Stummfilm mit Livemusik

Was 1991 im Kino 46 in Walle als Studentenjob begann, entwickelte sich zu einer Leidenschaft und einem wiederkehrenden Ritual: Komponist und Pianist Ezzat Nashashibi begleitet regelmäßig Stummfilme im CITY 46 live am Klavier. Seine Musik besteht aus eigenen Kompositionen, vieles ist improvisiert und doch vorbereitet: "Ich sehe mir jeden Stummfilm vorher an, um die Grundstimmung zu verstehen und mich mit der Musik auf sie einzustellen", sagt er. "Es geht darum, das Innenleben der Figuren deutlich zu machen und die Handlung zu kommentieren."
Ezzat Nashashibi ist ausgebildeter Komponist, arbeitet als Pianist im Bereich Neue Musik und Improvisation und dirigierte verschiedene Ensembles. Zudem lehrt er an der Universität Bremen und der Hochschule für Künste Bremen.

Golden Comedies

USA 1928/29, alle Filme in 35mm mit engl. Zwischentiteln, Gesamtlänge 80 Min.

Ende der 1920er Jahre war die goldene Ära der Stummfilme in Hollywood. Die Haudraufkomik der Keystone-Filme hatten Platz gemacht für ausgefeilte und komische Geschichten, mit Laurel & Hardy als dem Duo jener Jahre oder Fred Guiol als einer der vielbeschäftigten Regisseure. Kurz danach kam der Tonfilm, beendete viele Karrieren und schickte die Stars in die Vergessenheit. So wie zum Beispiel Max Davidson, Charley Chase oder Anita Garvin, die ab 1926 in den Hal Roach-Studios drehte und in elf Laurel & Hardy-Filmen mitspielte, unter anderem als resolute Ehefrau.

Das Programm:

Big Business (USA 1929, James Horne, 18 Min.)
Stan Laurel und Oliver Hardy zeigen als Weihnachtsbaumverkäufer im sonnigen Kalifornien in „Big Business", warum es nicht hinhaut mit der menschlichen Zivilisation. Zum Weiterlesen.

Limousine Love (USA1928, Fred Guiol, 20 Min.)
Auf dem Weg zu seiner Hochzeit wird Charley Chase als Bräutigam mit völlig unerwarteten Widrigkeiten konfrontiert. Eine nackte, wildfremde Frau auf dem Rücksitz ist erst der Anfang. Zum Weiterlesen.

Pass the Gravy (Und ein stolzer Hahn dazu, USA 1928 , Fred Guiol, 18 Min.)
Zwei Männer als Nachbarn, zwei Kinder als Liebespaar und ein Hahn namens Brigham: Das sind die Zutaten, mit denen Fred Guinol und Leo McCarey ein Slapstick-Feuerwerk abfackeln. Max Davidson, begnadeter Stummfilmkomiker deutsch-jüdischer Herkunft, gibt einen der Väter. Eine einsame Perle unter den späten Stummfilmkomödien. Zum Weiterlesen.

Feed'm and Weep (USA 1928, Fred L. Guiol, 20 Min.)
Max Davidson als Restaurantbesitzer heuert aus Not zwei der sicher ungeschicktesten Frauen als Aushilfskellnerinnen an, da eine Busladung voll mit Gästen sein Diner stürmt. Anita Garvin, die großgewachsene Ziegfeld-Follies-Tänzerin, bildete zusammen mit Marion „Peanuts“ Byron, noch nicht volljährig und gerade mal 1,50 groß, für einige wenige, überaus komische Kurzfilme ein female comedy Team im Stil von Laurel & Hardy. Zum Weiterlesen.