queerfilmnacht goes online!

Ab Januar geht die queerfilmnacht bis auf Weiteres online. Jeweils einen Monat stehen ein bis zwei Filme als Video on Demand zur Verfügung, an deren Einnahmen auch das CITY 46 als Partnerkino beteiligt wird.

Online im Juni

Beyto

CH 2020, Regie: Gitta Gsell, mit Burak Ates, Dimitri Stapfer, Ecem Aydin, 98 Min., teilw. OmU

Beyto ist ein fantastischer Schwimmer und cooler Kumpel. Doch als sich der junge Schweizer mit türkischen Wurzeln in seinen attraktiven Trainer Mike verliebt, gerät seine heile Welt durcheinander. Um Tradition und Ehre zu wahren, sehen Beytos Eltern nur einen Ausweg: Ihr Sohn muss so schnell wie möglich eine Frau heiraten! Mit einem Vorwand locken sie ihn in ihr türkisches Heimatdorf und organisieren eine Hochzeit mit Seher, Beytos Freundin aus Kindertagen. Plötzlich befindet sich der junge Mann in einer Dreiecksbeziehung, die ihn zu zerreißen droht: Wie kann er zu Mike stehen, ohne Seher die Zukunft zu rauben?

Voller Empathie und sommerlicher Sinnlichkeit erzählt die Schweizer Regisseurin Gitta Gsell in „Beyto“, basierend auf dem Roman „Hochzeitsflug“ des preisgekrönten Autors Yusuf Yesilöz, eine multikulturelle Liebes- und Emanzipationsgeschichte. Neben dem Schweizer-Filmpreis-Träger Dimitri Stapfer glänzen die beiden Entdeckungen Burak Ates und Ecem Aydin in ihren ersten Kinorollen.

Als ich das Buch „Hochzeitsflug“ meines langjährigen Freundes Yusuf Yesiloz las, wurde mir schnell klar, dass diese Geschichte ein toller Filmstoff ist. Die Thematik ist brandaktuell: Menschen „im Sandwich“ zwischen verschiedenen Kulturen. Zudem sind die Figuren sehr gut angelegt, denn alle sind in ihrem Tun verständlich. Man kann das Handeln der eingewanderten Eltern nachvollziehen, die sich nicht so schnell an eine neue Kultur anpassen können. Gleichzeitig versteht man aber auch den Sohn Beyto, der in der Schweiz aufgewachsen ist, eine völlig andere Kultur kennengelernt hat und selbst bestimmen möchte, mit wem er sein Leben verbringt. (Regisseurin Gitta Gsell über ihren Film)