The Most Beautiful Boy in the World

S 2020, Regie: Kristina Lindström & Kristian Petri, 94 Min., OmU
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1970 reiste der Filmemacher Luchino Visconti auf der Suche nach dem perfekten Jungen für seine Verfilmung von Thomas Manns »Tod in Venedig« durch Europa. In Stockholm entdeckte er Björn Andrésen, einen schüchternen 15-jährigen und Waise. Er verkörperte die absolute Schönheit, wie es die Rolle des Tadzio in Manns Roman erforderte. Viscontis Film machte Björn Andrésen über Nacht zum internationalen Star. Der Weltpremiere 1971 in London in Anwesenheit der Queen folgte der Wettbewerb von Cannes. Vor der Weltpresse erklärte Visconti – der sich nach dem Film nicht mehr um den Jungen kümmerte – seinen unerfahrenen Jungdarsteller zum „schönsten Jungen der Welt“. Die Welle öffentlicher Begeisterung brachte den Pubertierenden in Situationen, denen er nicht gewachsen war. In Japan wurde Björn als erster westlicher Popstar in TV-Shows und als schöner androgyner Jüngling in Animes und Mangas vermarktet. Und er hatte niemanden, der ihn schützte, denn seine Großmutter genoss seine Berühmtheit. Dokumentarische Aufnahmen offenbaren, wie unwohl sich Björn dabei fühlte. Das schwedische Regie-Duo Kristina Petri und Kristian Lindström hat in diversen Archiven wahre Schätze aufgetan und Björn auf einer bemerkenswerten Reise in seinem jetzigen Leben begleitet.

Seine Schwester beschreibt ihn als hypersensibel und sehr scheu. Das gilt für den Jungen damals, der Visconti so sehr faszinierte, wie für den Mann heute, 50 Jahre später. In all den Jahren hat Andrésen in ein paar Filmen mitgewirkt, etwas Musik gemacht, aber er trägt eine Last mit sich durchs Leben: seine Entdeckung und Ikonisierung durch Visconti. (Thilo Wydra, Tagesspiegel.de)

“The Most Beautiful Boy in the World” isn’t a perfect watch, and it's often confusing and confounding. But it gets at the heart of this forlorn figure, a once idol turned tragic Greek hero. It’s unflinching, and one of the most honest portraits of the pitfalls that can happen in child stardom. (rogerebert.com)

Robert Daniels Wir haben THE MOST BEAUTIFUL BOY IN THE WORLD fünf Jahre lang in Stockholm, Kopenhagen, Paris, Budapest, Venedig und Tokio gefilmt, Björns Spuren folgend. Wir haben mit ihm nach der Wahrheit über den Tod seiner Mutter und die Identität seines Vaters gesucht, indem wir Archive und Interviews mit seiner engsten Familie durchforstet haben. Wir haben nach Menschen gesucht, die ihm in den letzten Jahrzehnten über den Weg gelaufen sind. Es war natürlich schwer, einige von ihnen nach 50 Jahren wiederzufinden, aber auf wundersame Weise waren viele verfügbar und auch bereit, vor der Kamera zu sprechen. Das reichliche Archivmaterial, das wir dabei vorgefunden haben, war ebenfalls ein großer Grund zur Freude. (Kristina Lindström und Kristian Petri, arte.tv)

Biografie
Kristina Lindström, geb.1957, und Kristian Petri, geb. 1956, sind mehrfach preisgekrönte Filmemacher, Autoren und Journalisten. Lindström wurde vor allem durch vielgelobte Biografien bekannt. Petri inszenierte Dokumentar-, Kurz- und Spielfilme.