In Kooperation mit Sternkultur laden wir zum Tag der deutschen Einheit ins Silent Cinema ein – umsonst und draußen auf dem Hillmannplatz! Los geht es am Freitagabend mit zwei deutschen Komödien: In Wir können auch anders machen sich zwei Brüder aus Westdeutschland auf den Weg in den Osten, um in der Nähe von Schwerin ein neues Leben zu beginnen (D 1993, 92 Min.). Fr. 2.10. / 18:00 // In Zwei zu eins entdecken drei Freund*innen im Sommer 1990 durch Zufall DDR-Millionen, aus denen sich doch noch Kapital schlagen müsste (D 2024, 116 Min.). Fr. 2.10. / 21:00 

Am Samstag ist das KIJUKO Filmfestival mit zwei Animationsfilmen zu Gast: In Die Winzlinge – Operation Zuckerdose leben winzige Bewohner in einem wunderschönen Tal friedlich miteinander, bis eines Tages eine Ameise einen fabelhaften Schatz entdeckt (F/B 2014, 88 Min., ab 5 J.). Sa. 3.10. / 12:30 // In Fritzi – Eine Wendewundergeschichte mach sich Fritzi im Herbst 1989 auf die Suche nach ihrer Freundin, die nicht aus dem Ungarnurlaub zurückgekehrt ist (D 2019, 86 Min., ab 8 J.). Sa. 3.10. / 18:00  

In Kooperation mit der Ausstellung „Die Kids sind nicht alright“ im Syker Vorwerk läuft abends der Dokumentarfilm Fortschritt im Tal der Ahnungslosen: 30 Jahre nach dem Mauerfall wird in der Ruine des VEB „Fortschritt" das Erbe der DDR zwischen ehemaligen Werksarbeitern und syrischen Geflüchteten neu verhandelt (D 2021, 67 Min., OmU). Sa. 3.10. / 20:00 * mit Kuratorin Dr. Marina Beeck

Wir können auch anders

D 1993, Regie: Detlev Buck, mit Joachim Król, Horst Krause, Sophie Rois, 92 Min.

Filmszene aus Wir können auch anders
Fr. 2.10. / 18:00 ★ Umsonst und draußen auf dem Hillmannplatz!

Zwei Brüder, die beide weder lesen noch schreiben können, durchqueren Deutschland, um ihr Erbe geltend zu machen. Auf ihrem Weg treffen sie Viktor, einen desertierten Soldaten der sowjetischen Roten Armee, und Nadine, eine wunderschöne junge Frau. Nach einem Zwischenfall mit einigen Straßenräubern, der sich mit Viktors Kalaschnikow leicht lösen lässt, werden sie des Mordes beschuldigt — etwas, das sie weder beabsichtigt noch realisiert hatten. Sie behaupten, Nadine sei ihre Geisel und fliehen vor den Polizeikräften, bis sie die Küste erreichen.


Zwei zu eins

D 2024, Regie: Natja Brunckhorst, mit Sandra Hüller, Max Riemelt, Ronald Zehrfeld, 116 Min.

Filmszene aus Zwei zu eins
Fr. 2.10. / 21:00 ★ Umsonst und draußen auf dem Hillmannplatz!

Halberstadt im Sommer 1990. Maren, Robert und Volker kennen und lieben sich seit ihrer Kindheit. Eher zufällig finden sie in einem alten Schacht die Millionen der DDR, die dort eingelagert wurden, um zu verrotten. Die Drei schmuggeln Rucksäcke voll Geld heraus. Gemeinsam mit ihren Freunden und Nachbarn entwickeln sie ein ausgeklügeltes System, um das inzwischen wertlose Geld in Waren zu tauschen und den anrauschenden Westlern und ihrem Kapitalismus ein Schnippchen zu schlagen. 

ZWEI ZU EINS, eine große Liebes- und Freundschaftskomödie über Geld und Gerechtigkeit mit Sandra Hüller, Max Riemelt und Ronald Zehrfeld in den Hauptrollen. Eine Hommage an eine sehr besondere Zeit, in der alles möglich schien.


Die Winzlinge – Operation Zuckerdose

F/B 2014, Regie: Hélène Giraud & Thomas Szabo, Animation, 88 Min., empfohlen ab 5 Jahren

Filmszene aus Die Winzlinge – Operation Zuckerdose
Sa. 3.10. / 12:30 ★ Umsonst und draußen auf dem Hillmannplatz!

In einem wunderschönen Tal leben viele winzige Tierchen friedlich miteinander, bis eines Tages eine schwarze Ameise einen fabelhaften Schatz entdeckt: eine vergessene Zuckerdose. Darin versteckt sich ein kleiner Marienkäfer, der seine Familie verloren hat. Die Ameisen und der Käfer freunden sich an und machen sich auf, die süße Beute zum heimatlichen Hügel zu tragen. Doch ein Stamm roter Ameisen hat es ebenfalls auf die Zuckerdose abgesehen. Eine tollkühne Jagd durch blumige Wiesen, wilde Wälder und reißende Flüsse beginnt. Werden die Freunde es schaffen, den köstlichen Schatz sicher nach Hause zu bringen? 

Das Zusammenspiel aus animierten Figuren und echten Naturaufnahmen macht „Die Winzlinge“ optisch so besonders und ließen den charmanten Film in vielen Ländern zu einem Kinoerfolg werden.


Fritzi – Eine Wendewundergeschichte

D 2019, Regie: Ralf Kukula & Matthias Bruhn, Animation, 86 Min., FSK 6, empfohlen ab 8 Jahren

Filmszene aus Fritzi – Eine Wendewundergeschichte
Sa. 3.10. / 18:00 ★ Umsonst und draußen auf dem Hillmannplatz!

Leipzig, 1989. Liebevoll kümmert sich die zwölfjährige Fritzi um den kleinen Sputnik. Er ist der Hund ihrer besten Freundin Sophie, die über die Sommerferien mit ihrer Mutter nach Ungarn gefahren ist. Doch zum Schulanfang kehrt Sophie nicht in die Klasse zurück. Wie viele andere ist sie in den Westen geflohen. Was soll denn nun bloß aus Sputnik werden? Mutig macht sich Fritzi auf die Suche nach ihrer Freundin, um ihr den Hund zurückzubringen. Dabei gerät sie in ein Abenteuer, das die Zukunft des ganzen Landes verändert. 

Mit sehr viel Liebe zum Detail gezeichnet schildert der spannende Animationsfilm die Friedliche Revolution im Herbst 1989 aus dem Blickwinkel eines Kindes – Sondervorstellung passend zum Tag der Deutschen Einheit.


Fortschritt im Tal der Ahnungslosen

D 2021, Buch & Regie: Florian Kunert, 67 Min., arab., dt. OmU

Filmszene aus Fortschritt im Tal der Ahnungslosen
Sa. 3.10. / 20:00 ★ mit Kuratorin Dr. Meta Marina Beeck – Umsonst und draußen auf dem Hillmannplatz!

30 Jahre nach dem Mauerfall wird in dem ehemals volkseigenen Betrieb „Fortschritt“ das Erbe der Deutschen Demokratischen Republik neu verhandelt. Wo früher Mähdrescher hergestellt wurden, wohnen jetzt Asylbewerber, die sich mit wöchentlichen, rassistischen Demonstrationen in Ostdeutschland konfrontiert sehen. Die syrischen Asylbewerber bekommen von ehemaligen Werksarbeitern Hilfe bei ihrem Deutsch- Orientierungskurs. Was mit einer humorvoll inszenierten Deutschklasse in der „Fortschritt“-Ruine beginnt, endet mit Schulstunden in Staatsbürgerkunde und einem GST-Militärlager. Getrieben von der persönlichen Befangenheit des Regisseurs, der in das Ende der DDR hineingeboren wurde, werden die Reenactments dekonstruiert und die gesellschaftlichen Prägungen des DDR-Alltags sichtbar. In dieser Erinnerungsarbeit geht es vor allem um die Sprache, die Vermutungen zulässt, aber nie bestätigt. Die nostalgisch schwelgt und es sich zugleich verbietet. Archivmaterial knüpft das sozialistische Band der Freundschaft zwischen Syrien und der DDR neu, das die Staaten in den Achtzigerjahren miteinander verband. Der ortsansässige Heimatchor kommentiert in DDR- Liedern Anspruch und Wirklichkeit des ersten, deutschen Arbeiter- und Bauernstaates. Dabei steht alles und jeder für mehr als nur sich selbst. Die „Fortschritt“- Ruine wird zum Symbol einer verlorenen Heimat, das die Grenzen zwischen der DDR und Syrien, zwischen damals und heute verschwimmen lässt. Der Versuch einer Annäherung, eine sozialistische Utopie.

In Kooperation mit der Ausstellung “Die Kids sind nicht alright” im Syker Vorwerk

Gewinner Deutscher Kurzfilmpreis
Interview mit Regisseur Florian Kunert auf Fluter.de

“Fortschritt im Tal der Ahnungslosen” versucht gar nicht erst, dort eine zwingende Kausalität zu konstruieren, wo es sich vielmehr um verzweigende Wege handelt, die sich zu unterschiedlichen Zeiten immer wieder kreuzen, die sich in der abgerissenen Ruine des Kombinats überlagern, das zwischenzeitlich eine Unterkunft für Geflüchtete war. Der Film findet für all diese Ambivalenzen gerade in den kleinen Gesten der Berührung treffende Bilder, die jede zeitliche und räumliche Distanz überwinden […] Wie wunderbar die Inszenierung dieses Film als Dokumentar-Komödie funktioniert, zeigt sich im triumphalen und großartig grotesken Schlussbild […] (Lars Dolkemeyer, www.kino-zeit.de)

Interview mit dem Regisseur Florian Kunert und j:mag