Winter in Sokcho

Do. 12.2. / 20:45
Fr. 13.2., So. 15.2. + Di. 17.2. / 17:30
Sa. 14.2., Mo. 16.2. + Mi. 18.2. / 20:00
Do. 19.2., Sa. 21.2., Mo. 23.2. + Mi. 25.2. / 18:00
So. 22.2. + Di. 24.2. / 20:30
Mi. 25.2. / 15:00
Die 23-jährige Soo-Ha führt ein ruhiges Leben im südkoreanischen Badeort Sokcho am Meer. Neben ihrem Job in der kleinen Pension bekommt sie oft Besuch von ihrer Mutter, einer Fischhändlerin, oder verbringt ihre Zeit mit ihrem Freund Jun-oh. Dann taucht ein Franzose im winterlich verschneiten Ort auf und mietet sich in der Pension ein. Da Soo-Ha als einzige in der Pension Französisch spricht, soll sie sich um den rätselhaften Gast kümmern. Yan Kerrand zeichnet Graphic Novels und ist auf der Suche nach Inspiration. Soo-Ha erklärt sich einverstanden, ihm die Gegend zu zeigen, auch wenn sie nicht glaubt, dass es hier viel zu entdecken gibt. Soo-Ha ist fasziniert von Kerrands kreativen und mysteriösen Energie. Oder ist er für sie gar eine Vaterfigur? Sie kennt ihren Vater nicht, ihre Mutter hat ihr nur von einem französischen Hafenarbeiter erzählt und dass ihre Liebe kurzer Dauer gewesen sei. Er hatte nie von der Schwangerschaft erfahren und sie wären sich nie wieder begegnet – doch sie scheint noch etwas zu verschweigen. Das Französisch-Sprechen mit Kerrand rüttelt Soo-Has Sehnsucht nach Erklärungen auf, doch der Künstler hat kein Interesse an einem intensiveren Austausch.
In seinem Spielfilmdebüt behandelt der französisch-japanische Regisseur Koya Kamura das ihm selbst vertraute Problem, als ein Mensch multikultureller Herkunft eine individuelle Identität zu finden. Als Vorlage diente ihm der gleichnamige Roman der französisch-koreanischen Schriftstellerin Elisa Shua Dusapin. Das Drama wirkt verhalten und fesselt zugleich, man will wie Soo-Ha mehr und mehr erfahren über eine Geschichte, die im Winterschlaf zu verharren scheint. Bianka Piringer (www.kino-zeit.de)
In 104 berührenden, sinnlichen und sensiblen Minuten entfaltet Winter in Sokcho seine Kraft vor allem in Momenten der Distanz. ... Sparsame Dialoge und stille Standbilder erzählen in diesem Film besonders viel. Die geteilte Einsamkeit und Isoliertheit der beiden Figuren werden beinahe hörbar – nicht zuletzt durch die einfühlsame und zarte Filmmusik von Delphine Malausséna. Wir befinden uns im Film immer in einem Schwebezustand zwischen Melancholie und Aufbruch. (Annabel Sewerin, www.filmpost.de)