Abteil Nr. 6

FIN/D/EST/R 2021, Regie: Juho Kuosmanen, mit Seidi Haarla, Yuriy Borisov, 106 Min., OmU
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Als Laura den Zug ins abgeschiedene Hafenstädtchen Murmansk besteigt, gibt es für sie keinen Grund, wehmütig zurückzuschauen. In Moskau lässt sie eine unglückliche Romanze hinter sich; an ihrem Ziel nördlich des Polarkreises warten besondere Felsenmalereien auf die finnische Archäologiestudentin. 2.000 Kilometer weit geht es mit dem Zug in den Norden, und je länger die Fahrt dauert, desto weniger erinnert sich Laura an ihre eigentlichen Beweggründe ihrer Reise. Zu allem Überfluss muss sie das Schlafwagenabteil Nr. 6 mit dem Minenarbeiter Ljoha teilen. Ljoha schüttet hemmungslos Wodka ins sich hinein und rückt der Finnin unangenehm auf die Pelle.
Regisseur Kuosmanens Adaption des Romans von Rosa Liskom verlegt die Handlung des Buches in die 1990er-Jahre. Sein Film erhielt 2021 in Cannes den Großen Preis der Jury und ist unter anderem in der Kategorie „Bester Internationaler Film” für den Oscar 2022 nominiert.

„Abteil Nr. 6“ ist ein arktisches Roadmovie, es ist mein unbeholfener Versuch in einer Welt voll Chaos und Angst Harmonie und Seelenfrieden zu finden […] In Roadmovies geht es oft um Freiheit. In einem Auto kann man fahren, wohin man will, jede Kreuzung ist eine Möglichkeit. Für mich aber bedeutet Freiheit nicht eine unendliche Anzahl von Möglichkeiten, sondern eher die Fähigkeit, seine eigenen Grenzen zu akzeptieren. (Juho Kuosmanen, Regisseur)

An Offbeat Trainbound Love Story That Transports You Across Russia and Back in Time […] With its crystal clear reclamation of that last gasp of analogue — before the digital revolution put a cellphone in every pocket and as a species we lost the ability to ever be truly alone — the humdrum and heartswelling “Compartment No. 6” evokes a powerful nostalgia for a type of loneliness we don’t really have any more, and for the type of love that was its cure. […] deeply delightful. (Jessica Kiang, Variety)