Yuli

E/GB 2018, Regie: Iciar Bollain, mit Carlos Acosta, Santiago Alfonso, FBW-Prädikat: bes. wertvoll, 110 Min., OmU
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Havanna in den siebziger Jahren: Carlos Acosta zeigt früh eine außergewöhnliche Begabung fürs Tanzen. Tänzer will er aber trotzdem nicht werden. Sein Vater meldet ihn gegen seinen Willen an der staatlichen Ballettschule an. Er möchte, dass sein Sohn als Tänzer ihr ärmliches Leben hinter sich lassen kann. Für Carlos bedeutet das anfangs vor allem Zwang und die Einsamkeit im Internat. Doch sein Talent führt den jungen Mann schon bald zu weltweitem Erfolg. 17 Jahre lang ist Acosta festes Mitglied im Royal Opera House in London und wird zum ersten dunkelhäutigen Darsteller zahlreicher Hauptrollen. Trotzdem bleibt der Tänzer zerrissen zwischen seiner Leidenschaft für das Ballett und der Sehnsucht nach seiner Familie und Kuba.
In dem wunderschön inszenierten Biopic von Regisseurin Iciar Bollain übernimmt Carlos Acosta die Rolle seines erwachsenen Selbst. In Kooperation mit TANZ Bremen.

„Yuli“ ist mit seinen verschiedenen Erzählebenen weitaus mehr als ein konventionelles „Biopic“. Das liegt an der spanischen Regisseurin Iciar Bollaín, die durch den sozialen Realismus in ihren Filmen und ihr politisches Engagement bekannt wurde. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Drehbuchautor Paul Laverty, und Acosta gelingt es ihr, anhand von Acostas Leben drei Phasen der kubanischen Geschichte auf sehr ungewöhnliche Weise zu erzählen. (Wolfgang Hamdorf, Filmdienst.de)

YULI ist die tiefe Verbeugung vor einem ungewöhnlichen Ballettstar und ein wirklich leidenschaftlicher Film. Ein Film über Passion, ein Film über Kuba und wenn man so will, ja natürlich, auch ein Ballettfilm und zwar ein wirklich ausgezeichneter. Ein Film, so empfiehlt die Jury, den sich Zuschauer nach Möglichkeit in Originalsprache ansehen sollten. (Jurybegründung, FBW-Prädikat: besonders wertvoll)

Diese biografischen Kostproben außerordentlicher Tanzkunst sind für sich gesehen ein ästhetischer Genuss, doch dass sie die Höhepunkte des Biopics bilden, erreicht das Filmemacherpaar Bollaín und Laverty erst dadurch, dass sie sie mit den realen Erinnerungen des Tänzers verflechten. Denn so schaffen sie einen sehr konkreten Zugang zu Acostas Kunst. (Paul Katzenberger, Kino-Zeit.de)