The Black Hole

Must Auk - EST 2024, Regie: Moonika Siimets, mit Ursel Tilk, Liina Tennosaar, Rea Lest, 115 Min., estn., fin. OmU

Filmszene aus The Black Hole
Di. 27.10. / 20:30 ★  mit Einführung von Marco Koch und Stefan Mibs, Weird Xperience

Als Außerirdische in einer estnischen Wohnblocksiedlung am Stadtrand landen, verändern sie das Leben aller, die ihnen begegnen. Zwei Freundinnen, die von einem besseren Leben in Finnland träumen, wittern ihre Chance, als die Aliens nach Freiwilligen für ihre Forschungen suchen. Mariliis flieht aus einer gewaltvollen Beziehung und findet Zuflucht bei der Fitnesstrainerin Uma – bis eine monströse Spinne ihre aufkeimende Liebe auf die Probe stellt. Auch Jüri verliebt sich in eine Nachbarin und versucht, seine Mutter Ilmi vor einem teuren Deal mit einem österreichischen Staubsaugervertreter zu bewahren. THE BLACK HOLE basiert auf zwei estnischen Erzählungen von Armin Kõomägi und Andrus Kivirähk. Regisseurin Moonika Siimets adaptiert die Vorlagen für die Leinwand und verbindet das Fantastische mit dem Wahnsinn des Alltags. Ihre Sci-Fi-Komödie verwebt skurrilen Humor mit der rauen Realität des estnischen Arbeitermilieus.  
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Festivals globale° und in Kooperation mit Weird Xperience statt.
 

Weird Xperience
°2012: In der Filmreihe Weird Xperience zeigen Marco und Stefan seit 14 Jahren Filme, die man sonst nicht im Kino sieht. Filme, die gegen den guten Geschmack verstoßen. Die sich in keine Schublade sperren lassen wollen. Die zu seltsam sind, um im normalen Kinoprogramm ihren Platz zu finden. Filme, die anders sind und gerade darum auf der großen Leinwand gezeigt werden müssen. Jeden zweiten Sonntag im Monat im Cinema Ostertor und dieses Jahr erstmals als Festival-Ausgabe bei der globale°. 

Achtung: Dieser Film ist nichts für Menschen mit Phobien vor Aliens, Spinnen und Österreichern in Lederhosen (wobei letzteres noch die wohl grausamste darstellt). […] Obwohl „The Black Hole“ nicht über die gesamte Laufzeit ausgereift ist, sprüht das Sci-Fi-Comedy-Drama der Regisseurin Moonika Siimets vor humanistischen, feministischen, absurdistischen Ideen. Mit viel Liebe zum Detail und einem Old-School-Ansatz, was Spezialeffekte und Kostüme angeht, gehören die aus dem Leben gegriffenen, auf surreal-satirische Weise überhöhten Einzelschicksale der Bewohnenden eines gewaltigen Plattenbaus, der auf einmal mit kosmischen Parallelwelten verbunden wird, zu den kreativsten filmischen Storys des Festivaljahres. (Elias Schäfer, www.filmrezensionen.de)  

[…] Wertschätzung erlangt die baltische Twilight Zone aber ganz alleine durch einen ungehemmt skurrilen, lakonischen Humor, der finnische Urstände feiert – gerade als Österreicher muss man sich mehrmals auf die gar nicht ledernen Schenkel klopfen, wenn das eigene Land so karikiert wird. Zwischen diesem schrägen Irrsinn gibt es aber immer wieder zarte Nuancen von Sehnsucht, Liebe und dem angenehm warmen Gefühl der Zugehörigkeit, und obwohl The Black Hole auch seine düsteren, gewalttätigen Seiten hat – die makabre Komik im Stile alter Jack Arnold-Filme, schmerzfreier Body-Horror, Portalreisende und kuschelige Arachniden, die nur begrenzt Spinnenangst hervorrufen, sind auf liebevolle, herzblutende Weise mit- und untereinander arrangiert. (Michael Grünwald, www.filmgenuss.de)