Hiddensee

D 2026, Regie: Annekatrin Hendel, 119 Min.

Filmszene aus Hiddensee
Do. 20.8. + Mo. 24.8. / 17:30
Sa. 22.8. / 17:30 ★

mit Regisseurin Annekatrin Hendel | Leider musste die Regisseurin kurzfristig absagen.

So. 23.8. + Di. 25.8. / 20:00
Mi. 26.8. / 17:45
Do. 27.8., Sa. 29.8., Mo. 31.8. + Mi. 2.9. / 20:30
Fr. 28.8., So. 30.8. + Di. 1.9. / 18:00
Mi. 2.9. / 15:30

Die Urlaubsinsel Hiddensee in der Ostsee war und ist für viele ein legendärer Sehnsuchtsort und Synonym für Freiheit. Egal, ob Kunstschaffende, Punk, Celebrity, FKK-Fan oder Sonnenhungrige - seit vielen Jahrzehnten strömen die Menschen in Scharen auf den gerade mal 17 km langen Streifen Land. In ihrem Dokumentarfilm entdeckt Annekatrin Hendel die letzten 100 Jahre Inselgeschichte. Bereits in den schillernden 1920er Jahren galt Hiddensee als Zufluchtsort der intellektuellen Avantgarde, wie zum Beispiel für den Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann oder den Stummfilmstar Asta Nielsen. Bis heute ist Hiddensee auch Schauplatz der vielen politischen Konflikte, die sich im Rest der Nation abspielen – sozusagen Deutschland im Miniaturformat. 
Annekatrin Hendels in Schwarz-Weiß gehaltene Dokumentation wurde bei den Sweden Film Awards als „Best Feature Documentary“ ausgezeichnet.

„Hiddensee“ ist eine stille Liebeserklärung an die kleine Ostseeinsel, aber zugleich mehr als das. Annekatrin Hendel spannt in atmosphärischen Schwarz-Weiß-Bildern einen Bogen über 100 Jahre deutscher Geschichte – und über viele individuelle Geschichten, die sich mit dem großen Ganzen verzahnen. Das Essayhafte ihrer Herangehensweise schafft urlaubstypische Luft zum Atmen, hat aber auch die Kehrseite, dass man über manche Leute gern mehr erfahren hätte. (Peter Gutting, www.film-rezensionen.de)


Diamanti

I 2024, Regie: Ferzan Özpetek, mit Luisa Ranieri, Jasmine Trinca, 135 Min., ital. OmU

Filmszene aus Diamanti
Do. 3.9., Sa. 5.9., Mo. 7.9. + Mi. 9.9. / 17:30
Fr. 4.9., So. 6.9. + Di. 8.9. / 20:00
Do. 10.9., Sa. 12.9., Mo. 14.9. + Mi. 16.9. / 20:30
Fr. 11.9. + So. 13.9. / 18:00
Mi. 16.9. / 15:30

Ein Regisseur lädt seine 18 Lieblingsschauspielerinnen zu sich nach Hause ein, um ihnen sein neustes Filmprojekt vorzustellen. Schauplatz der Handlung soll eine große Filmschneiderei im Rom der 1970er Jahre sein, das von zwei Schwestern geführt wird. Alberta leitet das Atelier mit strenger Hand, unterstützt von ihrer ruhigen und oft abwesend wirkenden Schwester Gabriella. Als sie einen großen Auftrag für einen Kostümfilm bekommen, werden die Schneiderinnen zu Höchstleistungen angetrieben und es herrscht emsiges Treiben im Atelier. Doch die Frauen hier sind nicht nur einfache Arbeiterinnen, sondern bilden zudem ein solidarisches Kollektiv, in dem sie sich gegenseitig unterstützen. 
Regisseur Ferzan Öztepeks neuer Spielfilm verwebt die Metaebenen seiner Filmhandlung miteinander und lässt auch eine gehörige Portion autobiographischer Inspiration einfließen. „Diamanti“ wurde unter anderem mit dem Publikumspreis „David dello Spettatore“ und auf dem Ciak d’Oro 2024 in der Kategorie Beste Regie und Bestes Drehbuch ausgezeichnet.

Interview mit Regisseur Ferzan Özpetek: „Ich habe immer daran gedacht, einen Film nur mit Schauspielerinnen zu machen, aber ich hatte nie den Mut dazu, weil ich fälschlicherweise dachte, es wäre schwierig. (Quelle: Verleih)

Elegant, opulent und voller Herzenswärme inszeniert, getragen von einem exquisiten Cast aus zahlreichen namhaften italienischen Schauspielerinnen und untermalt von der schwelgerischen Filmmusik ist Diamanti ein Film, der ganz genau weiß, manchmal vielleicht sogar ein wenig zu genau kalkuliert hat, welche Knöpfe er bei seinem Publikum drücken muss, damit sich die angestrebten ganz großen Gefühle einstellen. … „Diamanti“ ist aber nicht nur das, sondern auch eine Hommage an die Kunst des Kostümbildes, an das Handwerk und all die normalerweise unsichtbaren Hände, die zum Entstehen und Gelingen eines Filmes beitragen. (Joachim Kurz, www.kinozeit.de)

Mit „Diamanti“ erfüllte sich der türkisch-italienische Regisseur Ferzan Özpetek den Traum eines Films fast ausschließlich über und mit Frauen … Die einleitende Metaebene, in der Regisseur Özpetek sich selbst „spielt“, wird am Schluss durch eine weitere Metaebene ergänzt, die den Film transzendiert und auf ein poetisches Podest hebt. Ein beglückendes, feierliches Werk. Große Empfehlung! (Sabina Zeithammer, www.falter.at)

Der neue Film von Ferzan Özpetek ist eine opulente Hommage an die Macht weiblicher Solidarität und die erzählerische Kraft des Kostüms. (www.filmfesthamburg.de)
 


Billie

D 2025, Regie: Sheri Hagen, mit Ruby Commey, Thelma Buabeng, Timo Jacobs, 108 Min.

Filmszene aus Billie
Do. 17.9., Sa. 19.9. + Mo. 21.9. / 20:00
Fr. 18.9. / 17:30 ★

mit Regisseurin Sheri Hagen

So. 20.9. + Di. 22.9. / 17:30
Do. 24.9., Sa. 26.9. + Mo. 28.9. / 18:00
So. 27.9. + Di. 29.9. / 20:30
Mi. 30.9. / 15:00

Nina und Angie sind beste Freundinnen und schlagen sich gemeinsam durchs Leben. Und das ist bei beiden nicht gerade rosarot: Nina leidet unter ihrem gewalttätigen Mann, traut sich aber nicht ihn zu verlassen, und Angie ist alleinerziehend und hat große Geldsorgen. Weil Rahel, Angies pubertierende Tochter, 300 Euro für eine Klassenfahrt benötigt, besuchen die Freundinnen die Bank, in der Ninas Ehemann Marc arbeitet. Sie wollen ihn nach einem Kleinkredit fragen, doch Marc weist die Frauen unfreundlich zurück. Angie verliert daraufhin die Beherrschung und die Situation gerät unversehens außer Kontrolle. Plötzlich sitzen die beiden in der Bank fest und was als Missverständnis begann, endet in einer nicht geplanten Geiselnahme. 
Die deutsch-nigerianische Regisseurin, Schauspielerin, Autorin und Filmproduzentin Sheri Hagen wurde für ihren dritten Spielfilm mit dem Jury Award beim Pan African Film & Arts Festival 2026 ausgezeichnet.

Ausgezeichnet mit dem Jury Award beim Pan African Film & Arts Festival 2026
„Gerade als Schwarze Filmschaffende bedeutet mir diese Ehrung unendlich viel. So viele meiner Schwarzen Vorbilder wurden durch dieses Festival endlich wirklich gesehen und fanden dort die Sichtbarkeit, die ihnen so lange verwehrt blieb. Diese Ehrung gilt uns allen. Gemeinsam haben wir diesen Film möglich gemacht – es ist einfach wunderschön.“ (Sheri Hagen – Regisseurin und Produzentin von BILLIE, Götz-George-Stiftung)

Genau daraus schöpft der Film seinen Witz und seine Radikalität: Sheri Hagen kann alles, was ihr etwa zur Situation von Schwarzen Frauen in Deutschland auf dem Herzen liegt, im Rahmen dieser surrealen Räuberpistole zur Sprache bringen. Sie inszeniert das zugleich so unterhaltsam und komplex, dass einer der besten Lacher mit Polizeieinsätzen gegen die Antifa zu tun hat und auch ein Thema wie häusliche Gewalt gegen Frauen mit viel Empathie und Zorn behandelt werden kann. (Willfried Hippen, www.taz.de)

Mit ihrer Produktionsfirma Equality Film GmbH hat es sich Sheri Hagen zum Ziel gesetzt, relevante Filme zu schaffen, die eine vielfältige Gesellschaft abbilden, was ihr mit „Billie“ definitiv gelungen ist: Im Mittelpunkt stehen zwei Schwarze Frauen, die sich in der deutschen Gesellschaft behaupten müssen und als Katalysator für Themen wie Rassismus oder häusliche Gewalt dienen… im Verlauf des Films wird immer wieder deutlich, wie wichtig der Regisseurin diese Thematiken des intersektionalen Feminismus sind – sie selbst setzte hier ein Herzensprojekt um… fehlt dem Film an einigen Stellen vielleicht noch der Feinschliff, spürt man doch durchgängig, das Herzblut, das in das Projekt geflossen ist. Umso sehenswerter ist „Billie“ außerdem, weil hier Perspektiven gezeigt werden, die – insbesondere im deutschen Film – bisher nur selten repräsentiert werden. (Lea Morgenstern, www.spot-media.de)
 


Hirten

CDN/F 2024, Regie: Sophie Deraspe, mit Félix-Antoine Duval, Solène Rigot, 113 Min., frz. OmU

Filmszene aus Hirten
Mo. 26.10. / 20:00
Di. 27.10. / 17:30
Do. 29.10., Sa. 31.10., Mo. 2.11. + Mi. 4.11. / 18:00
Fr. 30.10., So. 1.11. + Di. 3.11. / 20:30
Mi. 4.11. / 15:00

Montréal, ein Großraumbüro, endlose Deadlines: Werbetexter Mathyas hat genug. Nach einem Zusammenbruch kehrt er der Stadt und seinem Beruf den Rücken und landet, ohne festen Plan, in der Provence. Das entschleunigte Leben in den Bergen zieht ihn sofort in seinen Bann. Fernab von Kampagnen und Terminen, mitten in der Natur. Sein Entschluss steht schnell fest: Er will Hirte werden. Dass ihm dafür jegliche Erfahrung fehlt, hält ihn nicht ab. Anders als die Schafe selbst, die sich als deutlich widerspenstiger erweisen als gedacht. Schnell wird Mathyas klar, dass das Hirtenleben mit seinen eigenen romantischen Vorstellungen wenig gemein hat: Wölfe lauern, Stürme ziehen auf, und die misstrauischen Blicke der ansässigen Bauern lassen ihn an seinem Vorhaben zweifeln. Dann kreuzt Élise seinen Weg, eine Verwaltungsbeamtin, die ebenso spontan ihrem alten Leben den Rücken gekehrt hat. Zu zweit stellen sie sich einer Herausforderung, die kaum größer sein könnte: einen kompletten Sommer lang, allein verantwortlich für 827 Schafe, hoch oben in den Alpen.  
Sophie Deraspes Film basiert auf dem autobiographischen Roman „D'où viens-tu, berger?“ von Mathyas Lefebure und wurde beim Toronto International Film Festival 2024 als Bester kanadischer Film ausgezeichnet.