Spielfilme palästinensischer Regisseurinnen stehen in der Filmreihe in Bremen erstmalig im Mittelpunkt. Lebensgeschichten aus Palästina, die aus dem Blickwinkel von Frauen erzählt werden, kommen in der medialen Berichterstattung kaum vor. Gesellschaftliche Realitäten wurden bisher vielfach dokumentarisch abgebildet. Mit der dreiteiligen Reihe sollen palästinensische Filmkunst und Alltagsrealitäten einem breiten Publikum nähergebracht werden. Auch deshalb haben die palästinensischen Regisseurinnen eine Filmsprache entwickelt, die an Gehalt und Symbolik einmalig ist. Im Anschluss an die Filme ist Zeit für Gespräche mit sachkundigen Frauen. Immer Mittwochs mit Gästen und Diskussion: 14.9. / 12.10. / 16.11.

Die Reihe wurde kuratiert vom Arbeitskreis Nahost und dem biz/ Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung und dem Kommunalkino Bremen

Granatäpfel und Myrrhe

Palästina/D/F/GB/CUW 2008, Regie: Najwa Najjar, mit Yasmine Al Massri, Hiam Abbass, 95 Min., OmU
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Als er sich gegen die Beschlagnahmung seines Olivenhains durch israelische Siedler wehrt, wird der erst kurz verheiratete Zaid verhaftet. Seine junge Ehefrau, die Tänzerin Kamar, trägt plötzlich allein die Verantwortung für die Farm. Zaids Familie möchte, dass sie sich den Traditionen unterwirft und dem Tanzen abschwört. Kamar vollzieht eine Gratwanderung zwischen weiblicher Selbstbestimmung und Verteidigung der kollektiven palästinensischen Identität.

Das Salz des Meeres

Palästina/F/B/E/S 2008, Regie: Annemarie Jacir, mit Suheir Hammad, Saleh Bakri, Tamer Nafar, 109 Min., OmU

Eher zufällig lernen sich Soraya aus Brooklyn, Kind palästinensischer Flüchtlinge, die 1948 vor dem Krieg in den Libanon fliehen mussten, und Emad, der in einem Flüchtlingslager in der Westbank aufgewachsen ist, kennen. Auf der Suche nach der eigenen Identität brechen sie gemeinsam zu einer einfühlsam geschilderten Reise in ein Land auf, das für die einen Israel, für die anderen Palästina heißt.

Vergangene Filme dieser Reihe:

Wajib

Palästina/F/D/CO/NO/QA/VAE 2017, Regie: Annemarie Jacir, mit Mohammad Bakri, Saleh Bakri, Maria Zreik, 96 Min., OmU

Shadi, der als Architekt in Rom lebt, kehrt nach Jahren in seine Heimatstadt Nazareth zurück. Seine Schwester Amal heiratet und er muss nach altem Brauch – Arabisch: „Wajib“ – zusammen mit seinem Vater hunderte von Einladungen persönlich an die Hochzeitsgäste übergeben. Der Film beschreibt den Generationskonflikt zwischen Vater und Sohn und erzählt zugleich vom spannungsgeladenen Alltag einer palästinensischen Stadt in Israel.