Sa. 1.2. bis Mi. 5.2. / 20:30

Darkroom – Tödliche Tropfen / NEU IN BREMEN

Lars macht auf den ersten Blick einen recht normalen Eindruck: Er ist 38, angehender Grundschullehrer und führt eine glückliche Beziehung mit seinem Freund Roland. Darum scheint die Idee, gemeinsam nach Berlin zu ziehen, ihr Glück perfekt zu machen. In einer toll eingerichteten Wohnung genießen sie ihr Großstadtleben. Roland ahnt jedoch nicht, was sich hinter der Fassade seines Partners wirklich verbirgt: In der Partyszene Berlins setzt Lars mittels eines potenziell tödlichen Cocktails aus K.O.-Tropfen andere schwule Männer außer Gefecht, um sie anschließend auszurauben.

Rosa von Praunheims neuester Film basiert auf einem wahren Kriminalfall, bei dem im Frühjahr 2012 drei Männer ermordet wurden.

D 2019, Regie: Rosa von Praunheim, mit Bozidar Kocevski, Heiner Bomhard, Katy Karrenbauer, 89 Min.

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Trailer + Verleih: www.missingfilms.de

Besuch am Set: Rosa von Praunheim dreht Film über Berliner Darkroom-Mörder
Fünf Taten in drei Wochen: Rosa von Praunheim bringt einen Fall auf die Leinwand, der vor sechs Jahren durch die Medien ging.

von Andreas Conrad für: www.tagesspiegel.de

Do. 6.2. + Fr. 7.2. / 17:30

Sa. 8.2. - Mo. 10.2. / 18:00

Di. 11.2. / 20:30

So. 16.2. / 11:00

Small Planets / NEU IN BREMEN

Auch in unserer globalen Zeit gibt es noch Regionen und Orte, die nur wenigen bekannt sind. Es gibt sie in den entlegenen Winkeln der Erde oder mitten unter uns. Alle diese kleinen Welten stehen für eine Form von Isolation: Sei es, weil man nur während der eisfreien Sommermonate mit dem Schiff oder per Flugzeug dorthin kommen kann wie beispielsweise nach Spitzbergen. Oder weil sie scheinbar im Nirgendwo liegen, wie die winzige Insel Grimsey, 40 Kilometer nördlich von Island im Grönlandmeer, wo es weder einen Priester noch einen Doktor gibt. Neben den geographischen Hürden können Barrieren in Köpfen entstehen, wie das Viertel „Vicolo Francesco Correra“ in Neapel zeigt, das mit seinen dort lebenden 7.000 Singhalesen zu einem eigenen kulturellen Universum geworden ist. Oder echte Mauern bewirken eine Isolation, wie die frühere Lepra-Einrichtung an der Costa Blanca. Hier leben hinter drei Meter hohen und 27 Kilometer langen Mauern immer noch einige ehemalige, heute gesunde Patient*innen und erinnern sich an frühere Zustände.

D 2018, Regie: Dirk Manthey, 96 Min., OmU (span., ital., franz., engl., Mandarin, isländ., singhalesisch)

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„Diese extrem abgeschiedenen Orte zeigen vor allem eines: die Anpassungsfähigkeit des Menschen und seinen Starrsinn, sich auch unter widrigen Bedingungen zu behaupten. Wer an einem dieser isolierten Plätze lebt, weiß ganz genau, warum. Dennoch fühlen sich die Menschen wohl, vielleicht weil sie sich in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten wissen, vielleicht aber auch, weil sie mit dem „normalen“ Leben abgeschlossen haben.“ Wilfried Hippen, taz, 9.1.2020

„Small Places“ ist ein visueller Hochgenuss voller großartiger Bilder, dessen Sinngehalt sich allerdings nur langsam erschließt.“ Gabi Sikorski auf filmdienst.de

Do. 13.2. bis Sa. 15.2. / 17:30

So. 16.2. + Mo. 17.2. / 20:00

Weißer weißer Tag / NEU IN BREMEN

In einer abgelegenen isländischen Stadt verdächtigt Polizeikommissar Ingimundur seinen Nachbar Olgeir, eine Affäre mit seiner geliebten Frau gehabt zu haben, die zwei Jahre zuvor bei einem Unfall starb. Allmählich wird seine Suche nach Wahrheit zur Besessenheit. Realität, Angst, Wut, Schmerz und Fantasie verschwimmen zu einem einzigen Wahn, der ihn antreibt, Beweise zu finden und Rache zu nehmen. Ist der Tod seiner Frau etwa von langer Hand geplant geworden? Ingimundurs Angst, betrogen worden zu sein, bringt ihn und seine geliebten Kinder in Gefahr.

Einem isländischen Sprichwort nach treffen sich an »weißen Tagen«, wenn die schneebedeckte Erde mit dem Himmel verschmilzt, die Lebenden mit den Toten, um miteinander zu kommunizieren. »In solch eine Zwiesprache mündet dieses grandios entwickelte und in kühle, distanzierte Bilder gefasste Psychogramm eines verhärteten Mannes, der großartig verkörpert wird vom isländischen Star-Schauspieler Ingvar E. Sigurðsson.« (Nordische Filmtage Lübeck)

A White, White Day – ISL, DK, S 2019, Regie: Hlynur Palmason, mit Ingvar Eggert Sigurðsson, Hilmir Snær Guðnason, 109 Min., isländ. OmU

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»Was der Verlust eines geliebten Menschen in einer Person auslöst, lässt sich in Worten kaum beschreiben. Der Isländer Hlynur Pálmason erzählt davon in einem Film von grandioser Bildlichkeit.« (Cineman.ch)

» All this adds up to A White, White Day being a poignant and irregular look into male reactions to grief, helped by brilliant individual performances but even more so by a deft directorial touch.« (Filmblerg.com)

» Vengeance is always served cold in Iceland. A White, White Day brings to mind a cinematic version of Edvard Munch’s famous painting The Scream.« (The Hollywood Reporter)

Sa. 22.2. - Di. 25.2. / 17:30

Do. 27.2. + Sa. 29.2. / 18:00

All I Never Wanted / NEU IN BREMEN

Ein Film im Film: Die Regisseurinnen Leonie Stade und Annika Blendl haben eine Dokumentation über zwei Frauen und ihre Karrieren in der modernen Mediengesellschaft gedreht. Und zugleich sich dabei gefilmt, wie sie als ihr eigenes Abbild als Regisseurinnen versuchen, das Projekt zu stemmen. Sie begleiten Nina, die ihr Abitur sausen lässt, um in Mailand als Model einen Fuß in die Tür zu bekommen. Und Schauspielerin Mareile, die mit ihren 40 Jahren in den Augen der Filmbranche ausgedient hat und nach einem Karriere-Tiefpunkt im Provinztheater einen Neustart machen muss. Und auch beim Dokumentarfilm läuft nichts, wie geplant. Leonie Stade und Annika Blendl müssen sich entscheiden, ob sie sich für Geld korrumpieren lassen, um ihrem Film zum Erfolg zu verhelfen. Wo ist bei allen die Grenze, sich dem konventionellen Frauenideal anzupassen, ohne sich komplett zu verleugnen? Selbstironisches und witziges Porträt einer oberflächlichen Branche.

D 2019, Regie: Leonie Stade & Annika Blendl, mit Mareile Blendl, Lila Freudenreich, 90 Min.

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„All I Never Wanted“ ist eine feministische Tragikomödie, die genau beobachtet und an den richtigen Stellen zubeißt… Das Lachen ist deshalb nicht selten ein Lachen über sich selbst, das beizeiten im Hals stecken bleibt. Auch deshalb, weil die Regisseurinnen hart mit sich, ihren Rollen und vermeintlichen Zwängen ins Gericht gehen.“ Julia Teichmann auf filmdienst.de

„Satire über Selbstoptimierung: "All I never wanted"

Hier geht es um einen Film im Film: Zwei Regisseurinnen (Annika Blendl und Leonie Stade, die auch vor der Kamera zu sehen sind) begleiten ein Model und eine Schauspielerin, die unbedingt Erfolg haben wollen. Dabei kommen allerhand existenzielle Fragen ins Spiel.“ Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Do. 27.2., Sa. 29.2. bis Mo. 2.3. + Mi. 4.3. / 20:30

Fr. 28.2. / 17:30

Di. 3.3. / 20:00 * mit Gästen: Eva Carneiro-Alves (Bremische Landesstelle für Suchtfragen), Jonny Jakubowski (Arbeitskreis Alkohol, Zusammenschluss der Selbsthilfegruppen des Landes Bremen), Martin Kehl (Suchtprävention des Landesinstituts für Schule Bremen)

Alkohol – der globale Rausch / NEU IN BREMEN

Nach seinem Film „Das System Milch“ befasst sich Andreas Pichler dieses Mal dokumentarisch mit dem Thema Alkohol: Kaum eine Substanz hat es geschafft, sich so selbstverständlich und weltweit als Teil unseres täglichen Lebens zu etablieren. Dabei sind die Folgen bei regelmäßigem Alkoholkonsum verheerend. Weltweit sind 140 Millionen Menschen abhängig von Alkohol, Tendenz steigend. Allein in Deutschland trinkt jede Person im Schnitt ganze 10 Liter reinen Alkohol pro Jahr – in etwa 25 Liter Whiskey. Weltweit führen die Folgen des Alkoholkonsums jährlich zu Millionen Todesopfern. Gleichwohl verschließen alle weiter die Augen vor den besorgniserregenden und wissenschaftlich erwiesenen Fakten. Wie kann es sein, dass Alkohol nach wie vor nicht als Droge gilt? Welche Rolle spielen Politik und Wirtschaft? Dabei geht es Pichler nicht darum, mahnend den Zeigefinger zu heben, sondern viel mehr die Sicht auf den „Alkoholgenuss“ zu hinterfragen.

D/I 2020, Regie: Andreas Pichler, 89 Min., teilw. OmU; in Kooperation Suchtprävention des Landesinstituts für Schule Bremen

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„Alkohol erfüllt eigentlich alle drei Kriterien, die auch für Kokain oder andere Drogen gelten: Er betäubt unsere Sinne, er macht uns langfristig krank und es steckt ein Riesenbusiness dahinter. Sind die wunderbaren Südtiroler Weinberge nicht eigentlich dasselbe wie die kolumbianischen Kokafelder? Bloß eben alles ganz legal?“ Ulf Kalkreuth, MDR KULTUR, 9.1.2020

„Ein weltumspannender Dokumentarfilm, der der Frage nachgeht, warum wir dem Alkohol so verfallen sind. Andreas Pichler lässt die eigene Winzer-Familiengeschichte hinter sich, um festzustellen, dass Alkohol eine gefährliche Droge ist… Jedes Jahr sterben drei Millionen Menschen weltweit an den Folgen des Alkoholkonsums – alle 10 Sekunden ein Mensch. Das sind mehr als durch Verbrechen, Verkehrsunfälle und illegale Drogen zusammen." Ulrich Sonnenschein, epd-film.de, 14.01.2020

So. 1.3. + Mo. 2.3. / 17:30;

Di. 3.3. / 17:30 * Special Screening in Anwesenheit von Regisseur John David Seidler und Weltmeisterin & Torhüterin Hannelore Geilen

Mi. 4.3. / 20:00

Das Wunder von Taipeh / NEU IN BREMEN

Eine erste Fußballweltmeisterschaft der Frauen fand 1981 in Taipeh, Taiwan, statt - damals noch unter der Bezeichnung Women’s World Invitation Tournament. Bis 1970 war Frauenfußball in Deutschland offiziell verboten und in der Zeit danach vom DFB eher geduldet als gefördert. Da die Gründung einer Frauennationalmannschaft für den DFB nicht von Interesse war, wurden ersatzweise die Rekordmeisterinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach nach Taiwan geschickt. Entstanden aus einer Kölner Thekenmannschaft, spielten die Fußballerinnen in Taipeh das Turnier ihres Lebens – und gewannen den Weltmeistertitel.

In der Dokumentation von John David Seidler erzählen die damaligen Spielerinnen anekdotenreich und mit viel Humor von den heute absurd anmutenden Bedingungen, unter denen sie für ihren großen Traum kämpften: von Ignoranz, Widerständen und chauvinistischem Gebaren in der Männerdomäne Fußball. Ohne jede Unterstützung des DFB spielten sie vor hunderttausenden begeisterten Zuschauern in den WM-Stadien. Ein Stück Fußball- und Zeitgeschichte, über viel mehr als sportlichen Erfolg – ein Film über Gleichberechtigung und Anerkennung.

D 2019, Regie: John David Seidler, 85 Min.

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„Für diese Dokumentation gab es bei der Premiere auf den Hofer Filmtagen Standing Ovations, Jubelrufe und außergewöhnlich langanhaltenden Applaus. John David Seidler, seit Jahren als Dokumentarfilmer mit Schwerpunkt Fußball tätig, hat eine Geschichte ausgegraben, die selbst Wikipedia nicht kennt.“ (Bayerischer Rundfunk / BR24)

„Die ehemaligen Spielerinnen, die zum Teil noch in einer illegalen Thekenmannschaft auf einem Aschenplatz in Köln-Dellbrück begannen, erzählen im Film von den heute absurd anmutenden Bedingungen, unter denen sie für ihren großen Traum vom Fußball kämpften, gegen alle Widerstände und mit einer gehörigen Portion Humor.“ (Kino-Zeit)