Macht wirkt. Als Einfluss oder Sog, als Ermächtigung oder Behinderung, als Erfahrung von Stärke oder von Überwältigung. Wir zeigen ausgewählte Filme, die sich damit auseinandersetzen, was Macht bedeutet und wie sie funktioniert – politisch und privat, ökonomisch und psychologisch.

Vor jedem Film gibt es eine Einführung, anschließend die Möglichkeit zum Gespräch. 

In Kooperation mit dem Arbeitskreis Kirche & Kino Bremen.

Die Filme:
Citizen Kane: Di. 23.9. / 18:00 mit Einführung: Dirk von Jutrczenka, Forum Kirche
She Said: Di. 28.10. / 18:00 mit Einführung von Ingeborg Mehser
Berlin Alexanderplatz, Di. 18.11. / 18:00 mit Einführung
Die Stadt der Blinden, Di. 16.12. / 18:00 mit Einführung
Romero, Di. 20.1. 2026 / 18:00 mit Einführung
Favoriten, Di. 17.2.2026 / 18:00 mit Einführung
Brazil, Di. 17.3.2026 / 18:00 mit Einführung
Oeconomia, Di. 21.4.2026 / 18:00 mit Einführung
Ein kurzer Film über das Töten, Di. 19.5.2026 / 18:00 mit Einführung
Triangle of Sadness, Di. 23.6.2026 / 18:00 mit Einführung

Auf www.kirche-und-kino-bremen.de gibt es einen Überblick über aktuelle und zurückliegende Veranstaltungen, Informationen zu kirchlicher Filmarbeit und Verknüpfungen zu Einrichtungen und Organisationen.

Oeconomia

D 2020, Regie: Carmen Losmann, 89 Min.

Filmszene aus Oeconomia
Di. 21.4. / 18:00 ★ Einführung: Ingeborg Mehser, AK Kirche&Kino Bremen

Spätestens seit der Finanzkrise 2008 und dem großen Schaden für viele Menschen ist klar: Irgendetwas läuft in unserem Wirtschaftssystem schief – und das schon sehr lange. Wenn Großkonzerne keine Steuern bezahlen müssen, geschweige denn Verantwortungsbewusstsein für die Zerstörung der Umwelt einkalkulieren; wenn Normalverbraucher*innen dagegen für den Lebensunterhalt auf mehrere Jobs gleichzeitig angewiesen sind, kann man wohl kaum von einer Marktwirtschaft sprechen, die gerecht ist. 
Höher, schneller, besser, um jeden Preis – so lautet die Devise des Kapitalismus. Warum können wir angesichts der zahlreichen internationalen Krisen nicht einfach aufhören, ständig weiter zu wachsen? Wohin soll das alles noch führen? Schafft sich der Kapitalismus wirklich selber ab? Mit der Kernfrage „Wie entsteht eigentlich das ganze Geld?“ geht Carmen Losmann (Work Hard Play Hard) den oftmals undurchsichtigen und komplizierten Prozessen nach, die unser aller Leben bestimmen oder auch vernichten können. 

Dieser Film bietet einen spannenden und letztlich erschreckenden Blick in die Mechanismen des globalen Kapitalmarktes, den Regularien der nationalen und globalen Wirtschaftssysteme, die spätestens auch seit der großen Weltfinanzkrise immer undurchsichtiger geworden sind. 
FBW Prädikat: besonders wertvoll (www.fbw-filmbewertung.com

„Wenn Sie in der Wissenschaft fragen, kriegen sie auch Antworten“, sagt die Regisseurin. „Das Problem war: Ich wollte mit den Akteuren sprechen. Chefvolkswirte, bei der Europäischen Zentralbank, bei der Deutschen Bank, bei der Allianz.“ Und bei denen sei sie auf Ratlosigkeit gestoßen. Es sei auf dieser Ebene nicht leicht, darüber zu sprechen, dass Profite mit Schulden zusammenhängen. (www.deutschlandfunkkultur.de)

Losmanns geschulter Blick nimmt schon wahr, dass die Architektur des Finanzsektors eine Transparenz suggeriert, die de facto nicht zu haben ist… Die Materie gilt als komplex, ist es sicher auch, aber mit Schalk zaubert Losmann kleine Risse in den selbstgewissen Habitus der selbsternannten Elite, die sie hier auch nebenbei porträtiert. Das Finanzsystem erscheint als Paradebeispiel des „Mansplaining“. Gewisse Annahmen gelten als gesetzt, um das System am Laufen zu halten, aber was wäre, wenn der Leitsatz, dass Profitinteresse die Triebkraft hinter wirtschaftlicher Aktivität ist, schlicht nicht stimmt? Was, wenn die Wirtschaft zu wachsen aufhörte? Was, wenn plötzlich sämtliche Schulden auf einen Schlag getilgt würden? Würde das System dann zusammenbrechen? (Ulrich Kriest, www.filmdienst.de)