und Konflikt mich dieser Film kosten wird. Natürlich war das Thema ganz meine Welt, denn auch ich war Schauspielerin und hatte den gleichen Traum wie viele der Protagonisten. Die Arbeit an diesem Film hat mich verändert. Ich entdeckte meine Liebe zum Dokumentarfilm und verlor meinen Wunsch Schauspielerin zu sein…»

http://www.wfilm.de/pink-elephants/regiekommentar_484

 

Homepage von Bernard Hiller:
http://www.bernardhiller.com/

 

Trailer auf:
http://www.wfilm.de/pink-elephants/pressestimmen/

 

Testimonials zum Film auf:
https://www.pinkelephantsmovie.com/presse-testimonials/

 

Erklärung des Filmtitels auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Elefant