Enrico Berlinguer - La Grande Ambizione
I 2024, Regie: Andrea Segre, mit Elio Germano, Stefano Abbati, 122 Min., OmU

Enrico Berlinguer, Generalsekretär der einflussreichen Kommunistischen Partei Italien (PCI), grenzte sich Anfang der 1970er Jahre vom sowjetisch geprägten Sozialismus ab. Stattdessen versuchte er, den Sozialismus mit westlichen Demokratievorstellungen zu versöhnen. In der in zwei Blöcke gespaltenen Welt jener Jahre setzte Berlinguer sich mit Nachdruck dafür ein, die Dogmen des Kalten Krieges zu überwinden. So suchte er, gegen alle Widerstände, den Dialog mit Aldo Moro, dem Chef der Christdemokraten. Und wäre Moro nicht von den kommunistischen Roten Brigaden ermordet worden, hätte Berlinguer mit seinem Charisma Italien mit einem „historischen Kompromiss” wohl nachhaltig verändern können.
Der von Elio Germano meisterhaft gespielte Berlinguer beeindruckt noch heute durch seine politische Weitsicht und seine persönliche Opferbereitschaft. Ergänzt mit eindrucksvollen Archivbildern überzeugt der Film von Andrea Segre nicht nur als berührendes Drama des Kampfes eines Mannes für eine gerechtere Gesellschaft, sondern auch als großartiges Porträt einer von Hoffnungen und Enttäuschungen geprägten Epoche. Ein filmisches Monument der Solidarität und Menschlichkeit, das uns als Utopie hoffentlich noch lange erhalten bleibt. Hanspeter Stalder (www.der-andere-fim.ch)
Der Film war 2024 einer der zehn bestbesuchten Filme Italiens und nominiert für zahlreiche Preise, wobei Hauptdarsteller Elio Germano den Preis als bester Darsteller des Filmfestivals Rom und des David di Donatello Awards erhielt. Regisseur Andrea Segre sagt, sein Film habe viel Zuspruch bei einem jüngeren Publikum, da Berlinguers Weg einer demokratischen Linken Rezepte für heute bieten könne. (wikipedia.de)

