Girl Gang

CH 2022, Regie: Susanne Regina Meures, 97 Min.
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Die vierzehnjährige Leonie aus einem Berliner Vorort verdient als Influencerin ihr Geld. Ihre Eltern unterstützen sie, wo sie können, denn sie wünschen sich für Leonie ein besseres Leben, als sie es als Arbeiterfamilie haben. Über vier Jahre hat Susanne Regina Meures die Familie begleitet. Zu Beginn der Dreharbeiten hat Leonie etwas mehr als eine halbe Million Fans, am Ende sind es 1,6 Millionen auf YouTube, Instagram und TikTok. Vater Andreas und Mutter Sani machen das Management, löschen auch die Hasskommentare im Internet.
Und Leonie muss liefern für ihre Follower*innen, die zu ihr aufschauen und so sein wollen wie sie. Darunter auch ihr größter Fan Melanie aus Bayern. Melanie verbringt oft zwölf bis 17 Stunden am Handy, um Bilder und Videos von Leonie zu bearbeiten und auf Social Media zu verbreiten. Ihr größter Traum ist es, Leonie endlich zu treffen. Leonie jedoch leidet zunehmend unter dem starken Druck, immer das makellose Idol sein zu müssen – nur eine der vielen Schattenseiten des „perfekten” Lebens als Influencerin. »86 Prozent der befragten Teenager streben eine Karriere als Influencer:in an. 80 Prozent aller Brands setzen auf Influencer-Marketing«, heißt es einmal im Film.

Susanne Regina Meyres im Gespräch mit Timo Grampes (www.deutschlandfunkkultur.de)

»Girl Gang« erzählt von einer Familieim Selbstverwirklichungshamsterrad. Alles für den Erfolg. Die Wohnungin Berlin wird von einem Haus mit Pool am Rande der Hauptstadt abgelöst, die Eltern selbst werden mitihrem Familien-Account zu Influencern, während ihre Tochter – das sei aber wirklichder einzige Abstrich, sagt der Papa – kein soziales Leben hat.[...] Doch so erschreckend Meures' Porträt auch ist: Wie authentisch ist das, was wir zu sehen bekommen, beziehungsweise wie viel Werbung für die Influencer-Familie ist dabei? Ein Dokumentarfilm, so aktuell wie produktiv irritierend. (Jens Balkenborg, www.epd-film.de)

Von einer „Girl Gang“ fehlt tatsächlich jede Spur: Leo hat wenig Zeit für Freundschaften und wirkt ofteinsam und überfordert. Der faszinierende Dokumentarfilm von Raving Iran-Regisseurin Susanne Regina Meures entlarvt die Schattenseiten der Online-Selbstvermarktung und porträtiert eine Familie, die scheinbar keinen Ausweg aus den Verstrickungen der hyperkapitalistischen Gesellschaft findet. (www.reeperbahnfestival.com)

GIRL GANG ist extrem spannend und hinterlässt nach gut 90 Minuten ein sehr ungutes Gefühl über die mediale Welt, in der wir leben. (Film-Rezensionen.de)