CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V. präsentiert:

Der letzte Mann / Stummfilmkonzert

So. 9. Januar 2022 um 18 Uhr im Theater Bremen / Großes Haus

Mit Livemusik-Begleitung durch das Landesjugendorchester Bremen

Dirigent: Stefan Geiger // Musik: Bernd Wilden

Tickets:
28 € / 23 € erm. / 18 € KoKi-Mitgl. / 9 € Förder-Mitgl.
www.theaterbremen.de/karten
kasse@theaterbremen.de // 0421/3653-333

Stand 14.12.: Plätze werden im Schachbrettmuster vergeben.
Im Theater gilt 2G und die Maskenpflicht.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Senator für Kultur.
Gefördert mit Mitteln der Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Der letzte Mann

D 1924, Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, mit Emil Jannings, Maly Delschaft, Max W.Hiller, ca. 90 Min., Komposition: Bernd Wilden

„Berlin, Anfangs des 20. Jahrhunderts. Der alte Portier des Hotels "Atlantic" verdankt seiner prächtigen Uniform Selbstwertgefühl und Anerkennung: Vor der Drehtür des Hotels ist er stolzer Diener, der die Gäste begrüßt, zu Hause im Hinterhofmilieu ein viel bewunderter Mann. Doch eines Tages beobachtet der Geschäftsführer, wie schwer dem alten Portier das Hantieren mit den Koffern fällt: Er verbannt ihn daraufhin in den Keller, degradiert ihn zum Toilettenmann. In seinem Milieu wagt er nicht, den Abstieg einzugestehen. Als seine Tochter heiratet, stiehlt er die Uniform, um wenigstens hier den Schein zu wahren. Doch der Schwindel fliegt auf, er wird von seinen Hausbewohnern verlacht und gedemütigt, seine Verwandten wenden sich von ihm ab. Verzweifelt zieht sich der alte Mann in den Waschraum der Hoteltoilette zurück.
F. W. Murnau hat an diese Handlung, getrennt durch den einzigen Zwischentitel des Films, ein ihm aufgezwungenes, bitter-ironisches Happy End gesetzt: Auf der Toilette stirbt ein reicher Hotelgast in den Armen des Alten und vermacht ihm sein ganzes Vermögen. So wird aus dem "letzten Mann" ein umworbener Hotelgast.“ (Quelle: filmportal.de)

Da die beiden Hauptschuldigen an diesem Meisterwerk so unerhörte Courage gezeigt haben, muß auch der Kritiker die Courage zu einem pathetischen Schlußsatz aufbringen. (Sonst ungern). Also: "Kinder, von hier und heute beginnt eine neue Epoche in der Geschichte der Kinematographie!" Und das ist wahr. (Willy Haas, Film-Kurier, Nr. 303, 24.12.1924)

Formal etwa beeindruckt das Drama über den sozialen Abstieg eines Berliner Hotelportiers (Emil Jannings), der aufgrund seines hohen Alters zum Toilettenmann degradiert wird, durch die dynamische Bildsprache von Kameramann Karl Freund. Mit gewagten Plansequenzen und Fahrten prägte er durch dieses Werk den Begriff der "entfesselten Kamera". (www.filmportal.de)

Das Landesjugendorchester Bremen wird seit 1997 von Stefan Geiger geleitet. Vor 25 Jahren begann auch die Zusammenarbeit mit dem Kommunalkino Bremen. Seitdem wurden 13 Stummfilme in mehr als 30 Vorstellungen von den besten jungen Musiker:innen aus Bremen und umzu begleitet.

Über die Neukomposition von Bernd Wilden: „Maßgeschneidert ist seine Musik auf die Bildhandlung: komplexes Instrumentengewirr bei der modern anmutenden Kamerafahrt im Lift, durch die Lobby des Hotels ‚Atlantic‘ bis zur schwingenden Drehtür, vor der Jannings als Portier seinen Dienst versieht. Dramatik kündet die Musik an, wenn der Portier im unförmigen Regencape (…) einen Schwächeanfall erleidet. Das musikalische Leitmotiv begleitet den Abstieg vom geachteten Portier zum Toilettenmann durch den ganzen Film. (…) Nur Paukenwirbel, Blechgetöse und Streichergetümmel am Ende zeigen, dass das alles ja gar nicht wahr sein kann.“ (Westdeutsche Zeitung)

Bernd Wilden ist als freischaffender Dirigent und Komponist in Bielefeld tätig und hat zu bisher 13 Stummfilmen wie zum Beispiel „Nosferatu" und „Faust“ sinfonische Filmmusiken komponiert und begleitet. Eine große stilistische Vielseitigkeit kennzeichnet seine Werke. (Mehr über Bernd Wilden)