Of Mud and Blood
F/D 2024, Regie: Jean-Gabriel Leynaud, 90 Min., frz., swahil. OmU

Ein für die westliche Welt sehr wichtiger Ort, von dem aber keiner weiß, wo er liegt, ist Numbi. In dem Ort in den Bergen der Demokratischen Republik Kongo graben die Minenarbeiter, darunter viele Kinder, mit bloßen Händen nach Coltan. Das seltene „graue Gold“ ist seit Jahrzehnten für fast alle technologischen Geräte in der Welt ein unverzichtbares Element. In Numbi wie in anderen Minen im Kongo ist Coltan Ursache für Konflikte und Ausbeutung, denn der Gewinn bleibt nicht im Land und bei denen, die es unter Lebensgefahr aus den ungesicherten Minen holen. Viele der Goldgräber, wie Ujumbe, wuchsen in Armut als Kinderkämpfer oder Überlebende der Genozide in Rwanda auf. Ihr Leben ist durch den Konflikt und die Gewalt ihrer Region militarisiert. Ihr Leben ist auch von Tragödien und Leid geprägt, wobei die Karriere zum Goldgräber ihre einzige Hoffnung ist. Dass durch jahrzehntelange Bürgerkriege zerrissene Land zählt trotz oder gerade wegen seines Rohstoffreichtums heute zu den ärmsten Ländern der Welt. „Gott gab uns ein Paradies, doch wir leben in der Hölle“, so ein Minenarbeiter.
Jean-Gabriel Leynaud: „Eine dunkle Vergangenheit voller Kriege, Kindersoldaten und der Vernichtung der lokalen Bevölkerung steht in starkem Kontrast zur schönen Natur und dem märchenhaften Reichtum der Gegend. Paradoxerweise werden Mineralressourcen zu einem Fluch, der die Einheimischen in Schach hält. Die lange Reise von Coltan von den schlammigen blutigen Händen der Bergleute bis zur Londoner Börse dokumentiert koloniale Praktiken, an denen wir unwissentlich teilnehmen.“ (www.jgleynaud.com)
Tagesschau vom 05.03.2026
Ostkongo: Zahlreiche Todesopfer nach Einsturz in Coltan-Mine
Nach einem Erdrutsch in einer Coltan-Mine im Osten der Demokratischen Republik Kongo sollen mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen sein. Bereits vor diesem Einsturz galt die Mine als äußerst unsicher. … Während die kongolesischen Behörden davon ausgehen, dass auch diesmal mindestens 200 Menschen bei dem Einsturz getötet wurden, spricht die Rebellenmiliz M23, die die Mine kontrolliert, von lediglich fünf Toten. Zudem habe es keinen Erdrutsch gegeben, sondern eine Bombardierung, so eine Sprecherin der Rebellengruppe M23 (www.tagesschau.de)

