Di. 2.7. / 20:30

Mi. 3.7. / 18:00

Down by Law / MEISTERWERKE

Drei Männer landen - unabhängig voneinander - in einer Gefängniszelle in New Orleans: Zack, ein arbeitsloser DJ, sitzt unschuldig wegen Mordes. Zuhälter Jack wurde von einem seiner Kumpels hereingelegt. Und Roberto, der italienische Immigrant, hat beim Billardspielen versehentlich jemanden mit einer Kugel umgebracht. Zack und Jack hassen sich auf Anhieb. Nur in einem sind sie sich einig: Sie können Roberto nicht ausstehen. Dessen naiver Optimismus und sein unterunterbrochenes Gerede in furchtbarem Englisch bringen sie aus der Ruhe. Doch gerade Roberto ist es, der per Zufall eine Fluchtmöglichkeit entdeckt. Da zögern Jack und Zack keine Sekunde und brechen zusammen mit ihm aus. Das Trio flieht in die Sümpfe von Louisiana, dicht gefolgt vom Sheriff mit seinem Suchtrupp.

Der hochgelobte internationale Durchbruch von Jim Jarmusch mit Tom Waits und Roberto Benigni fasziniert durch seine Charaktere: skurril und zugleich normal, gefangen in einer desolaten Umwelt. Die rauen körnigen Schwarzweiß-Bilder von Kameramann von Robby Müller zusammen mit der Musik John Luries und Tom Waits' ergeben eine lakonische Mischung, die insbesondere in Europa zahlreiche Kritiker begeistert hat.

USA 1986, Regie: Jim Jarmusch, mit John Lurie, Tom Waits, Roberto Benigni, Ellen Barkin, Nicoletta Braschi, 107 Min., OmU

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„Unter jenen Filmen, die über ihre Geschichte hinaus von einer ureigenen, prägnanten und bestenfalls auch noch komischen Stimmung leben, stellt "Down by Law" von Jim Jarmusch ein wohl einzigartiges Kleinod [...] www.kino-zeit.de

IM RAHMEN DER FILMREIHE WURDEN IN DEN VERGANGENEN MONATEN BEREITS GEZEIGT:

Sa. 25.5. / 20:30 * mit Einführung von Karl-Heinz Schmid

So. 26.5. / 11:00

So. 26.5. / 20:30

Mo. 27.5 + Fr. 31.5. / 18:00

Die bleierne Zeit / MEISTERWERKE

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg: Die Schwestern Juliane und Marianne wachsen in einem Pfarrhaushalt auf. Beide Frauen engagieren sich auf sehr unterschiedliche Weise innerhalb der politischen Linken. Juliane agiert eher im Hintergrund und arbeitet als Redakteurin für eine feministische Zeitschrift, während sich Marianne dem bewaffneten politischen Protest in der RAF anschließt. Das Verhältnis der beiden ist eher kühl und distanziert.

Als aber Marianne von der Polizei gefasst wird und in Isolationshaft kommt, ist Juliane die einzige, die sie im Gefängnis besucht. Langsam nähern sich die beiden wieder an. Sie entdecken Gemeinsamkeiten, diskutieren Unterschiede und lassen ihre Kindheit Revue passieren.

Angelehnt an die Biografie von Gudrun Ensslin und ihrer Schwester erzählt Regisseurin Margarethe von Trotta die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Frauen. Von Trotta erhielt dafür als erste Filmemacherin den Goldenen Löwen, den Hauptpreis der Filmfestspiele von Venedig, und erlangte internationale Bekanntheit.

D 1981, Regie: Margarethe von Trotta, mit Jutta Lampe, Barbara Sukowa, 107 Min.

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„Die bleierne Zeit stellt gleichzeitig mehrere Aspekte ihrer Titel gebenden Schwere dar, und darin liegt die komplexe Brillanz dieses Films mit einem vagen und doch absolut heftigen Ende, der eine Position bezieht, die sich jenseits des Politischen bewegt, ohne dieses auszublenden, und die dem Film als Widmung vorangeschickt wird: Für Christiane.“ Marie Anderson (Vollständige Kritik kino-zeit.de)

 

Margarethe von Trotta über „Die bleierne Zeit“: „Der Film beschreibt ja den Werdegang der Schwestern, ihre Kindheit und Jugend in der Nachkriegszeit, das ist meine Generation. Ich habe mich da auch selbst beschrieben, meine Empfindung, in den Fünfzigern wie unter einem bleiernen Himmel gelebt zu haben, unter einer Bleikappe des Schweigens. Man spürte, da war etwas in der Vergangenheit, im Krieg, aber wir wurden darüber nicht aufgeklärt. Aus diesem Unwissen wollten wir ausbrechen. Das war ja auch ein Auslöser für die erste RAF-Generation, zu den Mitteln der Gewalt zu greifen.“ Tagesspiegel Interview 28.4.2007 https://www.tagesspiegel.de/kultur/die-bleikappe-des-schweigens/840180.html

Do. 18.4. / 18:00 * mit Einführung von Christine Rüffert (Überlänge: 261 Min., mit Pause)

Narziss und Psyche / MEISTERWERKE

Der Titel verweist auf die antike Mythenwelt auf, doch die ersten Szenen des Films spielen im östlichen Ungarn am Ende des 18. Jahrhunderts. Hier beginnt die Liebes- und Lebensgeschichte von Erzsébet, genannt Psyche, Tochter eines Barons und einer Zigeunerin. Eines Tages trifft sie auf den etwas älteren László Tóth, der ihr Lesen und Schreiben beibringt – und in ihr die Dichterin weckt. Doch sie werden getrennt. Die beiden Protagonisten kommen nicht zueinander, obwohl sich ihre Lebenswege immer wieder überschneiden. Erzsébet heiratet schließlich den Freiherr von Zedlitz und ökonomisiert ihre Beziehung zu dem darbenden Dichter, der an seinem Werk „Narziss“ sitzt.

Der ungarische Regisseur Gábor Bódy drehte die tragische Liebesgeschichte zwischen Erzsébet und László nach der Gedichtanthologie „Psyché“ seines Landsmanns Sándor Weöres im Jahr 1980. „Narziss und Psyche“ ist zugleich eine Abhandlung sowohl über die Philosophie als auch über die Medizin und die Geschichte Europas. In Weöres Vision umfasst die Liebesgeschichte das übermenschliche Zeitmaß von nahezu 150 Jahren, Erzsébet wird 1795 geboren und stirbt am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Sie durchläuft verschiedene Orte und Zeiten wird auch in unterschiedliche Frauenrollen gepresst. Von einer Zigeunertochter wird sie zu einer Adeligen, sie muss Wien verlassen, schleust sich als Mann verkleidet in den ungarischen Ständetag, verliert ihr Neugeborenes, lebt als arme Schneiderin in Kaschau und heiratet schließlich den Freiherrn von Zedlitz.

„Es ist fast unmöglich, dieses überbordende Werk in Worte zu fassen, diese bildliche Verspieltheit zwischen Videokunst, Experimentalfilm, frühem Kino und prallem Opus. Umso schöner und erfüllender, dass NARZISS UND PSYCHE nun endlich in seiner in Deutschland quasi unbekannten dreiteiligen 261 Minuten langen Fassung vorliegt.” EPD Film

Ungarn 1980, Regie: Gábor Bódy, mit Patricia Adriani, Udo Kier, György Cserhalmi, Überlänge: 261 Min., OmU

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Zwischen Seins-Fiktion und postmodernen Paradigmen
Gábor Bódy ist heute im Rahmen des internationalen Filmkanons nur noch ein Name für echte Spezialisten. Dabei hatte der 1946 geborene Ungar, der 1985 unter mysteriösen Umständen in West-Berlin ums Leben gekommen ist, zeitweise sogar an der Deutschen Film- und Fernseh-Akademie (dffb) gelehrt.
https://www.kino-zeit.de/film-kritiken

 

Filmklassiker: Narziss und Psyche
Liebesgeschichte & vielschichtiges Zeitbild europäischer Geschichte seit der Aufklärung

https://www.filmdienst.de/artikel/14402/narziss-und-psyche

 

Mi. 20.3. / 20:30

Der wilde Planet / MEISTERWERKE

Auf einem Planeten namens Ygam haben die humanoiden blauen Draags eine hochentwickelte Zivilisation aufgebaut, die auf dem Prinzip der Ausbeutung beruht. Von der Erde haben sie Oms (ein Anklang an „homme“) importiert, die sie wie Haustiere in Knechtschaft halten. Doch gibt es neben diesen auch noch wild lebende Oms, die von den Draags gejagt werden. Das System gerät in Gefahr, als ein Om mit dem Wissen der Draags zu seinen wilden Verwandten flieht.

„Der wilde Planet“ (im Original „La Planète sauvage“) von René Laloux aus dem Jahr 1973 ist ein Meilenstein des Zeichentrickfilms. Der auf den Comics „Oms en Série“ von Pierre Pairault fußende Animationsfilm … erinnert mit seinem surrealistischen Formenreichtum an die Fabelwelt von Hieronymus Bosch. Der Film ist jetzt in einer farbkorrigierten Ausgabe wieder erhältlich.“ (Filmdienst 1978).

Der Stil des Films ist auch ein Kind seiner Zeit mit zahlreichen Anklängen an Popkultur und New Age-Philosophie wie auch ein Head-Movie mit einen zum damaligen Zeitpunkt gewissen Ruf in Kifferkreisen.

La planète sauvage - F/CSSR 1973, Regie: René Laloux, 72 Min., Animation, OmU

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Anti-Psychiatrie trifft Science-Fiction
Der wilde Planet“ auf BluRay

https://www.tagesspiegel.de/kultur/der-wilde-planet-auf-bluray-anti-psychiatrie-trifft-science-fiction/23117828.html

Sa. 16.2. / 20:30

Mi. 20.2. / 18:00

A Streetcar Named Desire / MEISTERWERKE

Die Lehrerin Blanche sucht Zuflucht bei ihrer Schwester Stella und deren Mann Stanley im schwülen New Orleans, nachdem sich ihr Mann umgebracht hat. Dem ungehobelten Stanley ist Blanche auf Anhieb ein Dorn im Auge - auch weil Blanche in einer Art Traumwelt lebt. Es kommt zu gefährlichen Spannungen, die in eine Katastrophe münden.

1947 hatte Regisseur Elia Kazan das Stück nach dem Roman von Tennessee Williams am Broadway in New York aufgeführt. Stanley Kowalski ließ er durch den noch völlig unbekannten Marlon Brando spielen. Brandos Spiel machte das schwer verdauliche Stück zu einem sensationellen Publikumserfolg. Dennoch dauerte es mehrere Jahre, bis sich Hollywood an eine Verfilmung traute. Bevor Kazans Film in die Kinos kam, wurde zudem mehrfach zensiert.

Am 19. September 1951 startete der Film in den New Yorker Kinos. Er wurde ein Kassenerfolg und mit vier Oscars und weitere Auszeichnungen überhäuft. Das Zusammenspiel von Leigh und Brando gibt dem Film eine fesselnde Intensität. Hinzu kommen eine Kameraführung nah an den Figuren, ein aufreizender Jazz-Soundtrack und die engen Unterhemden von Marlon Brando. Die bis dahin unbekannten Hemden werden zur Mode der Jugend.

USA 1951, Regie: Elia Kazan, mit Vivien Leigh, Marlon Brando, Kim Hunter, Karl Malden, 122 Min., OmU

Links zum Film und Weiterlesen

Roger Ebert, der legendäre Kritiker der Chicago Sun, mit einer Nachbetrachtung zum Film vom November 12, 1993:

Marlon Brando didn't win the Academy Award in 1951 for his acting in "A Streetcar Named Desire." The Oscar went to Humphrey Bogart, for "The African Queen." But you could make a good case that no performance had more influence on modern film acting styles than Brando's work as Stanley Kowalski, Tennessee Williams' rough, smelly, sexually charged hero…

https://www.rogerebert.com/reviews/a-streetcar-named-desire-1993

Do. 17.1. / 20:30 * mit Einführung von Karl-Heinz Schmid (City 46)

Die Farbe des Granatapfels / MEISTERWERKE

Sayat Nova war einer der bedeutendsten Dichter und Sänger im Armenien des 18. Jahrhundert. Sein Leben wird in „Die Farbe des Granatapfels“ von Regisseur Sergei Paradschanow surrealistisch in acht Kapiteln dargestellt. Der Film verfolgt die vage Linie von seiner Kindheit bis zum Tod und streut immer wieder Motive der christlich-orientalischen Kultur Armeniens ein. Klosterruinen, alte Bücher und Schlachtungen von Tieren sind Bilder, die einen durch den gesamten Film begleiten. Auch der Granatapfel ist als mythologisches Symbol vertreten, seine blutrote Farbe gibt dem Film seinen Namen. Der Regisseur verzichtet bewusst auf Chronologie und Logik und beschreibt das Leben des Sängers in freier, poetischer Form. „Die Farbe des Granatapfels“ war viele Jahre lang in der Sowjetunion verboten und zählt heute zu den bemerkenswertesten Beispielen für den jüngeren sowjetischen Film.

UdSSR 1969, Regie: Sergei Paradschanow, mit Sofiko Tchiaourelli, Melkon Aleksanyan, Vilen Galstyan , 73 Min., armen. / georg. OmU

Links zum Film und Weiterlesen

„Sowjetischer Avantgardefilm von Sergej Paradschanow aus dem Jahr 1968: das Leben des armenischen Dichters Sajat-Nova als reine Filmpoesie. Cineastisches Meisterwerk: (wie) ein Gedicht“ (Cinema)

 

„Das kühnste, seltsamste, erstaunlichste Ding, das – neben Tarkowskis „Der Spiegel“ – in jenen Jahren in der Sowjet Union entstanden ist.“ (Der Spiegel)

 

„Im Tempel des Films gibt es Bilder, Licht und Realität. Sergei Paradschanow war der Meister dieses Tempels.“ (Jean-Luc Godard)

 

„Die Farbe des Grantapfels' von Paradschanow ist nach meiner Auffassung einer der besten zeitgenössischen Filme, der mit Perfektion und Schönheit beeindruckt.“ (Michelangelo Antonioni)

 

„Ich erinnere mich der Filme von Sergei Paradschanow, die ich sehr liebe, immer mit großer Dankbarkeit und Vergnügen. Seine Art zu denken, seine paradoxe poetische ... Fähigkeit die Schönheit zu lieben und die Fähigkeit in seiner Vision absolut frei zu sein.“ (Andrei Tarkowski, Regisseur von „Stalker“)

 

„Der Film von Sergej Paradshanow ist ein Film der Superlative. 1969 in Armenien gedreht, ist er einer der schönsten und künstlerisch entschiedensten Filme, die in der Sowjetunion entstanden sind. Und er ist, fünfzehn Jahre später, für unsere westliche Postmoderne ein einsames und nicht annähernd erreichtes Beispiel dafür, wie man mit Bildern und Geräuschen etwas zeigen kann, ohne dem Zwang der fortlaufenden Erzählung zu verfallen. Ernsthaft und spielerisch zugleich - das heißt lustvoll und mit subtilem Vergnügen - läßt Paradshanow die Welt des armenischen Dichters Aruthin Sayadin entstehen: ein gegenwärtiges 18. Jahrhundert, in rätselhaften, poetischen, modern-surrealistischen, liebevoll-ironischen Bildern: Ikone, freundschaftlich belebt von einem Zeitgenossen der Kunst des 20. Jahrhunderts.“ (Filmzentrale)

 

„Dieses Gefühl anderer Wirklichkeit, die im Kino sonst nur angedeutet wird, ist hier derart durchgängig gegeben, dass “ Die Farbe des Granatapfels ” als eigenständige Wahrnehmungsform geradezu süchtig machen kann.“ (Filmzentrale)

Do. 20.12. - Fr. 21.12 + Di. 25.12. / 18:00

Sa. 22. 12. / 20:30

Die Milchstraße / MEISTERWERKE

Zwei arme Pilger, die zunächst nicht unterschiedlicher sein könnten, begegnen sich auf dem berühmten Jakobsweg zwischen Paris und Santiago de Compostela: Pierre ist älter und sehr gefestigt in seinem Glauben, während der junge Jean in gleichen Dingen einer eher nüchterne Haltung hat. Als die beiden von einem Fremden eine bedeutungsschwangere Prophezeiung hören, nimmt ihre Reise eine dramatische und surreale Wendung. Losgelöst von Zeit und Raum wird der Weg der Pilger zu einer aberwitzigen Reise durch die vielen Facetten des Glaubens zwischen Atheismus, Fanatismus und Christentum. Und viele berühmte Menschen begegnen ihnen am Wegesrand, nicht zuletzt Jesus selbst.

Das provokante Spätwerk der spanischen Regielegende Luis Buñuel („Ein andalusischer Hund“, 1929) spielt mit dem Dualismus zwischen mysteriös und einfach, ironisch und ernst, revolutionär und konservativ, grausam und schön, ungewöhnlich und alltäglich.

La voie Lactee – F/I 1969, Regie: Luis Buñuel, mit Delphine Seyrig, Julien Bertheau, Muni, 101 Min., frz. OmU

Im religiösen Spannungsfeld zwischen Himmel und Hölle

Eine Pilgerreise nicht nur von Paris ins spanische Santiago de Compostela, sondern geradewegs durch die Abgründe und Höhenflüge christlich-religiöser Diskurse hat Luis Buñuel mit diesem Film inszeniert, der den Zuschauer zwischen sakraler Ernsthaftigkeit und komischer Satire in ein Universum der Zeichen und Wunder entführt. Die Milchstraße von 1969 stellt eine der grandiosen Zusammenarbeiten Luis Buñuels mit dem französischen Drehbuchautoren Jean-Claude Carrière dar, die sich durch abgefahrene Ideen und aberwitzige dramaturgische Wendungen auszeichnet. In Andeutungen tauchen hier bereits Sequenzen von Bildern und Themen auf, die sich später innerhalb der folgenden Kooperationen der beiden Filmschaffenden bei Der diskrete Charme der Bourgeoisie / Le charme discret de la bourgeoisie (1972) und Das Gespenst der Freiheit / Le fantôme de la liberté (1974) noch vertieft haben.

https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/die-milchstrasse

Do. 8.11. / 20:30

Di. 13.11. / 18:00

Rear Window – Das Fenster zum Hof / MEISTERWERKE

Fotograf Jeff ist durch einen Beinbruch an Haus und Rollstuhl gefesselt. Aus Langeweile beobachtet er Tag und Nacht das Haus auf der gegenüberliegenden Hofseite. Als Jeff meint, einem Mord auf der Spur zu sein, glaubt ihm nur seine Freundin Lisa.

In wenigen, knappen Einstellungen legt Alfred Hitchcock bereits in den ersten Sekunden das vollständige Setting seines Films offen: Der Innenhof, ein scheinbar geschlossenes soziales System, die Menschen in ihm, ihr Handeln und der Protagonist inmitten eines geschäftigen Treibens. Hitchcock inszeniert das Beobachten des Beobachters. Er zeigt, was der Blick auslöst, stellt die Reaktionen des Betrachters heraus und führt uns damit unsere eigenen Reaktionen vor.

Der Film beschränkt seinen Raum auf einen einzigen Schauplatz: den Hof hinter Stewarts Appartement. Und er beschränkt (von einer Ausnahme abgesehen) seine Perspektive auf den Blick des Helden. Diese Beschränkung, so Hitchcock selbst, „bot die Möglichkeit, einen vollkommenen filmischen Film zu machen. Da war der unbewegliche Mann, der nach draußen schaut. Das ist das erste Stück des Films. Das zweite Stück lässt in Erscheinung treten, was der Mann sieht, und das dritte zeigt seine Reaktion. Das stellt den reinsten Ausdruck filmischer Vorstellung dar, den wir kennen." (www.filmzentrale.de)

Das Fenster zum Hof - USA 1954, Regie: Alfred Hitchcock, mit James Stewart, Grace Kelly, 112 Min., OmU