Eine Reihe, kuratiert vom Instituto Cervantes unter der Leitung von Wolfgang Martin Hamdorf.

2026 jährt sich zum neunzigsten Mal der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, der 1939 mit der Niederlage der Spanischen Republik und dem Beginn der langjährigen Diktatur Francos endete.

Die Filme:

Mo. 23.3. / 18:00: Der Spanische Bürgerkrieg im Film: Dokumentarfilme
Mo. 20.4. / 18:00: Fünf Patronenhülsen (1960) von Frank Beyer
Mo. 18.5. / 18:00: Solange du lebst (1955) von Harald Reinl
Mo. 22.6. / 18:00: Mientras dure la guerra (2019) von Alejandro Amenábar

Bei jeder Filmvorführung der Reihe lädt das Instituto Cervantes Bremen Sie auf ein Glas Wein aus einer spanischen Region ein! Kleine Köstlichkeiten kommen von Pura Mila.

Hier geht es zur Seite des Instituto Cervantes Bremen mit den Filmbeschreibungen auf Deutsch und auf Spanisch.

Solange du lebst

BRD 1955, Regie: Harald Reinl, mit Marianne Koch, Adrian Hoven, Karin Dor, 99 Min. 

Filmszene aus Solange du lebst
Mo. 18.5. / 18:00 ★ In Kooperation mit dem Instituto Cervantes, das vorab auf ein Glas Wein einlädt.

Im spanischen Bürgerkrieg überraschen Flieger der deutschen Wehrmachts-Legion „Condor“ die sich einen Bergpfad entlangschlängelnden Soldaten der Internationalen Brigaden. Teresa, die Verlobte des lokalen Kommandeurs der Franco-Truppen, entdeckt den während der Gefechte abgestürzten deutschen Kampfpiloten Michael. Sie versteckt ihn, beginnt ihn zu pflegen und verliebt sich. 

Während des spanischen Bürgerkrieges unterstützten zahlreiche Länder eine der beiden Gruppierungen des Bürgerkrieges in Spanien. Entweder die der zuvor gewählte Volksfrontregierung oder die der Putschisten unter General Franco. Deutschland entsandte mit der Wehrmachts-Legion Condor eine verdeckt operierende Einheit, die auf Seiten Francos kämpfte und maßgeblichen Anteil an dessen Sieg hatte. Die Legion Condor wurde durch den Luftangriff auf Guernica am 26. April 1937 bekannt, der zu einem Symbol für den Terror gegen die Zivilbevölkerung wurde. 

Der spätere Winnetou- und Edgar-Wallace-Regisseur Harald Reinl, verherrlichte 1955 in „Solange Du lebst“ offen die Bombardierung der Spanischen Republik durch die „Legion Condor“. In der Kinowerbung wurde Reinls Liebesdrama um einen, hinter der „roten“ Linie abgestürzten deutschen Kampfflieger angepriesen als: „Ein Film voller Menschlichkeit, abseits jeder Tendenz“. (www.deutschlandfunkkultur.de)

Kann die souveräne Machart des Films dessen Story kaschieren? Nicht erst heute reibt man sich – immerhin ein deutscher Film von 1955 – die Augen. Auch Teile der zeitgenössischen Presse kritisierten die formschön verpackte Ideologie. Der Tagesspiegel sprach von „Nazi-Verherrlichung“, die Berliner Stimme von „nachträgliche[r] Humanisierung und Legalisierung“ der „wieder sagenumwobenen Legion Condor“. (Deutsches Historisches Museum)


While at War

Mientras dure la guerra - SP 2019, Regie: Alejandro Amenábar, mit Karra Elejalde, Eduard Fernández, Santi Prego, 107 Min., OmengU

Filmszene aus While at War
©Teresa Isasi
Mo. 22.6. / 18:00 ★ In Kooperation mit dem Instituto Cervantes, das vorab auf ein Glas Wein einlädt.

Salamanca, Sommer 1931. Der gefeierte Schriftsteller Miguel de Unamuno wird von der Zweiten Spanische Republik als Rektor auf Lebenszeit an der Universität von Salamanca berufen. Unamuno ist Befürworter der Demokratiebewegung und der Republik und ab 1931 bis 1933 auch Abgeordneter im Parlament. Bald aber überwirft er sich mit Regierungschef Manuel Azaña, da er etliche der Reformen für zu radikal hält und eine Anarchie fürchtet. Als der Militärputsch antidemokratischer und antikommunistischer Generäle Mitte Juli 1936 den Bürgerkrieg einleitet, entscheidet sich der liberale Unamuno diese zu unterstützen. Er hofft, dass sie Ordnung in das herrschendes Chaos nach dem Ende der Monarchie bringen werden und schlägt sich auf die Seite der Rechtsrepublikaner, Großgrundbesitzer, Falangisten und der Kirche. 

Als durch die Truppen von General Franco der Konflikt im Land immer mehr eskaliert und einige seiner Freunde und Kollegen inhaftiert und ermordet werden, muss er jedoch erkennen, dass er sich im Charakter des Aufstandes getäuscht hatte. Es ging nie um eine Erneuerung der Republik, sondern um die Wiederherstellung der Monarchie, gegen die er so lange gekämpft hatte. Bei einem Festakt in Salamanca mit Unamuno als Rektor und Francos Frau Carmen Polo kommt es schließlich zum Eklat, bei dem Unamuno mit seiner bis heute berühmten Rede sein Leben riskiert.


Fünf Patronenhülsen

DDR 1960, Regie: Frank Beyer, mit Armin Mueller-Stahl, Erwin Geschonneck, Manfred Krug, 87 Min.

Mo. 20.4.2026 / 18:00 ★ Das Instituto Cervantes Bremen lädt Sie auf ein Glas Wein aus einer spanischen Region ein! Kleine Köstlichkeiten kommen von Pura Mila.

In den Internationalen Brigaden gegen die Franco-Truppen sind auch Deutsche angetreten. Während des Spanienkrieges deckt der deutsche Kommissar Witting mit sechs Freiwilligen - ein Pole, Russe, Bulgare, Franzose, Spanier und ein Deutscher - den Rückzug eines Bataillons. Nach ausgeführtem Auftrag müssen sie sich durch die feindlichen Linien schlagen. Witting wird schwer verwundet. Vor seinem Tod übergibt er den Kameraden eine Meldung für den Stab – in Einzelstücke aufgeteilt und in fünf Patronenhülsen gesteckt. Zusammenhalten und durchkommen lautet die Devise. Der Auftrag spornt sie an, die glühende Hitze der Sierra auszuhalten. Ohne einen Tropfen Wasser müssen sich die Soldaten ihren Weg durch die Berge in der Hitze Spaniens bahnen. Getragen allein vom Willen, ihren Auftrag zu erfüllen, kämpfen sie sich voran. Doch mit jeder Stunde wird das Durchhalten härter und der Zusammenhalt der Truppe brüchiger. 
Beyers dritter Spielfilm behandelt eine Episode aus dem Spanischen Bürgerkrieg im Jahr 1936. Mit Ernst Busch hatte Beyer eine Person für die Filmmusik gewonnen, die den Spanischen Bürgerkrieg aus eigener Anschauung kannte: Dort war er 1937 als Sänger vor den Internationalen Brigaden aufgetreten. Auf ihrer Seite hatte auch Drehbuchautor Walter Gorrish 1936 mitgekämpft. Er immigrierte nach Frankreich, wurde im Zweiten Weltkrieg ans Dritte Reich ausgeliefert, lief aber zur Roten Armee über und kehrte mit ihr 1945 als Offizier nach Ostdeutschland zurück.

Kommunistischer Widerstand gegen den Faschismus: Das erscheint als ein Leitmotiv des Kinos von DEFA-Regisseur Frank Beyer (1932-2006), insbesondere bei seinen drei frühen Filmen „Fünf Patronenhülsen“ (1960), „Königskinder“ (1962) und „Nackt unter Wölfen“ (1963). Eine wichtige Rolle spielt dabei der Zusammenhang der sujets mit der noch jungen DDR. „Fünf Patronenhülsen“ erzählt seine politische Botschaft mit einer spannenden Geschichte und gewissem Pathos: als Abbild des Zeitgeistes in vielen DEFA-Filmen der Epoche. (www.kunstundfilm.de)

Ein Film, zu dem man das DEFA-Studio beglückwünschen möchte, ein starker, leidenschaftlicher, erregender Film, durchglüht von sozialistischem Humanismus, vom Glauben an die Kraft, an die Würde des Menschen. Nach "Wo du hingehst" und "Mich dürstet" der dritte Film aus dem spanischen Freiheitskampf, und der beste. Er erzählt die dramatische Geschichte von 5 Soldaten der Internationalen Brigade und ihrem Kommissar, die bis zur letzten Patrone den Rückzug ihres Bataillons decken. (Rosemarie Rehahn, Wochenpost, Berlin/DDR, Nr. 46, November 1960)

Der Film wurde in Bulgarien und im Harz in der Nähe von Quedlinburg gedreht. Felsen der Teufelsmauer im Harz wurden mit weißer Farbe bespritzt, um die Sierra Nevada zu simulieren…
Ulrich Thein kaufte einen der ausgemergelten Filmesel, den er dann per Flugzeug in die DDR einfliegen ließ. Für den Esel, den Thein auf den Namen „Charlie Brown“ taufte, wurden vom Ministerium für Staatssicherheit Akten angelegt. (www.wikipedia.de)


Der Spanische Bürgerkrieg im Film: Dokumentarfilme

Zwei Dokumentarfilme, 90 Min., span. OmU

Mo. 23.3.2026 / 18:00 ★ Eröffnung der Reihe mit Begrüßung, Einführung von Wolfgang Martin Hamdorf, Wein & kleinen Köstlichkeiten

La vieja memoria. 
Der Spanische Bürgerkrieg im Film: Dokumentarfilme
Wir eröffnen diese Filmreihe über den Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) mit einer Auswahl von Dokumentarfilmen jener Jahre. Der Filmkritiker Wolfgang Martin Hamdorf wird zur gesamten Reihe sowie zu den zwei Filmen des Eröffnungsabends am 23. März eine Einführung halten. Wolfgang Martin Hamdorf ist freier Autor, Filmkritiker und Filmhistoriker u. a. für das Deutschlandradio, den rbb, den Filmdienst und arbeitet als Kurator und Moderator für Filmfestivals und Kulturinstitute.
 

Die Filme:

Im Zeichen der Anarchie - Bajo el signo libertario 
E 1936, Regie: Ángel Lescarboura Santos, 16 Min., OmU
In dem teilweise inszenierten Dokumentarfilm wechseln Aufnahmen aus den ersten Tagen des Bürgerkriegs in Barcelona mit Szenen aus dem aragonischen Dorf Pina del Ebro. Laien-Schauspieler (Grup Art Lliure) zeigen den Alltag im Dorf, wo die Anarchisten die Kollektivierung der Landwirtschaft umgesetzt und das tägliche Leben des Dorfes für die kollektive Emanzipation organisiert haben. 

Helden in Spanien - España heróica 
D/E 1938/39, Regie: Joaquín Reig Gozalbes, 73 Min., OmU
Der Film beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung der Geschichte Spaniens und hebt hervor, dass das Land häufig Ziel zahlreicher ausländischer Invasionen war. Von den die politischen Unruhen der 1920er Jahre geht es weiter zur konfliktreichen republikanischen Phase, die schließlich in den Militäraufstand mündete. Verschiedene Kriegsgeschehnisse werden bis zur Einnahme Bilbaos durch die franquistischen Truppen beschrieben. Der Film erschien in der deutschen Version unter dem Titel Helden in Spanien und wurde nach dem Ende des Krieges in Spanien unter dem Titel España Heroica veröffentlicht.