Fünf Patronenhülsen
DDR 1960, Regie: Frank Beyer, mit Armin Mueller-Stahl, Erwin Geschonneck, Manfred Krug, 87 Min.

In den Internationalen Brigaden gegen die Franco-Truppen sind auch Deutsche angetreten. Während des Spanienkrieges deckt der deutsche Kommissar Witting mit sechs Freiwilligen - ein Pole, Russe, Bulgare, Franzose, Spanier und ein Deutscher - den Rückzug eines Bataillons. Nach ausgeführtem Auftrag müssen sie sich durch die feindlichen Linien schlagen. Witting wird schwer verwundet. Vor seinem Tod übergibt er den Kameraden eine Meldung für den Stab – in Einzelstücke aufgeteilt und in fünf Patronenhülsen gesteckt. Zusammenhalten und durchkommen lautet die Devise. Der Auftrag spornt sie an, die glühende Hitze der Sierra auszuhalten. Ohne einen Tropfen Wasser müssen sich die Soldaten ihren Weg durch die Berge in der Hitze Spaniens bahnen. Getragen allein vom Willen, ihren Auftrag zu erfüllen, kämpfen sie sich voran. Doch mit jeder Stunde wird das Durchhalten härter und der Zusammenhalt der Truppe brüchiger.
Beyers dritter Spielfilm behandelt eine Episode aus dem Spanischen Bürgerkrieg im Jahr 1936. Mit Ernst Busch hatte Beyer eine Person für die Filmmusik gewonnen, die den Spanischen Bürgerkrieg aus eigener Anschauung kannte: Dort war er 1937 als Sänger vor den Internationalen Brigaden aufgetreten. Auf ihrer Seite hatte auch Drehbuchautor Walter Gorrish 1936 mitgekämpft. Er immigrierte nach Frankreich, wurde im Zweiten Weltkrieg ans Dritte Reich ausgeliefert, lief aber zur Roten Armee über und kehrte mit ihr 1945 als Offizier nach Ostdeutschland zurück.
Kommunistischer Widerstand gegen den Faschismus: Das erscheint als ein Leitmotiv des Kinos von DEFA-Regisseur Frank Beyer (1932-2006), insbesondere bei seinen drei frühen Filmen „Fünf Patronenhülsen“ (1960), „Königskinder“ (1962) und „Nackt unter Wölfen“ (1963). Eine wichtige Rolle spielt dabei der Zusammenhang der sujets mit der noch jungen DDR. „Fünf Patronenhülsen“ erzählt seine politische Botschaft mit einer spannenden Geschichte und gewissem Pathos: als Abbild des Zeitgeistes in vielen DEFA-Filmen der Epoche. (www.kunstundfilm.de)
Ein Film, zu dem man das DEFA-Studio beglückwünschen möchte, ein starker, leidenschaftlicher, erregender Film, durchglüht von sozialistischem Humanismus, vom Glauben an die Kraft, an die Würde des Menschen. Nach "Wo du hingehst" und "Mich dürstet" der dritte Film aus dem spanischen Freiheitskampf, und der beste. Er erzählt die dramatische Geschichte von 5 Soldaten der Internationalen Brigade und ihrem Kommissar, die bis zur letzten Patrone den Rückzug ihres Bataillons decken. (Rosemarie Rehahn, Wochenpost, Berlin/DDR, Nr. 46, November 1960)
Der Film wurde in Bulgarien und im Harz in der Nähe von Quedlinburg gedreht. Felsen der Teufelsmauer im Harz wurden mit weißer Farbe bespritzt, um die Sierra Nevada zu simulieren…
Ulrich Thein kaufte einen der ausgemergelten Filmesel, den er dann per Flugzeug in die DDR einfliegen ließ. Für den Esel, den Thein auf den Namen „Charlie Brown“ taufte, wurden vom Ministerium für Staatssicherheit Akten angelegt. (www.wikipedia.de)
