FILM DES MONATS

Es gibt sie, diese Momente, in denen das Licht im Kinosaal langsam wieder angeht und wir noch lange sitzen bleiben, weil wir wissen, dass wir gerade etwas wirklich Außergewöhnliches gesehen haben. Manche Filme wirken in uns nach – auch noch lange nach dem Kinobesuch. Unser Film des Monats ist die monatliche Empfehlung unserer Programmmacher*innen: Individuell ausgewählte Filme, die uns besonders beeindruckt haben. Einige, weil sie auf bemerkenswerte Weise aktuell relevante Themen verhandeln und unsere Sicht verändern, andere, weil sie sich durch eine außergewöhnliche Ästhetik auszeichnen, emotional berühren oder neugierig auf das Werk aufstrebender Filmschaffender machen. Der Film des Monats ist häufig aktuell, muss es aber nicht sein – auch Klassiker und neu entdeckte Filmschätze vergangener Jahre und Jahrzehnte finden ihren Platz.

Sa. 2.3., Mo. 18.3., Mo. 25.3. + Fr. 29.3. / 20:30

Mo. 4.3. Fr. 8.3., Mo. 11.3., Mi. 20.3., Fr. 22.3. + So. 24.3. / 18:00

Asche ist reines Weiß / FILM DES MONATS März

Qiao kommt aus einfachen Verhältnissen, doch sie liebt Bin, einen einflussreichen Gangster in der Provinz Shanxi. Sie genießt den Respekt und die Vorteile, die der Frau eines Bandenführers zuteil werden, und ihre Liebe zu ihm ist bedingungslos. Als sie von einer rivalisierenden Bande angegriffen werden, greift Qiao zur Waffe und rettet Bin das Leben. Dafür wird sie zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, die sie absitzt, ohne Bin der Polizei zu verraten

Als sie 2006 entlassen wird, hat sich China radikal verändert, der Übergang zum Kapitalismus verändert alle Aspekte des Landes, nur Qiaos Liebe zu Bin ist die gleiche. Doch Bin bleibt verschwunden und das Land, das Qiao auf der Suche nach ihm durchquert, ist kaum wiederzuerkennen.

Von 2001 bis zum Neujahrstag 2018 spielt die Geschichte von „Asche ist reines Weiß“, eine Ära, in der China einen enormen Wandel durchlief. Dieser ist nicht nur in der radikalen Umwälzung der Natur, der Städte und des Wirtschaftssystems zu spüren, sondern auch in der Ideologie

Jia verwendet zum Teil auch dokumentarisches Material, das er um 2000 bei Recherchereisen gedreht hatte. Diese Aufnahmen kontrastieren nun besonders die vom französischen Kameramann Eric Gautier gedrehten Bilder der Gegenwart.

Jiang hu er nu - China 2018, Regie & Buch: Jia Zhang-Ke, mit Zhao Tao, Liao Fan, 136 Min., OmU

Zum Weiterlesen

 

„Einen der besten und wichtigsten Filmemacher der Welt hat das Magazin New Yorker Jia Zhang-Ke genannt. Mit seinen Filmen hat er bereits fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Mit ASCHE IST REINES WEISS, der im Wettbewerb von Cannes seine Weltpremiere feierte, gelingt ihm ein schillerndes und kraftvolles Meisterwerk, das von der Liebe in Zeiten tiefer Umbrüche erzählt.“
https://www.programmkino.de/content/Filmkritiken/asche-ist-reines-weiss/

Verleih: www.neuevisionen.de