Nouvelle Vague

F 2025, Regie: Richard Linklater, mit Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, Paolo Luka-Noé, 106 Min., frz.OmU

Filmszene aus Nouvelle Vague
Do. 23.7., Sa. 25.7., Mo. 27.7. + Mi. 29.7. / 20:00
Fr. 24.7., So. 26.7. + Di. 28.7. / 17:30
Do. 30.7., Sa. 1.8., Mo. 3.8. + Mi. 5.8. / 18:00
Fr. 31.7., So. 2.8. + Di. 4.8. / 20:30
Mi. 5.8. / 15:00

Paris, Ende der 1950er-Jahre: Der 28-jährige Jean-Luc Godard, Journalist und Kritiker bei »Cahiers du cinéma«, hat als Einziger in seinem Freundeskreis noch keinen eigenen Film gemacht. Mit einem verrückten Team, einem amerikanischen Filmstar und wenig Geld dreht er schließlich unter abenteuerlichen Umständen „Außer Atem“. Ein Meisterwerk, dass in die Filmgeschichte eingehen und das internationale Kino für immer verändern wird.
„Nouvelle Vague“ von Kult-Regisseur Richard Linklater (Boyhood, Before Sunrise-Trilogie) feierte seine Weltpremiere beim Filmfestival von Cannes.

Der legendäre französische Filmemacher Godard (1930–2022) gehörte mit François Truffaut und Claude Chabrol zu den führenden Köpfen einer Bewegung, die in den späten 1950er und in den 1960er Jahren das Kino revolutionierte. Der Einsatz von Handkameras, spontanen Dialogen und dokumentarisch anmutenden Drehs auf der Straße wurde zum Markenzeichen der »neuen Welle«.
Linklater hat eine fabelhafte Hommage an die Nouvelle Vague gedreht: überwiegend auf Französisch, in edlem Schwarz-Weiß und im klassischen 35-mm-Format. (Dietmar Kanthak, www.epd-film.de)

Hat man „Außer Atem“ vor Augen, ist es im wahrsten Sinne des Worts atemberaubend, wie Linklater die Szenen nachstellt. Wie er die Drehseite dessen zeigt, was man als Film kennt. Er trifft exakt den Ton und erschafft Bilder, die direkt aus Godards Film stammen könnten. Realität und Fiktion verschwimmen hier miteinander… Richard Linklater ist das Kunststück gelungen, einen höchst ansprechenden Film zu erschaffen, der für Eingeweihte, aber auch Novizen gleichermaßen funktioniert. Man muss kein Bewunderer der Nouvelle Vague sein, um sich bei „Nouvelle Vague“ bestens zu unterhalten. Denn das Unmögliche ist passiert: Ein Amerikaner hat einen europäischen Film gemacht – ein Werk von Cineasten für Cineasten über Cineasten. (Peter Osteried, www.programmkino.de)

Anstatt sich einer nostalgischen Verklärung hinzugeben, zerlegt Linklater den Mythos mit feiner Ironie, cinephiler Zärtlichkeit und seinem typischen Interesse am kreativen Prozess. Nouvelle Vague ist dabei vieles zugleich: Filmbiografie, Hommage, Meta-Essay und eine behutsame Demontage jenes Heldenbildes, das sich um Godard und die Anfänge der Nouvelle Vague gebildet hat. Vor allem aber: ein präzis komponierter Film, der sich bewusst jeder konventionellen Erzählstruktur verweigert.
(Mia Pflüger, www.kino-zeit.de)
 


Das Beste liegt noch vor uns

F/I 2023, Regie: Nanni Moretti, mit Nanni Moretti, Margherita Buy, Mathieu Amalric, 95 Min., ital. OmU

Filmszene aus Das Beste liegt noch vor uns
Do. 30.7., Sa. 1.8., Mo. 3.8. + Mi. 5.8. / 20:00
Fr. 31.7., So. 2.8. + Di. 4.8. / 17:30

Giovanni, ein bekannter italienischer Regisseur der alten Garde, plant mit 70 Jahren sein Magnum Opus. Vorab muss der Alt-Linke Giovanni aber noch seine Hauptdarstellerin überzeugen, dass sein Film über die Gründung der italienischen kommunistischen Partei 1956 mitnichten ein Liebesfilm werden wird. Sie und andere Crewmitglieder bezweifeln zudem, dass es jemals Kommunisten in der politischen Geschichte des Landes gegeben hat. Und sein bankrotter französischer Produzent Pierre hofft, dass ein Netflix Deal die klamme Produktion retten wird. Damit nicht genug, will Giovannis Ehefrau und Produzentin Paola ihn nach langen Jahren verlassen und seine Tochter Emma, die wie immer die Filmmusik schreibt, hat eine Beziehung mit einem Mann, der so alt ist wie er selbst.

Vor allem aber knüpft Nanni Moretti, indem er selbst wieder die Hauptrolle übernimmt, an jene schillernde Form von Autofiktion an, die lange sein Markenzeichen war. Was entstammt der eigenen Biografie? Was ist fiktiv? Das lässt sich bei Moretti viel weniger auseinanderhalten als etwa bei François Truffaut, dessen Die amerikanische Nacht (1973) die Latte für jeden Film-im-Film bis heute 
enorm hoch legt. (Peter Gutting, www.kino-zeit.de)


Es ist gekonnt, wie Moretti die hürdenreiche Entstehung eines Films als Spiegel des eigenen Schaffens nutzt und nebenbei, leicht und liebenswürdig, den gegenwärtigen Zustand der Branche reflektiert. Im Film-im-Film kommentieren sich Fiktion und Realität gegenseitig. In Tag- und Alpträumen erinnert sich der alternde Maestro an die Energie seiner Jugend. Eine Flut von mal ulkigen, mal ironischen Verweisen auf die großen Vorbilder, neben Fellinis »Achteinhalb« die Nouvelle Vague, Verweise auf neuere Arthouse-Meisterwerke und zuletzt sogar ein Anruf bei Martin Scorsese zeigen das Selbstbewusstsein eines Cineasten, der sich als Teil der Filmgeschichte begreift. (Birgit Roschy, www.epd-film.de)