Open House von Fr. 7.6. bis So. 9.6.

Vor über 50 Jahren setzten sich bundesweit filmbegeisterte Menschen für eine neue Art von Kino ein. Die Kommunalkinos sollten ein Fenster zur Welt sein und die großartigen Werke von internationalen Filmemacher*innen präsentieren, die im Mainstreamkino keinen Platz fanden. 

Seit Mai 1974 trifft auch im Verein „Kommunalkino Bremen“ Kino auf Kultur und Kinokultur auf Filmbegeisterte. Film als ein Kulturgut zu sehen, dass allen zugänglich sein soll, wurde von Beginn an von der Bremer Politik unterstützt. Das „Koki“ erhält für seine filmkulturelle Arbeit eine Förderung und kann so ein vielfältiges Programm mit günstigen Eintrittspreisen anbieten. 
Und die Bremer*innen können es aktiv mitgestalten. So trifft in den Kinosälen des CITY 46 Weltkino auf regionale Kunst- und Kulturereignisse, junges Kino auf Filmgeschichte, Unterhaltung auf Information. In einer Gesellschaft, die sich immer stärker aufspaltet, können Filme andere Lebensrealitäten und Kulturen nahebringen und zum Austausch einladen. Und das scheint heute wichtiger denn je. Dieser Aufgabe widmen sich bundesweit über 150 weitere Kommunalkinos. 

Wie viele Filme in den 50 Jahren gezeigt wurden oder welche davon die Idee der Kommunalkinoarbeit am besten widerspiegeln, ist nicht zu beantworten. Nach einigem hin- und her inklusive Mitgliederbeteiligung gibt es nun eine bunte Mischung auf der Leinwand zu sehen. Im Sinne von „was Altes, was Neues, was Schräges, was Berührendes, was Lustiges, was für Junge, was für Ältere usw.“ und auf jeden Fall ohne Anspruch auf repräsentative Abbildung der Koki-Arbeit – damals wie heute.

Was den Zuschauer*innen so alles im Kommunalkino geboten wird, zeigt der zum 50-Jährigen Jubiläum gedrehte Kurzfilm „Films Can be Friends“ vom Bremer Regisseur Jan van Hasselt. Viel Vergnügen!

Nicht fehlen darf der Eröffnungsfilm des Bremer Kommunalkinos im Mai 1974: „Kuhle Wampe“, der  im Jahr 2020 von der Deutschen Kinemathek restaurierte wurde und nun in neuem Glanz erstrahlt. 
›Kuhle Wampe‹ gilt als Meilenstein des politischen Kinos und als einer der wenigen eindeutig kommunistischen Filme der Weimarer Republik. Regie führte Slatan Dudow, Bertolt Brechts Handschrift, der zusammen mit Ernst Ottwald für das Drehbuch verantwortlich war, ist bei dem „Proletarischen Film“ deutlich zu erkennen.
Vor der Aufführung am Fr. 7.6. um 17:30 wird es eine Einführung geben.

Und natürlich der Bremer Klassiker von 1968: Ich bin ein Elefant, Madame. Das Spielfilmdebüt des Theaterregisseurs Peter Zadek erzählt vom Versuch der Primaner eines Bremer Gymnasiums, die autoritär strukturierte Schule umzukrempeln und zu demokratisieren. Der Film lief im Wettbewerb der Berlinale 1969 und gewann einen Silbernen Bären. 
Bei der 30-Jahrfeier des Kommunalkinos im Jahr 2004 sollte der Film am ersten Maiwochenende auf dem Bremer Marktplatz laufen. Doch dann wurde Werder Bremen am 8. Mai Deutscher Meister und der Kinoabend fiel ins Wasser. Die Gefahr besteht dieses Jahr nicht.

Am Open House Wochenende 2024 gibt es außer vielen Filmen – alle mit freiem Eintritt - einen Plakate-Flohmarkt, den Kurzfilmwettbewerb Open Screen des Bremer Filmbüros und ein Filmquiz.

Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?

D 1931/1932, Regie: Slatan Dudow, Buch: Bertolt Brecht und Ernst Ottwalt, mit Hertha Thiele, Ernst Busch, 75 Min.

Berlin 1931. Vater Bönike und sein Sohn sind arbeitslos, wie Millionen andere auch. Tochter Anni hat eine schlecht bezahlte Anstellung in einer Fabrik, aber als ihr verzweifelter Bruder sich das Leben nimmt, muss die Familie ihre Wohnung räumen. Ihre Zuflucht ist die Gartenkolonie ›Kuhle Wampe‹ vor den Toren Berlins. Als Anni von ihrem Freund Fritz schwanger wird, drängen ihre Eltern auf Heirat. Nach der Verlobung wird Anni jedoch klar, dass Fritz nicht zu seinem Heiratsversprechen steht. Sie trennt sich von ihm und lässt das Kind abtreiben. Unterstützung findet sie bei ihren Freunden aus der kommunistischen Jugend. Fritz steht Annis politischen Ansichten skeptisch gegenüber, kommt aber auf einem kommunistischen Sportfest wieder mit ihr zusammen. Auf der Rückfahrt vom Fest kommt es zu einem politischen Disput in der S-Bahn, in der bürgerliche Ansichten und Kampfeswillen der Arbeiterjugend noch einmal aufeinanderprallen.

Vorfilm: „Films can be Friends“ der Jubiläumsfilm zu „50 Jahre KoKi“

„Kuhle Wampe“ war der Eröffnungsfilm des Bremer Kommunalkinos im Mai 1974, damals als Untermieter im Cinema Ostertor. Von der Deutschen Kinemathek im Rahmen des Förderprogramms Filmerbe restauriert, erstrahlt der Film über 90 Jahre nach der Premiere nun in neuem Glanz und zeigt verblüffend viele Parallelen zu heutigen Entwicklungen.

Auf Grund seiner offen kommunistischen Haltung wurde der Film von der Zensur zweimal verboten. Erst nach scharfen Protesten der Kritiker konnte „Kuhle Wampe" mit Schnittauflagen im Mai 1932 in Berlin uraufgeführt werden. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 ließen die Nazis den Film allerdings umgehend wieder verbieten, ebenso wie Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin". (www.filmportal.de)

›Kuhle Wampe‹ gilt als Meilenstein des politischen Kinos und als einer der wenigen, eindeutig kommunistischen Filme der Weimarer Republik, weshalb er mehrmals verboten wurde. Regie führte Slatan Dudow, Bertolt Brechts Handschrift, der zusammen mit Ernst Ottwald für das Drehbuch verantwortlich war, ist bei dem „Proletarischen Film“ deutlich zu erkennen. Und nicht zuletzt hat Altmeister Hanns Eisler die Musik komponiert und Günther Krampf die Kamera geführt. Jetzt bringt Atlas Film die Erstveröffentlichung der Restaurierung von der Deutschen Kinemathek in Zusammenarbeit mit dem British Film Institute National Archive, der Cinémathèque Suisse und Praesens-Film aus dem Jahr 2020 heraus. Die restaurierte Fassung überzeugt mit einer deutlichen Steigerung der Bild- und Tonqualität und lässt den Film in neuem Glanz erstrahlen. (www.deutsche-kinemathek.de

„Wir haben teuren Weizen und arbeitslose Industriearbeiter“, liest der Mann in der S-Bahn den anderen Passagieren aus der Zeitung vor, „während Argentinien teure Industriewaren hat und arbeitslose Landarbeiter. Das Ganze heißt Weltwirtschaft und ist eine Affenschande.“
Selten wird im deutschen Film so fokussiert und so clever eingebettet über Ökonomie gesprochen. In diesem Film bildet sie – in ihrer ungleichen Ausformung zwischen Arm und Reich – den Haupterzählstrang. … Die Handlung spielt gleichsam am Vorabend der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, deren Schlägerbanden die Straßen kontrollieren. Die Ära der Gewalt, der Aufmarsch in Uniformen und das totalitäre Denken kündigen sich im Film bereits an. (Jürgen Kiontke, www.links-bewegt.de

Augenblicke: Gesichter einer Reise

Visages Villages – F 2017, Regie: Agnès Varda, JR, 93 Min., frz. OmU

Die 89-jährige Regie-Ikone Agnès Varda und der 33-jährige Streetart-Künstler JR machen sich auf eine außergewöhnliche Reise. Mit ihrem einzigartigen Fotomobil wollen sie Frankreichs Menschen und ihre Geschichten entdecken und verewigen: Die Porträts hängen überlebensgroß an Fassaden, Zügen und Schiffscontainern. Auf ihrem Weg von der Provence bis in die Normandie widmen sie ihre Kunst den Menschen – sei es dem Briefträger, dem Fabrikarbeiter oder der letzten Bewohnerin einer Straße im ehemaligen Bergbaugebiet. Landschaften verwandeln sich in Bühnen, Gesichter erzählen von vergessenen Geschichten und aus Blicken werden Begegnungen voll Herzlichkeit und Humor.

Nouvelle Vague-Legende Agnès Varda erhielt im Jahr 2000 den zweiten „Bremer Filmpreis“, ausgelobt von der damaligen „Kunst- und Kultur-Stiftung“ der Sparkasse Bremen und dem Kommunalkino Bremen für besondere Verdienste um den europäischen Film. (www.city46.de)

Mehr über Agnès Varda

In dem von großer Leichtigkeit getragenen Dokumentarfilm reihen sich vignettenhafte Porträts und Szenen einer während dieser Tour entstandenen Freundschaft aneinander, wobei sich mitunter auch ein Gefühl leiser Melancholie breitmacht. Ein einfühlsames, von einem leichten Schalk getragenes Road Movie, in dem unterschwellig auch das Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit mitverhandelt wird.  (Esther Buss, www.filmdienst.de

Sie hat sie alle überlebt: Agnès Varda, die Grande Dame des französischen Kinos. Sie machte schon Filmkunst, als François Truffaut, Jean-Luc Godard und Jacques Rivette noch in Pariser Zirkeln über ihre Filmkritiken debattierten…. „Augenblicke – Gesichter einer Reise“ stellt 63 Jahre nach ihrem Debüt als Regisseurin zufällig ausgewählte Menschen und ihre Gedanken in den Mittelpunkt. Trotzdem ist es auch ein Neuanfang für Varda, denn zum ersten Mal in ihrer Karriere teilt sie den Regiestuhl mit einem anderen Künstler. (Johannes Bluth, www.taz.de

JR und Agnès Vardas Film „Augenblicke - Gesichter einer Reise" ist nicht nur ein Film über den Charme der unscheinbaren Orte und der kleinen Leute. Er ist die Geschichte einer anrührenden Beziehung von zwei Künstlern, die ein Altersunterschied von einem halben Jahrhundert trennt und die doch eine gemeinsame Sprache finden. (Hilka Sinnig, titel, thesen, temperamente)

Open Screen 2024

Moderiertes Kurzfilmprogramm! Zeige deinen Film auf der Kinoleinwand!

Endlich ist er zurück! Am Freitagabend geht der Bremer Kurzfilmabend „Open Screen“ vom Filmbüro Bremen in die nächste Runde. Als Teil des Jubiläumswochenendes des Kommunalkinos darf das Filmbüro als langjähriger Partner vieler Formate im KoKi nicht fehlen! Eingeladen sind sehr herzlich alle Filmemacher*innen sowie alle Kurzfilmfans, die sich in lockerer Atmosphäre anschauen wollen, was in Bremen filmisch so produziert wird - und gerne auch konstruktive Kritik zum Gezeigten abgeben.“ 

Ilona Rieke: „Wir freuen uns sehr und sind gespannt auf eure Filmeinreichungen, die ihr bis zum 27. Mai per Download-Link/WeTransfer o.ä. einreichen könnt: rieke@filmbuero-bremen.de. Dieses Mal ist aus technischen Gründen eine spontane Teilnahme am Abend (durch Mitbringen einer Festplatte o.ä.) leider nicht möglich.“ 
 
Beim Kurzfilm-Event Open Screen sind Fiktionales, Dokumentarisches, Animiertes, Experimentelles und Musikvideos willkommen. Es wird gnadenlos und unkuratiert alles gezeigt, was eingereicht wird (mit Ausnahme von Werbung, Propaganda o.ä.) unter einer Voraussetzung: Die Filmemacher*innen müssen am Abend anwesend sein, denn es wird zwischen den Filmen kurze Gespräche geben und auch das Publikum darf hier ausdrücklich Lob und Kritik verteilen und Fragen stellen. Alle Filme sollten über Team, Inhalt oder Drehort (oder gerne auch mehreres davon!) einen Bremen-Bezug besitzen. Wir freuen uns besonders über frische Werke, aber auch alte Perlen, die schon länger nicht mehr auf Bremer Leinwänden zu sehen waren, sind herzlich willkommen.  

Am Open Screen-Abend kann ausdrücklich jeder Mensch - egal, ob mit oder ohne Filmfachkenntnissen – seinen Film auf der Kinoleinwand zeigen. Einzige Vorgabe: Eine Filmlänge von max. 10 Minuten. 

Sowohl Teilnahme als auch Eintritt sind bei dieser Veranstaltung immer frei!

Das Filmbüro Bremen ist von Beginn ein wichtiger Partner für gemeinsame Projekte, seien es Kinopremieren geförderter Filme, die zum Teil Bremer Themen haben; Events mit analogem Technikeinsatz wie der Super-8-Abend oder kleinere Festivals und Wettbewerbe wie der Open Screen-Abend heute.

Bildrechte: © Johannes Eichwede / CITY 46

Poor Things

USA/IR/GB 2023, Regie: Yorgos Lanthimos, mit Emma Stone, Mark Ruffalo, Willem Dafoe, 142 Min., OmU

Im viktorianischen England stürzt sich eine junge schwangere Frau in die Themse. Ihr Leichnam gerät in die Hände des Wissenschaftlers Dr. Godwin Baxter, der sich an einem makabren Experiment versucht. Er transplantiert der toten Viktoria das Gehirn ihres Babys, das er noch nach ihrem Tod entbunden hat. So erwacht Bella Baxter zum Leben – mental ein Kleinkind, äußerlich mit dem Körper einer jungen Frau ausgestattet. Unter der Aufsicht von Dr. Godwin Baxter, den sie liebevoll Gott nennt, macht Bella ihre ersten Erfahrungen in der Welt. Später tritt sie mit dem Anwalt Duncan Wedderburn eine wilde Reise über die Kontinente an und in ihr wächst das Bedürfnis nach Leben, Lust, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. Je mehr Bella ihre Leidenschaften kennenlernt, desto weiter entfernt sie sich von auferlegten Zwängen und Vorurteilen.

Yorgos Lanthimos streng komponierten und unzugänglicheren, ersten Filme (Dogtooth, 2009; The Lobster, 2015) erregten zwar die Aufmerksamkeit der Kritiker*innen, doch für eine Mainstream-Kinoauswertung waren sie zu ungewöhnlich. Auf der Leinwand im Kommunalkino Bremen waren seine exzentrischen Werke willkommen, denn in ihrem innovativen Stil stellen sie unsere Sehgewohnheiten in Frage. Sein neuester Film ist eine Hollywood-Produktion: „Poor Things“ wurde 2024 mehrfach nominiert und ausgezeichnet, unter anderem bei den Oscars für das beste Kostüm- und Szenenbild. Emma Stone erhielt den Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin”.

Inhaltlich bleibt Poor Things daher in vielerlei Hinsicht ein Film der verpassten Möglichkeiten. Der positive Umgang mit Sex und Bella als Frauenfigur, die sich auf unkonventionelle Art gegen Geschlechterollen und Unterdrückung auflehnt, haben großes Potential. Der nur inkonsequente Fokus auf weibliche Erfahrungen und die schwammige bis problematische Darstellung von Konsens heben dies jedoch teilweise auf. Auch abseits feministischer Themen schneidet der Film viele Aspekte an, die er dann nicht konsequent zu Ende bringt, beispielsweise Bellas verschiedene politische und philosophische Interessen wie Sozialismus und Armutsbekämpfung, auf die der Film so wenig eingeht, dass sich die Frage stellt, warum er sie überhaupt einführt. 

Für Fans der phänomenalen Emma Stone und farbenfroher, fantasievoller Kinoerlebnisse mit opulenten Kostümen und Kulissen lohnt sich Poor Things sicherlich dennoch. Aus feministischer Sicht bleibt Lanthimos neuestes Werk jedoch ein zweischneidiges Schwert. (Charlie Hain, Drei Gedanken zu POOR THINGS, www.filmloewin.de)

Mehr über Yorgos Lanthimos im Filmdienst Porträt 

Kurzfilmüberraschungen für Kids ab 4

Moderiertes Kurzfilmprogramm, Gesamtlänge: ca. 60 Min., empfohlen ab 4 J., Eintritt frei!

Wir feiern in diesem Jahr 50 Jahre Kommunalkino und laden euch an unserem Jubiläumswochenende zu einem kunterbunten Kurzfilmprogramm ein. Lasst euch überraschen, wer alles neben dem kleinen Vogel über unsere Leinwand flattert. Die wundervolle Mischung aus sechs herausragenden, liebevoll gemachten Spiel- & Animationsfilmen ist witzig, poetisch und alles außer langweilig! Kurzum: Unbedingt anschauen! Und zur Feier des Tages ist der Eintritt frei!

Als öffentlich geförderte Institution ist im KoKi die filmkulturelle Bildung – aller Altersstufen – ein wichtiger Teil der Aufgaben. Filmbilder haben Macht, können aber auch entschlüsselt werden. Die jüngeren Besucher*innen können sich nach dem Sonntags-Kinderfilm beim KIJUKO-Club regelmäßig auf spielerische Weise mit dem Film beschäftigen. Dann geht es richtig rund!  

Mein Totemtier & ich

NL/D 2022, Regie: Sander Burger, mit Amani-Jean Philippe, Ole van Hoogdalem, Lies Visschedijk, 90 Min., FSK: 6, empf. ab 9 Jahren

Die elfjährige Ama schwimmt leidenschaftlich gern und fiebert zusammen mit ihrem besten Freund Thijs den kommenden Meisterschaften entgegen. Jede freie Minute verbringen die beiden in ihrem Lieblingsorte in Rotterdam – im Schwimmbad. Amas Familie ist aus dem Senegal in die Niederlande gekommen und hofft auf Asyl. Doch weil der Antrag nicht bearbeitet wurde, droht der Familie nun die Abschiebung. Dabei fühlt sich Ama doch durch und durch als Niederländerin. Als eines Abends die Polizei Amas Mutter und ihren Bruder mitnimmt, kann sich Ama gerade noch verstecken. Während die Polizei nach ihr fahndet, macht sich das Mädchen auf die Suche nach ihrem Vater. Dabei kann sie sich auch auf die Hilfe von Thijs verlassen. Außerdem ist da auf einmal noch dieses riesige Stacheltier, unsichtbar für alle anderen außer Ama. 
Die bewegende Einwanderungsgeschichte wurde 2023 beim Bremer Kinder- & Jugendfilmfest KIJUKO von der Kinderjury mit dem KIJUKO-Filmpreis ausgezeichnet.

KIJUKO-Filmpreis 2023: Wir finden es wichtig, dass Themen wie Rassismus und Asyl auch in einem Kinderfilm besprochen werden und dass wir durch den Film einen Einblick bekommen, wie es für Menschen ist, ohne Papiere leben zu müssen. Wir fanden außerdem schön, wie sich im Film das reale Leben mit Fantasie vermischt, und dass die Wichtigkeit von Freundschaft, gegenseitigem Vertrauen und Familienzusammenhalt betont wird. (Laudatio der Kinderjury des KIJUKO-Filmfests 2023)

Wir fanden an dem Film schön, dass er darüber erzählt, dass ein Pass nicht erzählt, wer man ist. Wir finden es wichtig, dass Menschen mit Migrationshintergrund und POCs sich wieder erkennen können. Er hat viele wichtige Messages: Egal wo du herkommst oder woran du glaubst, du bist wichtig und einzigartig… (MAJA-Filmpreis der MICHEL-Jury 2023 Hamburg)

Porträt einer jungen Frau in Flammen

Portrait de la jeune fille en feu – F 2019, Buch, Regie: Celine Sciamma, mit Noemie Merlant, Adele Haenel, 122 Min., frz. OmU

Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Heloise anfertigen, die gerade eine Klosterschule für junge adelige Frauen verlassen hat und nun heiraten soll. Da Heloise sich weigert, Modell zu sitzen, um gegen die von ihrer Mutter arrangierte Ehe zu protestieren, muss Marianne sich was überlegen. Sie beobachtet Heloise während ihrer Spaziergänge an der Küste und malt abends aus dem Gedächtnis heraus ihr Porträt.  

In wunderschönen Bildern erzählt die renommierte Regisseurin Céline Sciamma eine unglaublich feine Liebesgeschichte und formt zugleich ein kraftvolles, modernes Statement über die Situation der Frau über die Jahrhunderte hinweg. Cannes 2019: Bestes Drehbuch.


Zum Verständnis der filmkulturellen Arbeit des KoKi gehört die enge Zusammenarbeit mit anderen Kultureinrichtungen Bremens, seien es Filme zu Ausstellungen, zum Beispiel im Neuen Museum Weserburg. Oder wie bei diesem Filmabend in Kooperation mit der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, die jeden Januar den „Literaturpreis“ der Freien Hansestadt Bremen im Rahmen der Literarischen Woche vergibt. 

Die französische Regisseurin Céline Sciamma katapultierte sich schon mit ihrem Debütfilm „Water Lilies“ (2007) in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit. Darin wie auch in „Tomboy“ (2011) und „Mädchenbande“ (2014) geht es um das Erwachsenwerden der weiblichen Figuren, um ihre Suche nach Identität. Mittlerweile ist sie Stammgast bei den großen Filmfestivals.  

Mehr über Céline Sciamma auf Wikipedia (engl.) oder Wikipedia (dt.)

Céline Sciamma erzählt also neben ihrer Liebesgeschichte in Porträt einer jungen Frau in Flammen auch von der feministischen Aneignung der Kunst im Allgemeinen und des Bildes im Konkreten, von der Sichtbarmachung weiblicher* Lebensrealitäten und somit der Kunstproduktion als potentiell emanzipatorischem Akt. Und es ist dieser Subtext, der die in „malerischen“, aber niemals kitschigen Bildern gefilmte Liebesgeschichte mit einer Bedeutung auflädt, die über die politische Relevanz einer queeren Romanze weit hinausgeht. Somit hat Céline Sciamma einen sowohl wunderschönen, wie auch klugen, einen sinnlichen wie auch intellektuell stimulierenden, vor allem aber einen durch und durch feministischen Film geschaffen. (Sophie Charlotte Rieger, www.filmloewin.de)

Mali Blues

D 2016, Regie: Lutz Gregor, 90 Min., frz. OmU

Musik prägt Malis kulturelle Identität. Doch sie wird von radikalen Islamisten bedroht. Islamistische Fanatiker, die weite Teile von Malis Norden beherrschen, haben Tanz und weltliche Musik verboten. Viele Musiker*innen flüchteten aus Furcht um ihr Leben. Der Film folgt einigen Stars des Landes auf eine musikalische Reise ins verstörte Herz Malis: Fatoumata Diawara war als Shooting-Star der Weltmusik-Szene bereits in Köln in der Philharmonie zu erleben und beim Afrika Film Festival als Schauspielerin in den Spielfilmen „Sia“und „Timbuktu“; Bassékou Kouyaté ist Meister an der Ngoni, der traditionellen malischen Laute; Ahmed Ag Kaedi ist ein von Jimi Hendrix beeinflusster Virtuose an der E-Gitarre und Leader der Tuareg-Band „Amanar“; Master Soumy ist ein junger Rapper. Sie alle treten mit ihrer Musik gegen Fanatismus, Hass und Gewalt und für einen toleranten Islam ein. Ihre Musik gibt Menschen Kraft für Veränderungen und Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft in Frieden.

Vorab gibt es um 18:00 Uhr ein verflixt kniffeliges Filmquiz mit Sören Gäting. Traut euch!

Als Kino ein „Fenster zur Welt“ sein zu wollen, bedeutet auch, den Blick weg vom eurozentristischen und US-amerikanischen Kino hin zu den Geschichten anderer Kontinente wie zum Beispiel Afrika zu werfen. Wegen fehlender Verleihe war es früher oft nicht einfach oder zu teuer, diese Nicht-Mainstream -Filme auf die Leinwand zu holen. Das ist heute im digitalen Filmversand erheblich vereinfacht. Ein unschlagbarer Pluspunkt der Digitalisierung sind die verschiedensprachigen Untertitel, die zur Originalsprache angeboten werden.

Die Kamera fängt aussagekräftige Impressionen aus dem Alltagsleben ein, das sich überwiegend draußen abspielt. Dabei fällt vor allem die Armut auf. Nachts gibt es in der Stadt nur spärliche Straßenbeleuchtung, am Tag scheint die Luft manchmal vom roten Staub des Erdbodens erfüllt. Wenn die Menschen singen und tanzen, bricht unbändige Lebensfreude durch, die auch in den schön gefilmten Konzertsequenzen zu beobachten ist. Dort wird auch die Sehnsucht der ZuschauerInnen spürbar, ihre Heimatliebe und ihren Stolz auszudrücken. Diese Musiker, die den Finger auf gesellschaftliche Wunden legen, spiegeln das Bedürfnis der jungen Generation, sich zu emanzipieren und soziale, politische Verantwortung zu übernehmen. Lutz Gregors Film zeigt mit großer Unmittelbarkeit, dass aus Malis musikalischer Tradition ein sozialer Widerstandsgeist erwächst, der in Zukunft nicht nur den Islamisten im Land ernsthaft in die Parade fahren könnte. (Bianka Piringer, www.kino-zeit.de)

Priscilla – Queen of the Desert

AU 1994, Regie: Stephan Elliot, mit Terence Stamp, Hugo Weaving, Guy Pearce, 104 Min., OmU

Die Dragqueens Tick alias Mitzi, Adam alias Felicia und Transfrau Bernadette halten sich mit Auftritten in schlechten Clubs in Sydney über Wasser. Als sie nicht mehr so stürmisch gefeiert werden, wie es ihnen ihrer Meinung nach zusteht, entscheiden sie sich für einen Ortswechsel. Das Angebot für einen Auftritt in einer Hotellounge in Alice Springs kommt da wie gerufen. Für die Fahrt dorthin organisiert Felicia einen ausgemusterten klapprigen Schulbus. Sie taufen das Gefährt auf den Namen Priscilla und machen sich auf die lange Reise durch die australische Wüste. Unterwegs lebt Felicia ihre Obsession für Abba-Songs aus; Mitzi gesteht, dass sie Vater ist und Bernadette kommt einem Automechaniker näher. Auf ihrer Fahrt durch die australische Einöde treffen die drei auf die unterschiedlichsten Menschen und natürlich auf jede Menge Vorurteilen.  

Der Film von Stephen Elliot machte queere Themen für ein Mainstream-Publikum sichtbar und wurde zu einem Überraschungserfolg. Der Film hat bis heute Kultstatus im queeren Kino. Dreißig Jahre später wurde nun eine Fortsetzung des Films mit Originalbesetzung angekündigt.

Außer dem im Herbst stattfindenden Queerfilmfestival Bremen - ehrenamtlich und mit viel Herzblut und Leidenschaft seit 1994 organisiert - hatten queere Filme im Koki von je her einen festen Platz im Programm. Und das lange vor den Queerfilmnächten, die es zum Glück seit einigen Jahren bundesweit gibt. Ein Treffpunkt für die Community zu sein, um Filme gemeinsam zu schauen und darüber reden, ist „mehr als Kino“.

In 1994, writer-director Stephan Elliott created a pioneering LGBT gem with this funny, smart and intensely lovable road-trip comedy – an anti-Crocodile Dundee. It’s about Tick (Weaving) and Adam (Pearce), Australian drag-queen short of cash who journey from Sydney to Alice Springs where Tick’s estranged straight wife, Marion (Sarah Chadwick), has got them a gig performing in a hotel lounge. This they do in a converted bus that they rename Priscilla and have to repaint, to cover the homophobic graffiti people have been spraying on it. But they must also do in the company of Bernadette, startlingly played by Stamp, a trans woman and artiste who has just been widowed and needs a new life direction. 
Our quarrelling trio set off and encounter all sorts of hilarious problems along the way, their only friends and allies being some amused Indigenous Australians and one straight bloke, Bob, a lovely performance from veteran Australian character actor Bill Hunter, who conceives a gallant tendresse for Bernadette. As Tick, Adam and Bernadette surreally show off their exuberant costumes in the middle of the remote Northern Territory, the film starts to resemble a challenging piece of site-specific installation art. This being 1994, Abba are respectfully invoked. (Peter Bradshaw, www.theguardian.com)

The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert stars Terence Stamp, Hugo Weaving, and Guy Pearce as a trio of performers who take their drag show on the road to perform at a small -town casino in the middle of the Australian desert, and for a host of locals throughout the rural Outback. With over-the-top costumes and fabulous soundtrack of camp classics including Gloria Gaynor’s “I Will Survive” and ABBA’s “Mamma Mia,” Priscilla is a hilarious, vivacious comedy that celebrates community. Written and directed by Stephan Elliott, the joyous film became a surprise blockbuster in 1994, introducing LGBT themes to a mainstream audience; it has gone on to become a landmark in LGBT cinema. (www.iconicreleasing.com)  

“People have been screaming for me to do this for 30 years. And suddenly I had the realisation that we’re all getting old. We’re losing people,” Elliott said. “And with Trump coming in now – it’s all about to erupt again. Somebody said to me, ‘Is this the right time to make this film?’ I said, ‘It is the perfect time to make this film.’ (Sian Cain, www.theguardian.de)

Stop Making Sense

USA 1984, Regie: Jonathan Demme, 88 Min., OF

1983 besuchte Regisseur Jonathan Demme ein Konzert der „Talking Heads“. Daraus entsteht die Idee, aus der Show einen Konzertfilm zu machen. Aufgenommen wird der Film im Laufe von drei Konzert-Abenden im Pantages Theater in Los Angeles finden die Dreharbeiten statt. Ein Mann in einem voluminösen Anzug betrat die Bühne, stellte einen Kassettenrecorder neben sich ab und begann zu singen. Die ersten Sequenzen wirkten wie eine Studioprobe. Erst nach David Byrnes charismatischer Performance von „Psycho Killer“ und als mit jedem Song weitere Bandmitglieder auf die Bühne traten und spielten, wird offensichtlich: Es ist ein Live-Konzert. 
Regisseur Demme (Das Schweigen der Lämmer, USA 1991) inszenierte den Auftritt der „Talking Heads“ wie einen Kinofilm. Der Film verzichtet auf Backstage-Szenen, begleitende Interviews und sonstiges Beiwerk, so dass das Publikum das Gefühl bekommt, unmittelbar eine sorgfältig choreografierte Performance mitzuerleben. Erst dieser Film und der gleichnamige Soundtrack machten die „Talking Heads“ schlagartig populär. Legendär und von vielen Kritikern als bester Konzertfilm aller Zeiten bezeichnet, kommt STOP MAKING SENSE zum 40. Jahrestag in restaurierter 4K-Version wieder in die Kinos.

Filmgeschichte lebendig halten ist ein wesentlicher Teil filmkultureller Arbeit der Kommunalkinos. Wirkt ein Film wie „Stop Making Sense“ mit einem Abstand von 40 Jahren heute - erneut gesehen oder das erste Mal– so revolutionär wie damals? Können uns Stumm- oder Schwarzweißfilme auch heute noch auf der Leinwand begeistern? Im KoKi lässt sich das herausfinden.

Mehr über Jonathan Demme auf wikipedia.org

Mit jedem Song verändert sich etwas auf der Bühne. Jonathan Demme nutzt das Spiel mit Licht und Schatten, den Schnitt und Nahaufnahmen, um die Musik perfekt zu untermalen und die Emotionen der Band einzufangen. Interessant: Das Publikum sieht man nur am Ende wirklich deutlich. Einige Nahaufnahmen zeigen beim letzten Song tanzende Menschen im Publikum. Vorher behandelt Demme die Crowd eher als cineastisches Element, als dunkle Masse, die zwar in ihrer Existenz wichtig ist, aber hier nur einen Gegensatz zum Geschehen auf der Bühne darstellt. 
Der Fokus aber liegt genau dort: Auf der Bühne. Und da wirken alle so, als wären sie Schauspieler in einem Biopic. David Byrne inszeniert sich wie eine Interpretation seiner selbst. Tanzt über die Bühne mit den berühmten Moves eines verrücktgewordenen Huhns und tanzt mit Stehlampen. Er gibt in jeder Sekunde alles. (www.br.de

Technisch innovativ als erster Film komplett mit digitaler Audiotechnik ausgestattet gelingt Stop making sense das komplexe Kunststück, mit engagierter Präzision die betörende Atmosphäre eines geradezu erzählerischen Flusses in Gang zu setzen, dessen Geschichten sich klanglich und kommunikativ eingebunden als empfindungsreiche Episoden ereignen, die von existenziellen Aspekten wie Identität und Verlorenheit, aber auch von Momenten der Erfüllung tönen. Die puristische Poesie, die sich vor den Augen ihres Publikums scheinbar spontan entwickelt, vermag es mit lässiger Leichtigkeit, akustisch wie visuell zu fesseln, und ihre Analyse schmälert keineswegs ihre inspirierende Überzeugungskraft. (Marie Anderson, www.kino-zeit.de

So wirken die Bildinstallationen im Hintergrund bei Making Flippy Floppy oder This Must be the Place wie eine eigenständige Installation zu diversen Schlagbegriffen der 1980er Jahre und der damit verbundenen Sinnsuche, einem der zentralen Themen der Texte. (Rouven Linnarz, www.film-rezensionen.de

Ich bin ein Elefant, Madame

BRD 1968/69, Regie: Peter Zadek, mit Wolfgang Schneider, Günther Lüders, Margot Trooger, Ilja Richter, Tankred Dorst, 102 Min. , 35mm

Bremen 1968. Die Oberstufe eines Gymnasiums lehnen sich gegen die autoritären Strukturen in ihrer Schule auf. Im Mittelpunkt der Revolte steht der Schüler Rull, der jegliche Ordnung und Verwaltung ablehnt. Mit immer neuen Ideen und Aktionen provoziert er seine Umwelt und macht Lehrer, Mitschüler*innen und Polizei gleichermaßen lächerlich. Rull geht dermaßen in seiner Rolle als Provokateur auf, dass er nicht nur das angepasste Establishment, sondern die Organisation des Protestes selbst sabotiert. Als er wegen Hakenkreuzschmierereien von der Schule verwiesen werden soll und sich Mitschüler*innen mit ihm solidarisieren wollen, nimmt er ihnen durch seine protestlose Akzeptanz der Strafe jede Möglichkeit zum Widerstand.

Kino als Spielwiese für soziale Utopien. Peter Zadek dient der Mikrokosmos Schule als Versuchsanordnung für die 68er-Utopie einer klassenlosen und herrschaftsfreien Gesellschaft. Und sein Film ist ebenso ein Dokument Bremens Ende der 1960er Jahre: In der Sögestraße war Autoverkehr erlaubt, die Straßen in der Stadt waren nicht zugeparkt, die Abiturprüfung wurde im Anzug geschrieben usw. 

„Ich bin ein Elefant, Madame“ wurde 2019 im Rahmen des „Förderprogramms Filmerbe“ vom Deutsches Filminstitut & Filmmuseum digitalisiert. Das Kommunalkino Bremen e.V. besitzt eine eigene 35 mm-Kopie, die hier auch gezeigt wird.

Unbedingt zu erwähnen: Die Musik im Film, die Paul Poet vom Filmarchiv Austria zur Einordnung des Films in „Punk Cinema“ bringt:  

„Einer der ersten großen Kinosoundtracks zu Straßenkampf und Studentenrevolte. Viel um 1968 trug schon den Punk im Herzen. Regisseure wie Wexler, Anderson, Terayama ließen die Jugend die Waffen bereits gegen das Establishment richten. Bei Antonioni flog das ganze Luxuseigenheim zu Pink Floyd deliziös in die Luft. But Germany did it better: Bei der späteren Theaterikone Zadek verschmolz die Rebellion mit Agit-Prop, Ciné-Tract, Provo-Comedy und grellen Godard-Spasseken zum Anarchofeuerwerk schlechthin. Schüler Rull, gleichermaßen angepisst von den verkappten Nazilehrern wie von den Pseudorevoluzzern in seinem Gymnasium, löst mit einem Swastika-Graffiti eine große Klassenkampfrandale aus. Schlingensief in a nutshell. Ein zeitloser Spaß! (www.filmarchiv.at

Mehr zum Film hier: www.wikipedia.org