Zwischen uns das Meer

F/M/B/KAT 2024, Drehbuch, Regie: Saïd Hamich Benlarb, mit Ayoub Gretaa, Anna Mouglalis, Grégoire Colin, 117 Min., frz. OmU

Filmszene aus Zwischen uns das Meer
Do. 23.4., Sa. 25.4., Mo. 27.4. + Mi. 29.4. / 17:30
So. 26.4. + Di. 28.4. / 20:00
Do. 30.4., Sa. 2.5. + Mo. 4.5. / 20:30
Fr. 1.5. / 18:00

Marseille, Anfang der 1990er Jahre. Der 27-jährige Nour ist ohne Papiere aus Marokko nach Frankreich gekommen. Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs und kleinen Geschäften durch und lebt ein Leben am Rand der Gesellschaft, frei und doch fragil. Als Nour Serge begegnet, einem charismatischen und unberechenbaren Polizisten, verändert sich sein Leben grundlegend. Durch Serge lernt Nour auch dessen Frau Noémie kennen. Die beiden sind zwar verheiratet, doch Serge fühlt sich mehr zu Männern hingezogen. Noémie hat dies jahrelang stillschweigend ertragen und beginnt nun eine Affäre mit Nour. Zwischen den dreien entsteht eine Beziehung aus Begehren, Abhängigkeit und Sehnsucht. Über ein Jahrzehnt prägen Freundschaft, Liebe und Verlust Nours Leben im Exil.

Interview mit Saïd Hamich Benlarb:
Aber für ZWISCHEN UNS DAS MEER wollte ich mich mit der Flüchtigkeit des Gefühls des Exils auseinandersetzen. Der Versuch, den schwer fassbaren Aspekt des Exils einzufangen, schien mir nur durch die Romantik möglich. Ich wollte meine Figuren nicht auf ihre Identität als Migranten reduzieren, sondern ihre Unsicherheiten, Freundschaften, Liebesbeziehungen und Ansichten zeigen. (Presseheft)

›Across the Sea‹ begleitet seinen Hauptcharakter über rund zehn Jahre und zeichnet so das Bild einer ganzen Epoche. Dabei erzählt der Film unglaublich facettenreich von Liebe und Lust in all ihren Formen sowie von der ungeheuren persönlichen Last der Migration. Für Nour wird sie gar zur existenziellen Bedrohung. Doch am Ende bleibt uns die Hoffnung, dass die Liebe ihn zu retten vermag. Ein Film von großer Menschlichkeit. Publikumspreis 2024, Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2024


Gavagai

D/F 2025, Buch, Regie: Ulrich Köhler, mit Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, 89 Min., frz., engl., dt., wolof OmU

Filmszene aus Gavagai
Do. 30.4., Sa. 2.5. + Mo. 4.5. / 17:30
Fr. 1.5., So. 3.5. + Di. 5.5. / 20:00
Sa. 9.5., Mo. 11.5. + Mi. 13.5. / 20:30
So. 10.5. + Di. 12.5. / 18:00
Mi. 13.5. / 15:30

An der Küste des Senegal dreht die weiße französische Regisseurin Caroline Lescaut mit einem weitgehend afrikanischen Cast eine moderne Adaption der antiken griechischen Tragödie Medea. Sie verlegt die Geschichte über eine verlassene Königstochter aus Kolchis, die aus grenzenloser Verzweiflung ihre beiden Kinder tötet, aus dem antiken Griechenland nach Westafrika. Ihre – weiße - Medea wird von einem afrikanischen Stamm versklavt und Thronfolger Jason, Vater ihrer Kinder, verstößt sie. Die provokative Konstellation sorgt schon beim Drehen in Dakar für Turbulenzen und Diskussionen über Rassismus. Gespielt werden Medea und Jason von Maja und Nourou, die jenseits des Sets eine Affäre beginnen. Als der Film dann Monate später in Berlin Premiere feiert, nehmen die verheiratete Maja und Nourou ihre heimliche Liaison wieder auf. In Berlin vertauschen sich ihre Rollen und Machtpositionen verschieben sich. 
Drehbuchautor und Regisseur Ulrich Köhler, 1969 in Marburg/Lahn geboren, hat eine besondere Beziehung zum afrikanischen Kontinent. Mit seinen Eltern, beide Entwicklungshelfer, lebte er von 1974 bis 1979 in Zaire - heute Demokratische Republik Kongo. 2011 drehte er in Kamerun seinen Spielfilm „Schlafkrankheit“ über die Odyssee eines Mediziners, der den inneren Halt verliert.

Der auf Französisch, Englisch, Deutsch und Wolof gedrehte Film erweist sich als vielschichtige Reflexion über Kunst und Moral, Rassismus und Postkolonialismus, Machtstrukturen und Identität. Das zeigt sich nicht zuletzt am raffinierten Spiel mit Figurenkonstellationen und Bedeutungsverschiebungen. So ist Jason auf der Filmebene ein Täter, weil er Medea verstößt, sein Darsteller Nourou wird dagegen auf der Metaebene zum Opfer, als er in Berlin gleich zwei Mal von Wachpersonal gestoppt wird. Im Gegenzug wird Maja im Film ein Opfer der Verbannung, während sie sich in Berlin zu Gunsten von Nourou als „Weiße Retterin“ aufspielt. (Reinhard Kleber, www.kino-zeit.de)

Nun reflektiert Köhler also in doppelter Weise sein eigenes filmisches Schaffen, stellt Fragen über das Verhältnissen von Menschen, deutet an, wie schwer es ist, Vorwürfen für ein vorgeblich unbedachtes künstlerischen Tun zu entgehen, so sehr man sich auch bemüht. Wie stets in seinen Filmen, bedient sich Köhler Ellipsen und Leerstellen, deutet mehr an, als auf den Punkt zu bringen, lässt Raum und Luft, verzichtet dadurch aber auch auf eine Zuspitzung, die manchmal gut tun würde. Ein kluger Film ist „Gavagai“ geworden, stellt interessante, relevante Fragen, bleibt aber auch etwas zurückhaltend, akademisch und kontrolliert. (Michael Meyns, www.programmkino.de)


Alpha

F/B 2025, Regie: Julia Ducournau, mit Tahar Rahim, Golshifteh Farahani, Mélissa Boros, Finnegan Oldfield, Emma Mackey, FSK 16, 128 Min., OmU

Filmszene aus Alpha
Sa. 9.5., Mo. 11.5. + Mi. 13.5. / 20:00
So. 10.5. + Di. 12.5. / 17:30
Do. 14.5., Sa. 16.5. + Mi. 20.5. / 18:00
Fr. 15.5., So. 17.5. + Di. 19.5. / 20:30
Mi. 20.5. / 15:00

In Frankreich in den 1980er Jahren: Auf einer Party lässt sich die 13jährige Alpha ein Tattoo stechen. Ihre Mutter, eine alleinerziehende Ärztin, ist alarmiert. Es grassiert ein gefährlicher Virus im Land, das den Körper der Infizierten langsam, aber unausweichlich zu Marmor erstarren lässt. Ihr drogensüchtiger Bruder Amin ist bereits daran erkrankt. Möglicherweise war Alphas Tattoonadel mit fremdem Blut verschmutzt, denn die Wunde entzündet sich. Um sicher zu gehen, isoliert Alphas Mutter sie und ihren Onkel Amin zu Hause. Wie in einem Fiebertraum oder den Wahnvorstellungen eines Heroinrausches beginnen Alphas 13jähriges Ich mit ihrem 5jährigen zu verschmelzen, Gegenwärtiges und Erinnerungen verschwimmen.
ALPHA feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes, wo Julia Ducournau vor vier Jahren für „Titane“ mit der Goldene Palme ausgezeichnet worden war.

Interview mit Julia Ducournau über »Alpha« in Epd Film
„Wir leben in einem Zustand permanenter Erschütterung. Jeden Tag neue Katastrophen, neue Kriege, neue Krisen. Um weiterleben zu können, verdrängen wir vieles davon. Aber wenn Angst und Trauer dauerhaft unterdrückt werden, geben wir sie an die nächste Generation weiter. Ich bin deshalb in meinen Film zurückgegangen zu dem Moment in meinem Leben, in dem ich das erste Mal das Gefühl hatte, in einer Welt aufzuwachsen, in der überall Menschen sterben und jeder ersetzbar ist. Dieses Gefühl von Isolation erkenne ich heute wieder.“ (www.epd-film.de)

Während Ducournaus frühere Filme eine monströse Weiblichkeit entwarfen, die den patriarchalen Status quo herausfordert, richtet »Alpha« den Blick auf Weiblichkeitsbilder, die mit radikaler Selbstaufopferung verbunden sind. Auch wenn Alpha keine Kannibalin oder Serienmörderin ist wie die Hauptfiguren in »Raw« und »Titane«, fordert sie dennoch auf ihre eigene Art den Status quo heraus – und hinterfragt das Verhalten ihrer Mutter. Ob sie damit Erfolg hat, lässt der Film in einem betörend wie verstörend schönen Schlussbild offen. (Ipke Cornils, www.epd-film.de)


In vielerlei Hinsicht mutet „Alpha“ konventioneller an als Ducournaus erste beiden Filme „Raw“ und „Titane“, die auf den ersten Blick radikaler wirkten, bisweilen ihre Lust an der Provokation ausstellten. „Alpha“ dagegen wirkt reifer, bewusster, verliert sich nicht mehr in betont transgressiven Momenten, sondern beschreibt auf emotionale und besonders in der zweiten Hälfte mitreißende Weise, wie drei Menschen herauszufinden wollen, wann und ob es sich zu Leben lohnt. Ein überraschendes, hartes, berührendes Drama über die Folgen einer Epidemie auf eine Familie (Michael Meyns, www.programmkino.de)


Andor Hirsch

Orphan - H/GB/D/F 2025, Drehbuch, Regie: László Nemes, mit Bojtorján Barábas, Andrea Waskovics, Grégory Gadebois, 132 Min., OmU

Filmszene aus Andor Hirsch
Do. 14.5., Sa. 16.5., Mo. 18.5. + Mi. 20.5. / 20:00
Fr. 15.5., So. 17.5. + Di. 19.5. / 17:30
Do. 21.5., Sa. 23.5., Mo. 25.5. + Mi. 27.5. / 18:00
Fr. 22.5., So. 24.5. + Di. 26.5. / 20:30
Mi. 27.5. / 15:00

Budapest im Jahr 1957. Ein Jahr zuvor war der von Studenten geführter anti-stalinistische Aufstand von sowjetischen Truppen niedergeschlagen worden und die Folgen des Holocaust sind in vielen zerbrochenen Familien noch immer spürbar. Hier wächst der zwölfjährige Andor Hirsch allein bei seiner Mutter Klára auf, die Jüdin ist. Mit Kriegsbeginn hatte sie den Säugling in ein Waisenhaus gegeben und sich selber versteckt, während ihr Mann in ein Lager verbracht wurde. Vier Jahre ist Andor alt, als Klára den Jungen wieder aus dem Heim holt, doch auch acht Jahre später bleibt er seiner Mutter gegenüber misstrauisch. Der vermutlich tote Vater, ein Schaffner, ist dagegen für Andor ein innerer Kompass: Er spricht mit ihm im Heizkeller und klammert sich an Relikte aus der gemeinsamen Zeit. Als sich seine Mutter mit dem schroffen Metzger Berend verlobt, ist Andor wütend. Dabei ist Berend der Mann, der Klára in den Jahren des Holocaust und nach dem Verschwinden von ihrem Mann beschützt hat. Doch das da noch mehr gewesen sein muss, als sie ihm erzählt, spürt Andor. Regisseur László Nemes hat sich für seinen Film vom Leben seines Vaters inspirieren lassen.

László Nemes, berühmt für das radikal subjektive Holocaust-Drama „Son of Saul", erzählt erneut von einem Leben als Produkt der Weltkriegsgeschichte. Diesmal ist alles auf den Blick des Jungen verengt: gedreht auf 35 mm, in engen, subjektiven Bildern, die wie vergilbte Postkarten wirken. Das jüdische Erbe bleibt ein Makel, die Gesellschaft ein Minenfeld. … Mit formaler Strenge und bedrückender Intensität reiht sich Nemes in die Tradition des ungarischen Modernismus – von Jancsó bis Tarr – ein. Ein Film über Schuld und Schweigen und den Horror der Abstammung. (www.14films.de)

Es ist eine Geschichte von großer, klangvoll widerhallender Traurigkeit, offenbar verwurzelt in der eigenen Familiengeschichte des Regisseurs. Doch wie von Nemes und Co-Autorin Clara Royer erzählt, ist er ungleichmäßig getaktet und merkwürdig wenig fesselnd – die meisten seiner entscheidenden Erzählerkarten werden weniger als zur Hälfte enthüllt und läuft danach mehr oder weniger auf der Stelle– mit einer kraftvollen, aber erstickenden Wirkung. (Guy Lodge, wwwvariety.com)

Für die Mankos im erzählerischen Bereich entschädigen die Bilder. Die Aufnahmen von Kameramann Mátyás Erdély im strengen 4:3-Format sind in trist-nostalgischen Sepiatönen gehalten und zeichnen stimmungsvoll das Bild einer von Armut und Angst geprägten Gesellschaft in der Nachkriegszeit. Gerade die letzte Einstellung des Filmes ist von grandioser Schönheit - einer Schönheit, die im krassen Widerspruch steht zum Schrecken, die das kommunistische Regime in den 1950er-Jahren über das Land gebracht hat. (Simon Eberhard, www.outnow.ch)


Enrico Berlinguer - La Grande Ambizione

I 2024, Regie: Andrea Segre, mit Elio Germano, Stefano Abbati, 122 Min., OmU

Filmszene aus Enrico Berlinguer - La Grande Ambizione
Do. 21.5., Sa. 23.5., Mo. 25.5. + Mi. 27.5. / 20:00
So. 24.5. + Di. 26.5. / 17:30
Do. 28.5., Mo. 1.6. + Mi. 3.6. / 20:30
So. 31.5. + Di. 2.6. / 18:00
Mi. 3.6. / 15:30

Enrico Berlinguer, Generalsekretär der einflussreichen Kommunistischen Partei Italien (PCI), grenzte sich Anfang der 1970er Jahre vom sowjetisch geprägten Sozialismus ab. Stattdessen versuchte er, den Sozialismus mit westlichen Demokratievorstellungen zu versöhnen. In der in zwei Blöcke gespaltenen Welt jener Jahre setzte Berlinguer sich mit Nachdruck dafür ein, die Dogmen des Kalten Krieges zu überwinden. So suchte er, gegen alle Widerstände, den Dialog mit Aldo Moro, dem Chef der Christdemokraten. Und wäre Moro nicht von den kommunistischen Roten Brigaden ermordet worden, hätte Berlinguer mit seinem Charisma Italien mit einem „historischen Kompromiss” wohl nachhaltig verändern können.

Der von Elio Germano meisterhaft gespielte Berlinguer beeindruckt noch heute durch seine politische Weitsicht und seine persönliche Opferbereitschaft. Ergänzt mit eindrucksvollen Archivbildern überzeugt der Film von Andrea Segre nicht nur als berührendes Drama des Kampfes eines Mannes für eine gerechtere Gesellschaft, sondern auch als großartiges Porträt einer von Hoffnungen und Enttäuschungen geprägten Epoche. Ein filmisches Monument der Solidarität und Menschlichkeit, das uns als Utopie hoffentlich noch lange erhalten bleibt. Hanspeter Stalder (www.der-andere-fim.ch

Der Film war 2024 einer der zehn bestbesuchten Filme Italiens und nominiert für zahlreiche Preise, wobei Hauptdarsteller Elio Germano den Preis als bester Darsteller des Filmfestivals Rom und des David di Donatello Awards erhielt. Regisseur Andrea Segre sagt, sein Film habe viel Zuspruch bei einem jüngeren Publikum, da Berlinguers Weg einer demokratischen Linken Rezepte für heute bieten könne. (wikipedia.de)


Born to Fake

D 2025, Regie: Eric Brehmer, Benjamin Rost, 93 Min.

Filmszene aus Born to Fake
Do. 28.5. / 20:00 ★ mit Regisseur
Fr. 29.5., So. 31.5. + Di. 2.6. / 17:30
Sa. 30.5. + Mo. 1.6. / 20:00

Im Jahr 1996 wurde einer der bis heute größten Medienskandale Deutschland bekannt: Michael Born verkaufte sechs Jahre lang er als selbsternannter Journalist dem Privatfernsehen Beiträge, deren zum Teil absurde Inhalte frei erfunden waren. Seine Videos – beispielsweise über Kindersklaven in Indien, die Teppiche für Ikea weben oder klandestine Ku-Klux-Klan-Treffen in der Eiffel – waren sensationslustig und trotzdem fanden keine Nachprüfungen statt. Erst als er seine Bekannten und Freunde, die als Akteure fungieren, einmal zu oft einsetzte, fiel der Schwindel auf. Beim Gerichtsprozess galt es dann die Schuldfrage zu klären: Lag sie nur beim Hochstapler Born? Oder auch auch bei den Fernsehsendern und dem Chefredakteur von Stern TV, damals Günter Jauch? Letztlich wird nur Michael Born wegen mehrfachen Betrugs verurteilt. Die beiden Dokumentarfilmer Benjamin Rost und Erec Brehmer bekamen nach dem Tod von Michael Born 2019 kistenweise Originalmaterial in die Hände – Aufnahmen, die Michael Born einst selbst für seine Fälschungen drehte. Aus diesem Fundus, Interview mit Zeitzeugen und Ausschnitten aus den Originalsendungen entsteht ein ebenso unterhaltsamer und immer wieder unglaublicher Dokumentarfilm, der die Mechanik des Falls präzise nachzeichnet und zugleich seine Folgen für die Gegenwart beleuchtet.
Und die Regisseure stellen im Film die uralte Frage nach der Wahrheit. Wo es kein Original gibt, kann es auch keine Fälschung geben, argumentiert der eine. Die Wahrheit ist das Original, meint der andere. Aber gibt es sie überhaupt? Und was passiert heute mit der Glaubwürdigkeit von Dokumentationen im Zeitalter meisterhafter Manipulation?

Jurybegründung, One Future Preis: „Bei der Rekonstruktion des Einzelfalls blicken die Regisseure hinter die Kulissen der Jagd nach den Aufmerksamkeitsdrogen Auflage, Likes und Klicks. Sie benennen Strukturen und lassen sich selbst bei der Arbeit in die Karten schauen." (Biberacher Filmfestspiele, www.erecbrehmer.com)

Ein Großteil seines Privatarchivs, bestehend aus (beruflichen wie privaten) Filmdokumenten sowie Fotos, ging an seinen guten Freund Roland Berger. Glücklicherweise stellte der österreichische Regisseur, der in „Born to Fake“ als einer der wichtigsten Befragten auftritt, den Doku-Machern Erec Brehmer und Benjamin Rost diesen Archivschatz zur Verfügung. Die Aufnahmen offenbaren unter anderem, wie Born vorging und seine Beiträge entstanden.
Bis heute ist es kaum vorstellbar, dass die dilettantisch umgesetzten und mit Borns Freunden realisierten Beiträge von den Redaktionen gekauft und schließlich einem Millionenpublikum präsentiert wurden. Allein die bizarren Themen hätten den Verdacht der TV-Journalisten erregen müssen. (Björn Schneider, www.programmkino.de)