ZWEITE CHANCE

Viele Filme sind schneller wieder aus dem Kino, als es den Zuschauern lieb ist. Hier kriegen Filme und die Zuschauer, die sie verpasst haben, ihre zweite Chance auf eine Begegnung im Kino.

Fr. 4.1. + Mi. 9.1. / 20:30

So. 6.1. + Mo. 7.1. / 18:00

Do. 10.1. + Sa. 12.1. - So. 13.1. / 17:45

 

Styx / ZWEITE CHANCE

Rikes anstrengender Job als Notärztin schreit nach einem Urlaub, am besten abseits von allem, am besten alleine auf dem Meer. Als professionelle Seglerin nimmt sie sich vor, ihre Yacht Asa Gray auf den Spuren Darwins durch den Südatlantik zu manövrieren. Als ein Sturm aufzieht, wird ihr noch von einem passierenden Schiff geraten, vorsichtig zu sein, Hilfe sei aber nicht weit entfernt. Als Rike jedoch mitten auf dem Ozean einem havarierten, völlig überfüllten Kutter voller geflüchteter Menschen begegnet, bleibt jegliche Hilfe von Seiten der Küstenwache aus. Stattdessen sagt man ihr, sie solle sich von den Ertrinkenden fernhalten. Da Asa Gray selbst nicht genug Kapazitäten hat, um die Geflüchteten zu retten, zieht sie wenigstens einen, den über Bord gegangenen Teenager Kingsley aus dem Wasser. Doch was nun? Wegfahren? Menschen ertrinken lassen? Oder auf Hilfe warten, die sicher nie kommen wird?

In der griechischen Mythologie bezeichnet Styx den Fluss, den man mit dem Fährmann Charon überqueren muss, um in das Reich der Toten zu gelangen, bei Homer auch Wasser des Grauens genannt. In der Sage des Unterganges von Troja, der Ilias, badet Achilles in einem gleichnamigen Gewässer um sich unverwundbar zu machen.

D / A 2018, Regie: Wolfgang Fischer, mit Susanne Wolff, Gedion Wekesa Oduor, 94 Min.

Links zum Film und Weiterlesen

 

Styx. Stellt der Umstand, dass Menschen nicht mehr aus Seenot gerettet werden, einen Zivilisationsbruch dar?
http://www.ray-magazin.at/magazin/2018/11/styx

 

In seinem zweiten, auf der diesjährigen Berlinale vielbeachteten Film lässt Wolfgang Fischer eine Alleinseglerin, dargestellt von Susanne Wolff, auf ein Flüchtlingsboot treffen.
https://www.epd-film.de/filmkritiken/styx

 

Verleih: http://www.zorrofilm.de/index.php?id=192

 

Artikel in der Süddeutschem: https://www.sueddeutsche.de/kultur/styx-im-kino-das-dilemma-des-westens-gebuendelt-in-einer-gnadenlosen-ueberlebensgeschichte-1.4125774

 

Fr. 25.1. + Sa. 26.1. / 20:30

So. 27.1. + Mo. 28.1. / 18:00

Do. 31.1. / 17:45

weitere Termine im Februar:
So. 3.2. + Mo. 4.2. / 17:45

Leave No Trace / ZWEITE CHANCE

Die jugendliche Tom und ihr Vater Will, Kriegsveteran, leben seit vielen Jahren unentdeckt in Forest Park, einem riesigen Waldgebiet am Rande von Portland, Oregon. Eine zufällige Begegnung führt zu ihrer Entdeckung und zur Betreuung durch die Sozialbehörde. Sie versuchen sich an ihre neue Umgebung anzupassen, bis eine unerwartete Entscheidung sie auf einen gefährlichen Weg zurück in die Wildnis führt – und sie zwingt, sich mit dem widerstreitenden Wunsch, Teil der Gesellschaft zu sein und dem heftigen Verlangen, abseits zu leben, auseinanderzusetzen. »Leave No Trace« ist der aktuelle und eindringliche Film von Debra Granik (Oscar®-nominiert für »Winter’s Bone«) und zeigt stimmungsvoll und faszinierend ein Leben am Rande der Gesellschaft.

USA 2018, Regie: Debra Granik, mit Thomasin McKenzie, Ben Foster, Isaiah Stone, Jeff Kober, 109 Min., engl. OmU

Links zum Film und Weiterlesen

 

»Debra Graniks lang erwarteter Nachfolgefilm zu »Winter's Bone« erzählt mit Einfühlungsvermögen und scharfem Blick auch für Widersprüche von einem Kriegsveteranen, der mit seiner 13-jährigen Tochter vor der Zivilisation flieht.« (Vollständige Kritik / epd-Film)

 

»Ein Vater lebt mit seiner Tochter versteckt im Wald. Mit Leave No Trace blickt Debra Granik wieder auf die Ränder der amerikanischen Gesellschaft – und erneut ein junges Talent.« (Kino-Zeit)

 

»Wer „Winter’s Bone” mochte, den Film, mit dem Jennifer Lawrence’ Karriere began, wird viele von dessen Qualitäten auch in diesem unkonventionellen Familienporträt finden.« (Vollständiger Artikel auf Englisch / Variety)

 

»Bevor sie Film studierte und ihre Karriere begann, machte Debra Granik im Auftrag von Gewerkschaften Lehrfilme über Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Im Studium entdeckte sie ihre Liebe zum europäischen Neorealismus der Nachkriegszeit. Im Gegensatz zu vielen Kollegen und Kolleginnen, die ihr Werk nicht festgelegt wissen wollen, ordnet Granik ihre Filme ganz offensiv dem sozialen Realismus zu. Ein schwieriger, weil schwammiger Begriff. Aber Winter’s Bone und Leave No Trace zeigen, was sie damit meint: Klassisches Filmhandwerk ohne verfremdende Elemente, das sich ganz in den Dienst einer Geschichte stellt, die an einem sehr spezifischen Ort spielt.« (Vollständiger Artikel / Zeit Online)

 

»In Leave No Trace sieht Granik nicht weniger genau hin [als bei WINTER’S BONE]. Auch ihr neuer Film spielt in der Provinz, weitab der kulturellen und politischen Zentren der USA. Wieder zeichnet sie ein ungeschöntes Bild. Dennoch liegen dieser Geschichte eine unerwartete Solidarität und ein Gemeinsinn zugrunde, wie man sie in Trumps Amerika gerade an den hier gezeigten Orten womöglich nicht erwartet hätte.« (Vollständiger Artikel / Zeit Online)

 

»Ich war schon immer an Menschen interessiert, die nicht konform sind, die einen Lebensstil finden, der nicht völlig konform mit der übrigen Gesellschaft ist.« / »I’ve always been interested in people who are non-conforming, who find a way to live that isn’t totally social-conforming.« (Regisseurin Debra Granik über die Geschichte / The Filmstage)