Waterproof

D 2019, Regie: Daniela König, 88 Min., FBW-Prädikat: besonders wertvoll, arab. OmU

Jordanien ist eins der trockensten Länder der Welt, Wasser ist wertvoll. Traditionelle Normen verbieten es aber einem männlichen Klempner, mit einer Kundin allein zu sein. Nach dem Tod ihres Mannes und als Mutter dreier Kinder hat Khawla Al-Sheikh dieses Verbot für sich genutzt und zur ersten weiblichen Klempnerin Jordaniens ausbilden lassen. Heute unterrichtet sie andere Frauen darin, Rohrbrüche zu reparieren, Wassertanks zu reinigen und Hausfrauen den sparsamen Umgang mit Wasser zu zeigen. Aus der Arbeit ist ein Netzwerk der weiblichen Solidarität und Emanzipation entstanden. Auch die 40-jährige Aysha lässt sich von ihrer progressiven Freundin Khawla mitreißen, immer unabhängiger zu werden. Khawla hat scheinbar alles erreicht, bis sie wegen Korruptionsverdacht vor Gericht treten muss. Daniela Königs Langfilmdebut zeigt, ohne zu bewerten oder zu kommentieren, sie lässt die Frauen sprechen, und erreicht dadurch einen extrem hohen Grad an Realismus.

„Ihre humorvoll erzählte, originelle Dokumentation über Frauen, die sich mit Rohrzange und Wasserschlauch emanzipieren, lebt von drei wunderbaren Heldinnen, die von Minute zu Minute liebenswerter werden.“ (www.programmkino.de)

„Eine Chance, sich selbstständig zu machen, hat eine Gruppe von Frauen ergriffen, die sich in Jordanien zu Klempnerinnen ausbilden lässt. Denn männliche Klempner dürfen nicht in Haushalte gehen, in denen Frauen allein sind. WATERPROOF ist ein starker Film von Daniela König über Freundschaft, Solidarität und Emanzipation von Frauen. Damit helfen sie sich auch über schwierige Situationen hinweg. Ein Film, der Mut macht.“ (Kay Hoffmann, DOK Fest Leipzig 2019)

Das letzte Geschenk

El Último Traje – ARG/E 2017, Regie: Pablo Solarz, mit Miguel Angel Sola, Ángela Molina, Natalia Verbeke, 86 Min., span. OmU

Buenos Aires: Abraham Bursztein, der kauzige, gewiefte Schneider, hat mit 88 Jahren noch vieles vor. Ein altes Versprechen einlösen, zum Beispiel. Als seine Töchter ihn ins Seniorenheim stecken wollen, steigt Abraham kurzerhand ins Flugzeug. Er hat nicht den Holocaust überlebt, um nun irgendwo dahinzudämmern. Er will nach Polen und dort den Jugendfreund suchen, der ihm im Holocaust das Leben rettete. Im Gepäck hat er ein besonderes Geschenk für ihn: den letzten, von ihm handgefertigten Anzug. Auf seiner Odyssee quer durch Europa verliert Abraham seine Fahrkarten, sein Geld und fast auch sein Bein, trifft dabei aber auf schräge Gestalten und besondere Menschen. Wie die Anthropologin Ingrid, die ihm hilft, Deutschland zu durchqueren, ohne einen Fuß auf deutschen Boden setzen zu müssen. Oder die polnische Krankenschwester Gosia, die ihn von Warschau nach Lodz begleitet.

„Der Film schafft eine anrührende Balance zwischen Melancholie und Heiterkeit und gewann auf den Festivals in Miami und Philadelphia jeweils den Publikumspreis.“ (Filmfest Emden)

„Dem Drama gelingt souverän die Balance zwischen Tragik und Heiterkeit, nicht zuletzt wegen dem hervorragenden Hauptdarsteller dieses anrührenden Helden. Drei Publikumspreise auf Festivals sind allemal kein schlechtes Omen!“ (Programmkino.de)