Neues finnisches Kino / Filmreihe April

Gastland der diesjährigen internationalen Messe Jazzahead ist Finnland. Und im Museum Weserburg zeigt die Ausstellung „Dreamaholic“ Kunst aus Finnland. Dass es im Film neben Filmen von Kaurismäki auch anderes zu entdecken gibt, zeigt die fünfteilige Filmreihe.

Di. 4.4. / 20:30 * Einführung von Christine Rüffert (Universität Bremen) 

Dreamaholic. Films from Finland

Poetische Träume und phantastische Alpträume bestimmen das Programm mit experimentellen Kurzfilmen/Videos aus Finnland: eine gequälte Balletschülerin, ein verlassener Tangotänzer, eine rituelle Fußwaschung, eine musikalische Bahnfahrt in den Himmel und eine ökologiekritische Zeitreise mit den wiederauferstandenen Simon & Garfunkel. Dabei beeindruckt der trockene Humor, mit dem Themen wie familiäre Gewalt/Liebe oder die Zukunftssorgen einer Generation behandelt werden. Der Ausschnitt an Arbeiten zeigt eine große Bandbreite formaler Zugänge: von der Performance zur postmodern zerklüfteten Erzählung, vom Musikclip zum Video-Essay der netzbasierten Medienwelt.

Kuratiert anlässlich der Ausstellung „Dreamaholic – Kunst aus Finnland“ im Museum Weserburg|Bremen. Das Programm ist Teil der fortlaufenden kuratorischen Reihe »film:art«, die Filme zwischen Kunst und Kino ausstellt, einer Kooperation zwischen Kommunalkino und Universität. Weitere Informationen zum Programm unter www.film.uni-bremen.de.


 

AG Filmwissenschaft und Medienästhetik | Fachbereich 9 – Kulturwissenschaften | Universität Bremen
+49 (421) 218-67722

Die Filme:
| Elina Brotherus: Lesson | Fin 1998 | 2:34
| Aurora Reinhard : Julio & Lupita | Fin 2004 | 4:51
| Eija-Liisa Ahtila: ME/WE, OKAY, GRAY | Fin 1993 | 4:20
| Jaana Kokko: Stakeout/Feet Washing Ceremony | Fin 2008 | 10:52
| Marjatte Oja/Dave Berg: Bookville | Fin 2013 | 3:58
| Jaakko Pallasvuo: Bridge over troubled waters | Fin 2016 | 28:17

Sa. 8.4. + Mi. 12.4. / 20:00 

My stuff – was brauchst du wirklich?

Helsinki: Petri ist Mitte 20 und steckt nach einer Trennung tief in einer Sinnkrise, als er sich entscheidet, ein Experiment zu starten: Er packt alles, was er hat, in ein Self Storage-Lager und legt klare Regeln fest: Innerhalb eines Jahres darf er keine neuen Dinge kaufen. Doch er kann jeden Tag wieder ein Teil aus dem Lager holen. So muss Petri Luukkainen am Filmbeginn mit einem Lendenschurz aus Altpapier durch den Schnee zum Storage rennen, um das erste Teil zu holen.
Petri Luukkainen: "Ganz am Anfang war das eine Befreiung: Keiner kann dich anrufen, kein Facebook mehr. Nur, nach ein paar Tagen wurde es langweilig. Und als ich anfing, Sachen zurückzuholen, musste ich ständig alles in Frage stellen: Wo zum Teufel soll ich anfangen? Mit der Küche? Brauch ich ein Glas oder eine Pfanne? Wenn ich dieses T-Shirt hole, trage ich das auch vier Wochen? Nach einem halben Jahr war ich echt angepisst davon: Warum tat ich mir das an? Das war nicht befreiend – das war hart!"

FL 2014, Regie: Petri Luuhakkainen, 83 Min., OmU

Do. 13.4. - Sa. 15.4. / 18:00
So. 16.4. - Di. 18.4. / 20:30

Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki

Finnland 1962: Olli Mäki hat die einmalige Chance, Boxweltmeister zu werden. Als erster Finne kämpft er im Federgewicht um den Weltmeistertitel in Helsinki. Ganz Finnland wartet auf Ollis großen Sieg, aber der hat plötzlich was anderes im Kopf: Er hat gerade die Liebe seines Lebens getroffen.

FL 2016, Regie: Juho Kuosmanen, mit Jarkko Lahti, Oona Airola, 92 Min., OmU

Di. 25.4. / 19:30 * mit Einführung von Ingeborg Mehser

Post für Pastor Jakob

Leila Sten wird nach 12 Jahren Haft plötzlich entlassen und sehr zu ihrem Unmut dem blinden Pastor Jakob als Haushälterin zur Seite gestellt. Leilas Hauptaufgabe ist es, dem Pastor Briefe vorzulesen, in denen Menschen nach seinem Rat fragen oder um Vergebung bitten, und seine Antworten festzuhalten. Es dauert nicht lange, dass Leila als ehemaliger Strafgefangenen ohne Grund Misstrauen entgegengebracht wird. Schließlich bleibt der Postbote dem Haus des Pastors fern. Jakob wird aufgrund der ausbleibenden Briefe zusehends trauriger und Leila muss eine Lösung finden.

Postia Pappi Jaakobille – FIN 2009, Regie: Klaus Härö mit Heikki Nousiainen, Kaarina Hazard, 72 Min., OmU

Eine Kooperation mit dem Arbeitskreis Kirche und Kino

Sa. 22.4. – Mo. 24.4. / 20:30 

Tango Suomi

Tango wurde durch Migranten in die ganze Welt gebracht. Irgendwann gelangte der leidenschaftliche Tanz auch nach Finnland und blieb. Dass der Tango zur finnischen Kultur gehört, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber dass dies auch aus argentinischer Sicht anerkannt wird, ist neu, wie dieser Film zeigt.

Arg 2016, Regie: Gabriela Aparicei, mit Mika Kaurismäki, M.A. Numminen, 80 Min., OmengU