A Missing Part

Une part manquante – F/B 2024, Regie: Guillaume Senez, mit Romain Duris, Judith Chemla, 98 Min., frz., jap. OmU

Filmszene aus A Missing Part
Do. 2.4., Sa. 4.4., Mo. 6.4. + Mi. 8.4. / 20:00
Fr. 3.4., So. 5.4. + Di. 7.4. / 17:30
Do. 9.4., Mo. 13.4. + Mi. 15.4. / 18:00
Fr. 10.4., So. 12.4. + Di. 14.4. / 20:30
Mi. 15.4. / 15:00

Obwohl er fließend japanisch spricht, eine Immobilie besitzt und mit einer Japanerin verheiratet ist, bleibt der Franzose Jay in Japan ein sogenannter Gaijin, ein Fremder. Seit seine Frau nach der Trennung vor neun Jahren mit der gemeinsamen Tochter Lily in Tokio untergetaucht ist, durchkreuzt Jay als Taxifahrer die Millionenstadt. Er hofft, so zufällig auf seine Tochter zu treffen. In Japan gibt es nach einer Scheidung kein geteiltes Sorgerecht. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, ist alleine erziehungsberechtigt. Aus dem Grund hatte Jay der Scheidung damals nicht zugestimmt. Wie ihm geht es viele anderen ausländische Personen in Japan. Als Jay sich nach all den langen Jahren gerade entschieden hat, die Suche aufzugeben und nach Paris zurück zu kehren, steigt ein Mädchen in sein Taxi, dass seine Tochter Lily sein könnte.
Für seinen Film haben sich Regisseur Guillaume Senez und Hauptdarsteller Romain Duris mit drei französischen Elternteilen getroffen, die sich in derselben Situation befinden wie Protagonist Jay. Kurz nach den Dreharbeiten stimmte das japanische Parlament einer Gesetzesänderung zugunsten eines gemeinsamen Sorgerechts bei geschiedenen Paaren zu, die 2026 in Kraft treten soll. 

Mögen die Traditionen in Japan auch anders sein, ist der Film doch universell gültig... „A Missing Part“ ist kein leichter Film, schon gar nicht für Menschen, die die Situation nicht nur nachempfinden können, sondern in leicht variierender Form erleb(t)en. (Peter Osteried, www.programmkino.de)

Es ist gerade diese Zurückhaltung, die nur von einem gelegentlichen, sanften Humor aufgebrochen wird, die „A Missing Part“ so unglaublich eindringlich macht. […] Gefühlvolles, aber nie kitschiges, gelegentlich sogar humoriges Scheidungsdrama, das nicht nur von den Auswirkungen rigoroser Sorgerechtsgesetze erzählt, sondern ebenso von der Schwierigkeit, in einem Land wirklich anzukommen. Ein großartiger Romain Duris, der praktisch den kompletten, schön bebilderten, Film schultert, aber auch die nicht minder überzeugende Jungdarstellerin Mei Cirne-Masuki machen „A Missing Part“ vollends zu einem der vielleicht schönsten europäischen Japan-Filme überhaupt. (Thorsten Hanisch, www.filmstarts.de)