A Poet

Un poeta - COL/D/S 2025, Regie: Simón Mesa Soto, mit Ubeimar Rios, Rebeca Andrade, Guillermo Cardona, 123 Min., FSK 16, span. OmU

Filmszene aus A Poet
Do. 30.7., Sa. 1.8., Mo. 3.8. + Mi. 5.8. / 17:30
Fr. 31.7., So. 2.8. + Di. 4.8. / 20:00

Vor vielen Jahren konnte der Lehrer Oscar einen schmalen Gedichtband veröffentlichen, den aber niemand wahrgenommen hat. Doch seine Besessenheit von der Poesie hat ihn nie losgelassen und der Misserfolg zum Klischee des gescheiterten Dichters gemacht - launisch, betrunken und pleite. Als er Yurlady begegnet – ein Teenager aus der sozialen Unterschicht mit erstaunlichem Talent – keimt ein Funken Licht in seinem Schattendasein auf. Seine Idee, sie beim Poesiefestival Medellins vorzustellen, gibt ihm wieder Lebensmut. Auch wenn die 15-jährige Yurlady zunächst kein großes Interesse an der hohen Kunst zeigt, lässt er nicht locker. 
Regisseur Simón Mesa Soto arbeitet selber noch als Lehrer für seinen Lebensunterhalt, da es in Kolumbien sehr schwierig ist, Filme zu realisieren. Oscar ist seiner Aussage nach quasi sein künftiges Alter Ego angesichts der Frage: „Was wäre, wenn ich in der Kunst scheitere?“ 
Jurypreis 2025 bei den Filmfestspielen von Cannes und von Kolumbien in der Kategorie bester internationaler Film für die Oscars 2026 eingereicht.

In seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt „Amparo“ (2021) überrascht der kolumbianische Regisseur Simón Mesa Soto mit einem Besetzungscoup: Die Hauptrolle des erfolglosen Poeten vertraute er Ubeimar Rios an, einem Bekannten, der noch nie vor einer Filmkamera stand, die Herausforderung aber souverän meistert…
Mit seiner schlampigen Kleidung, seiner leicht gebeugten Haltung und den ungepflegten Haaren ist Oscar ein Außenseiter par excellence, eine gescheiterte Existenz mit umso größerem intellektuellem Ehrgeiz. Die skurrile Komik seiner Auftritte entspringt vor allem dem Kontrast von Selbstüberschätzung und Selbstmitleid. (Reinhard Kleber, www.kino-zeit.de)