queerfilmnacht goes online!

Ab Januar geht die queerfilmnacht bis auf weiteres online. Jeweils einen Monat stehen zwei Filme als Video on Demand zur Verfügung, an deren Einnahmen auch das CITY 46 als Partnerkino beteiligt wird.

Los geht es mit dem preisgekrönten schwulen Armeedrama „Moffie“ aus Südafrika und dem lesbischen Filmklassiker „Sister My Sister“ in restaurierter Fassung. Im Februar folgen der Coming-of-Age-Film „Minjan“, der in der jüdischen Gemeinde einer russischen Einwandererfamilie im New York der 1980er spielt, und das dänische trans Familiendrama „Eine total normale Familie“. Und im März gibt es ein skandinavisches Doppel: mit dem schwulen Liebes- und Trennungsdrama „Are We Lost Forever“ aus Schweden und dem rauen lesbischen Liebesfilm „Baby Jane“ aus Finnland.

Online im Januar

Moffie

ZA/GB 2019, Regie: Oliver Hermanus, mit Kai Luke Brummer, Mark Elderkin, Michael Kirch, 103 Min., engl./afrikaans OmU

Südafrika 1981, zur Zeit der Apartheid: Wie alle weißen jungen Männer muss auch Nicholas Van der Swart seinen zweijährigen Militärdienst leisten, um das Regime vor der Bedrohung durch den Kommunismus und die „Schwarze Gefahr“ zu verteidigen. Dass Nicholas schwul ist, darf niemand wissen, denn wer in der Truppe als „moffie“ erkannt ist, wird brutal schikaniert und gequält. Doch dann verliebt sich Nicholas in seinen Kameraden Dylan.

Mit epischer Bildsprache zeigt Oliver Hermanus’ authentisches Soldatendrama, wie das Apartheid-Regime neben all seinen rassistischen Gräueltaten auch unzählige weiße junge Männer körperlich und physisch zugrunde gerichtet hat – durch das staatliche Verlangen, Homosexuelle und alle anderen „Abweichler“ aus der südafrikanischen Gesellschaft zu beseitigen.

Brilliant, brutal South African apartheid drama. Oliver Hermanus has fashioned a striking apartheid-era drama about a gay recruit in the South African military. (The Guardian)

Sister My Sister

GB 1994, Regie: Nancy Meckler, mit Julie Walters, Joely Richardson, Jodhi May, Sophie Thursfield, 89 Min., engl. OmU

Frankreich 1933. Christine und ihre jüngere Schwester Lea arbeiten als Dienerinnen bei Madame Danzard und ihrer unverheirateten Tochter Isabelle. Die Regeln sind klar verteilt: die Schwestern erledigen wortlos alle Aufgaben, Fehler werden nicht geduldet und frei ist nur der halbe Sonntag. Christine und Lea ertragen alle Demütigungen, weil sie sich auf diese Weise ganz nah sein können. In der Zurückgezogenheit ihrer Dachkammer wird die Beziehung der Schwestern immer körperlicher, ja rauschhafter. Als Madame Danzard erste Nachlässigkeiten im Haushalt bemerkt, droht die aufgestaute Spannung gefährlich zu kippen.

Nancy Mecklers Film beruht auf dem berüchtigten Kriminalfall um Christine und Léa Papin, der sich in Le Mans 1933 zugetragen hat und bereits Jean Genet zu seinem Theaterstück „Die Zofen“ inspiriert hat. Mit kammerspielhafter Präzision und prominenter Besetzung entwirft Meckler nicht nur eine messerscharfe soziale Klassenstudie, sondern erzählt auch die berührende Geschichte einer verbotenen Liebe.

„Sister My Sister“ (1994) gilt als Klassiker des lesbischen Kinos aus Großbritannien, wurde aber nie in Deutschland veröffentlicht. Jetzt erscheint Nancy Mecklers leidenschaftlich-abgründiges Schwesterndrama in digital restaurierter Fassung.

This is an emotional Gothic, a psychological horror story that focuses on the sisters' increasingly tortured relationship in the claustrophobic house. It is a small film, but a chillingly effective one. (The Ney York Times)