Taxi Blues

UdSSR 1990, Regie: Pavel Lungin, mit Pyotr Mamonov, Pyotr Zaychenko, FBW-Prädikat: bes. wertvoll, 110 Min., OmU
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Während einer nächtlicher Taxifahrt durch Moskau treffen zwei grundverschiedenen Männer aufeinander: Shlykov, Taxifahrer und braver Sowjetbürger, und der jüdische Saxophonist Ljosa, der sich gerne dem Alkohol und einem haltlosen Lebensstil hingibt. Trotz aller Unterschiede entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen dem Arbeiter und dem Künstler.
Pavel Lungins Film, als Reminiszenz an „Taxi Driver“ angelegt, porträtiert nicht nur verschiedene Lebensphilosophien und den Umgang mit der Perestroika, sondern auch die Metropole Moskau zu Beginn der 1990er Jahre. Der sowjetische Popstar Pyotr Mamonov spielte den Saxophonist Ljosa. Lungins Film war eine der ersten Koproduktion mit dem Westen, wie sie in der Folge durch gelockerte Regelungen häufiger zu finden waren. 1990 wurde „Taxi Blues“ in Cannes mit der Goldenen Palme für die beste Regiearbeit ausgezeichnet.

Pavel Lungin verzahnt scheinbar mühelos die trostlose Ästhetik des sowjetischen Kinos der Glasnost- und Perestroika Ära mit einer Geschichte, die von westlichen Kinovorbildern geprägt ist, ohne diese zu imitieren. (…) Die Geschichte, die Pavel Lungin erzählt, eröffnet bei aller Bitterkeit auch Momente der Hoffnung, der Leidenschaft und der Poesie, ja sogar des Humors. (Joachim Kürten, Medien praktisch 1991)

Kraftvolle, unverbrauchte Tragikomödie über einen rechtsradikalen Taxifahrer aus Moskau und einen versoffenen Musiker, die in einer seltsamen Haß-Liebe aufeinander fixiert sind, bis der Musiker überraschend den Aufstieg zum Star der russischen Musikszene schafft. Der parabelhaft angelegte Film über das Verhältnis zwischen Arbeit und Intelligenz in der Sowjetunion überzeugt durch realistische Milieu- und Menschenzeichnung und hervorragende schauspielerische Leistungen. (Filmdienst)

„Ich glaube nicht an Ästhetik“ – Ein Gespräch mit dem Taxi Blues-Regisseur Pavel Lungin. (Christiane Peitz, Taz, 23.05.1990)