Future Science – Das Ende der Tierversuche?
D 2026, Buch, Regie, Schnitt: Marc Pierschel, 76 Min., DF, teilw. engl. OF

Eine der größten Herausforderungen der modernen Wissenschaft besteht darin, sich von Tierversuchen zu lösen, denn die Fakten sprechen gegen ein Festhalten an Methoden, die keine sicheren Ergebnisse erbringen. „Wir sehen, dass 95 % der Medikamente, die in menschliche Prüfungen gehen, versagen und das, obwohl sie hervorragend in Mäusen und Ratten gewirkt haben. Das kann so auf Dauer nicht funktionieren“, so Biomediziner Thomas Hartung von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore/USA. Schon aus Kostengründen sind die großen Pharmafirmen deswegen sehr an alternativen Methoden interessiert. Wer also hat ein Interesse daran, an diesem umstrittenen Standard festzuhalten – obwohl er wissenschaftlich wie ethisch zunehmend infrage gestellt wird? Wieso müssen trotzdem 3,5 Millionen Tiere allein in Deutschland im Jahr 2023 für Versuche sterben? Und wie funktioniert das milliardenschwere System der Tierversuche, das weit über die Medizin hinausreicht?
Marc Pierschel beleuchtet die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Mechanismen dieses alten Systems und stellt ihnen die Pionier*innen gegenüber, die mit modernen Technologien wie Multi-Organ-Chips, 3D-Bioprinting und Künstlicher Intelligenz eine neue, menschlichere Forschung vorantreiben. So streben die Niederlande schon länger an, weltweit Vorreiter tierfreier Innovation zu werden. Anders als Deutschland, dass hier im internationalen Vergleich weit zurück liegt.
Zu Gast:
Marc Pierschel, Regisseur
Dr. Melanie Seiler, Primatologin, Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Insa Warms-Cangalovic, Tierschutzbeirat Bremen
Brigitte Wohner-Mäurer, Bremer Tierschutzverein e.V.
Moderation:
Dr. Ing. habil. Robert Porzel, Ärzte gegen Tierversuche e.V.
In Kooperation mit Ärzte gegen Tierversuche e.V. und dem Bremer Tierschutzverein e.V..
Flyer zum Download
Content Note: Der Film enthält Beschreibungen von Tierleid und Tierversuchen. Er zeigt keine Bilder von Tierleid oder Tierqual. Er ist ab 12 Jahren freigegeben.
2024 wurden in Deutschland über drei Millionen Tiere für “wissenschaftliche Zwecke” gequält und getötet. Davon waren die Hälfte Mäuse, aber auch Katzen, Hunde, Vögel oder Kaninchen befanden sich darunter. Oft geht es dabei nur um Grundlagenforschung, also Forschung ohne konkretes Ziel.
Massimo Maio spricht darüber auf radio3 mit dem Regisseur des Films Marc Pierschel (www.radiodrei.de)
Marc Pierschel, 1978 in Hildesheim geboren, hat sich in seinem bisherigen filmischen Werk immer wieder mit dem Verhältnis von Mensch und Tier befasst. In seinem jüngsten Film setzt er auf eine nüchterne Bestandsaufnahme und einen konstruktiven Blick in die nahe Zukunft. Pierschel verzichtet mit wenigen Ausnahmen auf das naheliegende Gestaltungsmittel simpler Thesenfilme, provozierende Schockbilder zu präsentieren. Denn diese lösen allzu leicht Abwehrmechanismen aus und ermöglichen es dem wissenschaftlichen Establishment, berechtigte Hinweise auf Missstände und Fehlentwicklungen als Affekthandlungen von Aktivisten abzuwehren. (Reinhard Kleber, www.kino-zeit.de)
Hintergrundinfo: Wie viele Tiere sterben jährlich für Tierversuche?

