A Useful Ghost
THA/F/SIN/D 2025, Regie: Ratchapoom Boonbunchachoke, mit Wisarut Homhuan, Davika Hoorne, Apasiri Nitibhon, FSK 16, 130 Min., thail. OmU

In einer Haushaltsgerätefabrik in Bangkok spukt es. Tote Seelen bemächtigen sich der Maschinen und setzen sie in Bewegung: Darunter sind Tok, der rachsüchtige Geist eines Arbeiters, und Nat, die kürzlich an Luftverschmutzung verstorbene Ehefrau von March, dessen Mutter die Fabrik gehört. Nat schlüpft in ein elegantes Staubsaugermodell, mit dem sie March umgarnt und ihre Liebesbeziehung fortsetzt. Ihre wahre Gestalt im Staubsauger sieht zunächst nur er und so ist seine Familie entsetzt über sein Verhalten. Doch dann erkennt auch Dr. Paul, ein hochrangiger Minister, in dem sprechenden Gerät Nats hilfreiches Wesen. Da er Nacht für Nacht von bösen Geistern heimgesucht wird, bittet er Nat, ihm zu helfen. Sie soll die Erinnerung von Menschen manipulieren, denen ihre ermordeten Angehörigen im Traum erscheinen. Wenn niemand mehr an sie denkt, müssen die Geistwesen verschwinden. Als Nat diese Aufgabe nicht übernehmen will, ködert sie der Minister mit der Erfüllung ihres größten Traumes, der in ihrem irdischen Leben nicht in Erfüllung ging. Großer Preis der Semaine de la Critique in Cannes 2025.
Boonbunchachoke versteht es, mit visueller Präzision und erzählerischer Raffinesse Bilder zu schaffen, die – bei aller Überzeichnung – den Kern einer Gesellschaft treffen, die Widerspruch nicht duldet und Nützlichkeit zum höchsten Gut erhebt…
„A Useful Ghost“ ist eine wilde, sozialkritische, traurige und sehr komische Geistergeschichte, die in ihrer Eigenwilligkeit und Vielschichtigkeit lange nachwirkt und das Publikum gleichermaßen fordern wie begeistern könnte: ein Film, der Genres, Erwartungen und Herzen durcheinanderwirbelt – und damit sogar selbst ein bisschen zum nützlichen Geist wird. (Gaby Sikorski, www.programmkino.de)
Interview mit Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke
Mit seinem ersten kühnen und freiheitsliebenden Spielfilmdebüt fügt Ratchapoom Boonbunchachoke der lebendigen Landschaft des zeitgenössischen südostasiatischen Kinos ein wertvolles Juwel hinzu. Dieses Abenteuer ist eine wunderbare Mischung aus Genres, angetrieben von leidenschaftlichem Glauben an die Kunst des Filmemachens. Eine fesselnde Geschichte von Geistern und Liebe, in der Fantasie, Märchen, Romantik, Komödie, Horror, Politik, Gesellschaftskritik und queere Themen miteinander verflochten sind. (Olivier Pélisson, www.semainedelacritique.com)

