To A Land Unknown

Do. 1.1., Sa. 3.1. + Mi. 7.1. / 20:00
Fr. 2.1., So. 4.1. + Di. 6.1. / 17:30
Mo. 5.1., Do. 8.1., Sa. 10.1., Mo. 12.1. + Mi. 14.1. / 20:30
Fr. 9.1., So. 11.1. + Di. 13.1. / 18:00
Mi. 14.1. / 15:30
Ein heruntergekommenes Viertel am Rande Athens, das von Kriminalität und Armut gezeichnet ist: Hier ringen die Cousins Reda und Chatila täglich mit der gleichen Notlage wie hunderttausend andere aus Palästina geflüchtete Menschen. Sie kämpfen darum, ihrem Elend zu entkommen und eine bessere Zukunft für sich selbst und ihre zurückgelassenen Lieben zu sichern. Dafür wollen sie es nach in Deutschland schaffen, mit gefälschten Pässen. Aber woher das Geld dafür nehmen? Das ist unmöglich, ohne kriminell zu werden, und selbst dann sind die Hürden noch unüberwindlich. Als Reda das mühsam zusammengesparte Geld für seinen Drogenrausch draufgehen lässt, fasst Chatila einen kühnen Plan.
Der bereits als Kurzfilm- und Drehbuch-Regisseur ausgezeichnete, dänisch-palästinensische Filmemacher Mahdi Fleifel hat seinen neuesten Film gemeinsam mit dem marokkanisch-britischen Drehbuchautor und Filmemacher Fyzal Boulifa geschrieben. Der Film feierte seine Premiere 2024 bei den Filmfestspielen von Cannes und gewann den Publikumspreis beim Internationalen Filmfestival Thessaloniki.
Über Mahdi Fleifel
1979 in Dubai geboren, im Flüchtlingslager Ain el-Helweh im Libanon aufgewachsen sowie später in einem Vorort von Elsinore in Dänemark, schloss Mahdi Fleifel 2009 sein Studium an der National Film and Television School in London ab. Sein Kurzfilm Arafat and I (2008) lief auf Festivals weltweit und gewann zahlreiche Preise. Fleifels erster abendfüllender Dokumentarfilm A World Not Ours (2012) war 2013 im Panorama der Berlinale zu sehen, erhielt dort den Friedenspreis sowie bei den Festivals von Yamagata, Edinburgh und DOC:NYC jeweils Hauptpreise.
Im Mai 2017 schließlich lief bei den Filmfestspielen in Cannes in der Sektion Kurzfilm die Uraufführung von Mahdi Fleifels A Drowning Man, der erste fiktionale Film des Regisseurs seit fast zehn Jahren,
der für die Goldene Palme nominiert wurde. „To a Land Unknown“ ist sein Spielfilmdebüt und hatte seine Premiere in Cannes 2024. (www.berliner-kuenstlerprogramm.de)
Die Sehnsucht nach einer neuen Heimat und einem besseren Leben durchzieht jede Szene und jede Einstellung. Aram Sabbah und Mahmoud Bakri spielen ihre Figuren mit einer unter die Haut gehenden Unruhe und Getriebenheit. Sie sind Menschen, die von einer unerbittlichen Welt zu Taten gezwungen werden, die sie selbst verachten. Diebstahl, der Handel mit dem eigenen Körper, Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen Vertriebenen. „Wenn man Menschen wie Hunde behandelt, gehen sie irgendwann aufeinander los“, sagt Chatila einmal und trifft die bittere Wahrheit. (Nathanael Di Battista, www.kino-zeit.de).
Thodoros Mihopoulos’ Kamera verfolgt Menschen, die sich ein labyrinthisches Lügengebäude bauen, aus dem sie am Ende nicht mehr herausfinden. Die sich in bedrückenden Innenräumen und auf den Straßen Athens entfaltende Tristesse der Situation Chatilas und Redas eröffnet keine hoffnungsvolle Perspektive. Ein Happy End kommt in keiner einzigen Szene in Sicht. Das Ensemble gibt dem Film Kraft und Energie… Für ein westliches Publikum, sagt der palästinensisch-dänische Regisseur Fleifel, »bleiben diese Menschen oft bloße Statistiken, ohne jede Menschlichkeit. Sie wissen nichts über ihre Träume, Ängste oder Hoffnungen.« Dem westlichen Publikum mutet der Filmemacher nun 105 schonungs- und illusionslose Minuten zu: eine Reise in eine unbekannte Welt. (Dietmar Kanthak, www.epd-film.de)
In Mahdi Fleifels mit Spannung erwartetem Spielfilmdebüt, nach einer Reihe vielgelobter Kurzfilme, wird die Flüchtlingserfahrung auf eine Weise dargestellt, die nur sehr wenige Filme auf die Leinwand gebracht haben: roh, bodenständig, unprätentiös und glaubwürdig. Während die meisten Filme zu diesem Thema auf mitleidserregende Klischees zurückgreifen und ihre Erfahrungen aus der Ferne betrachten, geht Fleifel genau ins Herz dieser Erfahrung... (Mina Takla, awardswatch.com)
Schwesterherz

Do. 8.1. / 17:30mit Regisseurin Sarah Miro Fischer & Hauptdarstellende Marie Bloching
Sa. 10.1. + Mi. 14.1. / 17:30
Fr. 9.1., So. 11.1., Di. 13.1., Do. 15.1., Sa. 17.1., Mo. 19.1. + Mi. 21.1. / 20:30
Fr. 16.1. + So. 18.1. / 18:00
Mi. 21.1. / 15:30
Rose und ihr Bruder Sam haben eine sehr enge Beziehung zueinander. Da ist es selbstverständlich, dass Rose nach der Trennung von ihrer Freundin in Sams kleiner Wohnung in Berlin unterkommt. Auf so engem Raum zusammenzuleben, ist für sie eigentlich auch kein Problem. Es ist Sommer, und die beiden verbringen ihre freie Zeit ohnehin lieber am See als zu Hause. Als Rose von der Polizei vorgeladen wird, um eine Aussage zu machen, scheint das ganze zuerst surreal. Sam soll eine junge Frau vergewaltigt haben - während Rose sich ebenfalls in der Wohnung befand. Ihre Aussage könnte den Verlauf der Ermittlungen entscheidend beeinflussen. Während ihre Mutter sich sicher ist, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss, ist Sams Freundin Lia deutlich skeptischer. Rose ist vor allem überfordert.
„Schwesterherz" wurde Ende Oktober 2025 mit dem First Steps Award für den besten abendfüllenden Spielfilm ausgezeichnet - einen der wichtigsten Nachwuchspreise der deutschen Filmbranche.
Über Sarah Miro Fischer:
Sie studierte Film in Bogotá, Kolumbien und Berlin. Ihr Kurzfilm „Spit” wurde auf dem Imagine This Women’s International Film Festival in New York lobend erwähnt. Fischers Langspielfilmdebüt, für den sie auch das Drehbuch verfasste, ist ihre Abschlussarbeit an der Filmakademie Berlin und lief in der Sektion Panorama bei der Berlinale 2025. => Interview während des Festivals auf RBB 1 mit Knut Elstermann
Hauptdarstellerin Marie Bloching bringt die widersprüchlichen Gefühle der Figur nuanciert zum Ausdruck. ... Jede kleinste Regung im Gesicht wird erfasst; die Angst und die Verzweiflung sind spür- und sichtbar. „Schwesterherz“ schildert eine schmerzhafte, erschütternde Entwicklung – klug beobachtet und hervorragend gespielt. (Andreas Köhnemann, www.kino-zeit.de)
Sarah Miro Fischers beeindruckendes Spielfilmdebüt „Schwesterherz“ zeigt unaufgeregt, wie viel man im Film mit Reduktion erreichen kann. ... Ihre Mischung aus fast dokumentarischen Bildern und präziser Erzählung sowie die balanciert dosierte Klanguntermalung (die schlicht-nüchterne Musik kommt von Francesco Olmo Lo Giudice) vermitteln einem schnell das Gefühl, Teil dieser Geschichte zu sein. (Sara Piazza, www.taz.de)
Madame Kika

Do. 15.1., Sa. 17.1., Mo. 19.1. + Mi. 21.1. / 20:00
Fr. 16.1., So. 18.1., Di. 20.1., Do. 22.1. + Mo. 26.1. / 17:30
Fr. 23.1., So. 25.1. + Di. 27.1. / 20:30
Sa. 24.1. + Mi. 28.1. / 18:00
Mi. 28.1. / 15:00
Kika ist mit ihrem zweiten Kind schwanger, als ihr Partner plötzlich stirbt. Der schwere Verlust stürzt sie in ein tiefes Loch, denn als Sozialarbeiterin hat sie nur wenig Geld zur Verfügung. Wie soll sie nun sich, ihre Tochter und das Baby durchbringen? Jegliche Hilfe von außen bleibt aus und die psychische Belastung setzt Kika sehr zu. Durch eine Klientin im Sozialamt kommt sie auf die Idee, sich als Sexarbeiterin zu versuchen, um schnell an Geld zu kommen. Doch die Arbeit als Domina ist deutlich schwieriger als gedacht. Mit Hilfe der erfahrenen Kollegin Rasha lernt Kika, dass es bei der Sexarbeit um mehr als nur die sexuelle Befriedigung ihrer Kunden geht. Und schließlich eröffnet ihr die Arbeit einen neuen Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt. Uraufführung bei der Woche der Kritik in Cannes.
Über Alexe Poukine:
1982 geboren, studierte nach dem Abitur in Neuseeland Fotografie. Zurück in Frankreich nahm sie Schauspielunterricht, begann Anthropologie und Arabisch zu studieren. Nach abgebrochener Dissertation in Jordanien ging sie 2006 auf die Dokumentarfilmschule im französischen Lussas. „Madame Kika” ist ihr erster Spielfilm. Die belgisch-französische Filmemacherin, Fotografin und Drehbuchautorin hatte sich bereits zuvor international mit ihren mehrfach nominierten und ausgezeichneten Dokumentarfilmen einen Namen gemacht.
Ausgezeichnet mit dem Hauptpreis des Filmfest München für den besten internationalen Film.: „Ein Film, in dem es um nichts Geringeres geht als die großen Themen des Lebens: um Liebe und Trauer, Begehren und Scham, um Einsamkeit und Not. Umso erstaunlicher ist die Mühelosigkeit, mit der es ihm gelingt, Extreme und Widersprüche zu verbinden. Ein Film so intim wie politisch, so zärtlich wie brutal, so lakonisch wie zum Weinen traurig.“ Jury: Eva Trobisch, Maria Schrader, Emma Bading (www.filmfest-muenchen.de)
Little Trouble Girls

Do. 29.1., Sa. 31.1. + Mo. 2.2. / 20:00
Fr. 30.1. + So. 1.2. + Mo. 9.2. / 17:30
Do. 5.2., Sa. 7.2. + Mi. 11.2. / 18:00
Fr. 6.2., So. 8.2. + Di. 10.2. / 20:30
Mi. 11.2. / 15:00
Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte und behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen.
Die slowenische Filmemacherin Urška Djukić gewann mit ihren preisgekrönten Kurzfilmen u. a. den Europäischen Filmpreis 2022. In ihrem von hervorragenden Darsteller*innen getragenen Spielfilmdebüt „Little Trouble Girls“ variiert sie eine Geschichte über weibliches sexuelles Erwachen.
Urška Djukić
Die Regisseurin aus Ljubljana, Slovenien, studierte Medienkunst an der Kunsthochschule der Universität Nova Gorica und spezialisierte sich auf Film. Nach ihrem Masterabschluss drehte sie 2016 den animierten Kurzfilm Bon Appetit, La Vie!, für den sie den slowenischen Filmpreis erhielt. Ihr jüngster animierter Kurzdokumentarfilm, Granny’s Sexual Life, erhielt über 40 internationale Preise, u. a. den Europäischen Filmpreis für den besten europäischen Kurzfilm. Little Trouble Girls ist Djukićs Spielfilmdebüt. (Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2025)
Viele Filme haben das sexuelle Erwachen im Kontrast zu religiöser Übermacht und
Unterdrückung gezeigt. Doch dieser betont weibliche, lesbische, jugendliche Blick auf das Thema ist erfrischend. Als Lucija beim nächtlichen Flaschendrehen die Aufgabe bekommt, das schönste Mädchen im Konvent zu küssen, huscht sie durch das mächtige Treppenhaus und haucht einer Marienfigur einen Kuss auf die steinkalten Lippen, die anderen Mädchen staunen mit offenen Mündern. Dann schneidet Djukić zu Nahaufnahmen von roten und pinken Blüten, die von einer Biene bestäubt werden. (Fabian Wallmeier, www.rbb24.de).