queerfilmnacht

Die queerfilmnacht vereint die beiden bisherigen Filmprogramme – die rein lesbisch ausgerichtete L-Filmnacht und die schwule Gay-Filmnacht – und öffnet sich zugleich gegenüber Filmen, die auch andere sexuelle Identitäten wie Bisexualität, Transgender, Intersexualität usw. thematisieren.

Die queerfilmnacht wird präsentiert vom Online-Magazin www.sissymag.de und zeigt deutschlandweit sowie in Österreich in gut 30 Kinos die besten Filme, die das queere Weltkino aktuell zu bieten hat. Jeder Film wird von sissy in einer ausführlichen Rezension besprochen.

Maspalomas

E 2025, Regie: Jose Mari Goenaga, Aitor Arregi, mit José Ramón Soroiz, Kandido Uranga, FSK 16, 115 Min., bask.,span. OmU

Filmszene aus Maspalomas
Fr. 18.9. / 20:00

Sommersonne, Strand und Partys: 25 Jahre nach seinem späten Outing genießt der 76-jährige Vicente sein Leben als offen schwuler Mann auf Gran Canaria. Doch ein plötzlicher Schlaganfall verändert alles: Seine Tochter holt ihn nach San Sebastián zurück, er landet in einem Pflegeheim und muss einmal mehr ein neues Leben beginnen. Denn um Problemen aus dem Weg zu gehen, verheimlicht er nun wieder seine Sexualität und wird zu dem traurigen alten Mann, der er nie sein wollte. Bis ihm sein neuer Mitbewohner klarmacht, dass er sich damit nicht abfinden darf.
Ist ein Neuanfang mit 76 Jahren möglich, wenn man sich kein schöneres Leben vorstellen kann als das alte? Mit ihrem melancholisch-warmherzigen Comedy-Drama „Maspalomas“ liefern die baskischen Regisseure Jose Mari Goenaga und Altor Arregi vom Filmemacher-Kollektiv Moriarti ein überzeugendes Plädoyer, auch in Momenten größter Verzweiflung nicht die Hoffnung zu verlieren. Herz und Seele dieses sehr menschlichen Films ist José Ramón Soroiz in der Rolle des Vicente, wofür er beim Filmfestival in San Sebastián sowie bei den Goyas als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Beim International Film Festival Sonoma gewann der Film den Großen Preis der Jury, beim Filmfest München wurde „Maspalomas“ mit dem QMS-Award für den besten queeren Spielfilm ausgerzeichnet.

Mit ihrem melancholisch-warmherzigen Comedy-Drama «Maspalomas» liefern die beiden baskischen Regisseure ein überzeugendes Plädoyer, auch in Momenten grösster Verzweiflung nicht aufzugeben. Herz und Seele dieses tief menschlichen Films ist José Ramón Soroiz in der Rolle des Vicente, wofür er beim Filmfestival in San Sebastián sowie bei den Goyas als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Dabei begeistert der Film sein Publikum über alle Altersgrenzen hinweg. (www.riffraff-houdini.ch)

José Ramón Soroiz bleibt als innerlich zerrissene Hauptfigur mit einer eindringlichen und schonungslos offenen Darstellung im Gedächtnis. Selbiges gilt für die vielen Facetten und Motive, die Arregi und Goenaga stimmig und stilsicher zusammenführen. Neben der Sichtbarkeit älterer Queers und der Frage nach gelebter Sexualität im Alter, verhandelt der Film respektvoll die Schattenseiten des Älterwerdens. Es geht um Krankheiten, Entmündigung und den Verlust der Autonomie. Darüber hinaus schlägt das Drama leise Töne der Versöhnung an. (Björn Schneider, www.programmkino.de)