Mi. 18.12. / 20:00 * mit Livemusik-Begleitung durch Ezzat Nashashibi

Schatten – eine nächtliche Halluzination / STUMMFILM MIT LIVEMUSIK

 

Film zum Monatsthema Licht & Schatten

 

Keinen Schritt kann eine arme Ehefrau machen, ohne dass ihr krankhaft eifersüchtiger Gatte sie überwacht. Bei einer abendlichen Feier glaubt er, endlich den Beweis ihrer Untreue zu bekommen: Auf einer Gardine zeichnet sich ihr Schatten ab, der von gierigen Männerhänden abgetastet wird. Ein anwesender Schausteller bekommt diese (Selbst)Täuschung mit und möchte den Anwesenden die Wahrheit vor Augen führen. Er hypnotisiert die abendliche Gesellschaft und entlarvt mit Schattenspielen und Spiegeln die Trugbilder, genährt aus den Begierden und Ängste der Einzelnen.

Einer der großen expressionistischen Stummfilme entfaltet – ohne Zwischentitel – seine Wirkung allein durch das Zusammenwirken der Kameraarbeit von Fritz Arno Wagner und dem grandiosen Ensemble um Fritz Kortner. Kortners Interpretation des Gatten bewegt sich dabei fließend von naiver Verliebtheit zum fratzenhaften Wahn, bis sich der Bann am Ende löst.

D 1923, Regie Arthur Robison, mit Fritz Kortner, Ruth Weyher, Gustav von Wangenheim, ca. 85 Min.

Zum Weiterlesen

 

Ausführliche Informationen zum Film
https://absolutmedien.de/film/3009/Schatten

 

»Dieser Film, von dem in Deutschland aufgewachsenen Amerikaner Robison gedreht, zeigt meisterhaft den im romantischen und expressionistischen deutschen Stummfilm zur Vollendung entwickelten dramaturgischen Gebrauch von Licht, Schatten und Spiegeln.« DIE ZEIT

Über den Regisseur Artur Robison:
Geboren 1883 in Chicago als Sohn eines Deutsch-Amerikaners. Studiert Medizin in München und arbeitet als Bühnenschauspieler. Inszeniert mit NÄCHTE DES GRAUENS (1916) seinen ersten Film. Stirbt 1935 in Berlin kurz nach Ende seines letzten Films DER STUDENT VON PRAG.

Weitere Filme (Auswahl): PIETRO, DER KORSAR (1925), DER LETZTE WALZER (1927), MACH’ MICH GLÜCKLICH (1935) www.viennale.at

IM RAHMEN DER FORTLAUFENDEN FILMREIHE HABEN WIR 2019 BEREITS GEZEIGT:

IM THEATER BREMEN, GROßES HAUS

So. 27.10. / 18:00 * Livemusik-Begleitung durch das Landesjugendorchester Bremen, Dirigent: Stefan Geiger

So. 27.10.13:00 Öffentliche Generalprobe

Goldrausch / Stummfilmkonzert im Theater Bremen

Chaplins Figur des bettelarmen Tramp versucht in „Goldrausch“ im rauen Alaska von 1898 sein Glück als Goldgräber. Schneestürme, Hunger, unliebsame Zeitgenossen und die nicht erwiderte Liebe zur Bardame Georgine meistert der Tramp mit unerschütterlichem Durchhaltevermögen und Humor. Besonders die berühmten Slapstick-Kompositionen wie der Brötchentanz oder die Hütte über dem Abgrund sind im Gedächtnis geblieben. Und die von Chaplin komponierte Musik ist voller Energie und Gefühl: „Die Musik… gehört zu den melancholischsten und düstersten Kompositionen von Charlie Chaplin… Chaplin komponiert Musik, die nicht nur die äußeren Begebenheiten der jeweiligen Szenen illustriert (Sturm, Kampf oder Tanz), sondern auch die leibseelischen Vorgänge der Protagonisten – wie Hunger, Eifersucht oder Stolz – erfahrbar macht. Darüber hinaus finden sich zahlreiche Zitate, die von Rimsky-Korsakow über Tschaikowski bis hin zu populären Liedern wie „For He’s A Jolly Good Fellow“ reichen. www.filmphilharmonie.de

„Goldrausch“ zählt zu den populärsten Filmen des Charlie Chaplin und zu den 100 besten Filmen des Amerikanischen Filminstituts. Chaplin selbst hielt ihn für den besten seiner Filme: „Mit diesem Film möchte ich in Erinnerung bleiben.“

The Gold Rush – USA 1925, Regie: Charlie Chaplin, Musik: Charlie Chaplin, Timothy Brock (1942 / 2007), mit Charlie Chaplin, Mach Swain, Georgia Hale, 96 Min.

Tickets (nur beim Theater)

Generalprobe: 10 € (Einheitspreis)

Abendvorstellung: 28 € / 23 € / 18 € / 9 €

Bestellung unter kasse@theaterbremen.de oder Tel.: 0421/365 33 33

Online-Kartenvorverkauf über das Theater: https://theaterbremen.eventim-inhouse.de/webshop

Sa. 28.9. / 20:30 * mit Livemusik-Begleitung durch Ezzat Nashashibi

Das alte Gesetz / STUMMFILM MIT LIVEMUSIK

Galizien, Mitte des 19. Jahrhunderts: Baruch, Sohn eines orthodoxen Rabbiners, will Schauspieler werden. Gegen den Willen seines Vaters verlässt er das osteuropäische Schtetl, in dem er aufgewachsen ist, und schließt sich einem Wandertheater an. Die österreichische Erzherzogin Elisabeth Theresia findet Gefallen an dem jungen Mann und verschafft ihm aus heimlicher Liebe ein Engagement am Wiener Burgtheater. Dort steigt Baruch zum umjubelten Bühnenstar auf. Sein Vater jedoch lehnt seinen Lebensweg ab. Erst als der alte Rabbiner seinen Sohn im „Don Carlos" erlebt, ändert er seine Meinung.

Als „Romeo mit Schläfenlocken“ gewinnt Ernst Deutsch das Herz der von Henny Porten verkörperten Herzogin. Damit eröffnet sich ihm der Weg in die Assimilation. „Das alte Gesetz“ erscheint „als Antwort auf die Wiederkehr eines rassistischen, gegen die Ostjuden gerichteten Antisemitismus in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg" (Cynthia Walk). Mit seiner komplexen Darstellung von Orthodoxie und Emanzipation ist E. A. Duponts Historienfilm ein Höhepunkt jüdischen Filmschaffens in Deutschland. Mit der aktuellen Restaurierung wird die verschollene deutsche Premierenfassung in ihrer ursprünglichen Länge und in einer zeitgenössischen Einfärbung erstmals wieder zugänglich

(Quelle: 68. Internationale Filmfestspiele Berlin 2018)

D 1923, Regie: E. A. Dupont, mit Ernst Deutsch, Henny Porten, Ruth Weyher, 135 Min., digital restaurierte, viragierte Fassung 2017, Musik: Donald Sosin & Philippe Schoeller

Zum Weiterlesen:

…"Das alte Gesetz" erscheint "als Antwort auf die Wiederkehr eines rassistischen, gegen die Ostjuden gerichteten Antisemitismus in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg" (Cynthia Walk). Mit seiner komplexen Darstellung von Orthodoxie und Emanzipation ist E. A. Duponts Historienfilm ein Höhepunkt jüdischen Filmschaffens in Deutschland. www.filmportal.de

…Mit der aktuellen Restaurierung wird die verschollene deutsche Premierenfassung in ihrer ursprünglichen Länge und in einer zeitgenössischen Einfärbung erstmals wieder zugänglich… www.berlinale.de/de/archiv/2018

Sa. 23.2. / 20:30 * mit Live-Improvisation von realtime – Forum Neue Musik

Die Liebe der Jeanne Ney / STUMMFILM

Als um 1918 die kommunistische Rote Armee die Krim besetzt, wird Jeannes Vater, ein französischer Journalist, ermordet. Mit Hilfe des Bolschewiken Andreas, den sie liebt, gelingt es Jeanne, alleine nach Paris zu fliehen. Dort kommt sie bei ihrem Onkel Raymond unter und kann in dessen Detektivbüro arbeiten. Andreas gelingt es, als kommunistischer Agent nach Paris abgeordnet zu werden und sie verbringen eine Liebesnacht zusammen. Ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, denn sie werden von einem russischen Spitzel der Gegenseite verfolgt. Er dringt in das Detektivbüro ein, stiehlt wertvolle Diamanten und ermordet Jeannes Onkel. Der Verdacht fällt auf Andreas. Jeanne aber gelingt es, den flüchtigen Täter in der Eisenbahn zu stellen und ihn der Polizei zu übergeben. Nach seiner Premiere im Jahre 1927 wurde Film von der Zensur stark gekürzt. Die hier gezeigte restaurierte Version beruht auf der kompletten Positivkopie aus den USA.

„Sentimentale, doch hervorragend inszenierte Kriegsgeschichte über die Zeit nach der russischen Revolution: die Tochter eines französischen Journalisten verliebt sich in Odessa in einen Offizier der Roten Armee und trifft ihn später in Paris wieder, wo sie ihn vor der Guillotine retten kann. Klassischer UFA-Stummfilm, der Elemente des sowjetischen Revolutionskinos mit dem Expressionismus deutscher Prägung mischt. Die realitätsnahe Inszenierung wird durch melodramatische Effekte überhöht.“– Lexikon des internationalen Films

D 1927, Regie: Georg Wilhelm Pabst, mit Édith Jéhanne, Fritz Rasp, Eugen Jensen, Brigitte Helm, 113 Min., nach dem Roman von Ilja Ehrenburg