Germaine Acogny – Die Essenz des Tanzes

D/F 2025, Regie: Greta-Marie Becker, mit Germaine Acogny, 89 Min., frz., engl., wolof OmU

Filmszene aus Germaine Acogny – Die Essenz des Tanzes
Do. 28.5., Sa. 30.5. + Mi. 3.6. / 17:30
Fr. 29.5. + So. 31.5. / 20:00
Do. 4.6., Sa. 6.6., Mo. 8.6. + Mi. 10.6. / 20:30
So. 7.6. / 18:00
Mi. 10.6. / 15:30

Germaine Acogny wird als „Mutter des afrikanischen zeitgenössischen Tanzes" bezeichnet und ist eine der wichtigsten künstlerischen Stimmen Afrikas. In Benin geboren, im Senegal aufgewachsen, studierte Acogny in Paris. Später verband sie traditionelle westafrikanische Tänze mit europäischen Tanzformen und entwickelte daraus ihre Acogny-Technik. Mehr als 50 Jahre auf internationalen Bühnen und als Lehrerin junger Tänzer*innen haben die heute 80-jährige Künstlerin zur Tanzikone eines ganzen Kontinents gemacht. 2021 wurde die Tänzerin, Choreografin und Mentorin mit dem Goldenen Löwen des Tanzes von Venedig für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Greta-Marie Becker verbindet Archivmaterial mit aktuellen Interviews und Aufnahmen und zeigt dabei die unermüdliche Energie, mit der Germaine Acogny lebt. Sie tanzt immer noch und ermutigt neue Generationen afrikanischer und internationaler Tänzer*innen in ihrer einzigartigen Schule l'École des Sables im Senegal.

Greta-Marie Becker hat über Acognys außergewöhnliche Karriere eine fantastische Dokumentation gedreht, die für den CineCoPro-Award nominiert wurde. Der Award würdigt internationale Koproduktionen mit deutscher Beteiligung. Die Regisseurin ist zu Germaine Acogny in die École des Sables gegangen, hat Archivbilder von großartigen Produktionen herausgekramt und viele ihrer Schüler*innen, Freund*innen und Kolleg*innen befragt. Alle sind sich einig: Germaine Acogny ist ein bemerkenswertes Idol und Tanzikone. (tanznet.de)


Friendly Fire - Erich Fried

D/A 2025, Regie: Klaus Fried, 109 Min., dt., engl. OmU

Filmszene aus Friendly Fire - Erich Fried
Do. 18.6., Sa. 20.6. + Mo. 22.6. / 17:30
So. 21.6. + Di. 23.6. / 20:00
Do. 25.6., Sa. 27.6., Mo. 29.6. + Mi. 1.7. / 20:30
So. 28.6. + Di. 30.6. / 18:00
Mi. 1.7. / 15:30

Der Österreicher Erich Fried (1921 bis 1988) ist einer der meistgelesenen, deutschsprachigen Lyriker. Fried, der als junger Mann 1938 aus Wien vor den Nazis geflohen war, setzte sich später sein Leben lang und unverdrossen für Verständigung und Versöhnung auch extremer politischer Überzeugungen ein. Fried war der Meinung: Wo Worte versagen, sprechen die Waffen. Er dichtete und demonstrierte um der Freiheit willen. Das Haus in London war Treffpunkt von Idealisten, Terroristen, Neonazis und Horden kiffender Hippies. Für seine Besucher ein Guru, war Fried für seine eigenen Kinder oft schwer zu erreichen.
Sein Sohn Klaus beklagt, dass er ihn mit einer Generation junger Deutscher teilen musste, die ihren eigenen Eltern nicht trauen wollten: „Für uns war er ,Papa‘ - ein Spielzeugmacher und ein Insektenretter. Ein rundbäuchiger Brotstopfer, der mit seinen Fettfingern alles reparieren konnte. Ein Hamsterer, der an keinem Müllcontainer vorbeikam, ohne ihn nach irgendwelchen ausrangierten Dingen zu plündern, die er zur großen Empörung meiner Mutter nach Hause schleppte.“ 
Über Gespräche mit Geschwistern, Freunden und Zeitgenossen erinnert Klaus Fried mit diesem persönlichen Porträt an seinen innig geliebten Vater. Der titelgebende Terminus „Friendly fire“ bedeutet „versehentlicher Angriff auf die eigenen Truppen“ und deutet an, dass Erich Fried auf seinem Weg für das Gute und Vernünftige Verluste in Kauf nahm. Dreimal war er verheiratet. Klaus Fried und sein Zwillingsbruder sind die jüngsten Kinder, sie waren 19, als der Vater starb. 

Fast 30 Jahre nach seinem Tod, darf man sich fragen, was hätte der große Europäer Erich Fried, der von London aus die Welt beobachtete und kommentierte, zu unserer heutigen Welt zusagen? Zum Populismus, zum wieder Erstarken von Rassismus und
Faschismus, zur Cancel Culture, zu Gaza und Israel? Vermutlich hätte Erich Fried versucht die zerrissenen Fäden wiederaufzuheben, versucht die abgebrochenen Gespräche wieder in Gang zu bringen, so wie sein Sohn Klaus das mit seinem Film versucht (Quelle: Presseheft)

Festivalleiter Daniel Sponsel vom DokFest München zum Eröffnungsfilm 2025:
„Der Film von Klaus Fried und Julia Albrecht ist ein Geschenk zur richtigen Zeit, thematisch hoch aktuell, voller Ambivalenzen und eine vielschichtige Familien-Saga. Erich Fried vereinte als Künstler und Mensch die heftigsten Widersprüche: Als heimatvertriebener jüdischer Emigrant aus dem nationalsozialistischen Deutschland wird er zum strengen Kritiker der israelischen Politik. Als linker Pazifist sucht er den Austausch mit dem bekennenden Neonazi Michael Kühnen. Als Vater bleibt er dem Sohn Klaus ein Rätsel: überlebensgroß und doch zutiefst menschlich.“
„Das ist ein Film, der mich sehr berührt hat, weil er so viel Zeitgeschichte aus dem 20. Jahrhundert in sich trägt und so viele Punkte auch emotional anspricht. Was Familie angeht, was das Erbe angeht, auch das Erbe eines Traumas. Ein sehr bewegender Film.“ (www.dokfest-muenchen.de)