THEMA DES MONATS: #Female Directors

Weltweit wird am Internationalen Frauentag am 8. März auf Gewalt gegen und Benachteiligung von Frauen aufmerksam gemacht. In Deutschland seit 1911. Der Equal Pay Day am 17. März 2020 rückt die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen in den Fokus. Der Verein „Pro Quote Regie“ setzt sich dafür ein, Filmschaffen von Frauen sichtbar zu machen – denn die Fakten zeigen: Nur 15% der Filme in Deutschland werden von Regisseurinnen gedreht. Doch sind seit fast 20 Jahren im Fach Regie 44% der Absolvent*innen Frauen - und ihre Filme sind auf internationalen Festivals sogar erfolgreicher als die der Kollegen.

Es liegt also nicht an fehlenden Regisseurinnen oder mangelnder Kompetenz. Eine groß angelegte Studie des Kulturrats zu „Frauen in Kultur und Medien“ zeigte: Vor und hinter der Kamera, in Sachen Leinwandpräsenz, Sprechzeiten, Rollen, in der Aufschlüsselung nach Gewerken und Sendern, sprechen die Zahlen in der ihnen eigenen Unbestechlichkeit von den fehlenden Frauen. Die andere Hälfte der Menschheit hat auch Ideen, aber wenig Gelegenheit.

„If you can see it, you can be it“ formuliert es das amerikanische Geena Davis Institut on Gender in Media. (https://seejane.org/). Wenn man es sehen kann, kann man es auch werden. Nur: Frauen sind in vielen Filmen gar nicht sichtbar. Dabei bedeuten mehr Frauen in den Medien mehr Vielfalt und mehr Identifikationsmöglichkeiten. Für Frauen und Männer.

Wir möchten den Regisseurinnen und Protagonistinnen im März zumindest das Kino für ihre Werke öffnen und überdurchschnittlich viele Filme im Programm haben, die von einer Frau gedreht sind - insgesamt 12 Spiel- und Dokumentarfilme sind es geworden, darunter auch etliche Debutfilme. Und mit vielen Gästen.

Zur Seite Pro Quote Film und zum Kongress im Rahmen der Berlinale 2020 proquote-film.de

Alle Veranstaltungen in Bremen zum Internationalen Weltfrauentag:
https://weltfrauentag-bremen.de/


Equal Pay Day 2020

Am 18. März erhalten Zuschauerinnen 20 % Ermäßigung auf den Eintrittspreis: 7 / 4 / 3 €

Tagesprogramm:

17:30 Waterproof

18:00 Booksmart

20:00 Das letzte Geschenk

20:30 Little Women



Paris Calligrammes

Ulrike Ottinger: „1962 kam ich als junge Künstlerin nach Paris, um dort zu leben und zu arbeiten. Die Zeit bis 1969, als ich die Stadt wieder verließ, wurde nicht nur für mich zu einer der prägendsten Phasen, sondern war auch zeitgeschichtlich eine Epoche der geistigen, politischen und gesellschaftlichen Um-brüche. Der Film PARIS CALLIGRAMMES vereint meine persönlichen Erinnerungen an die 1960er Jahre mit einem Porträt der Stadt und einem Soziogramm der Zeit.“

In einem dichten Strom aus akustischem und visuellem Archivmaterial, verknüpft mit eigenen künstlerischen und filmischen Arbeiten, lässt Ottinger Saint-Germain-des-Prés und Quartier Latin mit ihren Literatencafés und Jazzkellern, die Begegnung mit Vertretern des jüdischen Exils, das Zusammenleben mit ihren Künstler-freunden, die Gedankenwelt der Pariser Ethno-logen und Philosophen, die politischen Umwälzungen des Algerienkrieges und des Mai 68 und das Erbe der kolonialen Zeit wieder aufleben.

Regie: Ulrike Ottinger, D 2019, Farbe und s/w, 129 Min., OmU


Do. 5.3., Fr. 6.3., So. 8.3. + Mo. 9.3. / 17:30

Sa. 7.3. / 17:30 * mit Regisseurin Ulrike Ottinger

Di. 10.3. + Mi. 11.3. / 20:00


Trailer

Bei den 70. Internationalen Filmfestspielen 2020 wurde die Regisseurin und Künstlerin Ulrike Ottinger jüngst mit der Berlinale Kamera geehrt. „Als Malerin, Fotografin und Allround-Künstlerin hat sie das Kino immer als eine Kunst verstanden, die durch Begegnung mit anderen Menschen, Objekten, Büchern, Geschichten, Orten und Kulissen entsteht, in denen sich die Realität bemerkbar macht. Ihr aktueller Film Paris Calligrammes ist eine originelle und wunderschöne Autobiografie und eine Zeitreise.” www.berlinale.de/presse

Website der Regisseurin: www.ulrikeottinger.com


Born in Flames

In einer fernen Zukunft hat sich die sozialistische Gesellschaftsordnung durchgesetzt. Doch auch in dieser angeblich gerechteren Gesellschaft sind Sexismus und Rassismus weiterhin im Alltag verankert. Die Situation von Frauen hat kaum verbessert. Diese haben nun genug vom verlogenen System. Es sind vor allem schwarze Frauen, die mobilmachen und sich zu militanten Gruppen zusammenschließen, um aufzubegehren. Als eine ihrer Wortführerinnen im Gefängnis ums Leben kommt, werden die Proteste militanter. Eine stetig wachsende Zahl von Unterstützerinnen und die Medien stellen sich hinter die Women’s Army .

„Lizzi Bordens feministische Zukunftsvision, gedreht im New York der frühen Achtziger, bedient sich einer wilden Mischung aus semidokumentarischen Videobildern und körnigem 16-mm-Material und atmet den Geist des Punk voller mitreißender Radio- und Bühnenauftritte. BORN IN FLAMES ist ein Zorniger und lustvoller Independent-Kultfilm mit großartigem Soundtrack.“(«Kino Xenix» https://www.xenix.ch/)

USA 1983, Regie: Lizzie Borden, mit Honey, Adele Bertei, Jean Satterfield, 80 Min., OmU; in Kooperation mit dem Frauen*Streik Bündnis Bremen.


Do. 5.3. / 20:30

Fr. 6.3. / 20:00 * mit Einführung

Sa. 7.3. / 20:30

So. 8.3. / 18:00


Zum Weiterlesen:

„Lizzie Borden ist es gelungen, einen feministischen Science-Fiction-Film zu drehen, der sämtliche Kritikpunkte innerhalb und außerhalb der Neuen Frauenbewegung behandelt. Es ist bemerkenswert, wie mit pointierten Dialogen und aussagekräftigen Bildern Rassismus, Klassismus, Sexismus und Heterosexismus thematisiert werden, ohne dass dabei nur an der Oberfläche gekratzt wird.“ Stefanie Denkert www.aviva-berlin.de

„Lizzie Bordens rasante Untergrundagitation bedient sich einer wilden Mischung aus semidokumentarischen Videobildern und körnigem 16-mm-Material und atmet den Geist des Punk voller mitreissender Radio- und Bühnenauftritte. BORN IN FLAMES ist eindeutig aus einer lustvollen Gruppendynamik entstanden“ /www.xenix.ch

„Infos zu Lizzie Borden: 1958 als Linda Elizabeth Borden geboren, machte ihren Abschluss am Wellesley College in Massachusetts bevor sie nach New York zog, um als Künstlerin und Kritikerin zu arbeiten. 1976 entstand "Regrouping", das erste Werk der Autodidaktin, doch erst mit "Born in Flames" (1983) gelang ihr ein Publikumshit. Drei Jahre später erschien "Working Girls", ein Film über die lesbische Fotografin Molly, die als Prostituierte arbeitet, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Nach einigen Arbeiten für die Horrorfernsehserie "Monsters" ging Borden nach Hollywood und filmte mit Sean Young "Love Crimes" (1991), der sich mit erotischen Fantasien befasst. Die weibliche Sexualität erkundetet sie ebenfalls in der Serie "Inside Out", einer Playboy Produktion, sowie in dem Filmsegment "Let´s Talk About Sex" über eine Angestellte einer Telefonsex-Hotline.“

Stefanie Denkert www.aviva-berlin.de


800 Mal einsam – Ein Tag mit dem Filmemacher Edgar Reitz

Der Regisseur Edgar Reitz schrieb zusammen mit anderen Filmemachern Anfang der 60er Jahre Filmgeschichte, als sie im sogenannten Oberhausener Manifest den „alten Film“ für tot erklärten. Die Oberhausener Gruppe gilt als Wegbereiter des Neuen Deutschen Films. Nachwuchsregisseurin und Fotografin Anna Hepp dokumentiert ihre Begegnungen und mitunter persönlichen Gespräche mit ihrem beruflichen Vorbild Reitz. Aus dem Generationsaustausch unter Kolleg*innen entsteht ein radikales und persönliches Film-Essay über die gemeinsame Liebe zum Kino und dessen Entwicklung.

D 2019, Regie: Anna Hepp, 84 Min., FBW-Prädikat: wertvoll


Do. 5.3. / 18:00

Sa. 7.3. – Mo. 9.3. / 20:30

Di. 10.3. + Mi. 11.3. / 17:30


Trailer

Zum Weiterlesen:

"Der Moment ist das einzige, was wirklich lebendig ist. Erinnerungszeichnen durch Mittel der Kunst konserviert diese Lebendigkeit" Interview mit Anna Hepp filmportal.interview-mit-anna-hepp

„800 MAL EINSAM ist nicht nur ein Porträt über Edgar Reitz, eine Dokumentation. Vielmehr ist es ein filmisches Essay, ein Experiment. Anna Hepp zeigt deutlich, wie sehr sie Edgar Reitz verehrt und wie wichtig ihr die Beziehung zu ihm ist. In vielen Szenen sitzt sie neben ihm, beobachtend, fragend, kommentierend.“ FBW-Prädikat: wertvoll

“Ein warmherziges, dennoch formal radikales Filmportrait in Schwarzweiß und Farbe über Edgar Reitz in der Begegnung mit einer jungen Filmemacherin.“ epd-film


Frauen, bildet Banden – Eine Spurensuche zur Geschichte „Der Roten Zora“

„ ,Die „Rote Zora` war in den 1970er und 1980er Jahren eine militante Frauengruppe in der BRD, die sich im Verborgenen organisierte. Entstanden war die feministische Gruppe aus dem Kontext der Revolutionären Zellen. Ihre Aktivitäten richteten sich u.a. gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, gegen Gen- und Reproduktionstechnologien, Bevölkerungspolitik und internationale Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft. Zentral waren die Selbstermächtigung der FrauenLesben und der Bruch mit der zugeschriebenen Friedfertigkeit.

Erzählungen von verschiedenen Zeitzeuginnen, Interviews mit einer Historikerin und ehemaligen Zoras lassen die Geschichte der „Roten Zora“ und der damaligen Frauenbewegung wieder lebendig werden. Historische Aufnahmen der Frauen- und Studentinnen*bewegung in der BRD bringen Erinnerungen an die damaligen Kämpfe zurück. FrauenLesben aus anderen Ländern berichten über ihre Begegnung mit dieser Politik heute. Der Film zeigt, dass viele Themen der Roten Zora hoch aktuell sind und bietet viel spannenden Diskussionsstoff zum heutigen Umgang mit dieser Geschichte.“ (Text:FrauenLesbenFilmCollectif LasOtras).

D 2019, FrauenLesbenFilmCollectif lasotras, 75 Min., DF mit engl. UT; in Kooperation mit dem Frauen*Streik Bündnis Bremen.


So. 8.3. / 20:00 * mit Einführung

Mo. 9.3. / 20:00

Di. 10.3. + Mi. 11.3. / 20:30



Booksmart

Amy und Molly sind ziemliche Streber, beste Freundinnen und blicken gegen Ende ihrer Highschool-Zeit mit Bestnoten ihrer Zukunft an einer der amerikanischen Elite-Unis entgegen. Molly hat einen Studienplatz für Jura in Yale fest im Blick, Amy möchte – bevor sie ihr Studium an der Columbia University beginnt - Entwicklungshilfe in Botswana leisten. Doch am Vorabend ihres Highschool-Abschlusses stellen die beiden mit Entsetzten fest, dass sie viel zu viel gelernt und viel zu wenig erlebt haben. Irgendwie haben es nämlich auch Mitschüler an Elite-Unis geschafft, die nur Party im Kopf hatten, statt ihre Nase in Bücher und Zeit in soziale Aktivitäten zu stecken. Fest entschlossen, sich nichts entgehen zu lassen, wollen die beiden all den verpassten Spaß der letzten Jahre in den wenigen noch verbleibenden Stunden auf der Highschool nachholen und einmal so richtig die Sau rauslassen. Doch wie viel Spaß kann man in nur eine einzige Nacht packen? Epische Stunden stehen ihnen bevor…

Gilde-Filmpreis "Bester Jugendfilm" 2019.

USA 2019, Regie: Olivia Wilde, mit Kaitlyn Dever, Beanie Feldstein, Skyler Gisondo, 102 Min., OmU


Do. 12.3. bis Sa. 14.3. + Mi. 18.3. / 18:00

So. 15.3. / 20:00

Mo. 16.3. + Di. 17.3. / 20:30


Trailer

Zum Weiterlesen:

Die US-amerikanische Schauspielerin Olivia Wilde, 35, erlebt nach 15 Jahren Arbeitsleben eine Befreiung: Ihr Aussehen spielt keine Rolle mehr in ihrem neuen Job. Ihr Regiedebüt fürs Kino »Booksmart«, seit vergangener Woche in den amerikanischen Kinos und von Kritikern bereits gefeiert, sei die erste Arbeit, die sie »völlig unabhängig« von ihrem Äußeren habe machen können, sagte sie der »New York Times«. Mehr im Spiegel Magazin.

„Ein präzises Drehbuch mit brillanten Dialogen, außerordentlich talentierte Schauspielerinnen, und eine junge Regisseurin, die sich ihr Handwerk ganz und gar zu eigen gemacht, ihre Entscheidungen wohl überlegt hat. Nicht vom Himmel gefallen ist dieser Film also, sondern ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn brillante Frauen endlich gemeinsam richtig großartige Dinge tun können.“ (Kino-Zeit)

„Die beiden Mädchenfiguren in Booksmart sind komplexe junge Frauen, die eine enge Freundschaft verbindet. Es gibt keine Molly ohne Amy und keine Amy ohne Molly. Sie werden im Leben noch andere Frauen mögen oder gar lieben, aber Booksmart zeigt eine grundlegende Wahrheit: Für viele Mädchen ist die erste große Liebe die beste Freundin.“ (Zeit Online)

Über die Regisseurin Olivia Wilde:

Olivia Wilde (* 10. März 1984 in New York City als Olivia Jane Cockburn) ist eine amerikanische Schauspielerin, Regisseurin und Filmproduzentin… Mehr auf Wikipedia.


Little Women

Neuengland, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die vier March-Schwestern Jo, Meg, Amy und Beth wachsen in der von starren Geschlechterrollen dominierten Gesellschaft der Vereinigten Staaten auf. Während der Vater im Bürgerkrieg dient, kümmert sich die Mutter um die Familie und hilft im Dorf, wo sie kann. Jede Schwester hat eine ganz eigene Vorstellung davon, wie sie ihr Leben gestalten will. Je älter die vier werden, desto deutlicher erkennen sie, welche Hindernisse ihnen bei ihrer Selbstbehauptung als Frauen in den Weg gelegt werden. Während Meg, die älteste der Schwestern, ihrem Herzen folgt, heiratet und sich so in die erwartete Rolle fügt, strebt die temperamentvolle und stolze Jo nach Eigenständigkeit. Sie verachtet das gesellschaftliche Rollendiktat als Ehefrau und Mutter. Die aufopferungsvolle Beth möchte ihrem Heim so lang wie möglich erhalten bleiben und Nesthäkchen Amy will sich in der Malerei ausdrücken.

Basierend auf dem weltberühmten Literaturklassiker von Louisa May Alcott.

USA 2019, Regie: Greta Gerwig, mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Meryl Streep, Timothée Chalamet, 135 Min., OmU


Do. 12.3., Sa. 14.3. + So. 15.3. / 17:30

Mo. 16.3. + Di.17.3. / 20:00

Mi. 18.3. / 20:30

Mi. 25.3. / 15:30


Trailer

Zum Weiterlesen:

„»Ich mag es, wenn Frauen sich schnell bewegen«

Die Amerikanerin Greta Gerwig hat mit großem Staraufgebot »Little Women« gedreht, ihren zweiten Film als Regisseurin. Ein Gespräch über den Mut zum Ehrgeiz und die alles überwindende Kraft des Schreibens.“ (Interview mit Greta Gerwig, SZ Magazin)

„Gerwig setzt diesem Universalismus nun einen liberalen Feminismus entgegen, der individuelle Exzellenz feiert. […] Frauen mit Ehrgeiz und Perspektiven im Leben – die sind nun wirklich Gerwigs Ding.“ (Spiegel Online)

„„Little Women“ ist mitreißendes, immer berührendes, niemals kitschiges Schauspiel-Kino, das einen trotz aller tragischer Ereignisse einfach unfassbar glücklich wieder in den kalten Winter hinaus entlässt.“ (Filmstarts)

Über die Regisseurin Greta Gerwig: Greta Celeste Gerwig (* 4. August 1983 in Sacramento, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Schauspielerin, Drehbuchautorin, Filmregisseurin und Filmproduzentin… Mehr auf Wikipedia


Waterproof

Jordanien ist eins der trockensten Länder der Welt, Wasser ist wertvoll. Traditionelle Normen verbieten es aber einem männlichen Klempner, mit einer Kundin allein zu sein. Nach dem Tod ihres Mannes und als Mutter dreier Kinder hat Khawla Al-Sheikh dieses Verbot für sich genutzt und zur ersten weiblichen Klempnerin Jordaniens ausbilden lassen. Heute unterrichtet sie andere Frauen darin, Rohrbrüche zu reparieren, Wassertanks zu reinigen und Hausfrauen den sparsamen Umgang mit Wasser zu zeigen. Aus der Arbeit ist ein Netzwerk der weiblichen Solidarität und Emanzipation entstanden. Auch die 40-jährige Aysha lässt sich von ihrer progressiven Freundin Khawla mitreißen, immer unabhängiger zu werden. Khawla hat scheinbar alles erreicht, bis sie wegen Korruptionsverdacht vor Gericht treten muss. Daniela Königs Langfilmdebut zeigt, ohne zu bewerten oder zu kommentieren, sie lässt die Frauen sprechen, und erreicht dadurch einen extrem hohen Grad an Realismus.

D 2019, Regie: Daniela König, 88 Min., FBW-Prädikat: besonders wertvoll, arab. OmU


Do. 12.3. / 20:00 * mit Regisseurin Daniela König

Fr. 13.3. + Sa. 14.3. / 20:00

So. 15.3. + Mo. 16.3. / 18:00

Mi. 18.3. / 17:30

Mi. 25.3. / 15:30


Zum Weiterlesen:

„Ihre humorvoll erzählte, originelle Dokumentation über Frauen, die sich mit Rohrzange und Wasserschlauch emanzipieren, lebt von drei wunderbaren Heldinnen, die von Minute zu Minute liebenswerter werden.“ www.programmkino.de

„Eine Chance, sich selbstständig zu machen, hat eine Gruppe von Frauen ergriffen, die sich in Jordanien zu Klempnerinnen ausbilden lässt. Denn männliche Klempner dürfen nicht in Haushalte gehen, in denen Frauen allein sind. „Waterproof“ ist ein starker Film von Daniela König über Freundschaft, Solidarität und Emanzipation von Frauen. Damit helfen sie sich auch über schwierige Situationen hinweg. Ein Film, der Mut macht.“ Kay Hoffmann DOK Fest Leipzig 2019


Xwebun – Selbstsein

Der Film entstand zwischen Mai und Juni 2016 und beleuchtet den Frauenwiderstand in der kurdischen Metropole Amed. Kurz zuvor hatte das türkische Militär im „Städtekrieg“ die Altstadt von Amed-Sur fast vollständig zerstört und dabei zahllose Zivilist*innen getötet. Die Protagonist*innen berichten von der flächendeckenden Repression des türkischen Staates und zeigen gleichzeitig, was für eine Kraft die widerständigen Frauenstrukturen erlangen können. Der kurdische Widerstand war immer auch ein Befreiungskampf der Frauen für Demokratie und gegen die patriarchalen Strukturen der türkischen Regierung. Der Film wird in Erinnerung an Sarah Handelmann/Sara Dorsîn– eine der Filmenmacherinnen – gezeigt. Sie kam im April 2019 bei einem türkischen Luftangriff auf die Medya-Verteidigungsgebiete in Südkurdistan ums Leben.

D 2018, Frauen Film Kollektiv, 60 Min., türkisch/kurdisch OmU


Fr. 13.3. / 17:30 * mit Einführung > Die Einführung entfällt!

In Kooperation mit „Bündnis Bremen für Rojava“



Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde

60 Jahre lang schwieg Marthe Cohn alias Chichinette über ihre unglaubliche Lebensgeschichte und wie sie es schaffte, als Spionin die Nazis zu bekämpfen. Auch ihr Mann wusste nichts. Es begann, als Marthe Hoffnung, eine französische Jüdin aus Metz, im Krieg ihren Verlobten und ihre Schwester verlor. 1945 entschied sie sich, als Spionin für die Alliierten in Nazi-Deutschland für das Ende des Krieges zu kämpfen. Dann sprach Marthe 60 Jahre nicht mehr darüber. Heute, im Alter von 98 Jahren, bereist sie die Welt und vermittelt ihre Botschaft an Menschen aller Generationen: „Es ist immer möglich, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen, auch unter den schlimmsten Umständen“.

Nicola Alice Hens` Film zeichnet, teils in animierten Bildern, Marthes Lebensweg nach und beobachtet, wie sie mit der liebevollen Unterstützung ihres Mannes Major mit fast manischem Eifer die Welt bereist. Denn viel Zeit bleibt in ihrem Alter nicht. Marthe hat Charakter und schnell wird klar, warum sie damals „Chichinette“ - kleine Nervensäge - genannt wurde. Mit Schlagfertigkeit und Charme fesselt Marthe ihr Publikum bei ihren Vorträgen.

D/F 2019, Regie: Nicola Alice Hens, 86 Min, frz./engl. OmU


Do. 19.3. – So. 22.3. / 17:30

Mo. 23.3. + Mi. 25.3. / 20:30


Trailer

Zum Weiterlesen:

„Sie hat eine interessante Persönlichkeit, ihre Jugendlichkeit und Neugierde verbinden sich mit Altersweisheit und einer gewissen Besessenheit“, sagt Hens über Cohn, die aus einer orthodoxen jüdischen Familie namens Hoffnung stammt und zur „abgebrühten“ Spionin wuchs.www.mz-web.de


Über Nicola Alice Hens, Kamerafrau, Filmemacherin und Dozentin

Der teil-animierte Dokumentarfilm “Chichinette - Wie ich zufällig Spionin wurde” ist ihr Langfilm-Debüt. … Filme, die sie als Kamerafrau oder Regisseurin umsetzte wurden weltweit gezeigt und ausgezeichnet, u.a. DOK Leipzig, Jerusalem Filmfestival, Reykjavik Filmfestival, Festival dei Popoli Florence, DOK NYC, Documentary Filmfestival Palm Springs, DocAviv, Dok.fest München, Filmfest Dresden. Mehr infos unter www.nicolahens.de


Pause

Als Elpida die ersten Anzeichen für ihre Menopause erkennt, fällt ihr auf einmal wie Schuppen von den Augen, wie unglücklich sie ist: In trostloser Monotonie bringt sie seit Jahren ihren Hausfrauenalltag hinter sich, gefangen in einer Ehe mit einem Mann, der sich kaum weniger für sie interessieren könnte. Als ein junger Maler das Haus, in dem sie lebt, zu streichen beginnt, kommen in Elpida nie gekannte Sehnsüchte hoch - plötzlich gerät ihr Alltag und auch ihre Wahrnehmung der Realität ins Wanken.

Zentral in Tonia Mishialis Spielfilmdebut ist ist die weibliche Perspektive, aus der sie Elpidas zaghafte Suche nach einem Weg aus einer lieblosen Ehe und ödem Hausfrauenalltag erzählt. „Pause“ war auf mehr als 35 internationalen Filmfestivals vertreten und wurde mehrfach ausgezeichnet.

GR/ZYP 2018, Drehbuch, Produktion, Regie: Tonia Mishiali, mit Stela Fyrogeni, Andreas Vassiliou, 96 Min., OmU


Do. 26.3.+ Fr. 27.3. / 17:30

Sa. 28.3. + So. 29.3. / 20:30

Mo. 30.3. + Di. 31.3. / 18:00


Trailer

Zum Weiterlesen:

„In nüchterner Bebilderung schildert Mishiali diesen stillen Kampf, der vor allem ein Kampf mit sich selbst und den eigenen Lähmungen ist. Mit behutsamer Zurückhaltung beobachtet sie die großartig spielende Stela Fyrogeni, auf deren Gesicht sich all die unterdrückten Emotionen im Widerstreit abzeichnen.“ Nathanael Brohammer auf www.programmkino.de

Tonia Mishialis Website: https://toniamishiali.com/

Über Tonia Mishalis Filmographie als Drehbuchautorin, Produzentin und Regisseurin
www.berlinale-talents.de-tonia-mishiali/profile


Jordanien – Land der Geflüchteten

Fünf Geschichten über‘s Helfen: Der Syrer Mustafa gründet eine NGO für autistische Kinder. Mohammads Mutter bringt anderen Frauen traditionelle palästinensische Nähkunst bei. Der Sudaner Ehab erklärt anderen Jugendlichen das Skaten. Die Klempnerin Saneer aus Syrien repariert kaputte Rohre ihrer Nachbarinnen und Abo organisiert im größten syrischen Flüchtlingscamp der Welt Treffen für Jung und Alt. Bei allen fünf Projekten, die Olivia Samnick und Philipp Lippert hier porträtieren, geht es um Menschen, die anderen helfen - obwohl, oder gerade, weil sie selbst in einer schwierigen Lage stecken. Was sie gemeinsam haben? Sie alle sind nach Jordanien geflüchtet und versuchen hier, sich ein neues Leben aufzubauen. Das betrifft etwa 3 Millionen Menschen und damit jeden dritten Bewohner des Wüstenstaats. Die Filmemacher Olivia Samnick, Journalistin in Hamburg, und Philipp Lippert, freier Journalist in Dortmund und London, finanzierten den Film unter anderem über Crowdfunding.

D 2018, Regie: Olivia Samnick und Philipp Lippert, 70 Min., OmU; in Kooperation mit der Heinrich Böll-Stiftung Bremen


Fr. 27.3. / 20:00 * mit Regisseurin Olivia Samnick

Sa. 28.3., Mo. 30.3. + Di. 31.3. / 17:30


Zum Weiterlesen:

Bericht NDR Kultur


Zu weit weg – KinderKino

Da sein Heimatdorf einem Braunkohletagebau weichen soll, müssen der 12jährige Ben und seine Familie in die nächstgrößere Stadt umziehen. In der neuen Schule ist er erst mal der Außenseiter. Und auch im neuen Fußballverein laufen die Dinge für den talentierten Stürmer nicht wie erhofft. Zu allem Überfluss gibt es noch einen weiteren Neuankömmling an der Schule: Tariq, 11 jahre, Flüchtling aus Syrien, stiehlt ihm erst in der Klasse die Show und punktet dann auch noch auf dem Fußballplatz. Wird Ben im Abseits bleiben – oder hat sein Konkurrent mehr mit ihm gemeinsam, als er denkt?

D 2019, Regie: Sarah Winkenstette, mit Yoran Leicher, Sobhi Awad, 89 Min., ab 10 Jahren


Sa. 14.3. + So. 15.3. / 15:30

Sa. 21.3. / 16:00

So. 22.3. / 15:00 * mit action&fun!


Trailer und Website

Zum Weiterlesen:

„Für das Gelingen dieses topfitten, putzmunteren Familienfilms ist neben Susanne Finken als Autorin vor allem Sarah Winkenstette als Regisseurin zuständig, die ihr hoffnungsvolles Kinodebüt mit leichter Hand und angemessener Sensibilität inszeniert hat. Ebenso aber gebührt den beiden jungen Hauptdarstellern Respekt und Hochachtung.“ www.programmkino.de

„Für die Zielgruppe von 10 bis 12-jährigen zählt in dieser Geschichte vor allem die Freundschaft, die die beiden Jungs verbindet. Einfache und kurze Dialoge machen den Film leicht verständlich und manch coole Kamera- und Specialeffects gaben der Handlung Schwung. Vor allem die schauspielerische Leistung von Tariq hat uns überzeugt und ließ seine Geschichte sehr realistisch wirken, während uns die tragische Story um seinen Bruder mitgerissen hat.“ www.jugend-filmjury.com