Mo. 1.7. + Mi. 3.7. / 20:30

Das melancholische Mädchen / NEU IN BREMEN

In 14 Episoden wird erzählt, wie die Protagonistin auf der Suche nach einem Schlafplatz mit verschiedenen Menschen in Kontakt kommt. Sie spricht mit jungen Müttern, Großstadtneurotikern und Dragqueens über Depression, Zynismus, den allgegenwärtigen Selbstoptimierungswahn und andere Auswüchse unserer neoliberalen Warenwunderwelt.

Regisseurin Susanne Heinrich verzichtet in ihrem Spielfilmdebüt auf jegliche gängige Handlungsmuster. Die unterschiedlichen Begegnungen der meist ohne jegliche Emotion plaudernden Protagonistin werden größtenteils in Frontalaufnahmen aufgenommen und wirken stets so, als spräche sie halb zu sich selbst, halb zum Publikum. Auf ihrer Suche wandert sie durch Yoga Studios, Kunstausstellungen und Betten fremder Männer. Die extrem stilisierten Settings und Szenenbildersehen wirken dabei wie Kulissen verschiedener Werbespots.

„Das melancholische Mädchen“ ist eine gewitzte, experimentelle Komödie, die munter zwischen den Kategorien hin und her springt, die mal Popsong oder Gedicht ist, dann wieder Satire oder philosophischer Exkurs.

D 2019, Regie Susanne Heinrich, mit Marie Rathscheck, 80 Min.

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Mit haarscharf und extrem knapp kalkuliertem Budget (25.000 Euro), unter falscher Flagge (gegenüber der Hochschule war der Film als 30-Minüter ausgegeben worden, weil Heinrich bislang nur einige Übungen absolviert hatte) sowie mit unbekannten Darsteller*innen und ausgetüftelten Sets von extremer Sparsamkeit und Künstlichkeit zwischen Bumsbar, Bett und Hochkulturtempel gelingt es Susanne Heinrich, all das einzulösen, was dem deutschen Gegenwartskino sonst eher fehlt: Das melancholische Mädchen ist extrem smart und auf der Höhe der Zeit, er ist poppig und philosophisch, frisch und ganz und gar gegenwärtig, streng in der Form und zugleich unglaublich verspielt, diskursiv beschlagen und lustig zugleich. … Ein Betriebsunfall gewissermaßen - aber was für einer. Vollständige Kritik von Joachim Kurz/ kino-zeit.de

Do. 11.7. / 20:00 * nordmedia-Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Ziska Riemann und weiteren Mitgliedern des Teams

Di. 16.7. + Mi. 17.7. / 20:00

Electric Girl / PREMIERE & NEU

Poetry Slammerin Mia soll als Synchronsprecherin die Anime-Superheldin Kimiko verkörpern. Dabei entdeckt sie immer mehr Parallelen zwischen sich und dieser mutigen jungen Frau. Auch Mia hat auf einmal außergewöhnliche Kräfte und kann übermenschliche Taten vollbringen. So wie Kimiko sieht sie Elektrizität, kann von Dächern springen und Menschenleben retten. Mia beschließt, diese Kräfte zu nutzen und auch im echten Leben gegen das Böse zu kämpfen. Denn, wie im Anime, planen feindliche Mächte die Menschheit zu vernichten. In ihrem melancholischen Nachbarn Kristof findet Mia einen Seelenverwandten und Co-Helden.

Für ihre neue Regiearbeit vermischt Multitalent Ziska Riemann (Regisseurin, Musikerin, Comiczeichnerin) Elemente des Zeichentricks mit der Realität, wodurch die Geschichte eine außergewöhnliche visuelle Ebene erhält.

D/B 2018, Regie: Ziska Riemann, mit Victoria Schulz, Hans-Jochen Wagner, Svenja Jung, 90 Min.

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"Eine geniale Mischung aus Spiel- und Zeichentrickfilm" Vollständiger Artikel / Deutschlandfunk Kultur

"Eindrucksvolle Bilder und überzeugende Schauspieler bringen den Zuschauer direkt in eine Welt, in der die Grenze zwischen Wahn und Realität immer mehr verschwimmt." Vollständige Kritik von Leonie Rottmann / sr.de

Do. 18.7. bis Mi. 24.7. / 20:30

Liebesfilm / NEU IN BREMEN

Der dreißigjährige Berliner Lenz ist ein Tagträumer und weiß immer noch nicht so genau, was er mit seinem Leben anfangen soll. Seinem Vater macht er regelmäßig glaubhaft vor, einen festen Job zu haben, aber eigentlich streift er nur ziellos durch die Großstadt. Auf einer Party lernt Lenz Ira kennen. Beide sind Hals über Kopf ineinander verliebt und ein turbulenter Sommer der großen Gefühle beginnt. Sie albern herum, verbringen durchzechte Nächte miteinander und sprechen über ihre Kindheit und Sex. Alles verläuft wunderbar, bis Ira auf Lenz erstes „Ich liebe dich“, mit der Frage „Willst du Kinder?“ antwortet. Und dann tut Lenz das, was er am besten kann, wenn es kompliziert wird. Er macht sich aus dem Staub. Haltlos stolpert er durch den Sommer und begegnet dabei den Helden seiner Tagträume, die ihn ständig ins Kreuzverhör über seine Gefühle nehmen.

D 2018, Buch & Regie: Emma Rosa Simon & Robert Bohrer, mit Eric Klotzsch und Lana Cooper, 82 Min.

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Webseite: www.liebesfilm-derfilm.de

„Liebesfilm“, ein Titel, der Programm ist, ein Film, der hält was er verspricht. Doch Robert Bohrers und Emma Rosa Simons erster Spielfilm ist keineswegs ein spröder Film über zwei Menschen in Berlin, die sich verlieben, sondern eine verspielte Melange aus atmosphärischen, surrealen Momenten, der es auf ganz eigene Weise gelingt, den Zeitgeist einzufangen.

Michael Meyns auf https://www.programmkino.de

Die Liebesgeschichte, die Emma Rosa Simon und Robert Bohrer erzählen, ist – einfach! – eine Liebesgeschichte. Das ist das Großartige an Liebesfilm. Denn er erzählt sie so, wie sie passiert – ganz einfach. Die Handlung dieser Liebesgeschichte folgt keiner festgelegten Dramaturgie und hat keinen konventionellen Spannungsbogen, kein Ziel und keine Aufgabe. Deshalb wirkt der Film so authentisch, wie aus dem Leben geschrieben. Vollständige Kritik von Verena Schmöller / kino-zeit.de