ZWEITE CHANCE

Viele Filme sind schneller wieder aus dem Kino, als es den Zuschauern lieb ist. Hier kriegen Filme und die Zuschauer, die sie verpasst haben, ihre zweite Chance auf eine Begegnung im Kino.

Mi. 1.1. / 18:00

Parasite / ZWEITE CHANCE

Die Unterschiede zwischen den Familien Kim und Park könnte größer nicht sein: Während die Parks in ihrer wunderschönen Villa ihren wohlhabenden Lebensstil pflegen, hausen die Kims in einem undichten Kellerloch voller Parasiten. Die Welt da oben ist den Reichen vorbehalten, während in den unteren Etagen verzweifelt nach einem Ausweg und einer Spur von Wifi-Signal gesucht wird. Doch plötzlich scheint sich das Blatt zu wenden: Sohn Ki-Woo soll ausgerechnet im Prestige-Haushalt der Parks die Vertretung als Nachhilfelehrer übernehmen. Die Familie wittert die einzigartige Möglichkeit, endlich auch Teil des erträumten Luxus-Lebens zu werden. Dazu müssten allerdings noch die Angestellten der Parks gefeuert und durch die Kims ersetzt werden.

KOR 2019, Regie: Bong Joon Ho, mit Lee Sun Kyun & Cheo Yeo Jeong, 131 Min., korean. OmU, Goldene Palme von Cannes 2019

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Dabei erscheinen die Reichen hier nicht grausam und nicht einmal besonders unsympathisch; sie bezahlen ordentlich und benehmen sich freundlich; ihr Habitus, der Campingtrips, spontane Gartenpartys und Klitorismassagen auf dem Sofa einschließt, hat durchaus etwas Cooles, Aufgeklärtes. www.zeit.de


Wie Familie Ki sich nach und nach in das Leben der Familie Park einschleicht und unersetzbar wird, erinnert an Filme wie Michael Hanekes „Funny Games“ oder Oskar Roehlers „Herrliche Zeiten“, doch bald dreht Bong die Schraube noch weiter. Wie in den meisten seiner Filme - zuletzt „Okja“ und „Snowpiercer“, vor Jahren „The Host“ und „Memories of Murder“ - lässt sich auch „Parasite“ nur schwer einem Genre zuordnen. Unbekümmert bedient er sich hier und da, überrascht immer wieder mit völlig unvorhergesehenen Volten, doch am Ende sind Bongs Filme immer eins: Messerscharfe, genau beobachtete Satiren.

Michael Meyns, www.programmkino.de

Mi. 1.1. / 20:00

Aretha Franklin: Amazing Grace / ZWEITE CHANCE

Als Pfarrerstochter lernte die als Queen of Soul bekannte Aretha Franklin bereits früh das Singen in den Gospelchören ihrer Baptistengemeinde. Mit 24 Jahren gelang ihr der Durchbruch als Sängerin, ab da ging es mit ihrer Karriere steil bergauf. Ihre Lieder wurden zu Hymnen der schwarzen Bürgerrechts- und der Frauenbewegung. Im Jahre 1972 hatte Aretha Franklin etliche Nummer-eins-Hits und 20 Alben in ihrem Repertoire und augenscheinlich alles erreicht. Doch gerade an diesem Punkt entschied sie sich, zu ihren musikalischen Wurzeln zurück zu kehren. So entstand in Zusammenarbeit mit James Cleveland und dem Southern Community Chor das heute legendäre Live-Gospel-Album „Amazing Grace”. In der Missionary Baptist Church of Watts fanden an zwei Tagen die Konzertaufnahmen statt, dokumentiert von Sydney Pollack Aus technischen sowie juristischen Gründen konnte der Film erst 46 Jahre später veröffentlicht werden.

USA 2018, Regie: Sydney Pollack & Alan Elliott, mit Aretha Franklin, Mick Jagger; James Cleveland, 89 Min., OmU

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Verleihseite: www.weltkino.de


Das Album „Amazing Grace” ist Aretha Franklins kommerziell erfolgreichstes Album, und zugleich das meistverkaufte Live-Gospel-Album der Welt. 1973 gewann Franklin dafür den Grammy in der Kategorie „Best Soul Gospel Performance”. Musikexpress


Aretha Franklin ist an diesen beiden Abenden in Hochform. 29 Jahre ist sie zu diesem Zeitpunkt alt, und sie zeigt, warum viele Kritiker in den USA sie für die größte lebende Sängerin des Landes halten: Egal, ob sie Gospel-Klassiker wie "Precious Memories" und "What a friend we have in Jesus" singt oder mit "Wholly Holy" eine Komposition ihres Kollegen Marvin Gaye intoniert, jede Note, jede Phrasierung sitzt.

www.rbb24.de/kultur/berlinale

Mi. 1.1. / 17:30

Downton Abbey / ZWEITE CHANCE

Wir schreiben das Jahr 1927 und wie gewohnt herrscht große Aufregung auf dem Adelssitz Downton Abbey: Earl Grantham und seiner Lady Cora steht die Gesellschaft des Königs George V. und Königin Mary ins Haus. Doch die Belegschaft ‘downstairs’ hat sich in den letzten Jahren deutlich verkleinert und das reduzierte Personal ist mit dem hohen Besuch überfordert. Damit alles in geregelten Bahnen verläuft wird kurzum der ehemalige Butler Carson aus dem Ruhestand zurückgeholt. Er ist in der Lage, die Bediensteten mit strenger und ruhiger Hand zu organisieren. Als das Königpaar allerdings seinen eigenen Hof- und Hausstand mitbringt, wird Carsons Aufwand auf einmal überflüssig - und ausgerechnet die ehrwürdige betagte Dowager Countess of Grantham ist nicht gerade begeistert von all ihren Gästen.

GB 2019, Regie: Michael Engler, mit Hugh Bonneville & Maggie Smith, 123 Min., FBW-Prädikat: wertvoll, OmU

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Homepage: https://www.universalpictures.at/downtonabbeymovie


„Mit diesem Film erfährt DOWNTON ABBEY einen würdigen filmischen Abschluss, in dem Ausstattung, Kostüm und Maske mit liebevollen Details und einer großen Genauigkeit begeistern und fast das komplette bekannte Ensemble an hochkarätigen Charakterdarstellern vertreten ist.


FBW-Filmbewertung: www.fbw-filmbewertung.com/


Während die Serie sich Zeit nehmen konnte, historische Ereignisse mit dem Schicksal des Hauses Grantham zu verweben, kann der Film in seinen gut zwei Stunden vieles nur andeuten: die Liebe über soziale Schichten hinweg, Monarchiekritik, der Fortbestand des Adels und Homosexualität – und doch ist dieser Film ein großer Spaß und bildgewaltig noch dazu. www.epd-film.de

Do. 2.1. bis So. 5.1. / 17:30

Das Forum / ZWEITE CHANCE

Seit seiner Gründung im Jahr 1971 findet das Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos statt. Jährlich kommen hier die Eliten aus Politik und Wirtschaft zusammen, um über die globale Weltwirtschaftssituation zu diskutieren sowie Lösungen für aktuelle ethische Fragen und Probleme zu erarbeiten. Zu den wichtigsten Themen 2019 gehörten unter anderem die Weltklimakrise und der neue politische Kurs der USA unter Trumps Führung. Es ist der Gipfel, auf dem Greta Thunberg das erste Mal dabei ist und auf Klaus Schwab trifft, der das Forum 1971 mit dem Leitmotiv gegründet hat, den Zustand der Welt zu verbessern.

Während sich weltweit zum einen rechtspopulistische Kräfte ausweiten, werden zum anderen elitenkritische Stimmen in der Gesellschaft immer lauter. Genau diesen Zeitpunkt nutzte Marcus Vetter (Cinema Jenin), einen Blick hinter die Kulissen des Weltwirtschaftsforums zu werfen. Es war das erste Mal, dass ein Kamera-Team dafür die Erlaubnis erhielt. Entstanden ist über zwei Jahre Drehzeit ein Dokumentarfilm, der sich kritisch mit der Materie befasst, aber auch mit eingefleischten Vorurteilen aufräumt.

D/CH 2019, Regie: Marcus Vetter, 115 Min., OmU

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“Das Forum" bietet vieles: Der Film ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen, zeigt Politiker und Wirtschaftsbosse beim Small-Talk, auf den verschiedenen Foren, in Hintergrundgesprächen. Aber er zeigt auch praktische Projekte, die sich aufgrund individueller Treffen in Davos entwickelt haben - ganz konkret zum Beispiel eine Initiative in Ruanda, die es möglich macht, schnell und effizient medizinische Versorgung in unwegsamen Gebieten zu gewährleisten - mit Hilfe von Drohnen.

(Jochen Kürten in https://www.dw.com)

Von Geschäftemachern und Weltrettern - Donald Trump, Jair Bolsonaro, Angela Merkel – Regisseur Marcus Vetter hat exklusiv hinter die Kulissen des Weltwirtschaftsforums in Davos geschaut. Und dabei auch die Intention des Forums-Gründers hinterfragt, der von Beginn an versuchte, „die Welt zu einem besseren Ort zu machen“, so Vetter.”

(Regisseur Marcus Vetter im Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de)

Do. 23.1., Fr. 24.1., So. 26.1. / 20:00

Sa. 25.1., Mo. 27.1., Mi. 29.1. / 17:30

*Achtung: Die Vorstellung am Sa. 25.1. / 17:30 entfällt!*

The Farewell / ZWEITE CHANCE

Die in New York aufgewachsene Chinesin und Schriftstellerin Billi Wang erfährt von ihren Eltern, dass ihre geliebte Großmutter Nai Nai nur noch wenige Monate zu leben hat. Die Familie beschließt, der alten Dame nicht von ihrer tödlichen Krankheit zu erzählen. Großmutter Nai Nai lebt jedoch noch in China. Wie soll man also die plötzliche Anwesenheit der ganzen Familie, die sie alle noch einmal sehen wollen, plausibel erklären? Kurzerhand wird die Hochzeit einer japanischen Cousine von Japan in die chinesische Heimat verlegt. Bei ihrer Reise in ihre kulturelle Heimat wird Billie mit den Unterschieden zwischen der östlichen und westlichen Zivilisation konfrontiert und stößt auf Dinge, die ihr eigenes Leben verändern.
»Eine tonnenschwere, federleichte, bitterschöne Tragikomödie.« (epd-Film)

USA/CHN 2019, Regie: Lulu Wang, mit Awkwafina, Zhao Shuzhen, Lu Hong, 100 Min., engl., mandarin OmU

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»Eine chinesische Familie verschweigt der Großmutter, dass sie sterbenskrank ist. Basierend auf eigenen Erlebnissen porträtiert Lulu Wang einen familiären Abschied. Eine tonnenschwere, federleichte, bitterschöne Tragikomödie.« (epd-Film)

»Wang zeigt ein sicheres Gespür für den Ton, ein angenehmes Auge für ungezwungene Komposition und ein überzeugendes Verständnis für das kulturelle Erlebnis der Zuwanderer mit seiner manchmal schwierigen Balance von Tradition und Moderne.« (The Hollywood Reporter)

»Eine universelle Geschichte, die jedes Publikum lieben wird« (New York Post)