Gott-Liebe-Tod / Ingmar Bergmann

Der schwedische Film- und Theaterregisseur gilt als einer der wichtigsten Regisseure der gesamten Filmgeschichte und gewann dabei praktisch alle wichtigen Filmpreise, die es gibt. In seinem ca. 70 Filme umfassenden Werk befasste Bergmann sich immer wieder mit der Suche nach Gott, der Bedeutung der Liebe und der Auseinandersetzung mit dem Tod.

Begleitend zur Bildungszeit „Gott – Liebe – Tod. Ingmar Bergmans Lebensfilm“ (16. bis 20.11.) zeigt das CITY 46 zwei der wichtigsten Werke Bergmans in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk.

Persona

S 1966, Regie: Ingmar Bergman, mit Bibi Andersson, Liv Ullmann, Margarethe Krook, Gunnar Björnstrand, 85 Min., schwed. OmU

Als die Schauspielerin Elisabeth Vogler unerwartet die Sprache verliert, übernimmt die junge Krankenschwester Alma ihre Pflege. Die beiden reisen zusammen in ein einsames Landhaus am Meer, wo sich Patientin und Pflegerin näherkommen. Während Elisabeth fortwährend schweigt, vertraut Alma der Schauspielerin freimütig ihre Sehnsüchte und Wünsche an. Doch eines Tages erfährt Alma, dass sie für die Kranke nur eine Art Studienobjekt ist, und beginnt Elisabeth zu hassen. Trotzdem wird die Bindung der beiden Frauen immer enger, werden die beiden sich immer ähnlicher.
Formal streng, asketisch und ganz auf die beiden Protagonistinnen konzentriert, variiert der experimentelle Film auf faszinierende Weise Grundmotive Bergmanns: Das Bemühen aus der Einsamkeit auszubrechen und einen Dialog zu finden.

Persona“ ist ein Meisterwerk des psychologischen Films, eine Geschichte über Identität, Persönlichkeit und die Rollen, welche wir im Leben spielen. Formal und schauspielerisch stark und oftmals mehrdeutig angelegt, hat Ingmar Bergman einen Film inszeniert, der sehr zu Recht als einer seiner besten gilt und wohl noch viele weitere Jahre Kritiker wie Zuschauer beschäftigen wird. (Rouven Linnartz, www.film-rezensionen.de)

Das Teufelsauge

S 1960, Regie: Ingmar Bergman, mit Gunnar Björnstrand, Jarl Kulle, Bibi Andersson, 87 Min., schwed. OmU

Die junge Pfarrerstochter Britt-Marie ist fest entschlossen, als Jungfrau in die Ehe zu gehen. Doch die Unschuld des Mädchens ist dem Teufel wortwörtlich ein Dorn im Auge. Er leidet unter einem veritablen Gerstenkorn, für das er Britt-Marie verantwortlich macht. Um ihrem tugendhaften Dasein ein Ende zu bereiten und ihn von seinen Schmerzen zu befreien, schickt der Teufel Don Juan zu ihr, den größten Verführer aller Zeiten. Noch vor ihrer Hochzeit soll Britt-Marie seinen Reizen erliegen und ihre Unschuld wie auch den Glauben an die Liebe verlieren.
Der witzig-märchenhafte Film über Satans Bemühungen, die personifizierte Unschuld zu verderben, gehört zu den seltenen Komödien in der Filmographie des gefeierten schwedischen Regisseurs und Drehbuchautors Ingmar Bergman.

Eine der schönsten (und schwärzesten) Komödien ist und bleibt Ingmar Bergmanns wahrhaft teuflische Liebeskomödie Das Teufelsauge von 1960. (Renatus Töpke, kino-zeit.de)