Und ruhig fließt der Rhein

D 2021, Regie, Kamera: Volker Klotzsch & Oliver Matthes, 98 Min.
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Der letzte Abend vor ihrer geschlechtsangleichenden Operation: Die 50-jährige Caroline wähnt sich endlich auf der Seite des Glücks. Als sich das Klinikum in die Nachtruhe begibt, verabschiedet sie sich von ihrem alten Ich „Ulrich“ und fühlt sich zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich. Wochen später liegt ihr Vater im Sterben. Caroline blickt wie paralysiert von der Balkonbrüstung ihres Hochhauses in Leipzig und spricht über den ersten Missbrauch in ihrer Kindheit - an Heiligabend. Sehr bald wird ihr klar, dass sie ohne Verarbeitung ihres Traumas keine Chance hat, eine Zukunft aufzubauen und im neuen Geschlecht anzukommen. Mithilfe eines Therapeuten begibt sich Caroline zurück in ihre Vergangenheit – mit ungewissen Ausgang. (Quelle: 55. Internationale Hofer Filmtage 2021)
In Kooperation mit „Schattenriss e.V.“ und „Weißer Ring e.V.“

„Der Dokumentarfilm „Und ruhig fließt der Rhein“ thematisiert mutig und besonnen das Leben mit dem Kindheitstrauma Missbrauch. Die Zuschauer*innen werden eingeladen, die Protagonistin Caroline auf Augenhöhe ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Sie gewinnen als Beobachter*innen wichtige und wertvolle Eindrücke. Kleine Einblicke in eine komplexe Thematik. Wunderbar einfühlsam und großartig in Szene gesetzt. Wir als Gesellschaft sind aufgefordert hinzusehen, hinzuhören und verstehen zu lernen. Nur wenn wir dazu bereit sind, können wir Kinder besser schützen und Betroffene adäquat unterstützen. (Steffi Lachmann, Aktionsbündnis gegen sexuelle Gewalt Tour41 e.V.)

Der Film «Und ruhig fließt der Rhein» besticht durch hohe Authentizität und Feingefühl im Umgang mit schweren Themen wie Trauma und Transidentität bzw. Geschlechtsdysphorie. Caro ist tief belastet von ihrer Traumatisierung in der Kindheit und sie setzt sich hier sehr beeindruckend mit ihrem Körpererleben und ihrer Seele auseinander. Der Film scheint ihr dabei geholfen zu haben, eine Entwicklung zu machen. Wir haben den Film mit Adoleszenten, Therapeutinnen, Psychiaterinnen und Psychiatern einer grossen Kinder- und Jugendpsychiatrischen Einrichtung gesehen und das Feedback war ausserordentlich positiv, weil der Film tief berührt! (Dr. med. Hege Maria Verweyen, Oberärztin Fachärztin Kinder- und Jugendpsychiatrie, CH-Liestal)

Director Statement: Unmittelbar nach ihrer geschlechtsangleichenden Operation erhielt Caroline die Nachricht, dass ihr Vater im Sterben liegt. Per Facebook. Dem ersehnten Glück so nah, endlich am Ziel, endlich Frau zu sein, unterbrach jäh das verdrängte Kindheitstrauma des jahrelangen Missbrauchs durch ihren Vater und andere Männer. Es folgten für sie extrem schwere Monate. … Wir stellten uns als Filmemacher sofort die Frage, ob wir weiterdrehen können. Carolines Reaktion überraschte uns umso mehr. Sie wollte die Dreharbeiten nicht beenden. Sie wollte ihre Geschichte erzählen. Sie will, dass der Film Spiegel ihrer Aufarbeitung ihres Traums wird. Sie möchte damit anderen Betroffenen von sexualisierter Gewalt den Glauben an sich selbst und an das Weiterleben geben. (Director Statement)