Brot

A/D 2019, Buch & Regie: Harald Friedl, 94 Min.

Herrlicher Duft und Geschmack, schöne Erinnerungen. Wir lieben Brot. Kein anderes Grundnahrungsmittel hat so viele Bedeutungsebenen wie Brot. Im Ausland vermissen wir unser heimisches Backwerk, in gesellschaftlichen und kulturellen Codes kann Brot sowohl für Hunger als auch Heimat, Ursprung und Natürlichkeit stehen – kurzum, die Geschichte des Brots ist auch die Geschichte der menschlichen Zivilisation. Doch der Schein trügt, längst ist das Grundnahrungsmittel in der Realität ein Produkt der industriellen Lebensmittelindustrie. Aufbackware und Backmischungen großer Konzerne für billige Preis stehen in direkter Konkurrenz mit der alten Kunst des Backens. Harald Friedl dokumentiert in sechs verschiedenen Ländern, darunter Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich und den USA, den Kampf vieler engagierter kleiner Bäcker*innen und fühlt der Brotindustrie auf den Zahn: Was essen wir da wirklich jeden Tag? Und was genau ist eigentlich gutes Brot?

Der Film aktiviert dabei vor allem die Dialektik von Bäckereihandwerk und Massenproduktion – auch in der kontrastierenden Montage. Tatsächlich ist die Kluft der beiden Bereiche in den letzten Jahren immer größer geworden. Auf der einen Seite arbeiten die großen Unternehmen mit immer ausgefeilterer Technologie – Enzyme, Backmischungen, Aromaprofile, Maschinen – an kostengünstigen Imitaten, auf der anderen Seite besinnen sich kleine Traditionsbäckereien, aber auch neue kleine Betriebe auf das traditionelle Handwerk. (filmdienst.de)

Es spricht sehr für Friedls Dokumentation, dass er diese Auswüchse der Globalisierung nicht partout verteufelt, sondern differenziert betrachtet: Vor 20 Jahren wussten nur die wenigsten, was ein Ciabattabrot ist – heute schätzt man es weltweit, was auch ein Verdienst des Konzerns ist. (deutsche-handwerks-zeitung.de)

 

Leif in Concert - Vol. 2

D 2019, Regie & Buch: Christian Klandt, mit Luise Heyer, Klaus Manchen, Tilo Prückner, Bela B, 115 Min., tlw. OmU

Acht Monate war Lene wegen Liebeskummer verschwunden, jetzt traut sie sich wieder zurück zu ihrem Job in die Kneipe von Klaus, einer Kellerbar irgendwo zwischen gemütlich und vergammelt. Gleich am Abend soll Leif hier ein Konzert geben, den Lene in Kopenhagen kennengelernt hat. Doch es ist Gründonnerstag, da sind Konzerte verboten, eigentlich. Im Lauf von Lenes erstem Tag kommen unzählige Personen vorbei: Lieferanten bringen ihre Waren, der Toilettenreparaturdienst ist gefordert und befreundete Musiker dürfen in der Bar proben. Außerdem trudeln die Stammgäste ein, querbeet geht es da um Elfenpop, unsichtbare Handys oder Maden, die sich durch Leichen fressen. Und in all dem Trubel soll Lene auch noch entscheiden, ob sie die Bar von Klaus übernimmt.
Einen Film mit Freunden wollten Regisseur und Autor Christian Klandt und sein Produzent Martin Lischke mit „Leif in Concert – Vol. 2“ drehen und haben dafür einen Mix aus Szenen und Situationen gewählt, der Schauspieler wie Maryam Zaree oder Tilo Prückner, Regisseure wie David Wnendt und Tom Lass oder den Forensiker Mark Benecke in die Kneipe führt.

"Leif in Concert" ist einfach ein unglaublich sympathischer Film […] Klandts prominent besetzter Film wimmelt vor kautzig-coolen Typen und schönen Ideen.[…] Und man wünscht sich, Klandt würde auch Vol. 1 noch drehen. (epd Film)

Eine ganz normale Musikkneipe irgendwo in Deutschland bildet das Epizentrum von Christian Klandts „Leif in Concert — Vol.2“— und Luise Heyer als Barfrau Lene ganz eindeutig den emotionalen Mittelpunkt in dieser Liebeserklärung an die Kneipen- und Clubszene, die gerade jetzt in diesen turbulenten Corona-Zeiten jede Form der Liebe und Zuneigung dringend gebrauchen können. […] Zuerst nur als „Film mit Freunden“ (was heißt hier eigentlich „nur“?) entstanden, hat Leif in Concert — Vol.2 durch die lange Zeit des Wartens auf den Start des Filmes, der ursprünglich im April erfolgen sollte, eine Wandlung durchgemacht. […] Denn Leif in Concert — Vol.2 kann mittlerweile kaum mehr gesehen werden, ohne dass man nicht sofort an all die Existenzen denkt, deren Fortbestand durch die Corona-Pandemie unsicher geworden ist, die von Schließung und Insolvenz bedroht sind, wenn ihnen nicht bald unbürokratisch geholfen wird. (Joachim Kurz auf www.kino-zeit.de)

Suzi Q

AU 2019, Regie: Liam Firmager, mit Suzi Quatro, Alice Cooper, Cherie Currie, 104 Min., engl. OmU

Mit mittlerweile 70 Jahren blickt Suzi Quatro, Pionierin der Rock- und Punkgeschichte, auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück: Bereits in den 60ern gründete sie mit ihren Schwestern die Garage-Rock-Band The Pleasure Seekers: Anfang der 70er gelang Suzi Q dann der Durchbruch als Solokünstlerin mit der Single „Can the Can”. Als erste Rockerin mit finanziellem Erfolg in einer von Männern dominierten Welt, ließ sich die Queen of Rock’n’Roll nie die Show von ihren Mitmusikern stehlen und beeinflusste mit ihrer selbstbewussten Bühnenpräsenz viele der ihr nachfolgenden Musiker*innen wie Joan Jett, Clem Burke oder Cherie Currie.
Bis heute ist Suzi Q – immer noch ganz in Leder gekleidet – auf internationalen Bühnen unterwegs, spielt Bass, singt und hat kaum an Power verloren. Liam Firmager hat ihr ein dokumentarisches Denkmal gesetzt, in dem viele bekannte Gesichter der Musikwelt von ihrem Vorbild zu schwärmen. Und auch die weniger schönen Zeiten in Suzis Leben sind Thema.

Der schonungslos ehrliche, liebevoll umgesetzte Mix aus Musik-Doku und Künstler-Porträt blickt hinter die Kulissen des Musik-Biz und begleitet die Künstlerin bei ihrer Rückkehr in ihre Heimat nach Detroit. Darüber hinaus kommen Fans der ersten Stunde, Rock-Ikonen sowie weitere Wegbegleiter zu Wort. Es entsteht das umfassende Bild einer Frau, die unbeirrt ihren Weg ging und der Rockmusik ihren ganz eigenen Stempel aufdrückte.
Björn Schneider, programmkino.de

Suzi Q review – clear-eyed profile of the hard-rocking musical pioneer, the Guardian

You know, this film the best one I’ve ever seen in my 60 years, so I wanted to be a huge success. It deserves to be. It really deserves to be, and I want her in the Rock and Roll Hall of Fame.
Interview mit Suzi Q und Cherie Currie, screenanarchy.com

Sea of Shadows – Der Kampf um das Kokain des Meeres

A/AU/D/USA 2019, Regie: Richard Ladkani, 104 Min., engl. OmU

Das Team um Ermittler Andrea Crosta und Wissenschaftlerin Dr. Cynthia Smith befindet sich im „Krieg gegen die Ausrottung einer Spezies“. Der seltene Totoaba-Fisch ist Ziel der Wilderer, die im Golf von Kalifornien für mexikanische Drogenkartelle und die chinesische Mafia dieser Spezies nachstellen. Die Schwimmblasen der Fische erzielen auf dem Schwarzmarkt einen höheren Kilopreis als die entsprechende Menge Kokain. Die illegal aufgestellten Stellnetze gefährden außer dem Bestand der Totoaba auch gesamte maritime Leben im Golf. Extrem gefährdet ist der Kalifornische Schweinswal, Vaquita genannt, dessen Population 2016 auf nur noch 30 Individuen geschätzt wurde. Um die Vaquitas zu retten, wird mit allen Mitteln gekämpft: Einheimische Fischer gehen gemeinsam gegen die Wilderer vor, Drohnen spüren die Stellnetze auf und Undercover-Agenten ermitteln gegen die internationalen Syndikate.
Beim Sundance-Festival wurde die u.a. von Leonardo DiCaprio prominent geförderte Produktion 2019 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

At times, it seems to be two different films entirely — one, a gritty probe into the dark heart of a Baja California crime syndicate, the other an emotion-drenched study of a marine life rescue mission — that wouldn’t necessarily gel if not for the fact that tragic reality has inextricably yoked them together. variety.com

Manche der Ermittlungsszenen fallen unnötig reißerisch auf, derweil die Botschaft nicht selten etwas plakativ daherkommt. Doch solche Macken ändern wenig am Mehrwert dieser Doku, die sich als packende Parabel um Kapitalismus, Kriminalität und Ökologie erweist. Der Publikumspreis von Sundance ist der beste Beweis, welchen Nerv dieser rigorose Tierfilm-Thriller trifft. programmkino.de

Nur ein Augenblick

GB/D 2019, Regie: Randa Chahoud, mit Mehdi Meskar, Emily Cox, Jonas Nay, Amira Ghazalla, 108 Min., teilw. OmU

Der syrische Musiker und Student Karim lebt seit fünf Jahren in Hamburg und ist mittlerweile ein richtiges Nordlicht geworden. Privat könnte es bei ihm nicht besser laufen. Seine große Liebe Lilly ist schwanger, und sie ziehen nun in ihre erste gemeinsame Wohnung. Als Karims Familie schließlich Syrien und den Bürgerkrieg verlässt und sich auf den Weg nach Deutschland macht, scheint die Zukunft vielversprechend.
Aber Karims Bruder Yassir entscheidet sich in letzter Minute, in Syrien zu bleiben und zu kämpfen. Als bald darauf jede Spur von ihm fehlt, reist Karim kurzentschlossen an die türkisch-syrische Grenze, um Yassir zu suchen. Er erfährt, dass sein Bruder in eins der berüchtigtsten Foltergefängnisse Syriens verschleppt wurde. Für Karim ist klar: Wenn er Yassir retten will, muss er sich der syrisches Befreiungsarmee anschließen. mitkämpfen.
Der Preis der Jugendjury des Max Ophüls-Festivals 2020 ging an Randa Chahoud für ihr Kinodebut „Nur ein Augenblick“.

„Fuck. Passiert das gerade wirklich?" – diese Frage haben wir uns gestellt. Der Film betrifft uns – und hat uns deshalb betroffen gemacht. Bedrückt. Herzrasen verursacht. Das anfangs so idyllische Leben nimmt für die Hauptfigur eine drastische Wendung, reißt sie aus ihrem Alltag und verändert sie für immer. Eine packende Inszenierung und eine lebhafte Kameraführung, die eng am Protagonisten bleibt, nehmen uns an die Hand und lassen uns erschreckend nah am Geschehen teilhaben. Es geht um Freiheit, Liebe und Heimat. Um einen Menschen, der einiges zu verlieren hat – und alles riskiert.
Aus der Jurybegründung der Jugendjury des Max Ophüls-Festivals 2020 ffmop.de/presse

„Nur ein Augenblick“ führt einerseits durchaus vor Augen, was das genau bedeutet, Krieg in Syrien. Gerade weil Karim eben kein Soldat ist, auch sonst nicht unbedingt als Action-Held taugt, gehen einem die Erlebnisse nahe. Was macht es mit einem ganz gewöhnlichen Menschen, wenn er direkt mit Gewalt und Tod konfrontiert wird? Wenn er selbst dort einwirkt, nachdem er nicht länger nur zuschauen kann?
Oliver Armknecht, film-rezensionen.de

Wir Eltern

CH 2019, Regie: Ruth Schweikert, Eric Bergkraut, mit Elisabeth Niederer, Söhne Bergkraut, 94 Min., schweiz. OmU

Manchmal wissen Veronika und Michael nicht genau, wer in ihrem Haus eigentlich über wen bestimmt. Den mitten in der Spätpubertät steckenden Zwillingssöhne Romeo und Anton ist es die meiste Zeit völlig egal, was ihre Eltern ihnen vorschreiben wollen. Keine der politisch korrekten und pädagogisch wertvollen Strategien des Künstlerpaars scheint zum Ziel zu führen. Die Zwillinge hocken ständig untätig in der Bude oder liegen im Bett, kiffen und haben wenig Zeit für Schule, geschweige denn den Schulbesuch. Diese für die Eltern knifflige Situation wird noch erschwert, als der Großvater den Enkeln mit einem 80.000 Franken beglückt. Mit diesem „Erbschaftsvorschuss“ haben Romeo und Anton nun gar keinen Grund mehr, etwas an ihrem Verhalten zu ändern. Kurzerhand drehen Veronika und Michael das Blatt um und ziehen mitsamt ihrem jüngsten Sohn aus.

In nur 15 Drehtagen entstand dieses Porträt einer ebenso fiesen wie liebenswerten Familie, das Improvisation und Dokumentarstil miteinander verbindet. Man möchte diese Familie nicht als Nachbarn haben, doch Zuschauen kann man ihr stundenlang.
Ulrich Sonnenschein auf epd-film

Ruth Schweikert und Eric Bergkraut drehen einen Film: die etwas andere Homestory einer Künstlerfamilie. Die eigenen vier Wände im Engequartier dienen, in leicht angepasster Form, als Hauptdrehort für das erste gemeinsame Leinwandprojekt der beiden: Der pseudodokumentarische Spielfilm mit dem Arbeitstitel «Wir Eltern» spiegelt Freud und Leid der Erziehungsarbeit, und dies mit buchstäblich familiärer Besetzung.
Urs Bühler für Neue Zürcher Zeitung

Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

D 2020, Regie: Bettina Böhler, mit Musik von Helge Schneider, 124 Min.

Christoph Schlingensief gilt bis heute als einer der wichtigsten deutschen Ausnahmekünstler*innen seiner Zeit. Mit oftmals provokanten und auch politischen Aktionen im Film und auf der Bühne machte er immer wieder auf aktuelle Thematiken und gesellschaftliche Missstände aufmerksam. Dabei wolle er gar nicht provozieren, sondern vielmehr durch kleine Portionen „Gift“ zur Selbstheilung anstacheln. Selbst seinen frühen Tod aufgrund einer schweren Krebserkrankung verarbeitete Schlingensief in seinem vielleicht berühmtesten Werk: „Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“.
Die renommierte Filmeditorin Bettina Böhler verbindet eine jahrelange Zusammenarbeit mit dem Künstler. So fließen auch private Aufnahmen in ihre Dokumentation. 2020 wäre Schlingensief 60 Jahre geworden, sein Tod jährt zum zehnten Mal und die Frage stellt sich: Wie würde seine Kunst heute aussehen? Und könnte sie so überhaupt noch existieren?

 

Welch eine Freude, wieder einmal Christoph Schlingensief zuzuhören und zuzusehen! Die gedankliche Schärfe, die schelmische Ironie und die politische Klarheit, mit der er in Bettina Böhlers Film über sich, seine Kunst und seine Filme spricht, lassen den Ausnahmekünstler schmerzlich vermissen, gleichzeitig aber auch quicklebendig auf der großen Leinwand auferstehen. Premiere bei der Berlinale 2020 in Panorama Dokumente www.berlinale.de

In ihrem ungemein unterhaltsamen und gleichzeitig tief berührenden Regiedebüt montiert Bettina Böhler virtuos private Aufnahmen und künstlerische Arbeiten Schlingensiefs, dessen ungebändigte Energie sich unwillkürlich auf die Zuschauer überträgt. Die tiefgründige Annäherung an sein mannigfaltiges Œuvre ist das erste umfassende Filmporträt über den provokanten Regisseur, der in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden wäre und dessen Todestag sich zum 10. Mal jährt. Pressenotiz weltkino.de

2007 wurde Böhler mit dem Bremer Filmpreis für langjährige Verdienste um den europäischen Film ausgezeichnet. Bettina Böhler, Berlinale 2020

Lovemobil

D 2019, Regie: Elke Margarete Lehrenkrauss, 103 Min.

Mini-Bordelle an Bundesstraßen gehören in der niedersächsischen Provinz schon seit Jahrzehnten zur Infrastruktur zwischen Gifhorn und Wolfsburg. Der Filmemacherin Elke Lehrenkrauss sind diese umfunktionierten Wohnwägen seit ihrer Kindheit bekannt. Nun werden die dort arbeitenden Frauen zu den Protagonistinnen ihres Langfilm-Debuts. Nach den ersten erfolglosen Annäherungsversuchen konnte sie das Vertrauen der Sexarbeiter*innen gewinnen. Drei Jahre verbrachten sie miteinander, und Elke Lehrenkrauss kommt den Frauen dabei sehr nahe. Ohne jegliche moralische Wertung oder den üblichen ernsten Kommentaren aus dem Off gelingt es ihr, deren Situation fühlbar zu machen. Vor allem geht es um die Frauen und ihre Träume in einem Milieu, in dem sie weder freiwillig ihrer Arbeit nachgehen noch dazu gezwungen werden. In der nächtlichen Einsamkeit eröffnet sich der Abgrund eines Mikrokosmos´, der Prostitution als knallharte Endstufe eines globalisierten Kapitalismus erfahrbar macht.
„Lovemobil“ lief auf mehreren Festivals und gewann unter anderem den Preis für die beste internationale Dokumentation in Los Angeles und die „Die TILDA", Frauenfilmpreis des Int. Filmfest Braunschweig 2019.

Wir hatten wirklich überhaupt keine Schwierigkeiten, männliche Protagonisten zu finden. Ich denke, dass die einfach einen ganz anderen Blick auf die Welt haben. Ich glaube, dass sie Prostitution als etwas wahrnehmen, was es geben sollte, und dass es gut ist, dass es das gibt. Und das ist natürlich der große Missstand.
Elke Margarete Lehrenkrauss im Gespräch mit Ute Welty für Deutschlandfunk_kultur

„Lovemobil“ ist keine Sozialreportage, keine Recherche zum Elend von Frauen, die in die Prostitution gezwungen wurden. Aber auch keine journalistische Arbeit, die dem Publikum alles schön sachlich erklärt, sodass man viel erfährt, aber wenig spürt.
Wilfried Hippen, taz.de