Zweite Chance

Viele Filme sind schneller wieder aus dem Kino, als es dem Publikum lieb ist. Hier kriegen Filme und die Zuschauer*innen, die sie verpasst haben, ihre zweite Chance auf eine Begegnung im Kino.

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Mein Sommer mit Anaïs

F 2021, Regie: Charline Bourgeois-Tacquet, mit Anaïs Demoustier, Valeria Bruni Tedeschi, 98 Min., OmU
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Anaïs, eine Frau um die 30, ist mal hier, mal dort, sprunghaft und traumtänzerisch eilt die Literaturstudentin durch ihren Tag. Geld fehlt ebenfalls an allen Ecken und Enden und durch ihr vorschnelles und selbstvergessenes Handeln passieren ihr regelmäßig Missgeschicke, die auch oft ihre Mitmenschen mit in die Bredouille bringen. Dank ihres spontan-verführerischen Charmes gelingt es Anaïs trotzdem immer wieder, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Als ihr Freund sie verlässt und Anaïs auf den Verleger Daniel trifft, verliebt der sich auf der Stelle in sie. Hals über Kopf beginnt sie eine Affäre mit dem deutlich älteren Daniel, nur um kurz darauf einem Bild seiner Ehefrau Émilie zu verfallen. Um Émilie, eine Schriftstellerin, zu treffen, organisiert Anaïs sich einen Uni-Job. Als sie ihr endlich begegnet, ist es um Anaïs geschehen.

Das traumhafte Wechselspiel zwischen überbordenden Dialogen, amüsanten Detailbeobachtungen, pointiert ausgewählter Musikuntermalung und einem von den ersten Sekunden an fesselnden Bewegungsfluss macht Bourgeois-Tacquets Film zu einem Erlebnis. Seit »Lola rennt« hat man keine Frau mehr gesehen, die so atemlos (und zugleich so traumtänzerisch elegant) durch die Szenerie eilt. (Manfred Riepe, epd-film.de)

"Mein Sommer mit Anaïs" hat alles, was eine französische Komödie ausmacht: Eine außereheliche Affäre, gelungen in Szene gesetzte Landschaften, geschmackvolle Schauplätze und zwei sehr charmante Hauptdarstellerinnen - eine federleichte Sommerkomödie. (Bettina Peulecke, NDR Kultur)

Anaïs ist die Sorte Mensch, auf die man sich am besten nicht verlassen können muss. Gleichzeitig hat sie aber auch etwas sehr Erfrischendes und Mitreißendes. Gerade diese unbekümmerte Art ist es, die „Der Sommer mit Anaïs“ so sehenswert macht, wenn hier einfach mal ausprobiert und gemacht wird, über Folgen und Konsequenzen kann man sich auch später noch Gedanken machen. Das ist in einer Zeit, die von Konflikten und Ängsten geprägt ist, schon recht wohltuend […] gerade auch wegen einer unbekümmert durch die Gegend wirbelnden Anaïs Demoustier, deren schauspielerische Leistung die große Konstante in einer betont flüchtig angesetzten Komödie ist. (Oliver Armknecht, Film-Rezensionen.de)