Nouvelle Vague
F 2025, Regie: Richard Linklater, mit Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, Paolo Luka-Noé, 106 Min., frz.OmU

Paris, Ende der 1950er-Jahre: Der 28-jährige Jean-Luc Godard, Journalist und Kritiker bei »Cahiers du cinéma«, hat als Einziger in seinem Freundeskreis noch keinen eigenen Film gemacht. Mit einem verrückten Team, einem amerikanischen Filmstar und wenig Geld dreht er schließlich unter abenteuerlichen Umständen „Außer Atem“. Ein Meisterwerk, dass in die Filmgeschichte eingehen und das internationale Kino für immer verändern wird.
„Nouvelle Vague“ von Kult-Regisseur Richard Linklater (Boyhood, Before Sunrise-Trilogie) feierte seine Weltpremiere beim Filmfestival von Cannes.
Der legendäre französische Filmemacher Godard (1930–2022) gehörte mit François Truffaut und Claude Chabrol zu den führenden Köpfen einer Bewegung, die in den späten 1950er und in den 1960er Jahren das Kino revolutionierte. Der Einsatz von Handkameras, spontanen Dialogen und dokumentarisch anmutenden Drehs auf der Straße wurde zum Markenzeichen der »neuen Welle«.
Linklater hat eine fabelhafte Hommage an die Nouvelle Vague gedreht: überwiegend auf Französisch, in edlem Schwarz-Weiß und im klassischen 35-mm-Format. (Dietmar Kanthak, www.epd-film.de)
Hat man „Außer Atem“ vor Augen, ist es im wahrsten Sinne des Worts atemberaubend, wie Linklater die Szenen nachstellt. Wie er die Drehseite dessen zeigt, was man als Film kennt. Er trifft exakt den Ton und erschafft Bilder, die direkt aus Godards Film stammen könnten. Realität und Fiktion verschwimmen hier miteinander… Richard Linklater ist das Kunststück gelungen, einen höchst ansprechenden Film zu erschaffen, der für Eingeweihte, aber auch Novizen gleichermaßen funktioniert. Man muss kein Bewunderer der Nouvelle Vague sein, um sich bei „Nouvelle Vague“ bestens zu unterhalten. Denn das Unmögliche ist passiert: Ein Amerikaner hat einen europäischen Film gemacht – ein Werk von Cineasten für Cineasten über Cineasten. (Peter Osteried, www.programmkino.de)
Anstatt sich einer nostalgischen Verklärung hinzugeben, zerlegt Linklater den Mythos mit feiner Ironie, cinephiler Zärtlichkeit und seinem typischen Interesse am kreativen Prozess. Nouvelle Vague ist dabei vieles zugleich: Filmbiografie, Hommage, Meta-Essay und eine behutsame Demontage jenes Heldenbildes, das sich um Godard und die Anfänge der Nouvelle Vague gebildet hat. Vor allem aber: ein präzis komponierter Film, der sich bewusst jeder konventionellen Erzählstruktur verweigert.
(Mia Pflüger, www.kino-zeit.de)
