THEMA DES MONATS: Filmmusik

Die Musik spielt im Film immer eine große Rolle und das seit den Anfängen der Filmgeschichte. Wodurch wird eine Filmmusik so unvergesslich? Wie beeinflusst die Musik unsere Empfindungen beim Blick auf die Leinwand? Sechs Veranstaltungen verdeutlichen das Zusammenspiel von Musik und Film.

Do. 1.2. + Fr. 2.2. + Mo. 5.2. / 18:00
So. 4.2. / 12:00
Sa. 3.2. + Mi. 7.2. / 20:30

Score – Eine Geschichte der Filmmusik

In den Anfangsjahren der Lichtspielhäuser hatte der Pianist an der Wurlitzer-Orgel vor allem die Aufgabe, das hässliche Rattern des Projektors zu übertönen. Mit Erfindung der Tonaufzeichnung entstand eine Filmmusik, die nunmehr dazu diente, die Spannung zu erhöhen, die Gefühle zu vertiefen und die jeweilige Stimmung der Szene zu verstärken. Und heute, in den großen Blockbustern Hollywoods, hat die Musik nicht selten die Funktion, das Publikum emotional geradezu zu überwältigen. In zahlreichen Gesprächen mit bedeutenden Filmkomponisten und Regisseuren zeichnet Matt Schrader die historische Entwicklung nach und garniert diesen Rückblick mit einer Fülle amüsanter Anekdoten. Da geht es fast immer ums kompositorische Handwerk, noch öfter um das Mysterium der Wechselwirkung zwischen Bild und Ton und auf jeden Fall um unvergessliche Momente der Kinogeschichte.

Ein wichtiges Denkmal für ein wichtiges Gewerk.“ (Spiegel-Online)

USA 2017, Regie: Matt Schrader, mit Hans Zimmer, Danny Elfman, John Williams, 93 Min, OmU

Di. 6.2. / 20:30 * Vortrag
Mi. 7.2. / 20:00 „Film Surprise“, ausgesucht von André Feldhaus

Vortrag: Die weite Welt der Filmmusik

In jedem Film wird die Tonebene mit Hilfe von Musik und Sounddesign bewusst gestaltet, auch wenn man dies als Zuschauer*in oft gar nicht bemerkt oder bewusst beachtet.
Anhand von zahlreichen Filmausschnitten skizziert der Filmkomponist André Feldhaus eine kurze Geschichte der Filmmusik von den Anfängen bis heute und gibt einen Einblick in die Bandbreite, Dramaturgie und stilistische Vielfalt dieses Mediums.
Unter Einbeziehung von Aspekten des Sounddesigns stellt er dar, mit welchen ‚Kniffs‘ und ‚Tricks’ Musik und Ton arbeiten können, um die Wirkung eines Films zu unterstützen. Dabei stellt sich heraus, wie sehr der Filmton unsere Wahrnehmung eines Films beeinflusst.
Zusätzlich berichtet er aus seinem Alltag als Filmkomponist in Deutschland und beantwortet Fragen zum konkreten Herstellungsprozess einer Filmmusik.

Fr. 9.2. / 18:00
So. 11.2. / 20:30

2046

Hongkong 1966: Der Schriftsteller Chow schreibt - zum preisgekrönten Score von Shigeru Umebayashi und Peer Raben - in einem Hotelzimmer an einem Science-Fiction-Roman. Je weiter er seine fiktive Liebesgeschichte vorantreibt, desto tiefer taucht er auch in einen Strudel von Erinnerungen an die drei Frauen ein, die für ihn wichtig waren. Jede hat ihre unauslöschliche Spur in seiner Seele hinterlassen, doch vor allem die Gedanken an seine einzige wirkliche, unerfüllt gebliebene Liebe verfolgen ihn. In seinem Kopf entsteht ein geheimnisvoller, faszinierend schillernder Bilderreigen, ein Sog aus schönen und traurigen Gefühlen, geheimen Sehnsüchten und wilden Leidenschaften. Auf der Flucht vor zu viel Melancholie stürzt Chow sich als unberührbarer Herzensbrecher in das Dolce Vita der späten 1960er Jahre in Hongkong.

Kar Wais einzigartiger Bildrhythmus von Langsamkeit und Geschwindigkeit und der Glamour der 60er Jahre, eingefangen durch Christopher Doyles Kameraführung, wirken betörend: » ›2046‹ ist ein meisterhaft gemachter Film, der sich ganz auf sein Medium verlässt: auf Bilder, die sich nicht in Worte fassen lassen, sondern nur in Gefühle. (Filmdienst)

HKG/CHN/F 2004, Regie: Wong Kar Wai, mit Tony Leung, Gong Li, Faye Wong, 127 Min., OmU

So. 18.2. bis Mi. 21.2. / 20:00

Leaning Into the Wind – Andy Goldsworthy

Mehr als anderthalb Jahrzehnte nach seinem Überraschungserfolg „Rivers and Tides“ („Fluss der Zeit“) hat Regisseur Riedelsheimer eine weitere Dokumentation über den bedeutenden britischen Land-Art-Künstler Andy Goldworthy gedreht. Zu Schauplätzen rund um den Globus begleitet er den in der Natur und mit der Natur arbeitenden Kǘnstler und dokumentiert die Entstehung seiner oft schnell vergänglichen Werke. Das Prozesshafte dieser Kunst steht im Vordergrund. Betont wird es durch die dezente und oft geradezu meditative Musik des Komponisten Fred Frith. Wie im ersten Film verschwimmen die Grenzen zwischen Natur und Kunst ebenso wie die zwischen natürlichem Klang und auskomponierter Musik. Aber deutlich wird auch, dass Goldsworthy im Laufe der Jahre nachdenklicher und ernster geworden ist.

D, GB 2017, Regie: Thomas Riedelsheimer, mit Andy Goldsworthy, 97 Min., OmU

Do. 22.2. + Mi. 28.2. / 20:30
Fr. 23.2. + Di. 27.2. / 18:00

Dead Man

Buchhalter William Blake ist auf dem Weg zum Ort Machine. Blake sucht Arbeit und ist einem Stellenausruf gefolgt. Der Maschinist des Zuges warnt Blake auf geheimnisvolle Weise vor diesem Ort. Als Blake ankommt, ist die Stelle nicht mehr verfügbar und Fabrikbesitzer Dickinson zeigt ihm mit doppelläufiger Flinte, dass er unerwünscht ist. Gefangen am Ende der Welt beginnt für Blake ein kafkaesker Albtraum.In einem Eifersuchtsdrama erschießt er in Notwehr Dickinsons Sohn und muss fliehen, als der Fabrikant drei Killer auf ihn ansetzt. Auf der Flucht trifft ihn eine Kugel nah am Herzen, und als wird Blake zum »Dead Man«, der massenweise Verfolger ins Jenseits befördert. So fremd Blake in dieser Welt ist, so fremd scheint ihm auch das Sterben.

Komponist Neil Young sah den geschnittenen Film im Studio und improvisierte – heraus kam eine Musik die soghaft und magisch ist, und dem Film seine (verlorene) Seele gibt.

USA 1995, Regie: Jim Jarmusch, mit Johnny Depp, Gary Farmer, Robert Mitchum, 120 Min., OmU