queerfilmnacht

Die queerfilmnacht vereint die beiden bisherigen Filmprogramme – die rein lesbisch ausgerichtete L-Filmnacht und die schwule Gay-Filmnacht – und öffnet sich zugleich gegenüber Filmen, die auch andere sexuelle Identitäten wie Bisexualität, Transgender, Intersexualität usw. thematisieren.

Die queerfilmnacht wird präsentiert vom Online-Magazin www.sissymag.de und zeigt deutschlandweit sowie in Österreich in gut 30 Kinos die besten Filme, die das queere Weltkino aktuell zu bieten hat. Jeder Film wird von sissy in einer ausführlichen Rezension besprochen.

Eine total normale Familie

DK 2020, Regie: Malou Reymann, mit Mikkel Boe Folsgaard, Neel Rønholt, 93 Min., dän. OmU

Die 11-jährige Emma hat immer gedacht, dass ihre Familie wie alle anderen ist. Bis ihr Papa Thomas sich eines Morgens als trans outet und erklärt, dass er von nun an als Frau leben möchte. Emmas Mutter Helle ist mit der Situation überfordert und reicht die Scheidung ein, das gemeinsame Haus wird verkauft und die Familie droht zu zerbrechen. Als aus Thomas nach und nach die elegant gekleidete Agnete wird, verändert sich auch die Beziehung zwischen Vater und den zwei Töchtern. Während die ältere Caroline klar hinter ihr steht, wird Agnetes Verhältnis zu Emma auf die Probe gestellt. Erst allmählich lernt ihre jüngste Tochter, dass vielleicht gerade Veränderung das ist, was „ganz normal“ ist.
Mit viel Feingefühl und leisem Humor zeichnet Malou Reymann das Porträt einer Familie, die sich von heteronormativen Vorstellungen lösen muss, um eine gemeinsame Zukunft zu haben. Die dänische Tragikomödie, mit der Reymann eigene Erfahrungen verarbeitet, feierte in Rotterdam Premiere.

Ein herzerwärmendes Familienporträt, das mit erstklassigen Schauspielern aufwartet und feinfühlig beweist, dass es perfekte Normalität auch abseits der Norm gibt. (Film plus Kritik

Mir wurde klar, dass ich niemals einen guten Film machen werde, wenn ich keine Geschichte erzähle, die mir am Herzen liegt und mit dem zu tun hat, was ich als Filmemacherin sein will. (Regisseurin Malou Reymann im Interview, queerfilmfestival.net)