25. Internationales Bremer Filmsymposium auf unbestimmte Zeit verschoben!

Aufgrund der weiterhin unabsehbaren Covid-19-Dynamik muss das 25. Internationale Bremer Filmsymposium leider abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Wir bedauern diesen Schritt sehr, aber hoffen auf Ihr Verständnis.

 

25. Internationales Bremer Symposium zum Film

Kopf/Kino: Psychische Erkrankung und Film

Zum Jubiläum widmet sich das Filmsymposium einer Gefährtin des Kinos: Psychische Erkrankung hat das Kino seit dessen Entstehung begleitet, mit Themen bespielt, es geprägt und zur Weiterentwicklung von Ausdrucksmöglichkeiten und Theorien beigetragen.

Von den klinischen Fachdisziplinen wird sie mittels Abgrenzung, Pathologisierung und Fremdbeschreibung bestimmt. Filme können diese Praktiken durch ihre ästhetische Perspektive hinterfragen, psychisches Kranksein erfahrbar machen und in vielfältige Sinnzusammenhänge stellen.

Psychische Erkrankungen verweigern sich körperlicher Repräsentation und stellen Filme somit vor ein grundsätzliches Problem. Ihre Bedeutung liegt im Unterschied zu organischen Krankheiten ebenso darin, dass sie den zugrundeliegenden Endlichkeitstopos ins Gegenteil umkehren, da psychisches Leid oftmals unaufhörlich anzudauern scheint. Anstelle einer symptomatischen Beschreibung behandeln Filme zu dem Thema daher Schlüsselerfahrungen der Krise, die auch soziale Probleme spiegeln.

Demgemäß ergibt sich ein anderer, zu befragender Bezug zu Zeit, Raum und auch zum Körper – in der eigenen Erfahrung wie auf der Leinwand. Als der zentrale Ort, an dem sich psychische Erkrankungen ereignen und ihre Wirkkraft entfalten, kann also nicht nur der Kopf gesehen werden, sondern auch das Kino.

Das Symposium erkundet mit internationalen Fachleuten und Filmschaffenden, wie klinische und soziale Krankheitsdiskurse im Film verhandelt werden und wie das Kino eine Ästhetik psychischen Krankseins beschreiben kann. Der Fokus liegt dabei auf den Mitteln des Kinos, eine eigene, medienspezifische Ordnung von Krankheitsbildern zu generieren, weiter auf der Beziehung von Erkrankten zu Behandelnden als zentrales Setting sowie auf der Mehrdimensionalität von Krankheitsdarstellungen.

Das Filmsymposium wendet sich mit der engen Verzahnung von öffentlichen Vorträgen, Filmvorführungen und Filmgesprächen an das filminteressierte Kinopublikum und an Fachbesucher*innen. Es ist eine langjährige Kooperation zwischen dem CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V., der AG Filmwissenschaft / FB 9 Kulturwissenschaften und der AG Geschichte Lateinamerikas / FB 8 Sozialwissenschaften, zweier ZeMKI-Einrichtungen, und wird gefördert durch die nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/ Bremen mbH und die DFG.