Solange du lebst
BRD 1955, Regie: Harald Reinl, mit Marianne Koch, Adrian Hoven, Karin Dor, 99 Min.

Im spanischen Bürgerkrieg überraschen Flieger der deutschen Wehrmachts-Legion „Condor“ die sich einen Bergpfad entlangschlängelnden Soldaten der Internationalen Brigaden. Teresa, die Verlobte des lokalen Kommandeurs der Franco-Truppen, entdeckt den während der Gefechte abgestürzten deutschen Kampfpiloten Michael. Sie versteckt ihn, beginnt ihn zu pflegen und verliebt sich.
Während des spanischen Bürgerkrieges unterstützten zahlreiche Länder eine der beiden Gruppierungen des Bürgerkrieges in Spanien. Entweder die der zuvor gewählte Volksfrontregierung oder die der Putschisten unter General Franco. Deutschland entsandte mit der Wehrmachts-Legion Condor eine verdeckt operierende Einheit, die auf Seiten Francos kämpfte und maßgeblichen Anteil an dessen Sieg hatte. Die Legion Condor wurde durch den Luftangriff auf Guernica am 26. April 1937 bekannt, der zu einem Symbol für den Terror gegen die Zivilbevölkerung wurde.
Der spätere Winnetou- und Edgar-Wallace-Regisseur Harald Reinl, verherrlichte 1955 in „Solange Du lebst“ offen die Bombardierung der Spanischen Republik durch die „Legion Condor“. In der Kinowerbung wurde Reinls Liebesdrama um einen, hinter der „roten“ Linie abgestürzten deutschen Kampfflieger angepriesen als: „Ein Film voller Menschlichkeit, abseits jeder Tendenz“. (www.deutschlandfunkkultur.de)
Kann die souveräne Machart des Films dessen Story kaschieren? Nicht erst heute reibt man sich – immerhin ein deutscher Film von 1955 – die Augen. Auch Teile der zeitgenössischen Presse kritisierten die formschön verpackte Ideologie. Der Tagesspiegel sprach von „Nazi-Verherrlichung“, die Berliner Stimme von „nachträgliche[r] Humanisierung und Legalisierung“ der „wieder sagenumwobenen Legion Condor“. (Deutsches Historisches Museum)

